Rollerversicherung

Jedes Jahr ein neues Kennzeichen

Anja Ciechowski
& Co-Autor
02. März 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Die Haftpflichtversicherung für Deinen Roller erlischt jedes Jahr automatisch. Du brauchst daher alle zwölf Monate eine neue.
  • Ob Dein Versicherungsschutz aktuell ist, erkennst Du an der Farbe Deines Kennzeichens. Wenn Du mit einem alten fährst, kannst Du Dich strafbar machen.
  • Bei neueren Rollern kann es eventuell lohnen, zusätzlich zur Haftpflicht eine Teilkaskoversicherung abzuschließen.
So gehst Du vor
  • Verschaffe Dir auf Vergleichsportalen einen Überblick über die aktuellen Preise für Haftpflichtversicherungen. 
  • Schließe dann entweder direkt online ab oder geh zu einem Versicherungsbüro.
  • Hast Du den Beitrag gezahlt, bekommst Du ein Versicherungskennzeichen in der aktuellen Farbe des Jahres: grün, schwarz oder blau. 

Sie sind günstig in der Anschaffung und verleihen dem Fahrer ein Gefühl von Freiheit: Roller, Mofas und Mopeds sind der ideale Sommerbegleiter. Und das beste: Kleinkrafträder mit einem Hubraum von maximal 50 Kubikzentimeter (ccm) und einer Geschwindigkeit von höchstens 45 Kilometer pro Stunde (km/h) brauchen lediglich ein Versicherungskennzeichen. Zulassung, Kfz-Steuer oder Hauptuntersuchung sind beim Roller überflüssig.

Welche Versicherung braucht Dein Roller?

Auch motorisierte Flitzer müssen für den Schadensfall haftpflichtversichert sein. Die Haftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, die Du anderen Menschen und deren Besitz zufügst – etwa, wenn Du jemanden bei einem Unfall verletzt oder einen Kratzer an einem Auto verursachst.

Als Nachweis dient die Fahrzeugplakette des Rollers. Die Farbe des Schildes ändert sich jährlich. 2020 ist das Roller-Kennzeichen schwarz. Seit dem 1. März darfst Du nicht mehr mit dem grünen Kennzeichen aus dem Jahr 2019 rumfahren. Das galt nur bis zum 29. Februar. Ab dem 1. März 2021 brauchst Du wieder ein neues, dann blaues, Versicherungskennzeichen.

Die richtige Farbe für Dein Versicherungskennzeichen

schwarz2014201720202023
blau2015201820212024
grün2016201920222025

Quelle: Finanztip-Recherche, 1. März 2020; Versicherungsjahr: jeweils ab 1. März bis 28./29. Februar des Folgejahres.

Diese Krafträder sind versicherungspflichtig

Neben Motorroller, Mofa oder Moped brauchen auch E-Scooter und Segway einen Versicherungsschutz. Wer ohne Versicherungsschild durch die Straßen rollt, macht sich strafbar. Neben einer Geldstrafe droht bis zu einem Jahr Gefängnis. Solltest Du dann auch noch einen Unfall verursachen, musst Du die anfallenden Kosten samt Schadensersatzforderungen aus eigener Tasche zahlen. Und das kann schlimmstenfalls in die Millionen gehen.

Für diese Fahrzeuge brauchst Du eine Versicherung:

  • Mofas und Mopeds
  • Motorroller
  • E-Scooter
  • Segways
  • Pedelecs (Elektroräder mit Motorunterstützung über 25 km/h)
  • Quads und Trikes
  • Elektrorollstühle (bei einer Höchstgeschwindigkeit über 6 km/h)
  • Mini-Autos (sogenannte Leichtkraftfahrzeuge mit 45 km/h Höchstgeschwindigkeit) 

Für schnellere Maschinen Motorradversicherung abschließen

Motorroller mit einem Hubraum von 51 ccm bis 125 ccm sind von der Kfz-Steuer befreit – genauso wie die etwas langsameren Modelle. Im Gegensatz zu Mopeds oder Mofas steht bei den etwas flotteren Maschinen alle zwei Jahre die Haupt- und Abgasuntersuchung an. 

Für die kleinen Motorräder reicht eine Roller-Haftpflicht allerdings nicht aus. Richtig versichert werden sie über die Motorradversicherung. Doch Achtung: Anders als die Mopedversicherung läuft diese für Motorräder nicht jedes Jahr aus; der Versicherungsschutz besteht automatisch weiter. Wer wechseln will, muss rechtzeitig kündigen – und zwar mit einer einmonatigen Frist zur sogenannten Hauptfälligkeit. Wann das genau ist, steht im Versicherungsschein des Motorrades.

Ist eine Teilkaskoversicherung sinnvoll?

Im Vergleich zu Autos und Motorrädern werden Mofas und Mopeds bis zu acht Mal häufiger gestohlen. Das hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft für das Jahr 2017 ermittelt. Mit einer Teilkaskoversicherung sicherst Du Deinen Roller genau gegen solche Fälle ab. Die Kfz-Haftpflichtversicherung zahlt hingegen nicht, wenn der Roller gestohlen wird. Eine Teilkasko greift aber nicht nur bei Diebstahl, sondern auch bei einem Wildunfall, Marderbiss oder Kabelkurzschluss. 

