Motorradversicherung

Die passende Versicherung für Deine Maschine

Nicolas Heronymus 25. Juni 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Wir haben für Dich das Vergleichsportal mit den niedrigsten Preisen für Deine Motorradversicherungen ermittelt.
  • Für viele Motorräder kann sich zusätzlich zur Haftpflicht eine Teilkasko lohnen. Auf welche Leistungen Du bei der Versicherung achten solltest, erklären wir in diesem Ratgeber.
  • Mit einem Saisonkennzeichen, einer Selbstbeteiligung und weiteren Tipps kannst Du sparen.
So gehst Du vor
  • Hast Du ein Auto? Dann fordere bei Deinem Kfz-Versicherer ein Angebot für eine Zweitfahrzeugversicherung an. Vergleiche dieses auf dem von uns empfohlenen Portal Nafi-Auto mit anderen Angeboten auf dem Markt.
  • Wenn das Motorrad Dein einziges Fahrzeug ist: Vergleiche die Preise direkt auf Nafi-Auto.

Kaum zeigt sich die Sonne und lässt die Temperaturen klettern, ist es für viele an der Zeit, ihr Motorrad fit zu machen. Wer sich fürs Motorradfahren begeistert, aber noch keine Maschine hat, kauft sich vielleicht sogar eine. In beiden Fällen gehört zur richtigen Vorbereitung für die erste Fahrt eine gute und günstige Versicherung. Wir zeigen Dir, wie Du die findest und dabei noch sparen kannst.

Welche Versicherung brauchst Du fürs Motorrad?

Die Haftpflichtversicherung ist in Deutschland Pflicht: Willst Du ein Motorrad zulassen, musst Du eine haben. Die Haftpflicht zahlt Schäden, die Du anderen im Straßenverkehr zufügst.

Schäden an der eigenen Maschine sind davon nicht abgedeckt. Dafür gibt es die Kaskoversicherung. Du kannst wählen zwischen einer Teilkasko- und einer Vollkaskoversicherung. Der wichtigste Unterschied: Die Vollkasko zahlt auch für Schäden an Deinem Motorrad, die durch einen selbstverschuldeten Unfall oder Vandalismus entstehen. Während sich die Teilkasko bei vielen Motorrädern lohnen kann, ist eine Vollkasko in den meisten Fällen zu teuer.

Teilkaskoversicherung kann sich lohnen

Die Teilkasko springt ein, wenn Du auf der Landstraße mit einem Tier zusammenstößt oder Dein Motorrad gestohlen wird. Ob sich die Versicherung lohnt, hängt unter anderem vom Wert Deiner Maschine ab. Meist ist der Schutz bezahlbar und mit einer Selbstbeteiligung lässt sich der Preis noch drücken.

Für diese Schäden kommt die Teilkasko auf:

  • Diebstahl,
  • Brand und Explosion,
  • Unwetterschäden wie Sturm, Blitzschlag, Hagel und Überschwemmung,
  • Zusammenstöße mit Haarwild wie Rehen oder Wildschweinen,
  • Marderbisse an Kabeln, Schläuchen und Leitungen,
  • Kabelschäden durch Kurzschluss,
  • Glasbruch zum Beispiel durch Steinschlag.

Der Schutz der Teilkasko lässt sich erweitern zum Beispiel auf Zusammenstöße mit Tieren aller Art. Dein Motorrad ist dann auch versichert, wenn Du etwa mit einer Kuh oder einem Pferd kollidierst. Was Haftpflicht- und Kaskoversicherung außerdem abdecken sollten, liest Du hier.

Vollkasko unverhältnismäßig teuer

Unsere Recherchen zeigen: Eine Vollkasko ist oft unverhältnismäßig teuer und lohnt daher höchstens in Ausnahmefällen. Nur wenn Du eine sehr teure, neue Maschine hast, solltest Du überlegen, ob Du einen Komplettschutz brauchst.

