Krankenhaus-Zusatzversicherung

Behandlung durch den Spezialisten

Julia Rieder
& Co-Autor
Stand: 15. Februar 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) in Deutschland bietet im internationalen Vergleich einen hohen Standard in der stationären Versorgung.
  • Dennoch kann es für bestimmte Behandlungen Spezialisten geben, die sehr teuer sind. Dafür lohnt sich eine Krankenhaus-Zusatzversicherung.
  • Außerdem können Sie sich damit das Krankenhaus frei aussuchen.
  • Je später Sie die Zusatzversicherung abschließen, desto teurer ist sie und desto schwieriger wird es, überhaupt einen Vertrag zu bekommen.
  • Die Beiträge liegen bei Vertragsschluss etwa zwischen 15 und 80 Euro im Monat, je nachdem, wie alt Sie sind.
So gehen Sie vor
  • Entscheiden Sie, ob Sie sich die Beiträge zu einer stationären Zusatzversicherung leisten wollen.
  • Prüfen Sie, ob ein Tarif mit Altersrückstellungen oder ohne in Ihrer Situation besser geeignet ist.
  • Wir empfehlen Tarife mit Altersrückstellungen von der Deutschen Familienversicherung (Klinikschutz Premium), Allianz (Krankenhaus Best KHB02 mit dem Zusatz ambulante OP Krankenhaus AOPKH02) und R+V (Klinik premium K1U).
  • Ein empfehlenswertes Angebot ohne Altersrückstellungen ist der Tarif Qualimed Z Stationär S1 der Inter.

Gut sieben Tage blieben Patienten 2017 laut dem Statistischen Bundesamt im Durchschnitt im Krankenhaus, bevor sie entlassen wurden. In diesen Tagen hoffen die Patienten auf Heilung oder zumindest auf Linderung ihres Leidens. Wenn sie sich dann mit drei anderen Kranken ein Zimmer teilen müssen und alle paar Tage ein anderer Arzt zur Visite kommt, wünschten sich einige, ein Privatpatient zu sein. Mit einer privaten Zusatzversicherung lässt sich dem nahekommen.

Lohnt sich eine Krankenhaus-Zusatzversicherung?

Gesetzlich Versicherte können die Leistungen ihrer Krankenkasse im Krankenhaus mit einer privaten Zusatzversicherung aufstocken. Eine Krankenhaus-Zusatzversicherung bezahlt die Behandlung durch Spezialisten und Übernachtungen im Ein- oder Zweibettzimmer. Notwendig ist der Zusatzschutz nicht, der Vertrag kann aber besonders bei schwierigen Erkrankungen sinnvoll sein.

Die gesetzlichen Krankenkassen zahlen Behandlungen in dem Umfang, der medizinisch notwendig und zugleich wirtschaftlich sinnvoll ist. Grundsätzlich sollte ein Patient also auch mit den Leistungen der Krankenkasse wieder gesund werden. Doch in manchen Fällen reicht nicht aus, wofür die Kasse zahlt.

Dabei geht es nicht um das komfortable Einzelzimmer, in dem man nicht vom Schnarchen anderer geweckt wird. Es geht vielmehr um Behandlungen durch Spezialisten oder neue beziehungsweise alternative Heilmethoden, die der Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung mitunter nicht vorsieht und die manchmal nur wenige Kliniken anbieten.

Wer sichergehen möchte, dass er eine solche Behandlung erhält, kann dies mit einer Krankenhaus-Zusatzpolice absichern. Sie bietet sich auch für Gutverdiener an, die sich gegen den Wechsel in die private Krankenversicherung entschieden haben. Wir haben Angebote von 13 Versicherungen im Detail untersucht und können vier empfehlen. Welche das sind, lesen Sie weiter unten.

Was kostet die stationäre Zusatzversicherung?

Die Spanne der Monatsbeiträge bei Vertragsabschluss liegt zwischen etwa 15 bis 80 Euro. Die großen Unterschiede hängen von verschiedenen Faktoren ab: Je mehr Leistungen mitversichert werden, desto teuer ist der Schutz. Außerdem spielt das Alter des Versicherten eine Rolle.

