Visa-Card

Von der Kreditkarte bis zur Prepaid-Karte

Josefine Lietzau Stand: 21. Mai 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit Kreditkarten von Visa können Sie weltweit zahlen.
  • Falls Ihnen die Kreditkarte gestohlen wird, müssen Sie sie sperren lassen. Das geht im Inland kostenlos über die Notfall-Telefonnummer 116 116. Bis die Karte gesperrt ist, haften Sie für finanzielle Verluste, die Ihnen entstanden sind.
  • Die verschiedenen Kreditkarten von Visa unterscheiden sich deutlich bei Leistungen, Konditionen und Abrechnungsrhythmus.
  • Visa selbst gibt keine Kreditkarten heraus, das übernehmen die kontoführenden Banken.
So gehen Sie vor
  • Finanztip empfiehlt die kostenlosen Kreditkarten von DKBING-DibaSantander, Barclaycard, die Prepaid-Kreditkarten von der Wüstenrot Bank und die Debit-Karten von O2 Banking und Transferwise.
  • Bei Gold- oder Platin-Kreditkarten sollten Verbraucher genau prüfen, ob sich die Karte für sie lohnt.

Ob in Buxtehude, Schanghai oder im Internet – die Kreditkarten von Visa leisten überall ihren Dienst. Mit ihnen können Kunden im In- und Ausland bezahlen, getreu dem alten Visa-Werbeslogan „Die Freiheit nehm‘ ich mir“.

Wo werden die Kreditkarten akzeptiert?

Wenn im Ausland die Girocard (früher: EC-Karte) nicht akzeptiert wird, greifen die meisten Verbraucher zu ihrer Kreditkarte. Denn mit der können sie nicht nur im Internet einkaufen, sondern auch weltweit Geld abheben oder in Läden bezahlen. Die Kosten bestimmt dabei die kartenausgebende Bank. Beim Abheben kann es passieren, dass die Automatenbetreiber noch weitere Gebühren verlangen. Diese werden aber in der Regel angezeigt.

Visa-Kreditkarten werden dem Unternehmen zufolge in mehr als 200 Ländern angenommen, Kunden können damit Geld abheben und bezahlen. Es gibt 40 Millionen Akzeptanzstellen, an denen Verbraucher ihre Visa-Karte einsetzen können und zwei Millionen Automaten, an denen sie mit der Kreditkarte an Bargeld kommen. In Europa sind es 400.000 Geldautomaten. Visa veröffentlicht zwar keine Daten zur Automatenzahl in Deutschland, die meisten Automaten in der Bundesrepublik akzeptieren sie aber wohl.

Inzwischen geht es bei der Akzeptanz von Kreditkarten um mehr als nur das einfache Bezahlen im Supermarkt. Denn Verbraucher müssen die Karte nicht mehr aus der Hand geben oder sie in den Bezahlterminal stecken, um mit ihr zu bezahlen – eine neue Technik, Near Field Communication (NFC) genannt, macht es möglich.

NFC-Logo auf Kreditkarten

Die Kunden halten dabei ihre Kreditkarte einfach an die Kasse, das reicht für das Bezahlen aus. Falls sie weniger als 25 Euro ausgeben, müssen sie nicht einmal eine Pin eingeben oder unterschreiben. Teilweise klappt das auch bei Beträgen bis 50 Euro. Die Kreditkarten-Unternehmen entwickeln dabei eigene NFC-Systeme, bei Visa nennt sich das Ganze „Paywave“. Ob Verbraucher mit NFC bezahlen können, erkennen sie an dem Funksymbol auf Kreditkarte und Kasse.

Wie sicher sind die Karten von Visa?

Falls die Kreditkarte verloren geht oder jemand sie stiehlt, ist Eile geboten. Kunden müssen die Karte sperren, das geht zum Beispiel über die Notfall-Telefonnummer 116 116. Sie ist in Deutschland kostenlos, im Ausland gebührenpflichtig. Bankkunden haften für finanzielle Verluste, bis sie das erledigt haben, wenn jemand anders die Karte nutzt. Dabei gilt allerdings eine Obergrenze von 50 Euro. Einige Banken verzichten sogar darauf, ihre Kunden damit zu belasten.

