Eine Versicherung zahlt nur Schäden, die laut Versicherungsvertrag abgedeckt sind, und zwar in der vereinbarten Höhe. Damit Deine Hausratversicherung im Schadensfall die tatsächlich entstandenen Kosten übernimmt, musst Du beim Vertragsabschluss einiges beachten. Bestimmte Leistungen sollten unbedingt enthalten sein, einige Leistungen können je nach Lebenssituation sinnvoll sein. Auf verschiedene Leistungen können die meisten Versicherten verzichten.
Welche Leistungen sind ein absolutes Muss?
Grundsätzlich sind in Deiner Hausratversicherung Schäden durch Brand, Leitungswasser, Sturm und Hagel sowie Einbruch abgesichert. Einzelheiten dazu findest Du im Ratgeber zur Hausratversicherung.
Weitere Leistungen, die nicht in jedem Tarif enthalten sind, solltest Du jedoch miteinschließen, um keine Lücken im Versicherungsschutz zu haben:
Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit - Was etwas sperrig klingt, ist eine wichtige Leistungserweiterung, auf die Du keinesfalls verzichten solltest. Normalerweise zahlen Hausratversicherer nicht, wenn der Schaden durch Deine grobe Fahrlässigkeit entstanden ist. Wenn Du zum Beispiel die Terassentür offen lässt und das Haus verlässt, zahlt Deine Versicherung nicht, wenn bei Dir Diebe einsteigen und den Fernseher stehlen. Auch ein Brand, der durch eine unbeaufsichtigte Kerze verursacht wurde, ist dann nicht abgesichert.
Verzichtet die Versicherung darauf, bei grob fahrlässigem Verhalten die Leistungen zu streichen oder zu kürzen, bekommst Du den Schaden voll ersetzt. Außerdem verhindert die Klausel, dass Du in zweifelhaften Schadensfällen nachweisen musst, dass Du nicht grob fahrlässig gehandelt hast. Achte darauf, dass dieser Schutz bis zur vollen Versicherungssumme gilt.
Erweiterter Brandbegriff - Mit drei zusätzlichen Bausteinen erhöhst Du den Versicherungsschutz für Schäden durch Brand. Nimm erstens Schäden durch Rauch und Ruß sowie zweitens Seng- und Schmorschäden dazu. Drittens empfehlen wir die Ergänzung um Überspannungsschäden. Dann muss nicht erst ein Blitz in Dein Haus eingeschlagen haben, damit Du den Kurzschlussschaden am Fernseher ersetzt bekommst.
Diese Leistungen in der Hausratversicherung sind eventuell sinnvoll
Leistungserweiterungen können die Beiträge für die Hausratversicherung erheblich erhöhen. Aber nicht jede Zusatzleistung, die Du auswählen kannst, benötigst Du auch. Deswegen solltest Du Dir genau überlegen, welchen Schutz Du brauchst, und auf welchen Du verzichten kannst:
Elementarschadenversicherung - Genauso wie ein Eigenheim musst Du auch den Hausrat explizit gegen Schäden aufgrund von Naturgefahren absichern. Um im Fall von Überschwemmungen, Hochwasser, Erdrutsch, Lawinen oder Erdbeben versichert zu sein, kannst Du Deine Hausratversicherung um den Punkt Elementarschäden erweitern. Dieser Baustein macht den Vertrag teurer. Wie hoch der Aufschlag für diese Absicherung konkret ist, hängt von Deinem Wohnort und der Versicherung ab. In unserer letzten Analyse Anfang 2023 verlangten die Versicherer je nach Hochwasserrisiko einen Aufschlag zwischen fünf und 320 Prozent. Mehr zu dem Thema Kosten der Hausratversicherung erfährst Du in unserem Ratgeber.
Anders als bei der Wohngebäudeversicherung, empfehlen wir diesen Schutz nicht ausnahmslos allen Versicherten. Wer in einer Mietwohnung in der zweiten Etage oder höher wohnt und keinen relevanten Besitz im Keller lagert, braucht den Schutz eher nicht. Eigenheimbesitzer und Bewohner von Erdgeschosswohnungen sollten darüber nachdenken. Vor allem, wenn sie in einem Risikogebiet für Hochwasser und Starkregen leben. Wie hoch das Risiko bei Dir ist, kannst Du beim Naturgefahrenkompass des Gesamtverbandes der Versicherer (GDV) nachlesen.
