Krankenhaustagegeld-Versicherung

Auf Krankenhaustagegeld kannst Du verzichten

Julia Rieder
Finanztip-Expertin für Ver­si­che­rungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine Krankenhaustagegeld-Versicherung zahlt Dir für jeden Tag eines Krankenhausaufenthalts einen vorher vereinbarten Betrag.
  • Mit dem Geld von der Ver­si­che­rung kannst Du Extras in der Klinik, Fahrtkosten oder die gesetzliche Zuzahlung bei Krankenhausaufenthalten bezahlen.
  • Finanztip hält Krankenhaustagegeld für überflüssig.

So gehst Du vor

  • Spare lieber einen Notgroschen an, als eine Krankenhaustagegeld-Versicherung abzuschließen. Dann kannst Du Kosten für Fernsehen, Wlan oder besseres Essen in der Klinik selbst zahlen.
  • Legst Du im Krankenhaus Wert auf die Behandlung wie ein Privatpatient, kannst Du eine Krankenhaus-Zusatzversicherung abschließen. Wir empfehlen: Hallesche (Mega Clinic AR), Ergo (SZL), SDK (Klinik 2-Bett SP2), Inter (Quali Med Z S2R) und Barmenia (Mehr Komfort 2-Bett K).
  • Bekommst Du bei längerer Krankheit kein Krankengeld oder reicht Dir das nicht aus, dann ist ein Krankentagegeld sinnvoll. Die Ver­si­che­rung zahlt nicht nur bei Klinikaufenthalten, sondern auch, wenn Du krank zuhause bist. Vergleiche Tarife bei Acio.

Geld für den täglichen Krankenbesuch der Familie, für das Telefon am Bett, für die gesetzliche Zuzahlung von 10 Euro pro Tag – Ver­si­che­rungen fallen viele Gründe ein, mit denen sie eine Krankenhaustagegeld-Versicherung bewerben. Wer einen solchen Vertrag abschließt, bekommt bei einem Krankenhausaufenthalt pro Tag eine vorher vereinbarte Summe ausgezahlt.

Wann zahlt die Krankenhaustagegeld-Versicherung?

Eine Krankenhaustagegeld-Versicherung zahlt nur bei einem medizinisch notwendigen, stationären Aufenthalt im Krankenhaus (Versicherungsvertragsgesetz § 192 Abs. 4). Bei ambulanten Behandlungen oder Operationen gibt es kein Geld – ebenso wenig, wenn Du eine Kur oder Reha machst.

Die Ver­si­che­rung zahlt Dir das Tagegeld aus, sobald ihr die Bescheinigung des Krankenhauses über die Dauer des Klinikaufenthalts vorliegt.

Welche Leistungen bietet die Ver­si­che­rung?

Wie hoch der Tagessatz sein soll, den Du während eines Klinikaufenthalts bekommst, kannst Du frei mit der Ver­si­che­rung vereinbaren. Wie viel Euro pro Tag Du höchstens versichern kannst, ist von Anbieter zu Anbieter verschieden. Bei manchen beträgt der maximale Tagessatz 60 Euro, bei anderen 150 Euro. Oft musst Du wenigstens 10 Euro Tagessatz versichern. Der vereinbarte Betrag wird Dir steuerfrei, also ohne Abzüge, ausbezahlt. Über das Geld von der Ver­si­che­rung kannst Du frei verfügen. Was Du damit bezahlst, ist Deine Privatsache.

Das vereinbarte Krankenhaustagegeld bekommst Du für alle Tage, die Du im Krankenhaus liegst. Die Tage der Aufnahme und der Entlassung aus der Klinik werden auch angerechnet. Bei vielen Anbietern gibt es jedoch eine Wartezeit von drei Monaten nach Abschluss der Ver­si­che­rung. Musst Du in dieser Zeit ins Krankenhaus, zahlt die Ver­si­che­rung nicht – es sei denn Du hattest einen Unfall.

Die Höhe des Tagessatzes bestimmt maßgeblich, wie teuer die Ver­si­che­rung ist. Auch Dein Alter, Beruf und Gesundheitszustand haben Einfluss auf den Beitrag. Beim Abschluss einer Krankenhaustagegeld-Versicherung musst Du in der Regel einige Gesundheitsfragen beantworten. Hast Du bereits Vorerkrankungen, kann es passieren, dass die Ver­si­che­rung einen Risikozuschlag fordert oder für bestimmte Krankheiten keinen Ver­si­che­rungs­schutz gewähren will.

