Tipps & Tricks

Verrechnungskonto als Tagesgeldkonto nutzen – geht das?

Bei manchen Depotanbietern bekommst Du relativ gute Zinsen aufs Verrechnungskonto. Klingt erstmal praktisch – wieso es trotzdem zwei Haken gibt.

Timo Halbe
Timo Halbe Geldanlage
Verrechnungskonto als Tagesgeldkonto – geht das?

Aus unserer Unterstützer-Community erreicht uns diese Woche die Frage:

“Kann man das Verrechnungskonto eines Depots als Tagesgeldkonto verwenden? Man erhält dort relativ gute Zinsen und die 100.000 € Sicherung gilt auch, da manche Broker neuerdings eine Banklizenz besitzen.”

Kurzantwort: Ja, Du kannst ein Verrechnungskonto wie ein Tagesgeldkonto verwenden, wenn Du dort gute Zinsen bekommst. Allerdings solltest Du prüfen, welche Einlagensicherung für das Konto gilt. Denn die ist oft unabhängig davon, wo der Depotanbieter selbst sitzt und ob er eine Banklizenz hat. Genau hier liegt der entscheidende Punkt.

Warum Verrechnungskonten nicht ganz so sicher sind

1. Dein Geld liegt bei einer anderen Bank

Bei manchen Depotanbietern liegt das Geld auf dem Verrechnungskonto nicht direkt beim Anbieter selbst, sondern bei einer oder mehreren Partnerbanken. Das ist zum Beispiel bei Trade Republic und Scalable Capital der Fall.

Die beiden Anbieter reichen Dein Geld also unter Umständen an externe Banken weiter – sie arbeiten dabei unter anderem mit der HSBC Continental Europe zusammen. Für diese Konten gilt die französische Einlagensicherung. Auch für das Verrechnungskonto unserer Depotempfehlung Consorsbank gilt die Einlagensicherung aus Frankreich.

Wir empfehlen jedoch aus Sicherheitsgründen keine Geldanlage in Frankreich, da das Land eine vergleichsweise geringere Bonität hat. Das heißt: Dein Geld ist im Notfall nicht ganz so sicher wie in Ländern mit einer sehr starken Zahlungsfähigkeit.

2. Dein Geld kann im Geldmarktfonds landen

Hast Du etwas mehr Geld auf dem Verrechnungskonto angelegt, können es die beiden Anbieter auch in Geldmarktfonds anlegen. Dann ist Dein Geld nicht mehr als klassisches Tagesgeld angelegt, sondern als risikoarmes Wertpapier. Das ist ein völlig anderes Konstrukt als ein verzinstes Bankguthaben – die Einlagensicherung gilt hier nicht. 

Bei dem Fonds handelt es sich zwar um Sondervermögen und würde bei einer Pleite von z. B. Trade Republic erhalten bleiben. Trotzdem halten wir einen solchen Geldmarktfonds für nicht ganz so sicher wie die Einlagensicherung – warum genau, liest Du hier.

Besser: Ein klassisches Tagesgeldkonto

Wir empfehlen Dir deshalb, bei diesen Anbietern nicht zu hohe Summen auf dem Verrechnungskonto zu parken. Sondern nur so viel Geld, wie Du z. B. für ETF-Käufe oder die Vorabpauschale brauchst. Für alles darüber hinaus solltest Du genauer hinschauen.

Setz für den Rest entspannter und sicherer auf unsere Tagesgeld-Empfehlungen. Sie erfüllen die strengen Finanztip-Kriterien, damit Du Dein Geld auch im Fall einer Pleite nicht verlierst.

Die aktuell besten Aktionszinsen gibt es bei Raisin Startzins (3,2 % p. a. für drei Monate), der Volkswagen Bank (2,9 % p. a. für sechs Monate) und der TF Bank (2,8 % p. a. für vier Monate).

Du möchtest auch eine Unterstützerfrage einreichen?

Dann werd Finanztip Unterstützer. Wenn Du schon Unterstützer bist, kannst Du Deine Frage hier stellen

Deine Finanzen. Deine App.

Verpasse dank Push-Nachrichten keine News, Spartipps oder wichtigen To-Dos mehr, erhalte einen Überblick über Deine Finanzen mit dem Finanztip Check-Up und speichere wichtige Inhalte für später.

Hol Dir die App

Von Markus Grimm, und Larissa Glas
Werde jetzt Teil unserer Mission für mehr Finanzbildung!

Mit Deinem monatlichen Beitrag stärkst Du die Finanztip Stiftung und hilfst, unser Angebot auszubauen. Als Unterstützer erhältst Du zudem exklusiven Zugang zu Expertengesprächen und zur kompletten Finanztip Academy.

Unterstütze uns

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern gehört zu 100 Prozent zur gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig die für sie richtigen Finanzentscheidungen zu treffen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links jedoch anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion ausführlich analysiert und empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Für uns als gemeinwohlorientiertes Unternehmen hat es natürlich keinen Einfluss auf die Empfehlungen, ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Dich als Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.