Das Wichtigste in Kürze
- Wo Du wohnst, hat starke Auswirkungen auf den Preis Deiner Autoversicherung. Dein Wohnort bestimmt die Regionalklasse für Deine Autoversicherung.
- Du kannst Deine Versicherung kündigen, wenn sich Deine Regionalklasse ändert und dadurch Dein Beitrag steigt. Nutz dieses Sonderkündigungsrecht, um Deine Autoversicherung auf den Prüfstand zu stellen.
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Der Versicherungsverband GDV gibt seinen Versicherern eine besonders wichtige Statistik an die Hand, die sich auf Deinen Beitrag in der Autoversicherung auswirken kann: die Regionalklassenstatistik. Grob gilt: Wer in einer Großstadt wohnt, zahlt mehr für seine Kfz-Versicherung als Autofahrer auf dem Land. Und zwar vor allem, weil es in der Stadt häufiger knallt.
In diesen Regionen zahlen Autofahrer höhere Beiträge
Es geht bei Regionalklassen vor allem darum, wie häufig und wie teuer Unfälle in einem Zulassungsbezirk sind. Ländliche Gebiete sind dabei oft im Vorteil – mehr Platz, weniger Verkehr. Hohe Regionalklassen finden sich weiterhin vor allem in Großstädten. Die schlechteste Schadenbilanz hat erneut Offenbach, dicht gefolgt von Berlin. In beiden Städten liegt die Häufigkeit von Schäden rund 40 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt. Für Dich als Autofahrer macht es bei der Kfz-Versicherung einen großen Unterschied, ob Du in einer günstigen oder teuren Regionalklasse eingestuft bist.
Ist Unfallort oder Wohnort für die Regionalklasse relevant?
Entscheidend für die Regionalklasse ist, in welchem Zulassungsbezirk Du als Fahrzeughalter wohnst und Dein Auto angemeldet ist. Nicht, wo ein Unfall passiert.
Wo gibt es neue Regionalklassen 2026?
Regionen mit höheren Einstufungen finden sich besonders häufig in Hessen und Nordrhein-Westfalen, vor allem in städtischen Gebieten mit hoher Verkehrsdichte. Günstigere Einstufungen gibt es dagegen eher in ländlichen Regionen, etwa in Teilen von Brandenburg oder Niedersachsen.
Insgesamt gibt es laut Versicherungsverband GDV für 2026 neue Regionalklassen für rund zehn Millionen Autofahrer. Die meisten Änderungen betreffen die Kfz-Haftpflichtversicherung. In der Voll- oder Teilkaskoversicherte bleiben die Regionalklassen für die Mehrheit der Versicherten dagegen unverändert.
Für rund fünf Millionen Autofahrer steigen die Regionalklassen, für rund 5,3 Millionen werden sie niedriger eingestuft. Für die übrigen rund 32 Millionen Versicherte ändern sich die Regionalklassen nicht.
Was sind Regionalklassen in der Kfz-Versicherung?
Regionalklassen spiegeln die Schadenbilanz der Zulassungsbezirke wider. Die Daten werden jährlich vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) ausgewertet und veröffentlicht.
Es gibt getrennte Regionalklassen für:
- Kfz-Haftpflichtversicherung
- Vollkaskoversicherung und
- Teilkaskoversicherung
Jede dieser Versicherungsarten hat eigene Klassensysteme, die auf Schadenshäufigkeit, Reparatur- und Kostenentwicklung basieren.
Wie viele Regionalklassen gibt es in der Autoversicherung?
In der Haftpflicht gibt es zwölf Regionalklassen, in der Vollkasko neun und in der Teilkaskoversicherung 16. Der GDV hat 2026 daran nichts geändert.
Welche Schäden sind für die Einstufung der Regionalklassen entscheidend?
Bei der Einstufung der Regionalklassen kommt es darauf an, welche Schäden Versicherer in einer Region bezahlen müssen – in der Haftpflicht Schäden an anderen, in der Kasko Schäden am eigenen Auto.
Welche Schäden zahlen auf die Statistik für Auto-Kaskoversicherungen ein?
- Autodiebstähle,
- Glasschäden,
- Fahrzeugbrände,
- Wildunfälle,
- Schäden durch Naturereignisse wie Sturm- und Hagelschäden, aber auch
- selbstverschuldete Unfälle und Vandalismus, also auch Fahrerflucht.
In der Auto-Haftpflicht geht es hingegen um Schäden, die Du als Fahrer einem anderen zufügst. Ob beim Hintendrauffahren an einer roten Ampel oder beim Ausparken.
Ab wann gelten die neuen Regionalklassen?
Neue Regionalklassen gelten ab dem Zeitpunkt, an dem der Versicherungsverband sie publik macht. Für Neuverträge können sie dann sofort angewendet werden. Bei bestehenden Verträgen können die neuen Regionalklassen zu Hauptfälligkeit Gültigkeit bekommen – wenn sich der Vertrag automatisch verlängert, weil der Versicherungsnehmer nicht gekündigt hat. In der Regel ist der Zeitpunkt der Hauptfälligkeit in der Kfz-Versicherung der 1. Januar.
In der Kfz-Versicherung kannst Du jedes Jahr mit einem Monat Vorlauf zur Hauptfälligkeit kündigen. Mehr zu Kündigungsfristen, ordentlichem und außerordentlichem Kündigungsrecht in der Autoversicherung liest Du im Ratgeber Kfz-Versicherung kündigen.
Können sich Regionalklassen von Versicherer zu Versicherer unterscheiden?
Ja. Die Regionalstatistik des GDV ist für die Versicherungsunternehmen unverbindlich. Das bedeutet, Versicherer können sich daran halten, müssen aber nicht. Auch deshalb lohnt der jährliche Vergleich der Kfz-Versicherung. Finanztip empfiehlt den doppelten Vergleich: Geh erst auf Verivox oder Check24 als Vergleichsportal. Hol Dir dann noch ein Angebot bei Huk24 ein – die teils günstige Angebote hat, aber nicht über Portale zu finden ist.
Sind Regionalklassen-Bezirke identisch mit Postleitzahlen
Eigentlich nicht. Regionalklassen werden für aktuell insgesamt 413 Zulassungsbezirke in Deutschland ermittelt. Die Bezirke entsprechen den Landkreisen und kreisfreien Städten – also den Autokennzeichen. Diese Einteilung ist zum Teil sehr grob. So sind selbst Millionenstädte wie Berlin oder Hamburg zu einem einzigen Zulassungsbezirk zusammengefasst.
Oft legen Versicherer aber ihre eigenen Kriterien bei den Regionalklassen an. Immer mehr Kfz-Versicherungen gehen noch weiter: Sie stufen ihre Kunden tatsächlich nach der Postleitzahl ein und nicht mehr nach der Regionalklasse – darunter Allianz, Axa, Verti, Europa, Huk-Coburg oder Zurich. Trotzdem geben Dir die Regionalklassen zumindest eine gute Orientierung.
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