Um das zu ermitteln, gehst Du wie folgt vor: Am besten vergleichst Du Preise mit und ohne Vollkasko auf dem von uns empfohlenen Weg. Wenn Du Dich nach Deinem Preisvergleich für eine Vollkasko entscheidest, achte darauf, dass der Versicherer bei einem Totalschaden möglichst lange den Neuwert des Motorrads erstattet. Nach einiger Zeit wird Dein Fahrzeug einiges an Wert verlieren – spätestens dann solltest Du nochmal nachrechnen, ob sich die Vollkasko noch lohnt. Und wenn nicht, in die Teilkasko wechseln.

Wann Du Deine Versicherung wechseln kannst

Häufig ist der Stichtag für einen Wechsel der Versicherung der 30. November. Du solltest aber im Versicherungsschein Deiner aktuellen Versicherung prüfen, wann die sogenannte Hauptfälligkeit ist – Du kannst dann mit einer Kündigungsfrist von vier Wochen aus dem Vertrag raus. Wenn Du ein Saisonkennzeichen hast, kann der Termin statt im November zum Beispiel auch im September oder Februar liegen. Ein Sonderkündigungsrecht hast Du etwa, wenn Dir die Versicherung Deine Beiträge erhöht, bei einem Fahrzeugwechsel oder nach einem Schaden.

Was sollte Deine Motorradversicherung abdecken?

Es gibt Leistungen, auf die Du bei Deiner Versicherung nicht verzichten solltest. Andere lohnen sich nur in bestimmten Fällen – wir erklären Dir, was Du wissen musst.

Wichtig bei der Haftpflicht

In der Haftpflichtversicherung sind erhöhte Deckungssummen unverzichtbar, da die Versicherungssumme bei Großschäden sonst nicht ausreichen könnte – etwa wenn Du eine Massenkarambolage verursachst. Zwar gibt es gesetzliche Mindestsummen für Personenschäden sowie Sach- und Vermögensschäden, vor allem für letztere ist die Mindestsumme allerdings relativ niedrig. Die meisten Versicherer bieten heutzutage pauschal hohe Versicherungssummen von bis zu 100 Millionen Euro an.

Optional hingegen ist die Mallorca-Police. Diese sichert Dich ab, wenn Du im europäischen Ausland einen Schaden mit einem Mietfahrzeug verursachst und das Fahrzeug nicht ausreichend versichert ist. Dann springt Dein Versicherer ein und hebt die Versicherungssumme auf deutsches Niveau an. In unserem Vergleich kostete die Mallorca-Police keinen Aufschlag.

Wenn Du ein Auto auf Deinen Namen versichert hast, solltest Du prüfen, ob Du durch die Mallorca-Police der Kfz-Versicherung bereits abgesichert bist. Denn für welche Mietfahrzeuge der Schutz gilt, variiert von Versicherer zu Versicherer. So kann es sein, dass in der Autoversicherung auch Mietmotorräder abgedeckt sind, in der Motorradversicherung aber nicht. Wenn es Dir wichtig ist, dass der Schutz auch für Mietmotorräder gilt, musst Du in die Bedingungen Deines Kfz-Vertrags beziehungsweise die des Motorrad-Tarifs schauen.

Wichtig bei der Kaskoversicherung

Auch bei der Kaskoversicherung musst Du auf den Leitungsumfang achten. Einige erachten wir als sehr wichtig. Andere verteuern die Tarife häufig unnötig. Die folgenden Leistungen sollte Deine Kasko unbedingt einschließen. Verzichte nicht auf diesen Schutz.

