Rollerversicherung

Jedes Jahr ein neues Kennzeichen

Anja Ciechowski
& Co-Autor
Stand: 14. August 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Sie brauchen jedes Jahr eine neue Haftpflichtversicherung für Ihren Roller.
  • Fahren Sie ohne aktuelles Kennzeichen auf der Straße, machen Sie sich strafbar.
  • Bei neueren Roller-Modellen kann zusätzlich eine Teilkaskoversicherung lohnen. Die ist aber optional.
So gehen Sie vor
  • Verschaffen Sie sich online mithilfe von Vergleichsportalen einen Überblick über die aktuellen Preise. 
  • Schließen Sie dann entweder online ab oder gehen Sie zu einem Versicherungsbüro.
  • Haben Sie den Beitrag gezahlt, bekommen Sie ein Versicherungskennzeichen in der aktuellen Farbe des Jahres: grün, schwarz oder blau. 

Sie sind günstig in der Anschaffung und verleihen dem Fahrer ein Gefühl von Freiheit: Roller, Mofas und Mopeds sind der ideale Sommerbegleiter. Und das beste: Kleinkrafträder mit einem Hubraum von maximal 50 Kubikzentimeter (ccm) und einer Geschwindigkeit von höchstens 45 Kilometer pro Stunde (km/h) brauchen lediglich ein Versicherungskennzeichen. Zulassung, Kfz-Steuer oder Hauptuntersuchung sind beim Roller überflüssig.

Welche Versicherung braucht Ihr Roller?

Auch motorisierte Flitzer müssen für den Schadensfall haftpflichtversichert sein. Die Haftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, die Sie anderen Menschen und deren Besitz zufügen – etwa, wenn Sie jemanden bei einem Unfall verletzten oder einen Kratzer an einem Auto verursachen.

Als Nachweis dient die Fahrzeugplakette des Rollers. Die Farbe des Schildes ändert sich jährlich. Am 1. März 2019 wurde das blaue Roller-Kennzeichen von einem grünen abgelöst. 2020 wird es schwarz sein und 2021 wieder blau.

Diese Krafträder sind versicherungspflichtig

Neben Motorroller, Mofa oder Moped brauchen auch E-Scooter und Segway einen Versicherungsschutz. Wer ohne Versicherungsschild durch die Straßen rollt, macht sich strafbar. Neben einer Geldstrafe droht bis zu einem Jahr Gefängnis. Sollten Sie dann auch noch einen Unfall verursachen, müssen Sie die anfallenden Kosten samt Schadensersatzforderungen aus eigener Tasche zahlen. Und das kann schlimmstenfalls in die Millionen gehen.

Für diese Fahrzeuge brauchen Sie eine Versicherung:

  • Mofas und Mopeds
  • Motorroller
  • E-Scooter
  • Segways
  • Pedelecs (Elektroräder mit Motorunterstützung über 25 km/h)
  • Quads und Trikes
  • Elektrorollstühle (bei einer Höchstgeschwindigkeit über 6 km/h)
  • Mini-Autos (sogenannte Leichtkraftfahrzeuge mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit) 

Für schnellere Maschinen Motorradversicherung abschließen

Motorroller mit einem Hubraum von 51 ccm bis 125 ccm sind von der Kfz-Steuer befreit – genauso wie die etwas langsameren Modelle. Im Gegensatz zu Mopeds oder Mofas steht bei den etwas flotteren Maschinen alle zwei Jahre die Haupt- und Abgasuntersuchung an. 

Für die kleinen Motorräder reicht eine Roller-Haftpflicht allerdings nicht aus. Richtig versichert werden sie über die Motorradversicherung. Doch Achtung: Anders als die Mopedversicherung läuft diese für Motorräder nicht jedes Jahr aus; der Versicherungsschutz besteht automatisch weiter. Wer wechseln will, muss rechtzeitig kündigen – und zwar mit einer einmonatigen Frist zur sogenannten Hauptfälligkeit. Wann das genau ist, steht im Versicherungsschein des Motorrades.

Ist eine Teilkaskoversicherung sinnvoll?

Im Vergleich zu Autos und Motorrädern werden Mofas und Mopeds bis zu acht Mal häufiger gestohlen. Das hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft für das Jahr 2017 ermittelt. Mit einer Teilkaskoversicherung sichern Sie Ihren Roller genau gegen solche Fälle ab. Die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt hingegen nicht, wenn der Roller gestohlen wird. Eine Teilkasko greift aber nicht nur bei Diebstahl, sondern auch bei einem Wildunfall, Marderbiss oder Kabelkurzschluss. 

Oft sieht die Teilkasko einen Selbstbehalt von 150 Euro vor. Wägen Sie ab, ob sich das für Sie lohnt, vor allem wenn Ihr Mofa zu den Relikten aus vergangenen Zeiten gehört und nur knapp mehr wert ist, als der Selbstbehalt hoch ist. Eine Teilkasko lohnt dann nämlich nicht mehr.

Einige Anbieter verzichten bei der Teilkasko auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit – eine wirklich sinnvolle Sache. Die Versicherung leistet dann beispielsweise auch, wenn der Roller nachts an der Straße steht und gestohlen wird.