Ältere Menschen müssen mehr zahlen, weil bei ihnen die Wahrscheinlichkeit höher ist, dass sie krank werden und tatsächlich Rechnungen bei der Krankenversicherung einreichen. Wer mit dem Gedanken spielt, eine stationäre Zusatzpolice abzuschließen, sollte damit deshalb nicht zu lange warten. Ab 40 Jahren wird es deutlich teurer.

Beispiele für Monatsbeiträge je nach Abschlussalter

Alter beim
Abschluss
DFVR+VAllianzInter¹
2825 €45 €51 €24 €
3429 €50 €57 €24 €
3832 €55 €61 €24 €
4337 €63 €68 €24 €
4945 €75 €79 €33 €
5351 €84 €87 €37 €

¹ Tarif ohne Altersrückstellungen und Beitrag ohne Beitragsentlastungskomponente
Angaben für Gesunde ohne Leistungsausschlüsse, Werte gerundet
Quelle: Angaben der Versicherer (Stand: 14. Februar 2019)

Gleiches gilt für Vorerkrankungen. Wer bereits eine dicke Krankenakte besitzt, ist für das Unternehmen ein größeres Kostenrisiko und zahlt deshalb mehr. Den Gesundheitszustand stellt die Versicherung bei Vertragsschluss mit einer Gesundheitsbefragung fest. Beantworten Sie die Fragen unbedingt ehrlich, sonst muss die Versicherung im Ernstfall nicht zahlen. In der Regel wollen die Anbieter Informationen über Behandlungen, die bis zu fünf oder zehn Jahre zurückliegen.

Police mit oder ohne Altersrückstellungen?

Krankenhaus-Zusatzpolicen können nach zwei verschiedenen Varianten kalkuliert werden: mit oder ohne Altersrückstellungen. Tarife ohne Altersrückstellungen sind bei Abschluss günstiger, denn sie bilden das wirkliche Risiko des Versicherten ab, Kosten zu verursachen. Junge Menschen zahlen also weniger, mit den Jahren wird der Schutz aber immer teurer. In vertraglich festgelegten Stufen steigt der Beitrag, zusätzlich kann er aber auch noch teurer werden, weil zum Beispiel die Gesundheitskosten gestiegen sind.

Bildet ein Vertrag Altersrückstellungen, legt die Versicherung von dem gezahlten Beitrag immer einen kleinen Teil zurück. Mit diesem Sparstrumpf soll die Preissteigerung durch das Alter aufgefangen werden. Theoretisch zahlt der Versicherte also während der gesamten Vertragslaufzeit den gleichen Beitrag. Allerdings werden auch in dieser Variante Beiträge an gestiegene Kosten angepasst. Durch den Aufschlag für die Altersrückstellungen sind die Beiträge bei solchen Tarifen von Anfang an höher. Je früher Sie einen solchen Vertrag schließen, desto geringer ist der Anteil Ihres Beitrags, den die Versicherung für Ihr Alter zurücklegen muss.

Finanztip empfiehlt, einen Tarif mit Altersrückstellungen zu wählen. Denn mit einem solchen Vertrag dürften große Preissprünge – etwa im Alter – vermeidbar sein. Außerdem gibt es eine größere Auswahl an Tarifen mit Altersrückstellungen. Viele Verträge, die zunächst ohne dieses Polster beginnen, legen nach einem festgelegten Zeitraum oder zu einem Termin, etwa dem 50. Geburtstag, Altersrückstellungen an. Die Zeit vorher sollte man aber auch schon nutzen, um Rücklagen aufzubauen.

Der Vorteil der Tarife ohne Altersrückstellungen ist allerdings, dass Sie diese ohne Verluste kündigen können. Falls Sie nur für eine bestimmte Lebensphase die Versicherung haben möchten, bietet sich eine solche Variante an. Sie lohnt sich auch, wenn Sie flexibel bleiben und möglicherweise in Zukunft den Anbieter wechseln möchten. Denn bei einer Kündigung gehen dann keine Rückstellungen verloren.

