Rechts­schutz­ver­si­che­rung absetzen

So sparst Du Steuern mit der Rechts­schutz­ver­si­che­rung

Udo Reuß
Experte für Steuern
26. Mai 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Beiträge für eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung kannst Du steuerlich geltend machen.
  • Dafür muss die Versicherung arbeitsrechtliche Streitigkeiten abdecken.
  • Ist in Deiner umfassenden Rechts­schutz­ver­si­che­rung das Arbeitsrecht nur ein Bestandteil, kannst Du diese anteiligen Kosten absetzen.
So gehst Du vor
  • Für die anteiligen Kosten Deiner Arbeitsrechtsschutz schau in Deine Versicherungsunterlagen oder frage bei Deinem Versicherer nach. Ein Musteranschreiben findest Du unten auf dieser Seite.

Die Rechts­schutz­ver­si­che­rung gehört zu den Sachversicherungen wie auch die Hausrat- oder die Kaskoversicherung für Dein Auto. Die Beiträge können eigentlich nicht von der Steuer abgesetzt werden. Dennoch ist es möglich, die Kosten für Deinen Rechtsschutz steuerlich geltend zu machen – unter bestimmten Bedingungen.

Wenn Du Deine Rechts­schutz­ver­si­che­rung wechseln möchtest, weil andere Anbieter bei besseren Leistungen auch noch günstiger sind, dann lies unseren Ratgeber Rechts­schutz­ver­si­che­rungen.

Was kannst Du beim Rechtsschutz steuerlich geltend machen?

In Deiner Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung kannst Du nur die Kosten für Deine Rechts­schutz­ver­si­che­rung ansetzen, die im Zusammenhang mit Deinem Arbeitsleben stehen. Das heißt, Dein Vertrag muss auch den Arbeitsrechtsschutz beinhaltet. Ist der arbeitsrechtliche Schutz nur ein Teil Deiner Gesamtversicherung, kannst Du die Kosten auch nur anteilig absetzen. Das ist die Regel:

  • Wenn Du eine beruflich bedingte Rechts­schutz­ver­si­che­rung abgeschlossen hast, um Dich beispielsweise gegen Kündigungen zu schützen, kannst Du den vollen Betrag als Werbungskosten in Deiner Ein­kom­men­steu­er­er­klä­rung geltend machen.
  • Hast Du eine private Rechts­schutz­ver­si­che­rung mit mehreren Komponenten abgeschlossen, kannst Du nur den auf den Arbeitsrechtsschutz entfallenden Teil der Beiträge steuerlich geltend machen.

Dabei kann es sich um eine Fa­mi­lien­rechts­schutz­ver­si­che­rung oder eine kombinierte Verkehrs- und Fa­mi­lien­rechts­schutz­ver­si­che­rung handeln – entscheidend ist, dass die Versicherung einen Arbeitsrechtsschutz enthält. Und das ist meist der Fall.

Wie viel kannst Du beim Rechtsschutz absetzen?

Um die Kosten für Deine Rechts­schutz­ver­si­che­rung von der Steuer absetzen zu können, musst Du den genauen Betrag kennen, der auf den Arbeitsrechtsschutz entfällt.

  • Handelt es sich um eine ausschließlich beruflich bedingte Versicherung, ist der steuerlich anzusetzende Betrag identisch mit dem auf der Rechnung der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft ausgewiesenen.
  • Handelt es sich bei Deiner Rechts­schutz­ver­si­che­rung um eine Kom­bi­na­tions­rechts­schutz­ver­si­che­rung, musst Du den auf den Arbeitsrechtsschutz entfallenden Anteil kennen. Einige Versicherer weisen diesen Anteil auf der Rechnung aus.
  • Kennst Du den entsprechenden Teil nicht, schreibe Deine Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft an und lass Dir eine schriftliche Bestätigung über den auf den Arbeitsrechtsschutz entfallenden Teil des Beitrags geben. Nutze dafür unser Mus­ter­schrei­ben:

Mus­ter­schrei­ben an die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe bei Ihrer Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft eine Rechts­schutz­ver­si­che­rung / Unfallversicherung mit der Policennummer ___________________ abgeschlossen, die auch arbeitsrechtliche Verfahren abdeckt. Zum Abzug der anteiligen Versicherungsprämien als Werbungskosten bitte ich um eine Bestätigung, welcher Anteil laut Ihrer Schadenstatistik auf Arbeitsrechtsschutz entfällt.

Mit freundlichen Grüßen

Die Kosten für Deinen Rechtsschutz in der Steu­er­er­klä­rung anzusetzen, lohnt sich nur, wenn Deine beruflichen Aufwendungen den Wer­bungs­kos­ten­pausch­be­trag von 1.000 Euro übersteigen. Liegen Deine berufsbedingten Kosten darunter, musst Du nichts weiter tun: Die Pauschale wird Dir auf jeden Fall angerechnet. 

Kannst Du auch eine Unfallversicherung absetzen?

Eine entsprechende Regelung gilt auch für freiwillige Unfallversicherungen, die das Unfallrisiko sowohl im wie außerhalb des Berufs abdecken. Dabei ist der Gesamtbeitrag einschließlich Versicherungssteuer für beide Risiken entsprechend aufzuteilen. Dafür sind die Angaben der Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft maßgebend, welcher Anteil des Gesamtbeitrags auf das berufliche Unfallrisiko entfällt.

Fehlen derartige Angaben, bestehen nach Ansicht der Finanzverwaltung keine Bedenken, wenn die Anteile jeweils hälftig angesetzt werden. Das heißt: 50 Prozent Deiner Beiträge kannst Du als Werbungskosten von der Steuer absetzen, die anderen 50 Prozent als Vorsorgeaufwendungen unter Sonderausgaben.

 

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip gehört zu 100 Prozent der gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.