Seit wir die Finanztip IMI-Strategie mit unserer neuen Hauptempfehlung ACWI IMI für Neuanlagen eingeführt haben, erreichen uns viele Fragen. Vielleicht fragst auch Du Dich, ob Du mit dem MSCI World vielleicht aufs falsche Pferd gesetzt hast. Die klare Antwort: Nein, der MSCI World ist nicht plötzlich schlecht geworden.
Wenn Du bereits einen MSCI-World-ETF besparst, solltest Du auf keinen Fall Deinen ETF verkaufen oder Deine Anlagestrategie über den Haufen werfen – das wäre fatal. Der Index bleibt eine solide Grundlage für den langfristigen Vermögensaufbau.
Musst Du jetzt etwas ändern?
Nicht dringend. Wenn Du aber Deinen jährlichen Depotcheck machst, beende Deinen Sparplan auf den MSCI World und richte einen neuen in gleicher Höhe auf einen ETF ein, der einen breiteren Index abbildet. Das kann einer auf den MSCI ACWI IMI, den FTSE All-World oder den MSCI ACWI (ohne IMI) sein.
Deine Anteile am MSCI World hältst Du einfach weiter. Bei einem Verkauf würdest Du früher Steuern zahlen als notwendig und hast je nach Depot Kosten für Transaktionen.
Warum empfiehlt Finanztip jetzt den ACWI IMI?
Der Grund für unsere neue Empfehlung ist kein Ausblick auf höhere Renditen. Ob künftig große US-Konzerne, Schwellenländer oder kleine Unternehmen besser laufen, weiß heute niemand.
Für uns war etwas anderes entscheidend: Alle-Länder-ETFs bilden den weltweiten Aktienmarkt breiter ab als der MSCI World. Der MSCI World enthält “nur” rund 1.400 große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern. Schwellenländer wie Indien, Brasilien oder Taiwan sind nicht mit dabei. Auch kleinere Börsenunternehmen sind nicht enthalten.
Legst Du Geld neu an, greif daher zu einem der Alle-Länder-ETFs, die einen Index mit Aktien aus Industrie- und Schwellenländern nachbilden:
- MSCI All Country World Investable Market Index (MSCI ACWI IMI): Der Index umfasst, kleine, mittlere und große Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern
- FTSE All-World: Der Index umfasst mittlere und große Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern
- MSCI All Country World (MSCI ACWI): Der Index umfasst mittlere und große Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern
Entsprechend unserer neuen Empfehlungen sortieren wir die weltweiten Aktien-ETFs in unserem Vergleich ab sofort auch nach Marktabdeckung: Am stärksten schneidet da der ACWI IMI ab, der 99 % des investierbaren Aktienmarktes abbildet. Dahinter folgt der FTSE All-World mit 90 %. Zum Vergleich: Der MSCI World kommt auf 78 %.
Wichtig ist dabei: Mehr Streuung bedeutet nicht automatisch mehr Rendite, macht Deinen ETF aber robuster. Die Streuung sorgt dafür, dass Dein Geld auf noch mehr verschiedene Unternehmen, Länder und Marktsegmente verteilt ist.
Was tun, wenn Du breiter streuen möchtest?
Hast Du bereits eine größere Summe in einen ETF auf den MSCI World investiert und möchtest sofort mehr Streuung in Dein Depot bringen, kannst Du Deine Anlage mit der Finanztip 8:1:1-Strategie nachträglich breiter aufstellen, ohne Deine Anteile am MSCI World zu verkaufen. Das ist aber kein Muss. Tatsächlich macht es Dein Depot und Deine jährlichen Depotchecks komplexer.
Macht Dir das nichts aus, ergänzt Du den MSCI World einfach um Schwellenländer- und Small Caps-ETFs – solange, bis Deine drei ETFs eine zum IMI vergleichbare Gewichtung haben. Du zielst auf folgende Aufteilung ab:
- 8 Teile MSCI World
- 1 Teil Emerging Markets
- 1 Teil Small Caps
Das Verhältnis orientiert sich grob an der weltweiten Marktkapitalisierung. Angenommen Du hast bereits 50.000 € in einem MSCI-World-ETF investiert. Um die 8:1:1-Aufteilung zu erreichen, könntest Du Dein Depot um jeweils 6.250 € in einen Emerging-Markets-ETF und einen Small-Cap-ETF ergänzen. Danach entfallen rund 80 % auf den MSCI World sowie jeweils 10 % auf Emerging Markets und Small Caps. Eine detaillierte Erklärung hierzu findest Du unserem Ratgeber.
Fazit
Investierst Du Geld in einen Aktien-ETF, wähle einen breit aufgestellten, zum Beispiel auf den MSCI ACWI IMI, den FTSE All-World oder den MSCI ACWI.
Wenn Du bereits einen MSCI World besparst, änder Deinen Sparplan. Es gibt keinen Grund, Anteile zu verkaufen. Für den langfristigen Vermögensaufbau ist meist wichtiger, investiert zu bleiben, als den vermeintlich perfekten ETF zu finden.
Auch beim Depot lohnt sich ein genauer Blick, denn Gebühren schmälern auf Dauer Deine Rendite. In unserem Depot-Vergleich findest Du passende Empfehlungen – von Traders Place als Preis-Leistungs-Sieger bis hin zu besonders günstigen Depots wie Smartbroker+, Finanzen.net Zero, Scalable Capital (Free Broker), Comdirect Pure Depot und Trade Republic.