iPhone USA

Lohnt es sich, ein iPhone in den USA zu kaufen?

Arne Düsterhöft
& Co-Autor
Stand: 28. April 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Während eines USA-Aufenthalts ein iPhone zu kaufen, kann manchmal ein paar Euro sparen – allerdings nur bei sehr neuen iPhone-Modellen, die ausschließlich im Apple Store erhältlich sind.

  • Die Preise in den USA sind immer netto ausgezeichnet. An der Kasse kommt noch die „sales tax“ obendrauf, die sich von Staat zu Staat unterscheidet. Bei der Einreise nach Deutschland müssen iPhone-Käufer Einfuhrumsatzsteuer zahlen.

  • Ein iPhone aus den USA können Sie auch in Deutschland normal benutzen. Allerdings gilt dafür die amerikanische Garantie.

  • Sinnvoller ist es in der Regel, das iPhone bei einem Online-Händler in Deutschland zu kaufen. Gerade bei sehr neuen iPhones kann sich auch ein Handyvertrag mit Smartphone lohnen.
So gehen Sie vor
  • Günstige iPhones finden Sie über Preissuchmaschinen wie Idealo, billiger.de und Geizhals. Oder Sie suchen sich einen preiswerten Handyvertrag samt Apple-Smartphone.
  • In den USA sind iPhones am preiswertesten in Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon – diese Staaten haben keine sales tax.
  • Auf der Rückreise müssen Sie den Kauf beim Zoll angeben. Der kassiert bis zu 19 Prozent des Kaufpreises von Ihnen.

Für den Kauf eines iPhones extra in die USA zu fliegen, lohnt sich natürlich nicht. Aber falls Sie ohnehin einen Trip in die Staaten planen, können Sie von Apples Preispolitik profitieren, wenn Sie das Gerät dort kaufen. Sprachprobleme mit einem in den USA gekauften iPhone sind nicht zu erwarten: Oberfläche, Bildschirmtastatur, Wörterbuch und die Spracherkennung Siri können Sie auf Deutsch umstellen. Das iPhone in den USA zu kaufen, lohnt sich jedoch nur bei sehr neuen Modellen.

Sind iPhones aus den USA und Deutschland gleich?

Ab dem iPhone 6 müssen Sie mit keinen Problemen rechnen. Die US-Versionen der älteren iPhone-Modelle 5C und 5S hingegen beherrschen nicht alle hiesigen LTE-Frequenzen. Somit können Sie den schnellen Datenfunk mit einem deutschen LTE-Tarif unter Umständen nicht nutzen.

Besonders wichtig: Kaufen Sie auf keinen Fall ein sogenanntes CDMA-Gerät, sondern ausschließlich eine GSM-Version. CDMA-iPhones können sich nämlich nur in amerikanische Handynetze einwählen und würden hierzulande nicht funktionieren.

Was kostet ein US-iPhone, das Sie nach Deutschland bringen?

Für unser Beispiel begleiten wir ein iPhone 11 mit 128 GB Speicher im April 2020 gedanklich auf dem Weg aus den USA nach Deutschland. Das Gerät kostete in Amerika knapp 750 Dollar, zu der Zeit umgerechnet etwa 690 Euro.

Preise in den USA werden grundsätzlich ohne Steuern angegeben

Da die Preise in den USA netto ausgezeichnet werden, kommt an der Kasse noch die „sales tax“ obendrauf. Die Verkaufssteuer ähnelt der deutschen Mehrwertsteuer. Sie ist in den einzelnen Bundesstaaten unterschiedlich hoch und liegt zwischen 0 und 11,5 Prozent. In New York beträgt die Steuer beispielsweise 8,875 Prozent.

An der Kasse im New Yorker Apple Store an der Fifth Avenue hätten wir also etwa 817 Dollar hingeblättert. Das wären umgerechnet 750 Euro und damit etwa 100 Euro weniger, als das Gerät beispielsweise im Apple-Geschäft am Marienplatz in München kostet. Im nächsten Saturn wäre es noch 80 Euro teurer gewesen.

Tipp: Steuern sparen und iPhone komfortabel abholen. Keine „sales tax“ erheben die Staaten Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon. Dort zahlen Sie entsprechend weniger für ein iPhone. Sie können Ihr Wunschgerät im amerikanischen Onlineshop bestellen und als Abholort („personal pickup“) einen stationären Apple Store in den USA wählen. So sparen Sie etwas Zeit.