Oft sieht die Teilkasko einen Selbstbehalt von 150 Euro vor. Wäge deshalb ab, ob sich das für Dich lohnt, vor allem wenn Dein Mofa zu den Relikten aus vergangenen Zeiten gehört und nur knapp mehr wert ist, als der Selbstbehalt hoch ist. Eine Teilkasko lohnt dann nämlich nicht mehr.

Einige Anbieter verzichten bei der Teilkasko auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit – eine wirklich sinnvolle Sache. Die Versicherung leistet dann beispielsweise auch, wenn der Roller nachts an der Straße steht und gestohlen wird.

Wie finde ich die passende Versicherung?

Eine Rollerversicherung abzuschließen, ist nicht schwer. Die richtige zu finden, ist hingegen gar nicht so einfach. Mittlerweile gibt es zahlreiche Anbieter auf dem Markt, die mit günstigen Rollerversicherungen werben. Entscheidend ist aber nicht unbedingt der günstigste Preis. Vielmehr muss auch die Leistung stimmen. 

Wir empfehlen einen Vertrag mit einer erhöhten Deckungssumme von 100 Millionen Euro je Schadensfall beziehungsweise 15 Millionen Euro je geschädigter Person. So bist Du auch bei schweren Unfällen ausreichend abgesichert. Deckt der Versicherer auch noch grobe Fahrlässigkeit ab oder bietet Dir einen verbesserten Schadenfreiheitsrabatt für Dein Auto an, ist das ein gutes Zusatzangebot.

Bevor Du eine Versicherung für Dein Moped oder Mofa abschließt, solltest Du die Angebote unbedingt miteinander vergleichen

Fündig wirst Du im Internet. Um sich einen Überblick über die Anbieter am Markt zu verschaffen, helfen Vergleichsportale wie Verbraucherforum-info, Nafi und Check24. Allerdings listen sie häufig nur einen Bruchteil der Unternehmen, die Versicherungen für Roller anbieten. Frage alternativ auch beim Versicherungsbüro vor Ort nach.

Was kostet die Rollerversicherung?

Mopedversicherungen sind vergleichsweise günstig. Mit einem Beitrag von 37 bis 70 Euro je Versicherungsjahr für die Haftpflicht solltest Du dennoch rechnen. Fahrer, die jünger als 23 Jahre sind, zahlen häufig einen deutlich höheren Beitrag. Je nach Anbieter kostet die Rollerversicherung dann zwischen 20 und 60 Euro mehr. Willst Du Dich zusätzlich gegen Diebstahl absichern und buchst eine Teilkasko dazu, wird es ebenfalls teurer. 

Schließt Du den Vertrag im laufenden Versicherungsjahr ab, also vor oder nach dem Stichtag am 1. März, korrigieren die Versicherer den Preis anteilig nach unten. Bist Du ein Schön-Wetter-Fahrer und fährst Deinen Roller vor allem in den Sommermonaten, kannst Du mit einem Saisonkennzeichen zusätzlich den ein oder anderen Euro sparen.

Wie schließe ich die Rollerversicherung ab?

Willst Du eine Versicherung abschließen, musst Du in die Betriebserlaubnis vom Hersteller des Rollers oder Mofas schauen. Hier findest Du die Fahrgestellnummer und das Baujahr. Anhand dieser Informationen stellt Dir der Versicherer einen Versicherungsschein aus.

Wenn Du den Vertrag in der Filiale einer Versicherung vor Ort abschließt, kannst Du die Plakette gleich mit nach Hause nehmen. Hast Du die Rollerversicherung hingegen online beantragt, erhältst Du das Kennzeichen binnen weniger Tage per Post. Das funktioniert jedoch nur, wenn Du dem Versicherer ein Lastschriftmandat erteilt hast. Wenn Du das Kennzeichen direkt abholst, kannst Du auch bar zahlen.

Im Übrigen sollten Bastler nicht allzu sehr an ihrem Flitzer rumschrauben. Illegal frisierte Roller verlieren nämlich ihre Betriebserlaubnis und damit auch den Versicherungsschutz.

Wie lange ist mein Versicherungskennzeichen gültig?

Die Rollerhaftpflicht für Mofas, Mopeds und Co. bis 50 ccm ist immer nur für ein Versicherungsjahr gültig. Das Jahr beginnt regelmäßig am 1. März und endet am 28. oder 29. Februar des Folgejahres. Danach erlischt die Versicherung automatisch – das Gleiche gilt für die Teilkasko. Extra kündigen musst Du also nicht. Das ist besonders praktisch, wenn Du zu einer günstigeren Rollerversicherung wechseln möchtest. Denke daran, rechtzeitig Deinen Schutz zu erneuern. Dann rollst Du auch weiterhin legal über die Straßen.

Verkaufst Du Dein Moped bevor das Versicherungsjahr endet, teile das Deiner Versicherung am besten unverzüglich mit. Sie erstattet Dir nämlich den zu viel gezahlten Beitrag. Alternativ lässt sich die Versicherung auch auf den neuen Rollerbesitzer umschreiben. Dieser übernimmt dann anteilig die restlichen Beiträge für das noch laufende Versicherungsjahr.

Mehr zur Motorrad-Versicherung in unserem Ratgeber

  • Achte beim Vergleich der Motorradversicherung auf gute Klauseln und hohe Deckungssummen.
  • Empfohlene Anbieter: verbraucherforum-info.de, Nafi-Auto

Zum Ratgeber 

Autor
Anja Ciechowski
& Co-Autor
Silke Kursawe

02. März 2020


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