Ist ein Krankenhaustagegeld sinnvoll?

Ausgaben für den Hundesitter, die Taxifahrt Deiner Familie zu Besuchen im Krankenhaus oder Gebühren für Telefon, Fernseher und Wlan – wenn Du Dich über eine Krankenhaustagegeld-Versicherung informierst, liest Du viel über mögliche Zusatzkosten im Krankenhaus.

Tatsache ist: Wenn Du gesetzlich krankenversichert bist, musst Du 10 Euro pro Krankenhaustag aus eigener Tasche zahlen. Das allerdings höchstens 28 Tage lang. Die gesetzliche Zuzahlung liegt also schlimmstenfalls bei 280 Euro. Im Durchschnitt bleiben Patienten laut Statistischem Bundesamt sieben Tage im Krankenhaus. Hast Du in einem Jahr schon viele Krankheitskosten finanzieren müssen, kannst Du eine Zuzahlungsbefreiung beantragen.

Auch wenn Zusatzkosten im Krankenhaus im Portemonnaie schmerzen, in der Regel ruinieren sie Dich finanziell nicht. Und Gebühren für Telefon oder Wlan lassen sich oft vermeiden, wenn Du ohnehin einen leistungsstarken Handyvertrag hast.

Finanztip hält eine Krankenhaustagegeld-Versicherung deshalb für verzichtbar. Aus unserer Sicht gibt es bessere Alternativen.

Gibt es empfehlenswerte Alternativen?

Wenn Du zusätzliche Kosten für den Fall, dass Du krank wirst, mit einer Ver­si­che­rung abdecken möchtest, solltest Du lieber eine Krankentagegeld-Versicherung abschließen. Diese Ver­si­che­rung leistet nicht nur, wenn Du im Krankenhaus liegst, sondern auch wenn Du krank zuhause bist. Allerdings zahlt die Ver­si­che­rung erst, wenn die sogenannte Karenzzeit vorbei ist – abhängig vom Vertrag sind das meist die ersten sieben bis 43 Tage der Krankheit. Krankentagegeld soll vor allem die Einkommenseinbußen abfedern, wenn Versicherte krankheitsbedingt lange nicht arbeiten können.

Bist Du angestellt, hast Du sechs Wochen lang einen Anspruch auf Lohnfortzahlung, wenn Du krank wirst. Danach zahlt die gesetzliche Kran­ken­kas­se Krankengeld. Selbstständige und Privatversicherte, die kein Krankengeld erhalten, sollten auf jeden Fall ein Krankentagegeld vereinbaren. Als Arbeitnehmer kann eine Krankentagegeld-Versicherung interessant sein, wenn das Krankengeld nicht reicht, um Deine Ausgaben zu decken. Es fällt nämlich geringer aus als Dein Nettogehalt.

Mehr dazu im Ratgeber Krankentagegeld-Versicherung

  • Für Selbstständige und manche Angestellte ist ein Krankentagegeld bei langer Krankheit sinnvoll.
  • Von uns emp­foh­lenes Portal für den Tarifvergleich: Acio

Zum Ratgeber 

Legst Du Wert darauf, im Krankenhaus wie ein Privatversicherter behandelt zu werden, kannst Du eine Krankenhaus-Zusatzversicherung abschließen. Sie zahlt hohe Honorare für die Behandlung durch Spezialisten und Chefärzte und je nach Vertrag die Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer. Die Zusatzversicherung stockt also die Standardleistungen der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung auf.

Mehr dazu im Ratgeber Krankenhaus-Zusatzversicherung

  • Mit dieser Ver­si­che­rung bekommst Du teure Behandlungen beim Spezialisten und ein komfortableres Zimmer bezahlt.
  • Von uns emp­foh­lene Tarife: Hallesche (Mega Clinic AR), Ergo (SZL), SDK (Klinik 2-Bett SP2), Inter (Quali Med Z S2R) und Barmenia (Mehr Komfort 2-Bett K).

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Autor
Julia Rieder

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