Was sollten Sie vor Abschluss der Versicherung wissen?

Wenn Sie sich für den Abschluss einer stationären Zusatzversicherung interessieren, müssen Sie sich unbedingt mit den Versicherungsbedingungen beschäftigen. Dafür sollten Sie einige Fachbegriffe kennen:

Wahlleistungen - Das sind die Leistungen eines Krankenhauses, die die Kasse nicht bezahlt und Sie deshalb freiwillig wählen können. Ohne Zusatzversicherung müssen Sie diese privat bezahlen. Dazu zählen in der Regel Ein- oder Zweibettzimmer oder Chefarztbehandlung.

Chefarztbehandlung - Wenn Ihre Zusatzversicherung Chefarztbehandlung vorsieht, heißt das nicht zwangsläufig, dass Sie der Chefarzt der jeweiligen Klinik behandelt. Die Chefarztbehandlung ist auch gar nicht erstrebenswert, da er in der Regel nur noch selten praktiziert und viel mehr Papierkram erledigt. Viel wichtiger ist, dass das hohe Honorar eines Spezialisten gedeckt ist. Solche Spezialisten können Sie dann auch gezielt aufsuchen.

Höchstsatz GOÄ - Rechnen Ärzte eine Privatleistung ab, nutzen sie dafür die Gebührenordnung der Ärzte (GOÄ). Diese sieht vor, die für eine Leistung vorgeschriebene Gebühr je nach Schwierigkeit zu multiplizieren. Der Regelsatz ist das 2,3-fache der Gebühr, wird es schwieriger, kann der Arzt auch das 3,5-fache, den Höchstsatz, abrechnen.

Sofern er es mit Ihnen zuvor schriftlich vereinbart, kann er in Ausnahmefällen auch diesen Satz noch deutlich überschreiten. Gerade die ausgewiesenen Spezialisten auf einem Gebiet tun das manchmal, und dann wird es richtig teuer. Daher ist es wichtig, dass eine Krankenhaus-Zusatzversicherung auch Behandlungen jenseits des Höchstsatzes der GOÄ abdeckt. Grundsätzlich erstatten die Versicherungen nur Kosten, die nach den Regeln der Gebührenverordnung berechnet wurden.

Privatklinik - Eine stationäre Zusatzversicherung geht davon aus, dass Sie sich in einem normalen Krankenhaus behandeln lassen, das auch über die gesetzliche Krankenkasse abrechnen kann. Es gibt auch reine Privatkliniken ohne Kassenzulassung. Wenn Sie in eine solche gehen, kann es sein, dass die Zusatzversicherung nichts zahlt oder dass Sie den Anteil der gesetzlichen Kasse selbst tragen müssen.

Medizinisch notwendige Behandlung - In der Regel zahlen die Anbieter Mehrleistungen nur bei medizinisch notwendigen Behandlungen. Wer also beispielsweise eine rein kosmetische Operation vornehmen lässt, hat keinen Anspruch auf eine Kostenerstattung für Privatarzt oder Einzelzimmer. Nur ganz wenige Tarife machen in dieser Hinsicht eine Ausnahme.

Mehrkosten - Die Krankenhaus-Zusatzversicherung übernimmt die Mehrkosten, die durch die Privatleistungen entstehen. Es sind also die Kosten für allgemeine Krankenhausleistungen wie Unterkunft, Verpflegung und Pflege durch Klinikpersonal, die nach Abzug der Leistungen der gesetzlichen Krankenkasse übrigbleiben. Genauso kommt sie für die Mehrkosten für das Honorar der Ärzte auf. Sobald ein Patient den Privatarzt wählt, müssen auch alle anderen Leistungen wie Labor- oder radiologische Untersuchungen privat abgerechnet werden.

Was macht eine gute Krankenhaus-Zusatzversicherung aus?

Bevor Sie sich für eine Versicherung entscheiden, sollten Sie nachschauen, ob die Versicherungsbedingungen die folgenden Punkte abdecken.

