Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung

Rechts­schutz­ver­si­che­rung von der Steuer absetzen

Udo Reuß
&Co-Autor
17. März 2015
Das Wichtigste in Kürze
  • Beiträge für eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung kannst Du nur teilweise steuerlich geltend machen.
  • Ein Steuerabzug ist nur dann möglich, wenn die Versicherung auch arbeitsrechtliche Streitigkeiten abdeckt.
  • Ist der arbeitsrechtliche Schutz nur ein Bestandteil einer weiter gefassten Police, kannst Du die Kosten anteilig absetzen.
  • Falls Du den genauen Anteil nicht in Deinen Unterlagen oder der Rechnung findest, frage bei Deinem Versicherer nach – wir stellen Dir dafür ein Musteranschreiben zur Verfügung.
  • Entsprechend dieser Regelung kannst Du eventuell auch einen Teil der Beiträge für Deine private Unfallversicherung von der Steuer absetzen.

Dieser Ratgeber ist für Dich, wenn Du Beiträge zu Deiner bestehenden Police von der Steuer absetzen möchtest. Wenn Du Dich für den Wechsel zu einem günstigeren Anbieter mit besseren Leistungen interessierst, lies unseren Ratgeber Rechts­schutz­ver­si­che­rungen.

Die Rechts­schutz­ver­si­che­rung gehört zu den Sachversicherungen wie auch die Hausrat- oder die Kaskoversicherung für Dein Auto. Die Beiträge können eigentlich nicht von der Steuer abgesetzt werden. Dennoch ist es möglich, die Kosten für Deinen Rechtsschutz steuerlich geltend zu machen – unter bestimmten Bedingungen.

Das kannst Du geltend machen

In Deiner Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung kannst Du nur die Kosten der Leistungen ansetzen, die im Zusammenhang mit Deinem Arbeitsleben stehen, soweit Deine Police auch den Arbeitsrechtsschutz beinhaltet. Ist der arbeitsrechtliche Schutz nur ein Teil Deiner Gesamtversicherung, dann kannst Du nur einen bestimmten Teil absetzen. Das ist die Regel.

  • Wenn Du eine beruflich bedingte Rechts­schutz­ver­si­che­rung abgeschlossen hast, um Dich beispielsweise gegen Kündigungen zu schützen, kannst Du den vollen Betrag als Werbungskosten in Deiner Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung geltend machen.
  • Hast Du eine private Rechts­schutz­ver­si­che­rung mit mehreren Komponenten abgeschlossen, kannst Du nur den auf den Arbeitsrechtsschutz entfallenden Teil der Beiträge steuerlich geltend machen.

Dabei kann es sich um eine Familienrechtsschutzversicherung oder eine kombinierte Verkehrs- und Familienrechtsschutzversicherung handeln – entscheidend ist, dass die Versicherung einen Arbeitsrechtsschutz enthält. Das ist bei den meisten Policen der Fall. 

Genauen Betrag ermitteln

Um die Kosten für Deine Rechts­schutz­ver­si­che­rung von der Steuer absetzen zu können, musst Du den genauen Betrag kennen, der auf den Arbeitsrechtsschutz entfällt.

  • Handelt es sich um eine ausschließlich beruflich bedingte Versicherung, ist der steuerlich anzusetzende Betrag identisch mit dem auf der Rechnung der Versicherungsgesellschaft ausgewiesenen.
  • Handelt es sich bei Deiner Rechts­schutz­ver­si­che­rung um eine Kombinationsrechtsschutzversicherung, musst Du den auf den Arbeitsrechtsschutz entfallenden Anteil kennen. Einige Versicherer weisen diesen Anteil auf der Rechnung aus.
  • Kennst Du den entsprechenden Teil nicht, schreibe Deine Versicherungsgesellschaft an und lasse Dir eine schriftliche Bestätigung über den auf den Arbeitsrechtsschutz entfallenden Teil des Beitrags geben.

Die Kosten für Deinen Rechtsschutz in der Steu­er­er­klä­rung anzusetzen lohnt sich nur, wenn Deine beruflichen Aufwendungen den Wer­bungs­kos­ten­pausch­be­trag von 1.000 Euro übersteigen. Liegen Deine berufsbedingten Kosten darunter, musst Du nichts weiter tun: Die Pauschale wird Dir auf jeden Fall angerechnet. 

Unfallversicherung absetzen

Eine entsprechende Regelung gilt auch für freiwillige Unfallversicherungen, die das Unfallrisiko sowohl im wie außerhalb des Berufs abdecken. Dabei ist der Gesamtbeitrag einschließlich Versicherungssteuer für beide Risiken entsprechend aufzuteilen. Dafür sind die Angaben der Versicherungsgesellschaft maßgebend, welcher Anteil des Gesamtbeitrags auf das berufliche Unfallrisiko entfällt.

Fehlen derartige Angaben, bestehen nach Ansicht der Finanzverwaltung keine Bedenken, wenn die Anteile jeweils hälftig angesetzt werden. Das heißt: 50 Prozent Deiner Beiträge kannst Du als Werbungskosten von der Steuer absetzen, die anderen 50 Prozent als Vorsorgeaufwendungen unter Sonderausgaben.

Musterschreiben an die Versicherungsgesellschaft 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe bei Ihrer Versicherungsgesellschaft eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung / Unfallversicherung mit der Policennummer ___________________ abgeschlossen, die auch arbeitsrechtliche Verfahren abdeckt. Zum Abzug der anteiligen Versicherungsprämien als Werbungskosten bitte ich um eine Bestätigung, welcher Anteil laut Ihrer Schadenstatistik auf Arbeitsrechtsschutz entfällt.

Mit freundlichen Grüßen

Mehr dazu im Ratgeber Rechts­schutz­ver­si­che­rung

  • Guten Rechtsschutz bekommst Du schon für unter 300 Euro im Jahr.
  • Von uns empfohlene Tarife: Arag Aktiv Komfort, Auxilia Jurprivat, WGV Optimal

Zum Ratgeber

* Was der Stern bedeutet:

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.