  1. Keine Einrede grober Fahrlässigkeit - Wenn Du diese Klausel wählst, leistet Dein Versicherer auch dann in vollem Umfang, wenn Du einen Schaden an Deinem Motorrad grob fahrlässig verursachst. Er verzichtet auf sein Recht zur „Einrede der groben Fahrlässigkeit“. Beispiele: Du überfährst eine rote Ampel, fährst viel zu schnell oder schreibst Nachrichten auf dem Handy und verursachst dabei einen Unfall. Nicht versichert sind Fälle, in denen Du unter Alkohol- oder Drogeneinfluss einen Unfall baust oder wenn Du den Diebstahl der Maschine grob fahrlässig ermöglichst.
  2. Erweiterte Wildschadendeckung - Ohne diese Erweiterung zahlt die Teilkasko nur bei Unfällen mit Haarwild wie Rehen oder Wildschweinen. Mit ihr bist Du auch versichert, wenn Du mit anderen Tieren zusammenstößt – zum Beispiel mit Kühen oder Pferden auf der Landstraße. Die Erweiterung ist inzwischen Standard.
  3. Verzicht auf Abzug neu für alt - Mit dieser Klausel verzichtet der Versicherer darauf, seine Zahlung zu kürzen, wenn durch die Reparatur der Wert Deines Motorrads steigt. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn nach einem Unfall alte Verschleißteile wie Reifen durch neue ersetzt werden. Für Dich ist der Verzicht auf Abzug neu für alt deshalb besonders interessant, wenn Du ein etwas älteres Motorrad hast.

Ob die folgenden Leitungen für Dich wichtig sind, hängt von Deinen persönlichen Merkmalen ab. Wir stufen sie als optional ein. Prüfe, wie viel teurer Deine Versicherung durch sie würde.

  1. Erweiterte Elementarschäden - Diese Klausel schützt Dein Motorrad gegen Schäden durch Lawinen und Erdrutsche. In Betracht kommt sie daher nur, wenn Du in einer Bergregion oder an einem Hang wohnst.
  2. Neuwertentschädigung - Wenn Du für ein sehr teures, neues Motorrad eine Vollkasko abschließen möchtest, solltest Du darauf achten, dass der Versicherer bei einem Totalschaden möglichst lange den Neuwert Deiner Maschine zahlt. Ideal sind bis zu 24 Monate nach der Erstzulassung. Sonst bekommst Du nur den Zeitwert, der gerade bei Neufahrzeugen sehr schnell sinkt.
  3. Zusatzleistungen - Wenn Deine Maschine über teure Sonderausstattung wie einen Sportauspuff verfügt, solltest Du zudem darauf achten, dass diese mitversichert ist. Prüfe dafür die Bedingungen der Versicherungen gründlich.

Für Mopeds und Roller brauchst Du nur ein Versicherungskennzeichen

Auch Zweiräder mit wenig Leistung müssen haftpflichtversichert werden. Für die kleinen Maschinen mit einer Höchstgeschwindigkeit von 45 Kilometer pro Stunde und einem Hubraum von maximal 50 Kubikzentimeter reicht aber ein Versicherungskennzeichen. Die größten Unterschiede zum normalen Kennzeichen: Weder Hauptuntersuchung noch Kfz-Steuern werden fällig und die Versicherung erlischt nach einem Jahr automatisch. Was Du sonst beachten solltest, sowie für welche Zweiräder dies gilt, liest Du hier.

Wie findest Du die passende Motorradversicherung?

Bei der großen Zahl der Anbieter die Konditionen und Preise aller Versicherer abzufragen ist sehr aufwendig. Viel einfacher ist es, diese Aufgabe Vergleichsportalen zu überlassen. Wir haben im April 2020 vier davon getestet: Check24, Ihre Makler 24, Motorrad-Versicherung-Online und Nafi-Auto. Das Portal Verivox bot zum Testzeitpunkt keinen Vergleichsrechner an.

In unserem Test haben wir auf jedem Portal die Preise für zwölf Musterprofile abgefragt. Einige der Musterkunden wollten ein gebraucht oder neu gekauftes Motorrad versichern lassen, andere wollten die Versicherung wechseln. Für einige haben wir Tarife für die Versicherung des Motorrads als Erstfahrzeug angefragt, für andere die Einstufung als Zweitwagen. Weitere Einzelheiten zu unserem Test erfährst Du am Ende des Ratgebers.

