Saisonkennzeichen

Nicht unbedingt preiswert, aber praktisch

Silke Kursawe
& Co-Autor
Stand: 09. März 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einem Saisonkennzeichnen versichern Sie Fahrzeuge wie Cabrios, Wohnwagen und Motorräder, die Sie nur für eine bestimmte Zeit im Jahr nutzen.
  • Versicherung und Steuern fallen daher nur für die festgelegten Monate des Jahres an. Das ist in der Regel günstiger, als wenn Sie ganzjährig fahren.
  • Außerhalb der beantragten Monate dürfen Sie das Fahrzeug im öffentlichen Raum weder fahren noch abstellen. Sie benötigen also eine private Garage oder ein Privatgrundstück.
  • Solange Sie Ihr Auto oder Motorrad mit einem Saisonkennzeichen angemeldet haben, ist das Fahrzeug auch in den Folgejahren in den angegebenen Monaten zugelassen.
  • Ein Sonderfall der Saisonzulassung ist das Wechselkennzeichen: Damit haben Sie ein Kennzeichen für zwei Fahrzeuge.
So gehen Sie vor
  • Ein Saisonkennzeichen beantragen Sie bei der örtlichen Zulassungsstelle.
  • Sie benötigen dafür Ausweisdokumente, die Fahrzeugunterlagen, die Kennzeichen und die sogenannte eVB-Nummer als Versicherungsbestätigung. Die Nummer erhalten Sie bei Ihrem bisherigen Versicherer.
  • Lassen Sie das Fahrzeug dagegen zum ersten Mal auf sich zu, sollten Sie Versicherungsangebote vergleichen.
  • Sparen Sie mit einer Kombination aus Vergleichsportal und Direktversicherer. Berechnen Sie zunächst die günstigste passende Kfz-Versicherung auf Check24 oder Verivox. Berechnen Sie dann ein Angebot bei der Huk24.

Wenn Sie in der warmen Jahreszeit mit einem Cabrio, Motorrad oder Wohnwagen unterwegs sind, sollten Sie über ein Saisonkennzeichen nachdenken. Sie zahlen dann Versicherung und Steuern nur für die Monate, in denen Sie das Fahrzeug auch wirklich nutzen. Denn im Unterschied zu einem normalen Kennzeichen ist ein saisonales Kfz-Kennzeichen nicht das ganze Jahr über gültig, sondern nur für einen festgelegten, zusammenhängenden Zeitraum. Dieser beträgt mindestens zwei und höchstens elf Monate.

Wer braucht ein Saisonkennzeichen?

Ein Saisonkennzeichen lohnt sich für alle, die nur ein paar Monate im Jahr mit ihrem Fahrzeug unterwegs sind. Voraussetzung ist, dass Sie für die Wintermonate eine private Garage oder ein Privatgrundstück haben, wo Ihr Cabrio, Motorrad oder Wohnwagen stehen kann. Sie brauchen außerdem eine elektronische Versicherungsbestätigung (eVB), auf der die Saison eingetragen werden kann, und die üblichen Papiere zum Fahrzeug.

Das Gute an einem Saisonkennzeichen ist, dass Sie nur anteilig Steuern und Autoversicherung zahlen. Fahren Sie Ihr Cabrio beispielsweise von April bis einschließlich September, fallen lediglich Beiträge für sechs Monate an. In den Wintermonaten ruhen die Haftpflicht-, die Teilkasko- und die Vollkaskoversicherung. In dieser Ruhezeit haben Sie aber immer noch Versicherungsschutz, falls Ihr Auto gestohlen wird oder in Flammen steht.

Wenn Ihre Fahr-Saison mindestens sechs Monate umfasst, kann Ihr Schadenfreiheitsrabatt jedes Jahr ordentlich zulegen – vorausgesetzt, Sie haben keinen Unfall mit Ihrem Wagen. Dadurch sinkt der Beitrag im Jahr darauf. Für Autos und Motorräder, die weniger als sechs Monate im Jahr angemeldet sind, gilt diese Regelung nicht. Sie bleiben im nächsten Jahr in derselben Schadenfreiheitsklasse.

Was sind die Vorteile eines Saisonkennzeichens?

Haben Sie das Fahrzeug einmal entsprechend bei der Zulassungsstelle angemeldet, müssen Sie sich in den nachfolgenden Jahren um nichts mehr kümmern. Der Versicherungsschutz läuft automatisch für den angegebenen Zeitraum, und auch das Kennzeichen ist für die ausgewiesenen Monate dauerhaft gültig.

Auf dem Kennzeichen werden am rechten Rand nämlich nur die zulässigen Monate vermerkt, nicht aber das Jahr. Ein halbjährlicher Gang zur Zulassungsstelle entfällt genauso wie die Anmelde- und Abmeldegebühr von jeweils rund 17 Euro. Sie zahlen nur einmalig eine Zulassungsgebühr von etwa 27 bis 30 Euro.

Worauf sollten Sie achten?