Das iPhone muss verzollt werden

Bei der Einreise nach Deutschland ist die Neuanschaffung beim Zoll anzumelden. Vergessen Sie die Anmeldung nicht, denn sonst droht eine Geldbuße oder sogar ein Strafverfahren. Keine gute Idee ist es, das iPhone aus der Packung zu nehmen, in die Tasche zu stecken und zu behaupten, Sie hätten es schon bei der Einreise dabeigehabt. Die Zollbeamten können nämlich feststellen, ob das Gerät aus den USA oder Deutschland stammt.

Halten Sie beim Zoll die Rechnung bereit. Wenn Sie diese nicht vorlegen können, schätzen die Beamten den Wert der Ware – was nicht zu Ihren Gunsten ausfallen dürfte.

Da das iPhone in unserem Beispiel mehr als 700 Euro wert ist, zahlen Sie dafür 19 Prozent an den Zoll. Läge der Wert unter 700 Euro, würden pauschal 17,5 Prozent Einfuhrumsatzsteuer anfallen. Die in den USA entrichtete „sales tax“ wird dabei in den Warenwert eingerechnet. Sie erhalten die US-Verkaufssteuer bei der Wiedereinreise nach Deutschland nicht zurück. Im Beispiel fallen 143 Euro Zoll an.

Das iPhone aus den USA ist 50 Euro teurer

In Deutschland angekommen, hätten Sie insgesamt knapp 893 Euro für das Gerät aus den USA bezahlt. Dazu kommen noch 10 Euro für einen deutschen Ladestecker. Im Vergleich zum Kauf bei Apple in Deutschland hätten Sie rund 50 Euro mehr gezahlt. (Ganz ohne „sales tax“ hätten Sie insgesamt 20 Euro gespart.)

Günstiger fahren Sie, wenn Sie nach Veröffentlichung des neuen iPhones ein wenig warten und es dann bei einem deutschen Online-Händler kaufen. Den günstigsten Preis finden Sie über ein Vergleichsportal wie Idealo, billiger.de oder Geizhals.

Für ein iPhone aus den USA gilt außerdem die amerikanische Garantie. Geht das Smartphone kaputt, müssen Sie es im Zweifel wieder in die USA schicken. Der Wiederverkaufswert eines US-iPhones dürfte in Deutschland daher niedriger sein als der eines europäischen Modells. Daher können wir einen iPhone-Kauf in den Staaten nicht empfehlen.

Lohnt sich der Versand aus den USA?

Vom Online-Kauf in den USA mit Versand nach Deutschland raten wir ebenfalls ab, denn die hohen Versandkosten würden die Ersparnis auffressen. Außerdem muss der Versandpreis zusätzlich zum Warenwert verzollt werden – dadurch steigt die Zollabgabe. Schließlich kann die Lieferung lange dauern, und Sie müssen das Paket beim Zoll abholen, was nicht sehr komfortabel ist.

Dienstleister wollen den Kauf abwickeln

Es gibt Dienstleister, die Ihnen eine amerikanische Adresse zur Verfügung stellen. Von dort schicken sie das iPhone dann zu Ihnen nach Deutschland. Dazu zählt beispielsweise myus.com. Dabei fallen rund 10 Euro für den Versand an. Die Website ist auf Englisch.

Um den Zoll kommen Sie auch mit einem Dienstleister nicht herum. Daher rechnet sich das in aller Regel nicht.

Unser Rat: iPhone besser in Deutschland kaufen

Wenn Sie ein günstiges iPhone kaufen wollen, gibt es auch in Deutschland ein paar Tricks, wie Sie den Preis etwas senken können. Apple selbst verlangt meist den höchsten Preis. Andere Online-Händler sind oft wesentlich billiger. Den besten Händler finden Sie mit Preissuchmaschinen wie Idealo, billiger.de oder Geizhals. Es kann sich auch lohnen, das Gerät zusammen mit einem Handyvertrag zu erwerben.

Mehr dazu im Ratgeber iPhone-Kauf

  • Beim iPhone-Kauf können Sie mit dem richtigen Händler und dem passenden Zeitpunkt ordentlich sparen.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Idealo, billiger.de, Geizhals

Zum Ratgeber

Autor
Arne Düsterhöft
& Co-Autor
Daniel Pöhler

Stand: 28. April 2020


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