1,4 % TER: Warum Dir Banken immer noch solche Fonds verkaufen

Lässt Du Dich in einer Bank beraten, landest Du schnell bei aktiven Investmentfonds. Sie sind wesentlich teurer als ETFs – aus einem einfachen Grund.

Timo Halbe
Von Timo Halbe und Giulia Tita
1,4 % TER: Warum Dir Banken immer noch solche Fonds verkaufen

Aus unserer Unterstützer-Community erreicht uns diese Woche die Frage:

“Warum "verkauft" mir meine Bank einen aktiven Fonds mit 5 % Ausgabeaufschlag und geringer Performance, wenn es doch viel bessere ETFs gibt?”

Warum Banken aktive Fonds bevorzugen

Die einfache Antwort ist: Mit aktiven Fonds verdient die Bank mehr Geld. Denn in der Regel zahlst Du schon beim Kauf einen "Ausgabeaufschlag", z. B. in Höhe von 2,75 % der Anlagesumme. Möchtest Du 10.000 € auf einen Schlag investieren, bezahlst Du dafür schonmal einmalig 275 €. Auch der Anbieter des Fonds, den die Bank verkauft, zahlt der Bank oft Provisionen. Am gravierendsten für Dich sind jedoch die hohen laufenden Kosten von aktiven Fonds – von denen die Bank ebenfalls einen Teil vom Fondsanbieter abbekommt.

Aktive Fonds vs. ETFs: Der Unterschied

Bei aktiven Fonds entscheidet ein Fondsmanagement, welche Wertpapiere gekauft werden. Ziel ist es, besser abzuschneiden als der Markt. Das klappt aber nur sehr selten: Nur etwa 2 % der aktiven Fonds, die auf weltweite Aktien setzen, waren in der Vergangenheit über einen Zeitraum von zehn Jahren besser als der Vergleichsindex. Das zeigt die Index-vs-Active-Analyse von S&P.

In 98 % der Fälle gelingt das also nicht. Die Chance, dass Dein Fonds besser abschneidet, geht also gegen null. Ein Grund dafür sind die deutlich höheren Kosten als die für ETFs.

ETFs funktionieren anders: Sie bilden einfach einen Index wie den DAX oder MSCI World nach – ohne eine Person, die händisch die enthaltenen Unternehmen auswählt. Das macht passive ETFs günstiger und transparenter. Achtung: Es gibt auch aktive ETFs.

1,4 statt 0,2 % Kosten pro Jahr = sieben Mal so teuer wie ein ETF

Ein Beispiel zeigt den Unterschied deutlich: Der Deka Global Champion (ISIN: DE000DK0ECU8) hat 3,75 % Ausgabeaufschlag und 1,4 % laufende Kosten. Macht der Fonds Gewinne, kommen noch zusätzlich Erfolgsgebühren dazu.

Ein ETF wie der iShares MSCI ACWI (IE00B6R52259) liegt bei 0,2 % Kosten pro Jahr. Invesco hat die Kosten für einen Welt-ETF (IE00B60SX394) kürzlich sogar auf 0,05 % gesenkt.

Investierst Du 50.000 €, zahlst Du beim aktiven Fonds direkt 1.875 € Ausgabeaufschlag. Dazu kommen rund 700 € laufende im Jahr Kosten. Investierst Du langfristig über 15 Jahre, sind es 12.375 € (unter der vereinfachten Annahme, dass der Fondswert sich nicht ändert).

Beim ETF zahlst Du bei einem günstigen Broker keine Gebühren für die Einmalanlage. An laufenden Kosten sind es nur etwa 100 € im Jahr. Also 1.500 € über 15 Jahre. Beim günstigeren Invesco-ETF sogar nur rund 25 €. Das ist ein riesiger Unterschied für Deine Rendite.

Deshalb sind ETFs immer die bessere Wahl

Wir empfehlen Dir, auf weltweite und breitgestreute ETFs zu setzen. Damit kannst Du langfristig Vermögen aufbauen. Geeignet sind z. B. Welt-ETFs. Dazu gehören der Vanguard FTSE Developed World oder der Vanguard FTSE All-World. Auch der iShares MSCI ACWI ist eine gute Option.

Du bist noch auf der Suche nach dem richtigen ETF?

Zuerst brauchst Du ein gutes Depot. Wir empfehlen Dir aktuell elf Depotangebote. Jeweils am besten sind Traders Place (Preis-Leistung) und Comdirect (Leistung).

In unserem ETF-Vergleich findest Du dann alle unsere ETF-Empfehlungen. Wir raten Dir hier unter anderem zum Vanguard FTSE Developed World (IE00BK5BQV03), iShares MSCI ACWI (IE00B6R52259) und SPDR MSCI ACWI (IE00B44Z5B48).

Unser ETF-Finder hilft Dir, den für Dich passenden ETF auszuwählen.

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