Unsere Empfehlung: Preise vergleichen wie ein Profi

Unsere Untersuchung hat gezeigt: Am besten findest Du die passende Motorradversicherung über Nafi-Auto. Das Portal ist kein klassisches Verbrauchervergleichsportal, der Rechner ist eigentlich ein Tool für Makler, also Profis. Nutzen kann ihn aber jeder, der sich für einen Versicherungsvergleich interessiert.

In unserem Test zeigte Nafi-Auto die besten Preise an. Außerdem bot es den größten Marktüberblick. Soweit die Vorteile von Nafi. Der größte Nachteil: Auf dem Portal ist kein Vertragsabschluss möglich. Daher musst Du die Versicherung nach dem Vergleich beim günstigsten Anbieter direkt abschließen.

Nafi-Auto
Die günstigsten Preise im Finanztip-Vergleich – aber kein direkter Abschluss möglich
  • die günstigsten Preise im Finanztip-Vergleich
  • große Anbieterauswahl
  • umfangreiche Filtermöglichkeiten
  • auf dem Portal kein direkter Abschluss möglich
  • Tarife einiger Versicherer nicht online abschließbar
  • aufwendige Dateneingabe
Nur beim Anbieter abschließbar

Wie gehst Du beim Vergleich vor?

Das beste Vorgehen hängt davon ab, ob Du auch ein Auto auf Deinen Namen versichert hast oder ob das Motorrad Dein einziges Fahrzeug ist.

Wenn Du ein Auto hast, solltest Du zunächst bei Deinem Kfz-Versicherer ein Angebot für eine Zweitfahrzeugversicherung anfordern. Dieses Angebot kannst Du in einem zweiten Schritt auf Nafi-Auto mit anderen Angeboten vergleichen – ob Du Dein Motorrad als Erst- oder Zweitfahrzeug versicherst, steht Dir frei. Wenn das Motorrad Dein einziges Fahrzeug ist, vergleiche die Angebote direkt bei Nafi-Auto.

Danach gehst Du auf die Website des Anbieters mit dem besten Angebot und schließt dort die Versicherung für Deine Maschine ab. Beachte, dass es auf dem Portal auch Angebote von Versicherern gibt, die sich nicht online abschließen lassen. Wäge in diesem Fall ab, ob ein etwas teurerer Online-Tarif für Dich in Frage kommt.

Lass Dich nicht dadurch verunsichern, dass auf dem Rechner von Nafi-Auto viele Felder ausgefüllt werden müssen. Nutze unsere Übersicht über die wichtigsten Leistungen, die Du auswählen solltest.

Wie sparst Du bei der Motorradversicherung?

Mit einigen Tipps kannst Du den Preis für die Versicherung noch etwas drücken.

Vergleiche vor dem Motorradkauf die Prämien

Wenn Du noch kein Motorrad hast, kann es sich lohnen, schon vor dem Kauf auf die Versicherungsbeiträge zu schauen. Dies ist vor allem sinnvoll, wenn Du Dich für eine Sportmaschine mit viel PS interessierst. Diese können teuer sein – insbesondere in der Kaskoversicherung. Prüfe deshalb vor dem Kauf die Beiträge, um Überraschungen zu vermeiden.

Zahle nur, wenn Du auch fährst

Wenn Du nur einen Teil des Jahres fährst, lohnt sich ein Saisonkennzeichen. Unser Test zeigte, dass im Schnitt 30 Prozent Ersparnis drin sind, wenn Du Dein Motorrad nur von März bis Oktober nutzt. Für welche Monate das Saisonkennzeichen gelten soll, kannst Du selbst entscheiden. Du solltest allerdings darauf achten, dass es mindestens sechs Monate sind. Sonst verbesserst Du Deine Schadenfreiheitsklasse nicht.