Freie Arztwahl - Ihr Tarif sollte „gesondert berechenbare ärztliche Leistungen“ zu 100 Prozent abdecken. Dann können Sie sich grundsätzlich von allen Ärzten in dem jeweiligen Krankenhaus behandeln lassen, einschließlich Chefärzte und Spezialisten. Außerdem sollten auch Behandlungen und Operationen durch Belegärzte abgedeckt sein.

Ein Belegarzt ist ein externer, niedergelassener Arzt, der im Krankenhaus einige Betten reserviert hat und dort operieren kann. Am besten ist, wenn dies explizit in den Versicherungsbedingungen erwähnt wird. Viele Anbieter tun dies nicht, gaben in unserer Untersuchung aber auf Nachfrage an, auch die Kosten für Belegärzte zu übernehmen. Erstattet der Tarif allerdings laut den Bedingungen nur die Kosten für Wahlleistungen, haben Sie auf die Behandlung durch den Belegarzt keinen Anspruch, da diese laut Verband der Privaten Krankenversicherung keine Wahlleistung ist.

Wahl des Krankenhauses - Standardmäßig gewähren die Anbieter freie Krankenhauswahl, falls Sie sich für ein anderes Krankenhaus entscheiden, als auf der Einweisung genannt. Wollen Sie sich auch in Privatkliniken behandeln lassen, sollten Sie darauf achten, dass auch die Kosten übernommen werden, wenn das Krankenhaus nicht nach der Bundespflegesatzverordnung (BPflV) oder dem Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) abrechnet. Sofern ein Tarif dann überhaupt die Kosten übernimmt, werden diese meist nur anteilig erstattet oder sind auf eine bestimmte Höhe begrenzt.

Stellt sich die gewünschte Spezialklinik als sogenannte gemischte Anstalt heraus, übernehmen nicht alle Tarife die Kosten. Gemischte Anstalten sind Krankenhäuser, die gleichzeitig Kuren oder Reha anbieten. Wenn Sie in einer solchen Einrichtung behandelt werden möchten, müssen Sie dies explizit in den Bedingungen versichert haben.

Die meisten Anbieter setzen eine schriftliche Zusage vor der Behandlung voraus, sonst übernehmen sie die Kosten nicht. Ausnahme ist meist die Einlieferung bei einem Notfall oder falls der Versicherte während eines Aufenthalts dort erkranken sollte. Falls Sie in einem Kurort wohnen und die gemischte Klinik das einzige Krankenhaus in der Nähe ist, sollten Sie darauf achten, dass die Behandlung auch in diesen Fällen ohne vorherige Zusage versichert ist.

Allgemeine Leistungsbeschränkungen - Besonders günstige Tarife schränken die Gültigkeit der Versicherungsbedingungen mitunter ein. So besteht dann nur Anspruch auf das Zweibettzimmer oder den Spezialisten, sofern der Versicherte einen Unfall hatte oder eine bestimmte schwere Krankheit. Von solchen Einschränkungen raten wir ab. Die privatärztlichen Leistungen sind bei einem Unfall nicht sinnvoller als bei jeder anderen medizinisch notwendigen Behandlung.

Leistungen über Höchstsatz der GOÄ hinaus - Die Versicherungsbedingungen sollten keine ausdrückliche Begrenzung auf den Höchstsatz nach GOÄ (3,5-facher Satz) vorsehen. So kommen Sie auch in den Genuss der Behandlung durch bestimmte Spezialisten, die höhere Sätze abrechnen. Eine Begrenzung auf den 5-fachen Satz ist besser, kann jedoch im Zweifelsfall immer noch nicht ausreichend sein. Am besten ist, wenn die Bedingungen eine Erstattung auch über den Höchstsatz hinaus anbieten, also keine Grenze ziehen.

Ambulante Operationen - Der Tarif sollte auch ambulante Operationen abdecken, bei denen Sie das Krankenhaus noch am selben Tag wieder verlassen. Insbesondere orthopädische Eingriffe, etwa nach Sportverletzungen, können dafür infrage kommen.

