iPhone USA

Lohnt es sich, ein iPhone in den USA zu kaufen?

Arne Düsterhöft
Finanztip-Experte für Telekommunikation
27. September 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Auf den ersten Blick sind iPhones aus den USA ein Schnäppchen, allerdings musst Du das gekaufte Gerät beim Zoll anmelden und Abgaben zahlen.

  • Die Preise in den USA sind immer netto ausgezeichnet. Du musst noch die „sales tax“ obendrauf rechnen. Die unterscheidet sich je nach Bundesstaat.

  • Du kannst Dein iPhone aus den USA auch in Deutschland normal benutzen. Allerdings gilt dafür die amerikanische Garantie. Ein echter Nachtteil, falls mal was kaputtgeht.

  • Auch in Deutschland musst Du nicht den vollen Apple-Shop-Preis für Dein iPhone zahlen. Unabhängige Online-Händler sind oft günstiger. Noch billiger bekommst Du ein gebrauchtes iPhone bei speziellen Anbietern.

So gehst Du vor
  • Wir raten vom Kauf eines US-iPhones ab. Die geringe Ersparnis ist den Aufwand einfach nicht wert. Günstige iPhones findest Du viel eher über Preis­such­ma­schi­nen wie Idealo und billiger.de.
  • Wirklich günstig bekommst Du das US-iPhone nur in Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon – diese Staaten haben keine „sales tax“.
  • Bei der Rückkehr nach Deutschland musst Du Dein neues iPhone beim Zoll angeben. Der kassiert etwa 19 Prozent vom Kaufpreis.

Für den Kauf eines iPhones extra in die USA zu fliegen, ist natürlich absurd. Aber lohnt es sich, beim großen Trip in die Staaten einen Ausflug in einen Apple-Store zu machen? Schließlich verlangt Apple in den USA wesentlich weniger für seine iPhones als hierzulande. Unterscheiden sich amerikanische und deutsche iPhones in der Technik? Und was hält der deutsche Zoll von dieser Schnäppchen-Idee?

Sind iPhones aus Deutschland besser solche aus den USA?

iPhones sind in Deutschland definitiv teurer als in den USA. Deswegen sind sie aber nicht besser. Du kannst auch hierzulande ohne Probleme ein amerikanisches iPhone nutzen. Sprachprobleme wirst Du mit einem iPhone aus den USA nicht haben: Oberfläche, Bildschirmtastatur, Wörterbuch und die Spracherkennung Siri kannst Du auf Deutsch umstellen.

Von der technischen Seite musst Du bereits ab dem iPhone 6 mit keinen Problemen rechnen. Nur die US-Versionen der sehr alten iPhone-Modelle 5C und 5S beherrschen nicht alle hiesigen LTE-Frequenzen.

Für ein iPhone aus den USA gilt allerdings die amerikanische Garantie. Geht das Smartphone kaputt, musst Du es im Zweifel wieder in die USA schicken. Das allein ist schon ein ziemlicher Nachteil. Auch der Wiederverkaufswert eines US-iPhones dürfte in Deutschland deshalb niedriger ausfallen als der eines europäischen Modells.

Sparst Du mit dem Kauf in den USA?

Für unser Beispiel begleiten wir ein iPhone 13 mit 128 GB Speicher im September 2021 gedanklich auf dem Weg aus den USA nach Deutschland. Das Gerät kostete in Amerika knapp 800 Dollar, zu der Zeit umgerechnet etwa 683 Euro. In Deutschland hätten wir hingegen fast 900 Euro gezahlt. Auf den ersten Blick haben wir also mal eben 217 Euro gespart.

Preise in den USA werden grundsätzlich ohne Steuern angegeben

Da die Preise in den USA netto ausgezeichnet werden, kommt an der Kasse noch die „sales tax“ obendrauf. Die Verkaufssteuer ähnelt der deutschen Mehrwertsteuer. Sie ist in den einzelnen Bundesstaaten unterschiedlich hoch und liegt zwischen 0 und 11,5 Prozent. In New York beträgt die Steuer beispielsweise 8,875 Prozent.

An der Kasse im New Yorker Apple-Store an der Fifth Avenue würdest Du also etwa 870 Dollar hinblättert. Das wären umgerechnet 744 Euro und damit immer noch etwa 155 Euro weniger, als das Gerät beispielsweise im Apple-Geschäft am Marienplatz in München kostet.

Keine „sales tax“ erheben die Staaten Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon. Dort zahlst Du entsprechend weniger für ein iPhone. Du kannst Dein Wunschgerät im amerikanischen Onlineshop bestellen und als Abholort („personal pickup“) einen Apple-Store im entsprechenden US-Bundesstaat wählen. So ist das Gerät bei Deinem Besuch in jedem Fall vorrätig.