Lass nicht jeden fahren

Je mehr Personen mit dem Motorrad fahren dürfen, desto teurer wird die Versicherung. Wenn jede beliebige Person mitversichert ist, explodieren die Preise – das zeigte unser Test. Am besten ist es daher, wenn Du den Fahrerkreis möglichst klein hältst. Entweder beschränke ihn auf Dich selbst oder auf Personen, die mit Dir in einem Haushalt leben und mindestens 25 Jahre alt sind.

Vereinbare eine Selbstbeteiligung

Mit einer Selbstbeteiligung zahlst Du kleinere Schäden oder einen Teil eines größeren Schadens selbst. Unsere Studie zeigt: Mit einer Selbstbeteiligung lassen sich in der Teilkasko ungefähr 10 Prozent sparen. Empfehlenswert ist eine in Höhe von 150 Euro. Für den Einfluss einer Selbstbeteiligung auf den Preis der Vollkasko konnten wir keine verlässlichen Ergebnisse generieren.

So nutzt Du weitere Sparpotenziale

Mit den folgenden Tipps zahlst Du noch weniger:

  • Meist ist es günstiger, wenn Du den Beitrag für Deine Versicherung jährlich zahlst.
  • Als Fahranfänger solltest Du prüfen, ob Du das Motorrad über Deine Eltern versichern lassen kannst – möglicherweise als Zweitfahrzeug. Alternativ könntest Du auch die Schadenfreiheitsklasse eines Familienmitglieds nutzen.
  • Wähle einen sicheren Abstellort. Wenn Du Dein Motorrad auf der Straße abstellst, ist das Diebstahlrisiko deutlich höher als zum Beispiel auf einem umzäunten Grundstück. Der Kaskoschutz ist dann in der Regel teurer.
  • Schätze die jährliche Fahrleistung realistisch ein. In unserer Studie kosteten zum Beispiel 4.000 Kilometer im Schnitt 5 Prozent mehr als 3.000 Kilometer.

So haben wir getestet

Test Vergleichsportale Motorradversicherung April 2020

Wir haben zwölf Musterprofile erstellt, die vor allem auf Daten des Kraftfahrt-Bundesamtes, des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft und des Statistischen Bundesamtes beruhen. Insbesondere berücksichtigen die Profile:

  • eine weitreichende Abdeckung der existierenden Regionalklassen,
  • die statistische Verteilung der Marken, der Motorradtypen, der Leistung, des Alters der Fahrer, der Laufleistung, der Saisonkennzeichen und der Zweitfahrzeuge.

Wir haben folgende in den Vergleichsportalen anwählbare oder fest voreingestellte Mindestkriterien für die Tarife angesetzt:

  • Haftpflicht: Versicherungssumme Personenschäden (über 8 Millionen Euro)
  • Haftpflicht: Versicherungssumme Sach- und Vermögensschäden (mindestens 100 Millionen Euro)
  • Haftpflicht: Mallorca-Police (mindestens gesetzliche Haftungssummen)
  • Kasko: Verzicht auf Einrede der groben Fahrlässigkeit
  • Kasko: erweiterte Wildschadendeckung (alle Tiere)
  • Kasko: Verzicht auf Abzug neu für alt

Dadurch schließen wir nicht empfehlenswerte Billigtarife aus. Diese Kriterien solltest auch Du bei Deinen Vergleichen einstellen, um verbraucherfreundliche Ergebnisse zu erhalten.

Auswahl der Grundgesamtheit

Für die Portalauswahl haben wir mit dem Suchbegriff „Motorradversicherung“ die ersten drei Google-Seiten auf Portale geprüft, die einen Vergleich für Motorradversicherungen anbieten. Insgesamt haben wir dabei sieben Vergleichsrechner gefunden. Vier davon nutzen den Rechner von Check24. Diese haben wir aussortiert, weil sie reine Kopien des Originalrechners darstellen. Das Portal Verivox bot zu der Zeit keinen Rechner an.