Wartezeiten - Nach Abschluss des Vertrages können Sie normalerweise nicht gleich Leistungen in Anspruch nehmen. Stattdessen müssen Sie erstmal eine Wartezeit überbrücken. In der Regel beträgt diese drei Monate, bei einer Entbindung acht Monate. Im Falle eines Unfalls sollte das Unternehmen auf die Wartezeit verzichten. In seltenen Fällen haben Tarife keinerlei Wartezeiten.

Anzeigepflicht und Leistungszusage - Besteht die Versicherung darauf, jede Leistung vorab zu genehmigen, kann es jederzeit sein, dass sie die Zusage verweigert. Besser ist, wenn sie keine schriftliche Genehmigung vor der Behandlung einfordert. Einige Tarife fordern außerdem, dass ihnen ein Krankenhausaufenthalt innerhalb einer gewissen Frist gemeldet wird, sonst können sie die Leistung kürzen. Auch an dieser Stelle ist es sinnvoll, wenn der Anbieter darauf verzichtet.

Worauf sollten Sie vor dem Vertragsabschluss noch achten?

Es gibt einige weitere Bestandteile, auf die Sie die Versicherungsbedingungen durchsehen sollten, bevor Sie den Vertrag unterschreiben. Manche sind sinnvoll, andere nicht.

Zweibett- statt Einbettzimmer - Einbettzimmer-Tarife kosten zwischen 5 und 20 Euro im Monat mehr als Zweibettzimmer-Tarife. Dieser Mehrbeitrag lohnt sich aus medizinischer Sicht nicht, da Sie dadurch keine bessere Behandlung bekommen. Sie sollten einen Zweibettzimmer-Tarif vorziehen, außer die Privatsphäre des Einzelzimmers ist Ihnen wirklich das zusätzliche Geld wert. Alternativ können Sie, wenn Sie tatsächlich ins Krankenhaus müssen, die täglichen Mehrkosten für ein Einzelzimmer auch aus eigener Tasche bezahlen, sofern das Krankenhaus dies anbietet. Das kostet ab 50 Euro pro Tag. Bei einem langen Krankenhausaufenthalt kann das sehr teuer werden.

Leistungen im Ausland - Wer plant, längere Zeit ins Ausland zu gehen, sollte bei seinem Tarif auch darauf achten, inwiefern die Leistungen in dieser Zeit eingeschränkt sind. Häufig zahlen die Versicherungen für einen Aufenthalt im Europäischen Wirtschaftsraum, teilweise sind die Erstattungen dann aber auf Kosten gedeckelt, wie sie auch in Deutschland angefallen wären. Weltweit sind die Leistungen meist eingeschränkt.

Leistungen bei Reha, Kur, Anschlussheilbehandlung - Einige Tarife zahlen während einer Kur, Reha oder Anschlussheilbehandlung ein Tagegeld. Damit ließe sich beispielsweise der Aufpreis für ein Einzelzimmer bezahlen. Manche Anbieter erstatten auch die Kosten für alle Wahlleistungen bei einer Anschlussheilbehandlung, die direkt auf den stationären Aufenthalt folgt.

Welche Tarife empfiehlt Finanztip?

Finanztip hat im Dezember 2017 und Januar 2018 stationäre Zusatzversicherungen untersucht. Wie wir vorgegangen sind, lesen Sie am Ende des Artikels. Wir empfehlen die sehr leistungsstarken Tarife von den vier Versicherern Allianz, Deutsche Familienversicherung (DFV), Inter und R+V, die umfassenden Schutz bieten und auch hohe Honorare von Spezialisten übernehmen.

Da der Zusatzschutz nicht günstig ist, sollte die Versicherung auch wirklich zahlen, wenn Sie sie brauchen. Drei der empfohlenen Tarife sind stationäre Versicherungen mit Einzelzimmer, da die günstigeren Tarife mit Zweibettzimmer unsere geforderten Kriterien an anderer Stelle nicht erfüllten. Die DFV hat nach Abschluss unserer Untersuchung einen Zweibettzimmer-Tarif eingeführt, der alle unsere Auswahlkriterien erfüllt. Daraufhin haben wir den zuvor empfohlenen Tarif durch die günstigere Zweibettzimmer-Variante ersetzt.