Am Zoll kommt ein US-iPhone nicht vorbei

Bei der Einreise nach Deutschland musst Du Deine Neuanschaffung beim Zoll anmelden. Solltest Du nach dem langen Flug vergessen, Dein Schnäppchen anzumelden, droht eine Geldbuße oder sogar ein Strafverfahren. Keine gute Idee ist es, das iPhone aus der Packung zu nehmen, in die Tasche zu stecken und zu behaupten, Du hättest es schon bei der Einreise dabeigehabt. Die Zollbeamten können mit einem kurzen Blick auf die Seriennummer feststellen, ob das Gerät aus den USA oder Deutschland stammt.

Halte beim Zoll die Rechnung bereit. Wenn Du diese nicht vorlegen kannst, schätzen die Beamten den Wert der Ware – was nicht zu Deinen Gunsten ausfallen dürfte.

Da das iPhone in unserem Beispiel mehr als 700 Euro wert ist, zahlst Du dafür 19 Prozent an den Zoll. Läge der Wert unter 700 Euro, würden pauschal 17,5 Prozent Einfuhrumsatzsteuer anfallen. Die in den USA entrichtete „sales tax“ wird dabei in den Warenwert eingerechnet. Du erhältst die US-Verkaufssteuer bei der Wiedereinreise nach Deutschland nicht zurück. In unserem Beispiel streicht der Zoll also 141 Euro ein.

Das iPhone aus den USA ist 14 Euro günstiger

In Deutschland angekommen, hättest Du insgesamt 885 Euro für das Gerät aus den USA bezahlt, 774 Euro im Apple-Store in den USA und 141 Euro an den Zoll. Im Vergleich zum Kauf bei Apple in Deutschland hättest Du also nur 14 Euro weniger gezahlt. Beim Kauf in einem Budnesstaat ohne „sales tax“ hättest Du immerhin knapp 97 Euro gespart.

Bei Deiner nächsten USA-Reise einfach mal schnell in den Apple-Shop zu springen und ein iPhone als Souvenir mit nach Hause zu nehmen, ist kaum den Aufwand wert, den der Kauf macht. Wir würden Dir daher davon abraten.

Günstiger fährst Du, wenn Du nach Veröffentlichung des neuen iPhones ein wenig wartest und es dann bei einem deutschen Online-Händler kaufst.

Hast Du sowieso vor, Urlaub in Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon zu machen, kannst Du durchaus günstig an ein amerikanisches iPhone kommen. Bedenke allerdings, dass Du danach noch die Spracheinstellungen ändern musst und eine amerikanische Garantie auf das Smartphone hast.

Wie kaufst Du das iPhone wirklich clever?

Wenn Du einen Weg suchst, günstig an ein iPhone zu kommen, gibt es auch in Deutschland ein paar Tricks, wie Du den Preis senken kannst. Apple selbst verlangt fast immer den höchsten Preis. Andere Online-Händler sind oft wesentlich billiger. Den günstigsten Preis findest Du über ein Vergleichsportal wie Idealo oder billiger.de.

Am günstigsten ist ein gebrauchtes iPhone. Asgoodasnew und Rebuy bieten eine besonders lange Garantie. Besonders bei sehr neuen iPhones kann es sich auch lohnen, das Apple-Smartphone zusammen mit einem Handyvertrag zu erwerben.

Mehr dazu im Ratgeber iPhone-Kauf

  • Beim iPhone-Kauf kannst Du mit dem richtigen Händler und dem passenden Zeitpunkt ordentlich sparen.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Idealo, billiger.de

Zum Ratgeber

Lohnt sich der Versand aus den USA?

Vom Online-Kauf in den USA mit Versand nach Deutschland raten wir ebenfalls ab, denn die hohen Versandkosten fressen meist die Ersparnis auf. Außerdem musst Du den Versandpreis zusätzlich zum Warenwert verzollen – dadurch steigt die Zollabgabe. Schließlich kann die Lieferung lange dauern, und Du musst das Paket beim Zoll abholen, was nicht sehr komfortabel ist.

Dienstleister für den Kauf

Es gibt Dienstleister, die Dir eine amerikanische Adresse zur Verfügung stellen. Von dort schicken sie das iPhone dann gegen einen etwas niedrigeren Versandpreis zu Dir nach Deutschland.

Um den Zoll kommst Du auch mit einem Dienstleister nicht herum. Daher rechnet sich auch diese Variante in aller Regel nicht.

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip gehört zu 100 Prozent der gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.