Oldtimer-Versicherung

Das rollende Schmuckstück günstig versichern

Annika Krempel
& Co-Autor
Stand: 22. Oktober 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Für Oldtimer gibt es spezielle Tarife in der Kfz-Versicherung, die sehr preiswert sind. Ebenso vergünstigt ist die Kfz-Steuer.
  • Die Beiträge werden pauschal berechnet in Abhängigkeit vom Alter des Autos. Je älter der Wagen ist, desto günstiger ist die Versicherung.
  • Schadenfreiheitsrabatte sowie Typ- und Regionalklassen spielen dabei keine Rolle.
  • Bei den meisten Versicherungen muss das Auto mindestens 25 Jahre alt sein, damit Sie es als Oldtimer versichern können.
So gehen Sie vor
  • Oldtimer-Versicherungen können Sie nicht über Vergleichsportale abschließen. Eine gute Orientierung bieten Fachzeitschriften.
  • Fragen Sie beim Versicherer Ihrer Wahl nach den Bedingungen für die Versicherung Ihres Oldtimers.
  • Überlegen Sie, ob Sie eine Saisonzulassung wünschen. Dann zahlen Sie nur für die Zeit, die Sie das Auto fahren.
  • Vergleichen Sie das Angebot Ihrer Wahl mit einem zweiten Angebot. Diese gibt es häufig online.
  • Wählen Sie eine Selbstbeteiligung und jährliche Zahlweise.

Alte Autos sind teuer in der Versicherung? Nicht unbedingt, sofern es ein Oldtimer ist. VW Käfer, Porsche 911 oder BMW Isetta: Wer so ein Schätzchen in der Garage hat, kann von besonders günstigen Tarifen in der Kfz-Haftpflicht, Teilkasko- und Vollkaskoversicherung profitieren. Denn für Oldtimer gibt es besondere Policen von bekannten Versicherungen und Spezialanbietern.

Was kostet eine Oldtimer-Versicherung?

Voraussetzung für eine Oldtimer-Versicherung ist bei vielen Anbietern, dass Sie den Wagen privat nutzen, jedoch nicht als Alltagsfahrzeug. Außerdem muss das Auto in einem originalgetreuen und guten Zustand sein. Ein H-Kennzeichen mit der entsprechenden steuerlichen Vergünstigung ist dagegen für einen Oldtimer-Tarif nicht nötig. Den meisten Versicherern reicht es, wenn das Auto mindestens 25 Jahre alt ist. Manchen genügen auch 20 Jahre.

Oldtimer-Versicherungen sind günstiger als normale Kfz-Versicherungen, weil die Versicherer davon ausgehen, dass Oldtimerfans mit ihren Autos besonders vorsichtig umgehen und sie nur zu besonderen Anlässen fahren. So sinkt für die Anbieter das Risiko eines Unfalls. Entsprechend sind die meisten Tarife auch auf eine jährliche Fahrleistung von 6.000 bis 9.000 Kilometer beschränkt.  

Die Beiträge der Kfz-Haftpflicht berechnen sich je nach Anbieter unterschiedlich. Entweder setzt die Versicherung diese pauschal fest, manchmal abhängig vom Wert des Autos, des Alters oder der PS-Leistung. Mitunter wird die Prämie aber ähnlich einer normalen Kfz-Versicherung berechnet. Da fließen dann auch Alter des Fahrers, Stellplatz und Fahrleistung in die Höhe des Preises mit ein. 

Im Schnitt kostet eine Kfz-Haftpflichtversicherung je nach Alter des Fahrzeugs zwischen rund 40 bis 110 Euro jährlich. Die Beiträge zum Voll- und Teilkaskoschutz hängen stärker vom Markt- oder Wiederherstellungswert ab. Je nach Versicherer werden dafür zusätzlich etwa 30 bis 70 Euro pro Jahr fällig.

Eine gute Übersicht über Anbieter und Preise bietet diese Tabelle der Fachzeitschrift „Oldtimer Markt“. Die Policen sind direkt beim gewünschten Versicherer abzuschließen. Auf Online-Vergleichsportalen wie Check24 oder Verivox ist das nicht möglich.

Versicherungsklassen spielen keine Rolle

Im Gegensatz zur klassischen Autoversicherung spielen weder Typ- und Regionalklassen noch Schadenfreiheitsklassen bei der Berechnung des Beitrags eine Rolle. Auch werden Sie nach einem Unfall mit Ihrem Oldtimer nicht in der Schadenfreiheitsklasse (SF-Klasse) hochgestuft. Die Beiträge bleiben also auch nach einem Schaden konstant.

Worauf sollten Sie achten?

Suchen Sie sich einen Tarif aus, für den Ihr Oldtimer die Voraussetzungen erfüllt. Bei einigen Policen muss der Fahrer des Wagens ein Mindestalter von 23 Jahren haben. Und das Auto sollte in einer Garage untergebracht sein, um Witterungsschäden zu vermeiden. Bestimmte Anbieter verlangen auch ein professionelles Gutachten vor Vertragsabschluss, in dem der originalgetreue und gute Zustand des Oldtimers bescheinigt wird. 

Grundsätzlich ist ein solches Gutachten sinnvoll. Denn wenn es zu einem Unfall kommt, können Sie sich darauf berufen, sollte die gegnerische Versicherung in der Schadensregulierung Probleme machen. 

Wer schon länger eine Versicherung hat, sollte sich den Vertrag nochmal anschauen. Zum einen sind neue Tarife oft günstiger und bieten zugleich mehr Leistung. Zum anderen kann es sein, dass der Oldtimer nach einigen Jahren unterversichert ist. Hat das Auto in den vergangenen Jahren deutlich an Wert zugelegt, deckt der Vertrag dies möglicherweise nicht mehr ab. Viele Tarife versichern automatisch eine Wertsteigerung von 10 Prozent – möglicherweise hat Ihr Wagen diese Grenze aber bereits überschritten.

Saisonkennzeichen spart zusätzlich Geld

Wenn Sie Ihren Oldtimer ohnehin nur in den Sommermonaten fahren, können Sie ihn als Saisonfahrzeug zulassen. Dann zahlen Sie auch nur die Versicherungsbeiträge für die Zeit, die Sie das Auto nutzen. Die Ab- und Wiederanmeldung ist mit der Zulassung bereits erledigt.

Autor
Annika Krempel
& Co-Autor
Silke Kursawe

Stand: 22. Oktober 2018


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