Die Angebote der DFV, der R+V und der Allianz sind Tarife mit Altersrückstellungen. Diese halten wir für sinnvoll, weil sich damit große Preissprünge – etwa im Alter – vermeiden lassen dürften.

Die stationäre Zusatzversicherung der Deutschen Familienversicherung gibt es in vier Tarifvarianten. Wir halten den Tarif Klinikschutz Premium für empfehlenswert, weil er keine Leistungseinschränkung auf bestimmte Krankheiten oder Unfälle enthält. Es gibt auch noch eine teurere Variante, den Tarif Exklusiv. Die Versicherungsbedingungen sind identisch, allerdings sind beim Tarif Exklusiv verschiedene Assistance-Leistungen eingeschlossen, zum Beispiel Beratung bei der Kliniksuche. Ob sich dafür der Aufpreis lohnt, ist eine individuelle Entscheidung.

Deutsche Familienversicherung
Klinikschutz Premium
  • leistungsstarker Tarif
  • vergleichsweise günstig
  • mit Altersrückstellungen
  • vergleichsweise hohes Krankentagegeld bei Verzicht auf Wahlleistungen
  • Verzicht auf Wartezeiten
  • Erstattung über 5x GOÄ nur nach Genehmigung
R+V
Klinik premium (K1U)
  • leistungsstarker Tarif
  • mit Altersrückstellungen
  • gute Leistungen auch in Privatkliniken
  • Verzicht auf Wartezeiten
  • vergleichsweise teuer
Nur beim Anbieter abschließbar
Allianz
Krankenhaus Best (KHB02) mit Zusatz für ambulante OPs (AOPKH02)
  • leistungsstarker Tarif
  • mit Altersrückstellungen
  • gute Leistungen auch in Privatkliniken
  • vergleichsweise teuer
Nur beim Anbieter abschließbar

Die Tarife der Inter sind nach Art der Sachversicherung kalkuliert, bilden also keine Altersrückstellungen. Allerdings ist es möglich, zusätzlich eine Beitragsentlastungskomponente abzuschließen. Diese funktioniert ganz ähnlich einer Altersrückstellung: Das Geld wird angespart und soll ab 65 Jahren dann den Beitrag konstant halten. Bis dahin steigt allerdings der Beitrag entsprechend der Beitragstabelle mit dem Alter an. Welche Variante sich in Ihrem konkreten Fall mehr lohnt, sollten Sie vor Abschluss hochrechnen.

Inter
Qualimed Z Stationär S1
  • leistungsstarker Tarif
  • vergleichsweise hohes Krankentagegeld bei Verzicht auf Wahlleistungen
  • Verzicht auf Wartezeiten
  • ohne Altersrückstellungen
Nur beim Anbieter abschließbar

Wie vermeiden Sie Streit mit der Versicherung?

Die privaten Krankenversicherungen haben mit hohen Kosten zu kämpfen. Vermutlich auch deshalb prüfen sie zunehmend die Rechnungen, die sie erstatten sollen. Damit Sie nicht auf den Kosten sitzenbleiben, sollten Sie daher möglichst schon vor einer Behandlung mit dem Anbieter sprechen. Gerade bei einem längeren stationären Aufenthalt und einer Behandlung durch einen Spezialisten kommen hohe Summen zusammen.

Auch wenn die Versicherung keine schriftliche Genehmigung fordert, sollten Sie daher besonders bei geplanten Behandlungen vorab mit der Versicherung klären, ob und inwiefern sie die Kosten übernimmt. Denn das Recht zu prüfen, ob die Behandlung medizinisch notwendig ist, hat das Unternehmen immer. Viele verlangen von den Versicherten außerdem schriftlich über Behandlungen informiert zu werden, sobald die Kosten eine bestimmte Summe überschreiten.

Vor allem, wenn Sie sich in einer Privatklinik behandeln lassen wollen, schützen Sie sich damit vor unvorhergesehenen Kosten. Außerdem vermeiden Sie so, dass das Krankenhaus Kosten abrechnet, die die Versicherung als unangemessen empfindet.

Weitere Tipps beim Streit mit Versicherung und Ärzten finden Sie in unserem Blog-Beitrag.

