Tipps & Tricks

Defekt an PV-Anlage: Hilft Dir die Garantie?

An einer Solaranlage kann viel kaputtgehen. Damit es nicht teuer wird, kannst Du ein paar Dinge beachten.

Benjamin_Weigl
Von Benjamin Weigl und Larissa Glas
Defekt an PV-Anlage: Hilft Dir die Garantie?

Aus unserer Unterstützer-Community erreicht uns diese Woche die Frage:

“Wieso fallen bei Schäden an meiner PV-Anlage trotz Garantie teils hohe Kosten an?”

Photovoltaik-Anlage: Worauf hast Du Garantie?

Im Wesentlichen besteht eine PV-Anlage aus Solarmodulen, Stromspeicher und Wechselrichter. Auf diese drei Elemente hast Du in der Regel Garantie. Dauer und Umfang können sich allerdings deutlich unterscheiden. Schau deshalb genau hin, welche Schäden und Leistungseinbußen abgedeckt sind.

Module

Bei Solarmodulen hast Du in der Regel sowohl eine Produkt- als auch eine Leistungsgarantie:

  • Die Produktgarantie beträgt mindestens zehn Jahre, es gibt aber auch Modulhersteller, die bis zu 25 Jahre anbieten. Sie springt in der Regel ein, wenn Module beschädigt sind, z. B. durch Brüche oder Sprünge im Glas der Solarzellen oder wenn sich Folien verfärben oder ablösen
  • Eine Leistungsgarantie erhältst Du über 25 oder 30 Jahre. Sie greift, wenn die Stromerträge eines Moduls zu stark sinken. Das können Du oder ein Installateur mit einem sog. Kennlinien-Messgerät feststellen – in der Regel prüft der Hersteller danach aber selbst nochmal. Oft sichert die Leistungsgarantie 80 oder 90 % der Ursprungsleistung zu

In den Garantieunterlagen findest Du Infos dazu, an wen Du Dich im Garantiefall wenden musst und wie schnell Du Ersatzmodule erhältst.

Stromspeicher

Wir empfehlen Dir, einen PV-Speicher mit mindestens zehn Jahren Produktgarantie zu wählen. Dazu solltest Du genau hinschauen, wann die Garantie greift: schon, wenn die Speicherkapazität eine bestimmte Grenze unterschreitet oder nur bei einem Totalausfall des Speichers? 

Außerdem muss ein sog. Vollwertersatz vereinbart sein, damit ein mangelhafter Speicher ausgetauscht wird. Garantiert der Hersteller lediglich einen Zeitwertersatz, musst Du zum Austauschgerät zuzahlen. Außerdem sollte geregelt sein, wer im Garantiefall die Liefer- und Installationskosten übernimmt – hier können trotz Garantie hohe Austauschkosten für Dich lauern.

Wechselrichter

Ohne einen Wechselrichter, der den von der Solaranlage produzierten Gleichstrom in Wechselstrom umwandelt, kannst Du den Strom weder im Haushalt nutzen noch ins Stromnetz speisen. Hier betragen Garantiezeiten in der Regel höchstens zehn Jahre. Das liegt an ihrer Elektronik, die im Vergleich zu Solarmodulen komplexer ist. Schon ein defektes Bauteil kann einen Garantiefall auslösen. 

So kannst Du sparen

Trotz Garantie können also im Schadensfall hohe Kosten auf Dich zukommen. Mit den folgenden drei Tipps kannst Du diese etwas abfedern:

  • Vor dem Kauf informieren: Schau Dir bereits beim Vergleich von Anlagen die Garantiebedingungen an
  • Defekte sofort melden: Wartest Du zu lange, verstreicht vielleicht die Garantie. Ist das der Fall, muss der Hersteller nicht mehr auf Deine Meldung reagieren oder berechnet Dir den Austausch defekter Geräte und die Anfahrt dafür
  • Versicherung statt Garantie? Gegen einen Aufpreis kannst Du bei vielen Modul-, Speicher- oder Wechselrichterherstellern Garantiezeiten verlängern. Möglicherweise lohnt es sich eher, das Geld in eine gute PV-Versicherung zu investieren. Wie Du dabei am besten vorgehst und was Du beachten musst, liest Du in unserem Ratgeber

Planst Du eine PV-Anlage, könnte Dich auch interessieren, was sich ab 2027 mit Blick auf die Einspeisevergütung ändern könnte.

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