iPhone USA

Lohnt es sich, ein iPhone in den USA zu kaufen?

Arne Düsterhöft
&Co-Autor
04. Januar 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Auf den ersten Blick sind iPhones aus den USA ein Schnäppchen. Technische Probleme hast Du nicht zu erwarten. Allerdings hat der Zoll noch ein Wörtchen mitzureden.

  • Die Preise in den USA sind immer netto ausgezeichnet. Du musst noch die „sales tax“ obendrauf rechnen. Die unterscheidet sich von Staat zu Staat.

  • Du kannst Dein iPhone aus den USA auch in Deutschland normal benutzen. Allerdings gilt dafür die amerikanische Garantie. Ein echter Nachtteil, falls mal was kaputtgeht.

  • Auch in Deutschland musst Du nicht den vollen Apple-Shop-Preis für Dein iPhone zahlen, unabhängige Online-Händler sind oft günstiger. Noch billiger bekommst Du ein gebrauchtes iPhone bei speziellen Anbietern.

So gehst Du vor
  • Wir raten vom Kauf eines US-iPhones ab. Die geringe Ersparnis ist den Aufwand einfach nicht wert. Günstige iPhones findest Du viel eher über Preissuchmaschinen wie Idealo und billiger.de.
  • Willst Du trotzdem ein US-iPhone kaufen, bekommst Du es tendenziell am preiswertesten in Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon – diese Staaten haben keine sales tax.
  • Auf der Rückreise musst Du Dein neues iPhone beim Zoll angeben. Der kassiert etwa 19 Prozent vom Kaufpreis.

Für den Kauf eines iPhones extra in die USA zu fliegen, ist natürlich absurd. Aber wie sieht es damit aus, beim großen Trip in die Staaten einen Ausflug in einen Apple-Store zu machen? Schließlich verlangt Apple in den USA wesentlich weniger für seine iPhones als hierzulande. Unterscheiden sich amerikanische und deutsche iPhones vielleicht in der Technik? Und was hält der deutsche Zoll von dieser Schnäppchen-Idee?

Sind iPhones aus Deutschland besser als iPhones aus den USA?

iPhones sind in Deutschland definitiv teurer als in den USA. Deswegen sind sie aber leider nicht besser. Du kannst auch hierzulande ohne Probleme ein amerikanisches iPhone nutzen. Auch Sprachprobleme wirst Du mit einem iPhone aus den USA nicht haben: Oberfläche, Bildschirmtastatur, Wörterbuch und die Spracherkennung Siri kannst Du auf Deutsch umstellen.

Von der technischen Seite musst Du bereits ab dem iPhone 6 mit keinen Problemen rechnen. Nur die US-Versionen der sehr alten iPhone-Modelle 5C und 5S beherrschen nicht alle hiesigen LTE-Frequenzen.

Für ein iPhone aus den USA gilt allerdings die amerikanische Garantie. Geht das Smartphone kaputt, musst Du es im Zweifel wieder in die USA schicken. Das allein ist schon ein ziemlicher Nachteil. Doch auch der Wiederverkaufswert eines US-iPhones dürfte in Deutschland daher niedriger ausfallen als der eines europäischen Modells. Doch vielleicht wiegt der günstige Preis den Nachteil wieder auf?

Was kostet ein US-iPhone, wenn es in Deutschland angekommen ist?

Für unser Beispiel begleiten wir ein iPhone 12 mit 128 GB Speicher im Januar 2021 gedanklich auf dem Weg aus den USA nach Deutschland. Das Gerät kostete in Amerika knapp 850 Dollar, zu der Zeit umgerechnet etwa 725 Euro. In Deutschland hätten wir hingegen 950 Euro gezahlt. Auf den ersten Blick haben wir also mal eben 225 Euro gespart.

Preise in den USA werden grundsätzlich ohne Steuern angegeben

Da die Preise in den USA netto ausgezeichnet werden, kommt an der Kasse noch die „sales tax“ obendrauf. Die Verkaufssteuer ähnelt der deutschen Mehrwertsteuer. Sie ist in den einzelnen Bundesstaaten unterschiedlich hoch und liegt zwischen 0 und 11,5 Prozent. In New York beträgt die Steuer beispielsweise 8,875 Prozent.

An der Kasse im New Yorker Apple-Store an der Fifth Avenue würdest Du also etwa 925 Dollar hinblättert. Das wären umgerechnet 790 Euro und damit immer noch etwa 160 Euro weniger, als das Gerät beispielsweise im Apple-Geschäft am Marienplatz in München kostet.

