Gasvergleich

Mit dem Finanztip-Gasrechner einen günstigen Gastarif finden

Ines Rutschmann
Finanztip-Expertin für Energie

So gehst Du vor

  • Vergleiche Tarife am besten mit unserem Gasrechner. Er fragt die Angebote von Verivox und Check24 gleichzeitig ab und filtert die Ergebnisse nach unseren strengen Finanztip-Kriterien.
  • Die Ergebnisliste enthält Werbelinks, über die Du Deinen Tarif direkt abschließen kannst. Alle Emp­feh­lungen erfolgen rein redaktionell und 100 Prozent unabhängig.

Zum Gasrechner

Seit Herbst 2021 haben die Gasanbieter in Deutschland ihre Preise verdoppelt. Der Grund: Der Einkauf des Brennstoffs ist sehr viel teurer geworden. Im Herbst 2021 lag dies an der wieder erstarkten Weltwirtschaft nach dem Corona-Einbruch und der starken Gasnachfrage. Mit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine 2022 schnellten die Preise an den Beschaffungsmärkten auf neue Höchststände. An der Börse kostet kurzfristig beschafftes Gas seither ein Vielfaches im Vergleich zum Vorjahr. Auch im langfristigen Einkauf ist es deutlich teurer geworden: Beschafft ein Lieferant den Brennstoff im Sommer 2022 für das Jahr 2023, zahlt er rund fünfmal so viel als im Jahr zuvor. Ab Oktober 2022 dürften die Kosten für Verbraucher durch die neue Gasumlage in Höhe von rund 2,4 Cent pro Kilowattstunde steigen. Dass die Kilowattstunde Erdgas im Schnitt 6 Cent kostet, wie es noch 2020 der Fall war – diese Zeiten sind vorbei.

Steigende Preise: Wann solltest Du den Tarif wechseln?

Die steigenden Kosten für Erdgas geben die Anbieter weiter – entweder durch eine einmalige sehr starke Erhöhung oder in kleineren Schritten. Dann kannst Du auch mehrere Preiserhöhungsschreiben innerhalb eines Jahres erhalten. Gilt noch eine Preisgarantie, steigen Deine Preise nicht. Das werden sie aber vermutlich, sobald sie nicht mehr garantiert sind.

Wie stark Dein Anbieter erhöht, hängt davon ab, wie langfristig er Gas beschafft hat. Wer sich größere Mengen Erdgas mehr als ein Jahr im Voraus gesichert hat, kann günstiger liefern als ein Unternehmen, das eher kurzfristig einkauft. Dies gilt ab Oktober 2022 aber nicht mehr uneingeschränkt: Dann darf nämlich der sogenannte Marktgebietsverantwortliche für die Lieferung von Erdgas über das öffentliche Gasnetz, die Trading Hub Europe, eine neue Umlage auf jede Kilowattstunde Erdgas erheben, die über das Gasnetz bezogen wird. Über die Gasbeschaffungsumlage können Gasimporteure, die aufgrund von Leferausfällen zu höheren Kosten Ersatz beschaffen müssen, einen Ausgleich geltend machen. Diese Kosten werden dann auf alle Gaskunden über die Umlage umgelegt. Von Oktober bis Dezember 2022 beträgt die Gasbeschaffungsumlage 2,419 Cent pro Kilowattstunde. Im Abstand von mindestens drei Monaten kann sich die Höhe durch Neuberechnung ändern. Sollte sich die Umlage ab Januar 2023 ändern, wäre ihre neue Höhe bis 15. November bekannt zu geben.

Abführen müssen die Umlage die Gaslieferanten, die sie wiederum über ihre Gaspreise an die Kunden weitergeben. Auf die Umlage wird zusätzlich die Mehrwertsteuer erhoben - die Europäische Kommission hat es abgelehnt, eine Ausnahem für die Gasumlage zuzulassen. Zum 1. April 2024 entfällt die Umlage auf den Gaspreis wieder.  

Vermutlich kommt damit auf alle Gaskunden eine Preiserhöhung zum 1. Oktober zu. Dir steht dann ein Son­der­kün­di­gungs­recht zu, aber kündige nicht sofort. Prüfe zuerst, wie teuer andere Angebote sind. Es ist möglich, dass Dein Tarif trotz angehobener Preise weniger teurer ist als ein Neukundentarif. Nutze für einen Preisvergleich unseren Gasrechner. Und rufe zusätzlich die Preise in einem Tarif bei Deinem Stadtwerk ab. Denn leider ist nicht jeder nur regional verfügbare Tarif in unserem Rechner enthalten.