Wie finde ich die passende Versicherung?

Eine Rollerversicherung abzuschließen, ist nicht schwer. Die richtige zu finden, ist hingegen gar nicht so einfach. Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter auf dem Markt, die mit günstigen Rollerversicherungen werben. Entscheidend ist aber nicht unbedingt der günstigste Preis. Vielmehr muss auch die Leistung stimmen. 

Wir empfehlen einen Vertrag mit einer erhöhten Deckungssumme von 100 Millionen Euro je Schadensfall beziehungsweise 15 Millionen Euro je geschädigter Person. So sind Sie auch bei schweren Unfällen ausreichend abgesichert. Deckt der Versicherer auch noch grobe Fahrlässigkeit ab oder bietet Ihnen einen verbesserten Schadenfreiheitsrabatt für Ihr Auto an, ist das ein gutes Zusatzangebot.

Bevor Sie eine Versicherung für Ihr Moped oder Mofa abschließen, sollten Sie die Angebote unbedingt miteinander vergleichen

Fündig werden Sie im Internet. Um sich einen Überblick über die Anbieter am Markt zu verschaffen, helfen Vergleichsportale wie Verbraucherforum-info, Nafi und Check24. Allerdings listen sie häufig nur einen Bruchteil der Unternehmen, die Versicherungen für Roller anbieten. Fragen Sie alternativ auch beim Versicherungsbüro vor Ort nach.

Was kostet die Rollerversicherung?

Mopedversicherungen sind vergleichsweise günstig. Mit einem Beitrag von 37 bis 70 Euro je Versicherungsjahr für die Haftpflicht sollten Sie dennoch rechnen. Fahrer, die jünger als 23 Jahre sind, zahlen häufig einen deutlich höheren Beitrag. Je nach Anbieter kostet die Rollerversicherung dann zwischen 20 und 60 Euro mehr. Wollen Sie sich zusätzlich gegen Diebstahl absichern und buchen eine Teilkasko dazu, wird es ebenfalls teurer. 

Schließen Sie den Vertrag im laufenden Versicherungsjahr ab, also vor oder nach dem Stichtag am 1. März, korrigieren die Versicherer den Preis anteilig nach unten. Sind Sie ein Schön-Wetter-Fahrer und fahren Ihren Roller vor allem in den Sommermonaten, können Sie daher mit einem Saisonkennzeichen zusätzlich den ein oder anderen Euro sparen.

Wie schließe ich die Rollerversicherung ab?

Wollen Sie eine Versicherung abschließen, müssen Sie in die Betriebserlaubnis vom Hersteller des Rollers oder Mofas schauen. Hier finden Sie die Fahrgestellnummer und das Baujahr. Anhand dieser Informationen stellt Ihnen der Versicherer einen Versicherungsschein aus.

Wenn Sie den Vertrag in der Filiale einer Versicherung vor Ort abschließen, können Sie die Plakette gleich mit nach Hause nehmen. Haben Sie die Rollerversicherung hingegen online beantragt, erhalten Sie das Kennzeichen binnen weniger Tage per Post. Das funktioniert jedoch nur, wenn Sie dem Versicherer ein Lastschriftmandat erteilt haben. Holen Sie das Kennzeichen direkt ab, können Sie auch bar zahlen.

Im Übrigen sollten Bastler nicht allzu sehr an ihrem Flitzer rumschrauben. Illegal frisierte Roller verlieren nämlich ihre Betriebserlaubnis und damit auch den Versicherungsschutz.

Wie lange ist mein Versicherungskennzeichen gültig?

Die Rollerhaftpflicht für Mofas, Mopeds und Co. bis 50 ccm ist immer nur für ein Versicherungsjahr gültig. Das Jahr beginnt regelmäßig am 1. März und endet am 28. oder 29. Februar des Folgejahres. Danach erlischt die Versicherung automatisch – das Gleiche gilt für die Teilkasko. Extra kündigen müssen Sie also nicht. Das ist besonders praktisch, wenn Sie zu einer günstigeren Rollerversicherung wechseln möchten. Denken Sie daran, rechtzeitig Ihren Schutz zu erneuern. Dann rollen Sie auch weiterhin legal über die Straßen.

Verkaufen Sie Ihr Moped bevor das Versicherungsjahr endet, teilen Sie das Ihrer Versicherung am besten unverzüglich mit. Sie erstattet Ihnen nämlich den zu viel gezahlten Beitrag. Alternativ lässt sich die Versicherung auch auf den neuen Rollerbesitzer umschreiben. Dieser übernimmt dann anteilig die restlichen Beiträge für das noch laufende Versicherungsjahr.

Mehr zur Motorrad-Versicherung in unserem Ratgeber

  • Achten Sie beim Vergleich der Motorradversicherung auf gute Klauseln und hohe Deckungssummen.
  • Empfohlene Anbieter: verbraucherforum-info.de, Nafi-Auto

Zum Ratgeber 

Autor
Anja Ciechowski
& Co-Autor
Silke Kursawe

Stand: 14. August 2019


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