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Gold- und Bitcoin-Rally: Was steckt dahinter?

Gold und Bitcoin tauchen seit einer Woche aus der Versenkung auf. Was hinter der plötzlichen Rally steckt und was das für Deine Geldanlage bedeutet.

Nadine Graf
Nadine Graf Geldanlage
Bitcoin Gold Take-off

Gold und Bitcoin leben noch! Nach den Rekordhochs Ende 2025 (gut 107.000 €/Bitcoin) bzw. Anfang 2026 (gut 4.500 €/Feinunze Gold) und den folgenden Abstürzen dümpelten die Kurse zuletzt monatelang vor sich hin. Jetzt sind Gold, Bitcoin und andere Edelmetalle bzw. Altcoins innerhalb weniger Tage plötzlich wieder deutlich nach oben geschossen:

  • Gold: Seit Mitte Juli erholt sich der Kurs, ist allein im vergangenen Monat um 10 % gestiegen und steht heute mit knapp 4.000 € so hoch wie seit Mitte Mai nicht mehr. Über zwölf Monate steht sogar ein Plus von ca. 35 % (Quelle: gold.de, Stand: 28.8., 9 Uhr)
  • Bitcoin: Pendelte seit Anfang Juni unspektakulär um 55.000 €. Jetzt hat Bitcoin binnen einer Woche aber über 20 % gemacht und liegt bei ca. 68.000 €. Auf zwölf Monate stehen aber noch heftige 29 % Verlust (Quelle: coingecko.com, Stand: 28.8., 9 Uhr)

Aber was bedeutet das für Dich?

Nur jede und jeder Siebte aus der Finanztip-Community investiert in Krypto. Kein Wunder, immerhin empfehlen wir diese Geldanlage nicht. Den Anstieg bei Krypto dürften viele beim eigenen Geld also gar nicht spüren. Die Höhenflüge können bei Dir aber schnell das Gefühl wecken, etwas zu verpassen: Solltest Du jetzt in Bitcoin oder auch Gold einsteigen? Hier das Wichtigste:

Aber was steckt eigentlich hinter den Kursanstiegen?

Zwei Gründe sind bei Gold und Bitcoin recht ähnlich:

1. Hoffnung auf sinkende US-Zinsen

Wenn verzinste Geldanlagen wie z. B. Sparkonten weniger Zinsen bringen, werden andere Anlagen wie z. B. Bitcoin, Gold oder auch Aktien attraktiver. Nur: Eigentlich ist völlig unklar, ob es in den USA bald zu Leitzinssenkungen kommt. Sogar das Gegenteil ist möglich.

Die Hoffnung kommt aber daher: Am Freitag tritt der neue Chef der US-Zentralbank Fed, Kevin Warsh, erstmals beim Notenbankertreffen auf. Deutet er dort trotz anhaltend hoher US-Inflation Zinssenkungen an?  

Wird diese Hoffnung enttäuscht, könnte die jüngste Rally auch ganz schnell wieder vorbei sein. Das allein zeigt, wie sensibel vor allem Bitcoin auf Nachrichten reagiert und stark schwankt.

2. Hohe Anleihenrenditen und US-Rückkäufe

Sorgen um hohe Staatsschulden haben zuletzt für eine Verkaufswelle bei langfristigen Staatsanleihen geführt, vor allem in den USA. Deshalb muss der Staat für neue Anleihen höhere Zinsen zahlen, um noch Käufer zu finden. Das hat zuletzt zu rekordverdächtigen Renditen geführt: Bei 30-jährigen US-Anleihen waren sie zuletzt 2007 höher. Das belastet die schon angespannte US-Finanzlage weiter. 

Deshalb hat das US-Finanzministerium vergangene Woche angekündigt, künftig mehr Anleihen zurückzukaufen als bisher. Das hat die Renditen aber nur kurzfristig gesenkt. Die steigenden Ängste vor zu hohen Staatsschulden (der USA) und einem schwachen Dollar bleiben also.  

Und genau das bringt Gold und Bitcoin durch sogenannte Debasement-Trades Aufwind. Damit möchte man sich gegen die langfristige Entwertung von Geld absichern und unabhängig von Staaten machen. Gold wird immer einiges wert sein; Bitcoin ist sowieso als Gegenentwurf zum staatlichen Währungssystem gedacht und unabhängig von Staaten.

