Ökostrom-Label

Das bringen Ökostrom-Gütesiegel

Ines Rutschmann
& Co-Autor
Stand: 12. April 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Besonders umfassend sind die Ökostrom-Gütesiegel „Grüner Strom Label“ und „Ok-Power“. Etwas weniger streng, aber immer noch empfehlenswert ist die Prüfzeichen der TÜV-Gesellschaften Nord und Süd.
  • Alle Ökosiegel verlangen, dass 100 Prozent des Stroms aus regenerativen Kraftwerken oder auch aus Klärgas, Deponiegas oder Grubengas stammt.
  • Darüber hinaus müssen Ökostromtarife, die ein Siegel tragen wollen, weitere Hürden nehmen.

Im Dschungel der Stromtarife für Ökostrom kann ein Gütesiegel Orientierung geben. Die Labels sollen sicherstellen, dass ein Ökostromtarif wirklich nachhaltig ist. Das bedeutet: Es reicht nicht, Wasserstrom in Norwegen einzukaufen und sich dafür einen Herkunftsnachweis ausstellen zu lassen. Das reicht, um einem Stromtarif das Etikett "öko" umzuhängen.

Nachhaltig ist ein solcher Tarif aber nicht. Denn er ändert nichts daran, aus welchen Kraftwerken in Deutschland der Strom kommt. Wenn ein Stromanbieter die Energiewende unterstützen will, sollte er auch neue Ökostromkraftwerke oder andere Klimaschutzprojekte finanzieren und die Hände von Kohlekraftwerken lassen. Ist das der Fall, kann ein Ökotarif eines Unternehmens mit einem Ökostromlabel gekennzeichnet sein. Die Anforderungen an den Tarif und das dahinterstehende Unternehmen sind je nach Vergabestelle unterschiedlich.

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Stromanbieter müssen Siegel beantragen

Die Prüfstellen für Ökostromtarife sind zum einen gemeinnützige Vereine, die keine Gewinne erzielen dürfen. Dazu zählen Energievision mit dem Siegel Ok-Power oder der Verein Grüner Strom Label. Zum anderen handelt es sich um kommerzielle Unternehmen wie die Bischoff & Ditze Energy GmbH mit dem Siegel Renewable Plus sowie die – voneinander unabhängigen – Gesellschaften TÜV Süd und TÜV Nord. Knapp 75 Prozent der Anteile an der TÜV Süd AG sind im Besitz des TÜV-Süd-Vereins. Zu den Mitgliedern des Vereins zählen auch Energiekonzerne wie Eon, Vattenfall und EnBW. 

Will ein Stromanbieter für einen seiner Tarife ein Ökostrom-Gütesiegel erhalten, muss er zunächst eine Vergabestelle mit der Prüfung beauftragen. Von alleine werden die Organisationen nicht tätig. Stellt die Prüfstelle fest, dass der Tarif die Anforderungen erfüllt, erteilt sie das Label für einen bestimmten Zeitraum. Die Vergabestellen verlangen für ihre Tätigkeit von den Stromanbietern eine Gebühr.

Wenn Sie einen Ökostromtarif mit Gütesiegel buchen, dürfen Sie erwarten, dass er gewisse Mindeststandards erfüllt. So verlangen alle Siegel, dass der Strom vollständig aus erneuerbaren Energiequellen stammt. Manche Vergabestellen erlauben auch, dass ein Teil des Stroms aus Klärgas, Grubengas, Deponiegas oder aus biogenen Abfällen gewonnen wird. Ein weiterer Unterschied zwischen den Prüfzeichen besteht darin, welche zusätzlichen Kriterien die Vergabestellen den Versorgern auferlegen, um ein Siegel zu erhalten.

Förderbeitrag

Für manche Siegel müssen sich die Versorger verpflichten, Klimaschutzprojekte selbst umzusetzen oder finanziell zu unterstützen. Entweder finanzieren sie neue regenerative Kraftwerke. Oder sie fördern Projekte für Energieeffizienz, Mieterstrom oder Bürgerenergie.

Keine Beteiligung an Atomkraftwerken oder Kohlekraftwerken

Stark voneinander unterscheiden sich die Label dahingehend, welche Kriterien an die Versorgungsunternehmen angelegt werden. Das Grüner-Strom-Label und ok-Power erhalten nur Ökostromanbieter, die nicht an Atomkraftwerken oder Kohlekraftwerken beteiligt sind. 