So haben wir getestet

Krankenhaus-Zusatzversicherung 2018

Finanztip hat im Dezember 2017 und Januar 2018 Tarife der stationären Zusatzversicherung untersucht. In einem ersten Schritt haben wir bestimmt, welche Versicherungen in unsere Untersuchung aufgenommen werden sollten. Dafür stützten wir uns auf das aktuelle Rating der Agentur Franke & Bornberg (Stand November 2017). Wir betrachteten nur Tarife mit den Bestnoten FFF oder FF+. Damit beschränkten wir unsere Untersuchung bereits auf sehr leistungsstarke Tarife.

Folgende Anbieter kamen dadurch in die Grundgesamtheit unserer Untersuchung:

  • Advigon
  • Allianz
  • Arag
  • Barmenia
  • Concordia
  • DFV
  • Die Bayerische
  • Gothaer
  • Hallesche
  • Inter
  • Janitos
  • R+V
  • SDK
  • Signal Iduna
  • Universa
  • Württembergische

Diese Anbieter baten wir in einem zweiten Schritt um Zusendung von Tarifen, die gewisse Kriterien erfüllten. Die zugesandten Tarife prüften wir anschließend auf folgende Bedingungen:

  1. mindestens Zweibettzimmer;
  2. freie Arztwahl, gesondert berechenbare ärztliche Leistungen (Chefarztbehandlung);
  3. mindestens 5-facher Satz der GOÄ;
  4. Kosten für Belegärzte werden übernommen – positiv ist eine explizite Nennung von Belegärzten in den Allgemeinen Versicherungsbedingungen (AVB);
  5. Krankenhaustagegeld, falls Wahlleistungen nicht in Anspruch genommen werden;
  6. allgemeines Krankenhauswahlrecht; erstattet werden von der gesetzlichen Kasse nicht übernommene Restkosten, die anfallen, wenn ein anderes Krankenhaus gewählt wird, als in Einweisung genannt;
  7. Behandlung auch in gemischten Anstalten; in Notfällen ohne Einschränkungen auch ohne vorherige Leistungszusage des Versicherers;
  8. keine Leistungsbeschränkung auf Unfälle oder bestimmte Erkrankungen;
  9. Versicherer verzichtet auf das ordentliche Kündigungsrecht in den ersten drei Jahren;
  10. Übernahme der Kosten für vor- und nachstationäre Behandlungen;
  11. Übernahme der Kosten für ambulante Operationen (inklusive expliziter Nennung von ambulanter Vor- und Nachuntersuchung);
  12. Übernahme von Transportkosten;
  13. Verzicht auf Anzeigepflicht des Krankenhausaufenthalts;
  14. in der Regel Verzicht auf schriftliche Genehmigung vor der Behandlung.

13 Anbieter kamen dieser Bitte nach und schickten uns mindestens ein Angebot. Wir haben die Tarifbedingungen der zugesandten Krankenhaus-Zusatztarife erneut hinsichtlich unserer Bedingungen untersucht und festgestellt, dass vier Tarife alle genannten Kriterien erfüllen:

  • Deutsche Familienversicherung Klinikschutz Premium
  • R+V Klinik premium (K1U)
  • Allianz Krankenhaus Best (KHB02) mit dem Zusatz AOPKH02
  • Inter Qualimed Z Stationär S1

Wir hatten zunächst den Klinikschutz Premium der Deutschen Familienversicherung mit Unterbringung im Einbettzimmer empfohlen. Nach Abschluss unserer Untersuchung nahm die DFV eine günstigere Variante des empfohlenen Tarifs mit Zweibettzimmer in ihr Angebot auf.

Da wir die Unterbringung im Zweibettzimmer für ausreichend halten und die neue Tarifvariante unsere Auswahlkriterien auch in allen weiteren Punkten erfüllte, haben wir im Februar 2019 die bisherige Empfehlung durch den Klinikschutz Premium mit Zweibettzimmer ersetzt.

Autor
Julia Rieder
& Co-Autor
Annika Krempel

Stand: 15. Februar 2019


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