Der Haken bei Bitcoin: Er funktioniert zwar ohne staatliche Eingriffe, ist aber keine gute Absicherung gegen eine mögliche Schuldenkrise. Denn in der Praxis schwankt Bitcoin eben sehr stark und ist kaum berechenbar. Es kann also sein, dass auch Bitcoin in einer Krise 50 % oder mehr verliert. Wie stark er schwankt, hat erst das vergangene Jahr deutlich gezeigt.

Bitcoin: Trump- und Shortselling-Effekte

Zur Bitcoin-Rally hat außerdem beigetragen, dass Donald Trump Druck gemacht hat, den Clarity Act zu verabschieden – ein für die Branche wichtiges Gesetz, das Zuständigkeiten bei der Aufsicht von Kryptowährungen klären soll. Der Senat blockiert es bisher. Trumps Forderung bedeutet aber nicht, dass schnell Rechtssicherheit herrscht. Dauert es weiter, könnte das die Rally abwürgen.

Außerdem hat die spekulative Natur des Marktes den Anstieg verstärkt: Wer den Bitcoin geshortet, also auf fallende Kurse gewettet hat, musste bei schnellen Kursanstiegen zwangsläufig verkaufen, um seine Verluste zu begrenzen. Das hat den Anstieg zusätzlich beschleunigt.

Was die neue Gold- und Bitcoin-Rally für Dich bedeutet

Lass Dich durch die Kursanstiege nicht von Deiner Anlagestrategie – passives Investieren in weltweite Aktien-ETFs sollte aus Finanztip-Sicht neben Tagesgeld und ggf. Festgeld den Kern bilden – abbringen.

Ja, kurz- und mittelfristig kann die Rendite mal besser sein: Auf 12-Monats-Sicht fährst Du mit den aktuell 35 % Plus bei Gold z. B. nochmal besser als mit schon stolzen 23 % bei unserer ETF-Top-Empfehlung SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66 u. IE000DD75KQ5). 

In vielen anderen Jahren und Zeiträumen sah das Rendite-Duell Welt-ETF vs. Gold aber ganz anders aus:

Gold

Trotzdem siehst Du in der Tabelle auch: Seit 2000 liegt Gold sogar vorne. Ganz langfristig ist es aber anders: Seit es den MSCI World überhaupt gibt, hat Gold deutlich weniger Jahresrendite gebracht. Außerdem schwankte der Goldpreis stärker.

Gold ist deshalb kein Muss für Deine Geldanlage. Bei größeren Vermögen ab ca. 100.000 € kann ein kleiner Anteil von max. 10 % aber sinnvoll sein, am besten in Münzen oder Barren. Weniger als Renditebringer, eher als Gegenpol zu Deinem ETF-Depot

Denn Goldpreis und Aktienkurse haben sich oft gegensätzlich entwickelt: So kann Gold bei einer schweren Börsenkrise Deine Verluste dämpfen und beruhigend wirken. Auch das siehst Du in der Tabelle: Von 2000 bis 2010, also während Dotcom-Crash und Finanzkrise die Aktienmärkte ins Minus gerissen haben, lief Gold deutlich besser.

Für den Kauf empfehlen wir Dir die Portale gold.de und gold-preisvergleich.de.

Bitcoin

In Bitcoin solltest Du nur Geld stecken, auf das Du notfalls auch verzichten kannst. Das liegt vor allem an den starken Wertschwankungen. Die sind laut Finanztip-Berechnungen in den vergangenen zehn Jahren etwa viermal so groß gewesen wie beim MSCI World. Das musst Du erstmal aushalten. Sonst ist Dein Risiko groß, bei einem Crash in Panik zu geraten und mit einem Verkauf die Verluste zu realisieren. 

Wir empfehlen Dir deshalb, insgesamt max. 10 % Deines Vermögens in spekulative Anlagen wie z. B. Bitcoin, Einzelaktien oder Themen-ETFs zu investieren. Mach das dann nur bei einer seriösen Plattform. Wir empfehlen Bitvavo, Finst und Bison. Bei allen drei Anbietern bekommst Du zum Start aktuell 20 € Bonus.

Unser Bitcoin-Crashkurs für Dich

Und mach es vor allem nur, wenn Du das Konzept Krypto verstanden hast. Dabei hilft der Kurs Krypto, Bitcoin & Co. erklärt: Alles, was Du wirklich wissen musst in der Finanztip Academy. Das Intro ist für alle kostenlos, weitere Lektionen bekommst Du als Finanztip Unterstützer.

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