Stellst Du fest, dass Dich Dein bisheriger Anbieter zu vergleichsweise guten Konditionen versorgen kann, dann bleibe bei ihm. Findest Du ein Angebot von einem Stadtwerk mit deutlich niedrigeren Preisen, kannst Du den Vertrag außerordentlich. Wechsle aber nicht unbedingt zu einem Anbieter ohne Grundversorgungsgebiet - dieser kann pleite gehen oder sich auch seine Tätigkeit aufgeben. Eine Sonderkündigung musst Du selbst schreiben und Dein bisheriger Anbieter muss sie Dir innerhalb einer Woche bestätigen. Dann kannst Du den neuen Vertrag eingehen.

Wie vergleichst Du Gastarife mit dem Finanztip-Gasrechner?

Für eine Abfrage von Gastarifen musst Du lediglich Deine Postleitzahl eingeben und Deinen Gasverbrauch nennen. Weißt Du Deinen Verbrauch nicht aus dem Kopf, entnimm ihn Deiner letzten Abrechnung. Alternativ kannst Du auf das Haussymbol klicken, das Deiner Wohnungsgröße am ehesten entspricht. Dann schätzen wir Deinen Verbrauch. Basis dafür sind die durchschnittlichen Energiemengen der vergangenen Jahre, die deutsche Haushalte zum Heizen verwendeten.

Eine weitere Angabe kannst Du nach Vorliebe machen: Ob Du Schnäppchen-Tarife suchst, die nur im ersten Vertragsjahr vergleichsweise wenig kosten oder ob Du einen Tarif suchst, der längere Zeit günstig bleibt. Dazu stellt der Rechner die Frage: „Wie oft willst Du den Tarif wechseln?“. Von Haus aus ist die Antwort „einmalig“ markiert. In diesem Fall kalkuliert der Rechner die jährlichen Kosten nur aufgrund der Preise des Tarifs, bezieht aber Boni nicht ein. Befindet sich doch ein Tarif mit Bonuszahlung unter den gezeigten Angeboten, so kannst Du die Höhe des Bonus den Detailangaben zum Tarif entnehmen.

Im Sommer 2022 gibt es allerdings kaum Neukundentarife mit einem Bonus. Die Tarife, die Du je nach Einstellung siehst, unterscheiden sich daher vor allem darin, wie lang die vereinbarte Laufzeit und Preisgarantie ist. Willst Du Dich für mehrere Jahre binden, ist die Einstellung „einmalig“ wechseln für Dich die richtige. Dort empfehlen wir Tarife mit einer Laufzeit von ein bis zwei Jahren und eine mindestens ebenso lange Preisgarantie.

Bist Du bereit, immer mal wieder einen neuen Vertrag zu schließen, gibt es die Einstellung „regelmäßig“ wechseln. Dann darf die Laufzeit auch kürzer sein – für Sondertarife mindestens drei Monate bei mindestens drei Monaten Preisgarantie. Zugleich sind unsere Emp­feh­lungen auf einjährige Verträge begrenzt. Angezeigt werden seit Ende März 2022 aber auch Grundtarife, die auf unbestimmte Zeit laufen, jederzeit mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden können und keine Preisgarantie enthalten. Schließlich gehören in manchen Regionen 2022 die Grundtarife zu den günstigsten Gastarifen. 

Aufgrund der stark gestiegenen Kosten für Erdgas ist es ratsam, mindestens einmal im Jahr Preise zu vergleichen. Anbieter müssen schließlich sinkende Kosten nicht unmittelbar weitergeben und machen das erfahrungsgemäß auch mit einer gewissen Verzögerung.

Findest Du einen Tarif mit Bonus, dann beachte: Ein Versorger gewährt Dir einen Neukundenbonus zumeist nur, wenn Du in den vergangenen sechs Monaten nicht schon einmal sein Kunde warst. Du kannst auch nicht als Neukunde gelten, wenn Du bereits vom gleichen Anbieter Strom beziehst und zusätzlich noch einen Gastarif abschließt. Zudem musst Du meist volle zwölf Monate in dem Tarif bleiben, sonst zahlt der Versorger den Bonus nicht.