Zeitgleichheit von Erzeugung und Verbrauch

Ein anderes wichtiges Kriterium bei der Vergabe eines Labels kann die Zeitgleichheit von Stromerzeugung und Stromverbrauch sein. TÜV Süd und Bischoff & Dietze mit dem Renewable-Plus-Label fordern, dass der bezogene Ökostrom stets im gleichen Zeitraum erzeugt wird, wie die Kunden des Versorgers Strom aus dem Netz beziehen.

Das Label EE02 vom TÜV Süd stellt dabei die härtesten Anforderungen: Der gelieferte Ökostrom muss ins gleiche Verteilnetz fließen, aus dem die Kunden Strom entnehmen. Das Siegel Renewable Plus setzt voraus, dass Einspeisung und Ausspeisung zumindest jeden Monat übereinstimmen, unabhängig davon, an welchem Netz Erzeugungsanlagen und Verbraucher jeweils hängen.

Die wichtigsten Kriterien der Vergabestellen haben wir in der folgenden Tabelle zusammengefasst.

Grüner-Strom-Label

Vergabestelle

Anforderungen (Auswahl)

Grüner-Strom-Label des Grüner Strom Label e. V., Träger sind unter anderem die Umweltvereine BUND und Nabu

Der Ökostrom muss aus regenerativen Kraftwerken stammen. Er darf nicht aus Deponiegas oder in Mischfeuerungsanlagen produziert werden.

Kriterienkatalog zur Vergabe des Grüner-Strom-Labels

 

Bis zu 0,5 Cent je Kilowattstunde muss in den Ausbau erneuerbarer Energien oder KWK-Anlagen oder andere Energiewende-Projekte fließen.

 

Er darf nicht an einem Atomkraftwerk oder Kohlekraftwerk direkt oder über ein verbundenes Unternehmen beteiligt sein.

Ok-Power-Label

Vergabestelle

Anforderungen (Auswahl)

Ok-Power-Label des Energievision e. V., Träger sind das Öko-Institut e. V. und HIR Hamburg Institut Research gGmbH

Der Ökostrom muss vollständig aus regenerativen Kraftwerken stammen, davon mindestens ein Drittel aus neuen Anlagen. Er darf nicht aus Deponie- oder Grubengas gewonnen werden.

Kriterienkatalog zur Vergabe des Ok-Power-Labels

0,3 Cent pro Kilowattstunde gelieferten Ökostroms investiert der Versorger in Energiewende-Projekte.

 

Der Versorger darf nicht an Atom-, Braunkohle- oder neuen Steinkohlekraftwerken beteiligt sein.

Renewable Plus

Vergabestelle

Anforderungen (Auswahl)

Gütesiegel Renewable Plus der Bischoff & Ditze Energy GmbH

Der Ökostrom kommt aus regenerativen Kraftwerken oder wird aus Deponie-, Klär- oder Grubengas gewonnen.

Kriterienkatalog des Renewable-Plus-Labels

Betreiber verpflichten sich zu Investitionsprojekten für erneuerbare Energien.

 

Die Stromerzeugung muss im gleichen Monat erfolgen, wie Kunden den Strom verbrauchen.

TÜV Nord Cert GmbH

Vergabestelle

Anforderungen (Auswahl)

Siegel "Geprüfter Ökostrom"
der TÜV Nord Cert GmbH

Der Strom muss aus regenerativen Anlagen oder aus Gruben-, Klär- oder Deponiegas stammen.

Kriterienkatalog des
TÜV-Nord-Labels

Ein Drittel des Stroms muss aus Anlagen stammen, die nicht älter als sechs Jahre sind. Oder: Der Anbieter muss 0,25 Cent je gelieferter Kilowattstunde Strom in den Ausbau regenerativer Kraftwerke investieren.

TÜV Süd AG

Vergabestelle

Anforderungen (Auswahl)

EE01- und EE02-Region-

Siegel der TÜV Süd AG

Der Strom stammt aus regenerativen Kraftwerken oder Deponie-, Klär- oder Grubengas oder aus biogenen Abfällen.

Kriterienkatalog für das

EE01-Siegel des TÜV Süd

Beim EE02-Siegel muss das Ökostromkraft in das Stromnetz einspeisen, aus dem der Kunde die Energie entnimmt.

Kriterienkatalog für das

EE02-Siegel des TÜV Süd

Beim EE01-Siegel muss eine Förderkomponente erfüllt sein: Der Stromversorger investiert in neue Kraftwerke, unterstützt Förderfonds oder liefert Ökostrom aus kleinen Wasser-, Wind- und Solarstromanlagen.

Quelle: Unternehmensangaben (Stand: 12. April 2019)

Autor
Ines Rutschmann
& Co-Autor
Daniel Pöhler

Stand: 12. April 2019


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