Fahrradversicherung - Dein Fahrrad ist bis zu einer im Vertrag festgelegten Höchstsumme grundsätzlich versichert, wenn es sich in Deinen eigenen vier Wänden befindet. Wird Dein Fahrrad außerhalb Deiner Wohnung oder Deines Kellers geklaut, zum Beispiel im Innenhof Deines Wohnhauses, ist dies in der Regel nicht von der Hausratversicherung abgedeckt. Allerdings kannst Du es mit einer Zusatzvereinbarung, der sogenannten Fahrradklausel, umfangreicher absichern. Dadurch wird die Versicherung aber oft teurer. Um wie viel, hängt vom Wert Deines Fahrrads und Deines Wohnorts ab. Bei unserer Abfrage fanden wir Anbieter, die auch Fahrräder über 1.000 Euro noch beitragsfrei mitversichern. Andere verlangten für dasselbe Fahrrad den doppelten Beitrag für die Hausratversicherung.
Es lohnt sich, genau zu vergleichen. Prüfe dabei nicht nur den Preis, sondern auch die Leistungen: Bezahlt die Versicherung, wenn das Fahrrad nachts auf der Straße angeschlossen steht und gestohlen wird? Es kann sein, dass die hohe Versicherungssumme fürs Rad nachts nur gilt, wenn das teure Fahrrad in einem abgeschlossenen Raum abgestellt war. Eine Fahrradklausel, die Deine Versicherungsbeiträge erhöht, ist nur sinnvoll, wenn auf die Nachtklausel verzichtet wird. Dein Rad ist damit draußen auch zwischen 22 und 6 Uhr gegen Diebstahl abgesichert ist. Wenn Du ein teures Rad hast, vergleiche, ob nicht eine spezielle Fahrradversicherung die bessere Wahl ist. Sie ist mit rund 60 Euro im Jahr für ein Rad bis 2.000 Euro nicht unbedingt teurer als der Aufschlag der Hausratversicherungen und bietet mehr Leistungen.
Wasserschadenversicherung - Wenn Du ein Aquarium oder Wasserbett besitzt, wird eine solche Erweiterung interessant. Denn der Grundtarif deckt meist nur Schäden durch Leitungswasser aus dem Rohrsystem ab.
Wertsachen - Bei Wertsachen wie Schmuck, Kunst und Antiquitäten greift die Versicherung in der Regel nur bis zu 20 oder 25 Prozent der Versicherungssumme. Sofern das für Deine Wertsachen nicht ausreicht, solltest Du Dich für eine höhere Absicherung entscheiden. Besonders wertvollen Schmuck, den Du nur selten nutzt, kannst Du auch in einem Bankschließfach lagern. Je nach Tarif ist er dort auch gegen Diebstahl geschützt.
Welche Leistungen sind meist nicht so wichtig?
Diebstahl aus dem Auto - Du kannst Gegenstände, die in Deinem Auto nicht fest verbaut sind, wie Handy, Kamera oder Kindersitze, über Deine Hausratversicherung extra gegen Diebstahl absichern. Im Falle eines Diebstahls von Wertsachen bekommst Du den Schaden nur dann ersetzt, wenn sie von außen nicht sichtbar waren.
Schäden durch Internetnutzung - Einige Schäden durch Cyberkriminalität kannst Du in der Hausratversicherung absichern. Hierfür gibt es keinen extra Baustein, aber es gibt Tarife, die Schäden durch Phishing und Datendiebstahl mit absichern. Dabei handelt es sich in der Regel um etwas teurere Tarife. Du brauchst diesen Schutz eher nicht, wenn Du wichtige Schutzmaßnahmen bei der Internetnutzung einhältst. Denn für diese Schäden gilt meist nur eine recht niedrige Versicherungssumme. Du musst im Zweifelsfall auch nachweisen, dass Du Deine Pflichten nicht verletzt hast ‒ also zum Beispiel Virenschutzprogramme nutzt.
Für Unternehmen und Selbstständige kann ein Schutz gegen IT-Risiken allerdings sinnvoll sein. Dann empfiehlt sich jedoch eine Cyberversicherung.
Glasversicherung - Eine extra Glasversicherung lohnt sich in den meisten Fällen nicht. Lediglich bei teuren Glasbauten wie einem Wintergarten oder einem großen Aquarium kann das sinnvoll sein. Mehr zum Thema erfährst Du im Ratgeber zur Glasversicherung.
Es gibt insgesamt viele Details, die Du zusätzlich versichern kannst. Das reicht von Wäsche auf der Leine über Kinderwagen und Rollatoren im gemeinschaftlichen Hausflur. Natürlich musst Du dafür auch mehr zahlen. Die Frage, die Du Dir stellen solltest, ist, ob Du jeden möglichen Schaden versichern musst. Denn jeder zusätzliche Baustein kostet einen Aufpreis. Da solche Schäden oft wenige Hundert Euro kosten, sind die Ergänzungen noch weniger sinnvoll, wenn Du eine Selbstbeteiligung gewählt hast. Denn dann zahlst Du den Schaden bis zur Höhe der Selbstbeteiligung. Die Versicherung übernimmt nur den restlichen Anteil, der bei solchen Kleinschäden gering ist.