Zudem gilt die "Zero Liability Policy" von Visa. Die sieht vor, dass Sie nur bei grober Fahrlässigkeit haften.

Inhaber einer Visa-Kreditkarte können sich beim Shopping im Internet über ein Sicherheitssystem schützen. Dabei handelt es sich um ein 3D-Secure-Verfahren, es heißt „Verified by Visa“ und soll verhindern, dass Unbefugte mit der Karte online einkaufen. Die Kunden geben dabei zusätzlich zu ihren Kartendaten eine über das Handy übermittelte TAN beim Einkaufen ein. Zukünftig wird es neben der TAN noch weitere Möglichkeiten geben, den Einkauf zu bestätigen. Darunter zum Beispiel Apps für das Smartphone oder aber ein Fingerabdruck.

Was bietet Visa außer Kreditkarten?

Bei den Kreditkarten von Visa gibt es einige Unterschiede. Für Privatanwender hat das Unternehmen folgende Karten im Programm: Classic, Gold, Platinum und Infinite. Je höher der Status der Karte, umso mehr erweitern die Banken in der Regel den zusätzlichen Service, von Versicherungen bis zum Concierge-Service. Für Unternehmen gibt es Business- und Corporate-Karten. Wie die Konditionen der Kreditkarten ausgestaltet sind, hängt von der kartenausgebenden Bank ab.

Visa bietet aber mehr an als die bekannten Kreditkarten. Mit V-Pay ist Visa Europe zum Beispiel auf den Girocards (früher: EC-Karten) der deutschen Banken als internationaler Partner vertreten. Ist das entsprechende Symbol auf die Karte gedruckt, dann funktioniert die Girocard außerhalb Deutschlands komplett über V-Pay. Im Inland bezahlen die Kunden auch teilweise über V-Pay, ohne davon etwas mitzukommen.

V-Pay-Logo auf Kreditkarten

Visa betreibt darüber hinaus seine eigene Geldautomaten-Marke: Visa Plus. Verbraucher können mit Karten, die das Plus-Symbol tragen, nur Geld abheben, nicht aber bezahlen. Die Postbank bietet zum Beispiel eine Visa-Pluskarte als Sparcard an.

Wie funktioniert die Abrechnung bei Visa?

Auch bei der Abrechnung der Visa-Kreditkarten gibt es Unterschiede. Dabei kommt es auf den Karten-Typ an.

Debit - Bei diesen Kreditkarten werden die Umsätze sofort vom Konto abgebucht. Das ist zum Beispiel bei der Visa-Kreditkarte der Consorsbank der Fall.

Charge - Die DKB dagegen bucht die Rechnung nur einmal im Monat ab, es handelt sich um sogenannte Charge-Karten.

Revolving - Bei der Santander 1Plus Karte können die Kunden die Rechnung auch in Raten bezahlen, die Bank verlangt im Gegenzug Zinsen. Solche Revolving-Kreditkarten sind nur für Menschen mit viel Disziplin ein gute Option, alle anderen sollten entweder auf die Ratenzahlung verzichten oder eine andere Karte wählen.

Unter dem Namen Visa erhalten Bankkunden auch Prepaid-Kreditkarten. Mit denen erhalten sie jedoch keinen Kredit, sie nutzen lediglich ihr Guthaben. Solche Karten eignen sich insbesondere für Jugendliche oder Menschen mit einer schlechteren Bonitätsbewertung.

Welche Visa-Kreditkarten empfiehlt Finanztip?

Finanztip hat sich unterschiedliche Visa-Kreditkarten angesehen. Bei den klassischen Kreditkarten empfehlen wir die kostenlosen Kreditkarten von DKB, ING-Diba, Santander, und Barclaycard. 