Tipp: Steuern sparen und iPhone komfortabel abholen. Keine „sales tax“ erheben die Staaten Delaware, Montana, New Hampshire und Oregon. Dort zahlst Du entsprechend weniger für ein iPhone. Du kannst Dein Wunschgerät im amerikanischen Onlineshop bestellen und als Abholort („personal pickup“) einen stationären Apple-Store in den USA wählen. So sparst Du etwas Zeit.

Am Zoll kommt ein US-iPhone nicht vorbei

Bei der Einreise nach Deutschland musst Du Deine Neuanschaffung beim Zoll anmelden. Solltest Du nach dem langen Flug zufälligerweise vergessen, Dein Schnäppchen anzumelden, droht eine Geldbuße oder sogar ein Strafverfahren. Keine gute Idee ist es, das iPhone aus der Packung zu nehmen, in die Tasche zu stecken und zu behaupten, Du hättest es schon bei der Einreise dabeigehabt. Die Zollbeamten können mit einem kurzen Blick auf die Seriennummer feststellen, ob das Gerät aus den USA oder Deutschland stammt.

Halte beim Zoll die Rechnung bereit. Wenn Du diese nicht vorlegen kannst, schätzen die Beamten den Wert der Ware – was nicht zu Deinen Gunsten ausfallen dürfte.

Da das iPhone in unserem Beispiel mehr als 700 Euro wert ist, zahlst Du dafür 19 Prozent an den Zoll. Läge der Wert unter 700 Euro, würden pauschal 17,5 Prozent Einfuhrumsatzsteuer anfallen. Die in den USA entrichtete „sales tax“ wird dabei in den Warenwert eingerechnet. Du erhältst die US-Verkaufssteuer bei der Wiedereinreise nach Deutschland nicht zurück. In unserem Beispiel streicht der Zoll also 150 Euro ein.

Das iPhone aus den USA ist 10 Euro günstiger

In Deutschland angekommen, hättest Du insgesamt 940 Euro für das Gerät aus den USA bezahlt. Im Vergleich zum Kauf bei Apple in Deutschland hättest Du ziemlich genau 10 Euro weniger gezahlt. Ganz ohne „sales tax“ hättest Du immerhin 85 Euro gespart.

Das iPhone aus den USA ist also kaum den Aufwand wert, den der Kauf macht. Wir würden Dir daher ganz klar davon abraten.

Günstiger fährst Du, wenn Du nach Veröffentlichung des neuen iPhones ein wenig wartest und es dann bei einem deutschen Online-Händler kaufst.

Wie kaufst Du das iPhone wirklich clever?

Wenn Du ein Weg suchst, günstig an ein iPhone zu kommen, gibt es auch in Deutschland ein paar Tricks, wie Du den Preis senken kannst. Apple selbst verlangt fast immer den höchsten Preis. Andere Online-Händler sind oft wesentlich billiger. Den günstigsten Preis findest Du über ein Vergleichsportal wie Idealo oder billiger.de.

Am günstigsten ist ein gebrauchtes iPhone. Asgoodasnew und Rebuy bieten eine besonders lange Garantie. Besonders bei sehr neuen iPhones kann es sich auch lohnen, das Apple-Smartphone zusammen mit einem Handyvertrag zu erwerben.

Mehr dazu im Ratgeber iPhone-Kauf

  • Beim iPhone-Kauf kannst Du mit dem richtigen Händler und dem passenden Zeitpunkt ordentlich sparen.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Idealo, billiger.de

Zum Ratgeber

Lohnt sich vielleicht der Versand aus den USA?

Vom Online-Kauf in den USA mit Versand nach Deutschland raten wir ebenfalls ab, denn die hohen Versandkosten würden die Ersparnis auffressen. Außerdem muss der Versandpreis zusätzlich zum Warenwert verzollt werden – dadurch steigt die Zollabgabe. Schließlich kann die Lieferung lange dauern, und Du musst das Paket beim Zoll abholen, was nicht sehr komfortabel ist.

Dienstleister wollen den Kauf abwickeln

Es gibt Dienstleister, die Dir eine amerikanische Adresse zur Verfügung stellen. Von dort schicken sie das iPhone dann zu Dir nach Deutschland. Dazu zählt beispielsweise myus.com. Dabei fallen rund 10 Euro für den Versand an. Die Website ist auf Englisch.

Um den Zoll kommst Du auch mit einem Dienstleister nicht herum. Daher rechnet sich auch diese Variante in aller Regel nicht.

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