Was unser Gasrechner anzeigt – und was nicht

Die eingegebenen Daten übermittelt der Rechner an Verivox und Check24. Jedes der beiden Portale spielt dann mindestens die 100 günstigsten Stromtarife an Deinem Wohnort an unseren Rechner zurück. Aus dieser Liste entfernt der Rechner zunächst Tarife von Firmen, deren Geschäftspraxis wir nicht unterstützen möchten. Dazu zählen Unternehmen, gegen die die Bundesnetzagentur ein Aufsichtsverfahren eingeleitet hat oder gegen die sie ein Bußgeld verhängt hat und Unternehmen, gegen die eine Verbraucherzentrale eine Klage führt. Verstößt eine Firma nachweislich gegen Energierecht, zeigt der Finanztip-Gasrechner Angebote dieser Firma über einen bestimmten Zeitraum ebenfalls nicht an. Schließlich entfernt der Rechner Tarife von Unternehmen, die Insolvenz angemeldet haben – bis die Zukunft des Anbieters als gesichert gilt.

Darüber hinaus sortiert der Rechner aus den Ergebnissen alle Tarife mit Vorkasse oder Kaution sowie alle Pakettarife aus. Bei Angeboten mit Vorkasse oder Kaution besteht stets die Gefahr, dass ein Anbieter Insolvenz anmeldet und Kunden dann umsonst vorab Rechnungen bezahlt haben. Pakettarife bergen das Risiko, dass ein Kunde zu viel zahlt – entweder, weil er weniger verbraucht, als das Paket beinhaltet, oder weil er mehr benötigt und die zusätzlichen Kilowattstunden zu hohen Preisen bezahlt. Da der Wärmebedarf eines Haushalts stark von der Witterung eines Jahres abhängt, lässt sich der Verbrauch schwer prognostizieren.

Welcher Gasanbieter hat günstige und faire Tarife?

Die verbleibenden Tarife filtert der Rechner nach ver­brau­cher­freund­lichen Kriterien. Darunter verstehen wir Tarife, bei denen:

  • Die Mindestvertragszeit beim „einmaligen“ Wechsel ein bis zwei Jahre und beim „regelmäßigen“ Wechsel bis zwölf Monate beträgt,
  • die Preisgarantie mindestens so lang wie die Vertragszeit ist (Eine solche Preisgarantie akzeptiert der Rechner, wenn sie alle Preiskomponenten umfasst oder zumindest alle Komponenten bis auf Steuern sowie staatliche Abgaben) und
  • die Kündigungsfrist mindestens zwei Wochen beträgt.
  • Beim „regelmäßigen“ Wechsel können auch Grundtarife und Sondertarife ohne Preisgarantie erscheinen, sofern sie für Neukunden vergleichsweise günstig sind.

Die Tarife, die diese Kriterien erfüllen, zeigt der Rechner in einer Emp­feh­lungsliste an. Diese öffnet sich direkt, wenn Du eine Abfrage startest. Ganz oben stehen die günstigsten Tarife, die an Deinem Wohnort verfügbar sind. Bei den Angeboten kann es sich sowohl um konventionelles Gas als auch Ökogas handeln. Wählst Du in der Rechner-Maske aus, dass Du nur Öko-Tarife sehen willst, bekommst Du auch nur solche angezeigt.

Nachhaltige Tarife für Biogas und Klimagas gekennzeichnet

Als Ökogas kennzeichnet der Rechner nur bestimmte Tarife. Entweder enthält die verkaufte Energie einen Anteil Biogas. Es entsteht in Biogasanlagen, wenn Pflanzen vergären. Der Biogas-Anteil muss bei mindestens 10 Prozent liegen, damit wir einen Tarif mit Ökogas-Label ausweisen. Oder der Versorger investiert in Klimaschutzprojekte, um die Kohlendioxidemissionen auszugleichen, die entstehen, wenn Erdgas verbrennt. Wichtig ist, dass die Klimabilanz neutral ist. Die Gasversorger unterstützen beispielsweise Projekte zur Wiederaufforstung von Wäldern.

Willst Du auch Tarife sehen, die nicht den Finanztip-Kriterien entsprechen und die wir nicht empfehlen, kannst Du auf die zweite Ergebnisliste klicken: „Weitere Angebote“ heißt sie.