Deutsche Kreditbank (DKB)
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • monatliche Abrechnung
  • bessere Konditionen im ersten Jahr und ab 700 Euro Geldeingang im Monat (Aktivkunden)
  • kostenlos Bargeld abheben in der Eurozone (Aktivkunden: weltweit)
  • 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben (Aktivkunden: keine Gebühr)
  • Bargeldabhebungen erst ab 50 Euro
ING
Kombination von Girokonto mit Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • kostenloses Abheben in der Eurozone
  • Deferred-Debit-Karte: Abbuchung erst nach drei Tagen
  • 1,75 Prozent Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen und Abheben
  • Bargeldabhebungen erst ab 50 Euro
Santander
1plus-Visa-Card
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Bank bucht Schulden in Raten ab
  • Kunden müssen ganzen Betrag überweisen, um Zinsen zu vermeiden
Barclaycard
Visa-Karte
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos Bargeld abheben
  • weltweit kostenlos bezahlen
  • Bank bucht Schulden in Raten ab
  • Kunden müssen ganzen Betrag überweisen, um Zinsen zu vermeiden
Nur beim Anbieter abschließbar

Bei den Prepaid-Kreditkarten konnte uns die Karte der Wüstenrot Bank und von Payback überzeugen.

Volkswagen Bank/Audi Bank
My First Giro
  • keine Jahresgebühr für Konto und Kreditkarte
  • für Kinder ab 10 Jahre erhältlich
  • weltweit kostenlos abheben
  • keine Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen oder Abheben in einer anderen Währung
  • nur für Minderjährige
Nur beim Anbieter abschließbar
DKB
DKB Cash U18
  • keine Jahresgebühr für Konto und Karte
  • ab Geburt des Kindes erhältlich
  • weltweit kostenlos abheben
  • keine Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen oder Abheben in einer anderen Währung
  • ein gesetzlicher Vertreter muss ein DKB-Girokonto haben
Commerzbank
Prepaid-Karte für Minderjährige
  • keine Jahresgebühr
  • weltweit kostenlos abheben
  • keine Fremdwährungsgebühr beim Bezahlen oder Abheben in einer anderen Währung
  • erst für Kinder ab 14 Jahren erhältlich
  • ab 18 Jahren Jahresgebühren von 39,90 €
  • nur in der Filiale abschließbar
Nur beim Anbieter abschließbar
Wüstenrot Bank
Top Giro-Konto
  • für Menschen mit schlechter Bonität erhältlich
  • nur 24 Mal kostenlos Bargeld abheben im In- und Ausland
  • 19 Euro Jahresgebühr
Nur beim Anbieter abschließbar
O2 Banking
Girokonto
  • keine Jahresgebühr
  • für Menschen mit schlechter Bonität erhältlich
  • nur bis zu drei Mal kostenlos Bargeld abheben im Monat
  • Gratis-Abhebungen gelten nicht im Ausland
  • Smartphone-Konto
Nur beim Anbieter abschließbar
Transferwise
Multi-Währungs-Konto
  • keine Jahresgebühr
  • für Menschen mit schlechter Bonität erhältlich
  • nur bis zu 200 Britische Pfund kostenlos abheben im Monat
  • Komplizierte Angabe zu den Freiabhebungen
  • Smartphone-Konto
Nur beim Anbieter abschließbar

Ob sich eine Gold- oder Platin-Kreditkarte lohnt, kommt ganz darauf an, wie Sie die Kreditkarte nutzen und ob Ihnen die zusätzlichen Leistungen tatsächlich helfen. Die Angebote von Miles and More oder Amazon passen nicht für alle Verbraucher. Es handelt sich dabei nicht immer um goldene Kreditkarten, die Angebote sind aber mit Zusatzleistungen verbunden.

Wer steckt hinter den Visa-Karten?

1970 entstand als Vorläufer die National Bank Americard mit 243 Banken als Gründungsmitgliedern. 1976 erhielt das Unternehmen seinen neuen, nun bekannten Namen: Visa. Seit den 1980er Jahren werden die Visa-Karten auch in Deutschland ausgegeben.

Inzwischen steckt hinter Visa eine Aktiengesellschaft, die den Service, die Marke, Dienstleistungen und Systeme anbietet – aber keine Kreditkarten ausgibt. Die bekommen die Verbraucher von den Banken, die mit Visa zusammenarbeiten. In Europa geschah das jahrelang über Visa Europe. Es gehörte etwa 4.000 europäischen Banken. Seit Ende 2016 gehört Visa Europe nach dem Verkauf wieder zur internationalen Firma Visa Inc. Im Geschäftsbericht für 2018 nennt Visa Inc eine Bilanzsumme von fast 70 Milliarden US-Dollar. Konkurrent Mastercard kommt auf 25 Milliarden Dollar.

Autor
Josefine Lietzau

Stand: 21. Mai 2019


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