So praktisch ein Saisonkennzeichen auch ist, genauso streng sind die Regeln für seinen Gebrauch. In der Zeit, in der das Kennzeichen nicht gilt (etwa über den Winter), ist das Fahrzeug nicht zugelassen und darf nicht am Straßenverkehr teilnehmen.

Sollte der Termin für die Hauptuntersuchung (HU) in diesen Zeitraum fallen, ist das kein Problem: Sie warten dann einfach solange, bis das Saisonkennzeichen wieder gültig ist und machen anschließend einen Termin für die Jahresuntersuchung.

Für eine Saisonzulassung benötigen Sie ein Winterquartier auf Privatgrund. Am Straßenrand oder auf einem öffentlichen Parkplatz darf das Gefährt dagegen nicht stehen. Wer mit einem nicht zugelassenen Fahrzeug fährt, zahlt 70 Euro Strafe. Das Parken am Straßenrand kann sogar bis zu 500 Euro kosten. Außerdem fallen zusätzliche Kosten an, wenn das Auto abgeschleppt werden muss.

Was ist die Alternative zum Saisonkennzeichen?

Wenn Sie sich nicht auf Dauer auf einen bestimmten Zeitraum für die Saisonzulassung festlegen wollen, haben Sie eine weitere Möglichkeit: Sie legen Ihre persönliche Saison selbst fest. Dazu müssen Sie dann aber auch regelmäßig selbst Ihr Fahrzeug ab- und wieder anmelden. Das lohnt sich nur, wenn der Weg zur Zulassungsstelle nicht weit ist und Sie günstig dorthin gelangen.

Vereinbaren Sie im Voraus einen Termit mit der Zulassungsstelle, das spart Zeit und Nerven. Spätestens ab dem zweiten Jahr sparen Sie mit dieser „handgestrickten“ Variante in vielen Fällen gegenüber dem Saisonkennzeichen. Die An- und Abmeldung kostet jedes Jahr etwa 20 Euro. Die Versicherung und die Kfz-Steuer für die Zeit, in der das Fahrzeug nicht zugelassen ist, erhalten Sie tageweise erstattet. Währenddessen gilt die beitragsfreie Ruheversicherung für Haftpflicht und Kasko.

Als Faustformel gilt: Das Saisonkennzeichen lohnt sich nur, wenn der Beitrag für die Saisonzulassung niedriger ist als der Jahresbeitrag minus die Rückerstattung für die Ruhezeit plus die Gebühren der regelmäßigen Ummeldung.

Wie finden Sie eine günstige Versicherung für Ihr Saisonfahrzeug?

Grundsätzlich ist es immer günstiger, ein Auto, das nur wenige Monate im Jahr gefahren wird, auch nur für diese Zeit zu versichern. Schließlich wird die Kfz-Versicherung dann nur anteilig berechnet. Beim Jahreskennzeichen hingegen fällt der volle Beitrag an.

Gleichzeitig haben Stichproben durch uns ergeben, dass sich Versicherungsunternehmen bei Saisonkennzeichen auch die Ruhezeiten bezahlen lassen. Auf dem Vergleichsportal Check24 haben wir Angebote für zwei verschiedene Cabrios überprüft: einen 3er BMW mit rund 150 PS und einen Golf VI mit 105 PS. Wir haben angegeben, dass beide Autos von einer Frau Mitte 30 gefahren werden, bereits eine Vorversicherung und die Schadenfreiheitsklasse 10 haben. Wir haben jeweils den halbjährlichen Beitrag für ein Saisonkennzeichen von April bis September berechnet sowie die Prämie für ein Jahreskennzeichen.

In beiden Fällen lagen die Kosten für das Saisonkennzeichen nicht einfach bei der Hälfte des Jahresbeitrags, sondern etwas darüber. Für den BMW kostete der günstigste Anbieter für sechs Monate rund 261 Euro, für den Golf 226 Euro. Eine Jahresversicherung für das BMW-Cabrio kostete jährlich 491 Euro, die Open-Air-Variante von VW 401 Euro. Für unseren Gesamtvergleich haben wir außerdem die Kfz-Steuer und die Gebühren für die Zulassung berücksichtigt.

Vergleich Saisonzulassung und Jahresvertrag

ModellautoSaisonzulassungJahresvertragSaison „selbst gemacht“
BMW Cabrio386 Euro727 Euro387 Euro
Golf Cabrio332 Euro599 Euro322 Euro

Quelle: Finanztip-Recherche auf Check24 (Stand: November 2017) und eigene Berechnung zur Kfz-Steuer auf Grundlage Bundesfinanzministerium (Stand: März 2018)

Vergleichen Sie unbedingt Versicherungstarife auf einem Vergleichsportal im Internet. Alle Hintergrundinformationen zu dem Thema finden Sie in unserem großen Ratgeber Kfz-Versicherung.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

  • Vergleichen Sie jeden Herbst, ob Ihre Kfz-Versicherung noch die günstigste ist.
  • Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter: Verivox, Check24, Huk24

Zum Ratgeber 

Autor
Silke Kursawe
& Co-Autor
Annika Krempel

Stand: 09. März 2018


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