Ein Angebot sagt Dir zu? So wechselst Du

Wir verzichten auf die Angabe von Kundenrezensionen, weil diese nur bedingt die Qualität des Kundenservice des Versorgers spiegeln. Benotet ein Kunde ein Unternehmen direkt nach Lieferbeginn, kann er nur den Wechselprozess bewerten – nicht jedoch, ob der Versorger auch pünktlich und richtig abrechnet oder transparent über eine Preiserhöhung informiert. Für eine Bewertung belohnen manche Energieanbieter zudem ihre Kunden. Das kann deren Urteil beeinflussen.

Grundlage für die Wahl eines Gasversorgers sollten daher die Konditionen im Vertrag sein. Sagt Dir ein von uns emp­foh­lener Tarif zu, kann Dich der Rechner zu Verivox oder Check24 weiterleiten. Beide Portale vermitteln Gaslieferverträge und leiten einen Vertragswechsel ein. Zustande kommt ein neuer Liefervertrag aber erst, wenn der gewählte Versorger den Wechsel bestätigt und auch einen exakten Lieferbeginn nennt. Was Du bei einem Vertragswechsel beachten solltest, erfährst Du in unserem Ratgeber Gasanbieter wechseln.

Führen Check24 und Verivox einen Tarif zu denselben Konditionen, zeigt der Gasrechner diesen Tarif zweifach an. Willst Du den Tarif abschließen, hast Du dann die Wahl, dies je nach Vorliebe über Verivox oder über Check24 zu tun. Unterscheidet sich ein Angebot für einen bestimmten Tarif im Preis, zeigt der Finanztip-Gasrechner nur das kostengünstigere Angebot an und bietet dann auch den Link zu dem Portal, aus dessen Datenbank das günstigere Angebot stammt. Du kannst den Tarif auch direkt beim Versorger abschließen. Such dazu die Internetseite des Anbieters auf. Es ist dann aber möglich, dass sich die Preise direkt beim Anbieter von denen über die Portale unterscheiden.

Manche Tarife, die unser Rechner empfiehlt, kannst Du ohnehin nur beim Anbieter selbst abschließen, weil Check24 oder Verivox sie nicht vermitteln. In diesem Fall gibt es keinen weiterführenden Link vom Finanztip-Gasrechner zu den Portalen. Dann musst Du den Versorger direkt ansprechen, am besten über seine Internetseite. Gewöhnlich bieten die Unternehmen dort die Möglichkeit, einen Vertrag online zu schließen. Alternativ geht dies auch per Fax, Brief oder Telefon.

Tarife, die wir nicht empfehlen, zeigen wir Dir zwar an. Eine Weiterleitung zum Abschluss über Check24 oder Verivox bieten wir in diesen Fällen aber nicht.

Wie viel sparst Du beim Gasanbieterwechsel?

Nach der Abfrage siehst Du bei allen Angeboten zunächst den Preis für eine einjährige Gaslieferung, abhängig von der angegebenen Verbrauchsmenge.

Willst Du diesen Preis mit dem aus Deinem aktuellen Vertrag vergleichen, benötigt der Finanztip-Rechner eine weitere Angabe: die Höhe Deines monatlichen Abschlags oder den Betrag aus der jüngsten Jahresrechnung. Der Rechner subtrahiert dann die Kosten des neuen Tarifs von Deinen bisherigen Kosten und ermittelt so die mögliche Ersparnis durch einen Vertragswechsel.

Gib die verbrauchte Gasmenge möglichst genau an. Dann kann die errechnete Ersparnis mit einem anderen Tarif auch real eintreten. Da der Gasverbrauch je nach Witterung höher oder niedriger ausfällt, wird eine Prognose wohl aber nur selten exakt einem Rechnungsbetrag entsprechen.

Falls Du Deinen Gasverbrauch nicht kennst und Dich an der Wohnungsgröße orientierst, erfasst Du Deinen Gasverbrauch nur näherungsweise. Liegt Dein tatsächlicher Verbrauch über oder unter der im Rechner angegebenen Zahl, ermittelt der Rechner einen deutlich höheren oder niedrigeren Rechnungsbetrag beim neuen Versorger, als wenn Du den tatsächlichen Verbrauch der Vergangenheit angibst.

Autor
Ines Rutschmann

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Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Emp­feh­lungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

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