Zusätzlich haben wir vorausgesetzt, dass Tarife auf dem Portal abschließbar sein müssen. Und es musste auf den Rechnern auch möglich sein, in der Suchmaske unsere Mindestkriterien verbindlich festzulegen. Die Portale Check24, Ihre Makler 24 und Motorrad-Versicherung-Online erfüllten alle Anforderungen.

Ihre Makler 24 und Motorrad-Versicherung-Online verwenden den Rechner von Nafi-Auto – einem Tool für Makler. Der Rechner ist auch direkt auf der Seite von Nafi-Auto nutzbar. Obwohl er keine Abschlussmöglichkeit bietet und der Vergleich aufgrund einer umfassenden Dateneingabe kompliziert ist, haben wir uns entschieden, dieses Portal in den Test einzubeziehen. Denn er bietet im Verhältnis den größten Marktüberblick.

So sind wir zu unserer Empfehlung gekommen

Um die Portale bewerten zu können, haben wir das jeweils günstigste Angebot gesucht, das unsere Mindestkriterien erfüllt und geprüft, wie viel jedes Portal vom niedrigsten Preis abweicht. Daraus haben wir für alle Portale eine durchschnittliche Abweichung berechnet. In einem zweiten Schritt haben wir uns angeschaut, wie groß die maximale Abweichung zum jeweils niedrigsten Preis auf jedem Portal ist.

Das Ergebnis: Je nach Portal hätten unsere Testkunden im Verhältnis zum niedrigsten Preis auf einem anderen Portal durchschnittlich zwischen 4 und fast 35 Prozent mehr gezahlt. Die größte Abweichung zum niedrigsten Preis lag je nach Portal zwischen knapp 22 und ungefähr 81 Prozent. In vier Fällen hätten unsere Testkunden auf einem Portal über 50 Prozent mehr zahlen müssen als auf einem anderen.

Vergleichsportale und Preisabweichungen

 Check24Ihre Makler 24Motorrad-
Versicherung-
Online
Nafi-Auto
Durchschnittliche Abweichung vom niedrigsten Preis34,8 %7,4 %10,3 %4 %
Häufigkeit niedrigster Preis11678
Größte Abweichung vom niedrigsten Preis80,7 %29,4 %61,8 %21,9 %
Häufigkeit Preis mehr als 10 % höher als niedrigster110333

1 von insgesamt zwölf Abfragen
Quelle: Anfragen bei den Anbietern und Finanztip-Berechnungen (Stand: 22. April 2020)

Das Portal Nafi-Auto zeigte im Durchschnitt die niedrigsten Preise, bot am häufigsten den besten Preis und hatte den kleinsten Ausreißer. Ihre Makler 24 folgt mit einer etwas höheren durchschnittlichen Abweichung und einem etwas größeren Ausreißer. Dass das Portal besser abschneidet als Motorrad-Versicherung-Online, lag aber überwiegend an den Preisen eines einzigen Versicherers. Da diese sich auch kurzfristig ändern können, reicht die Momentaufnahme des Tests nicht, um das Portal zu empfehlen. Hinzu kommt, dass Ihre Makler 24 wesentlich weniger Anbieter abdeckt als Nafi-Auto.

Motorrad-Versicherung-Online bot im Vergleich eine mittelmäßige durchschnittliche Abweichung vom niedrigsten Preis und einen verhältnismäßig großen Ausreißer. Bei Check24 fanden wir im Durchschnitt die höchsten Preise und die größte Abweichung vom niedrigsten Preis. Dies lag zum Teil daran, dass die Nutzer auf dem Portal zum Testzeitpunkt keine Preise für ein Motorrad als Zweitfahrzeug abfragen konnten. Eine weitere Schwäche zeigte das Portal für ältere Maschinen in unserem Test: Der Tarifvergleich war nur möglich für Motorräder, die nicht länger als 30 Jahre zuvor das erste Mal zugelassen wurden.

Autor
Nicolas Heronymus

25. Juni 2020


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