Härteausgleich (§ 46 EStG)

Härteausgleich bei der ESt-Veranlagung

Stand: 13. Dezember 2012

Der allgemeine Ratgeber zur Einkommensteuer und die speziellen Artikel zur Einkommen-Steuerpflicht und zu der Abgabe der Steuererklärung beschreiben und verlinken die einzelnen Inhalte zu Voraussetzungen, Wahlrechte und Pflichten der Einkommensteuerveranlagung.

Hier geht es nachstehend nur um eine kleine „Steuervergünstigung“ für Arbeitnehmer, die lediglich geringe Nebeneinkünfte erzielen. Nach Paragraf 46 Abs. 2 Nr. 1 EStG ist eine Einkommensteuer-Veranlagung nur durchzuführen, wenn die Summe der nicht dem Lohnsteuerabzug unterliegenden Einkünfte den Betrag von 410 Euro übersteigt. Diese Freigrenze dient der Vereinfachung und erst wenn diese Freigrenze überschritten wird, ist von Amts wegen auch eine Einkommensteuer-Veranlagung wegen anderer Einkünfte vorzunehmen.

Aus dieser Vorschrift ist die weitverbreitete allgemeine Aussage entstanden, dass man bis zu 410 Euro nebenbei verdienen kann ohne hierfür Einkommensteuer zahlen zu müssen. In Paragraf 46 EStG wird von Einkünften gesprochen und da Einkünfte eine Nettogröße darstellen (siehe auch Grundlagen der Einkommensteuer) ist zu berücksichtigen, dass von den Nebeneinnahmen mitunter auch noch Werbungskosten abzuziehen sind, um zu den Einkünften zu gelangen.

Beispiel: Hatten Sie Nebeneinnahmen aus schriftstellerischer Tätigkeit von 600 Euro und damit verbundene Werbungskosten von 200 Euro, so betragen Ihre Einkünfte 400 Euro.

Milderungsregelung bei der Einkommensteuer

Die Milderungsregelung des Paragrafen 46 Abs. 3 EStG (Härteausgleich) bei der Veranlagung von Arbeitnehmern zur Einkommensteuer führt dazu, dass ein Ausgleichsbetrag berücksichtigt wird. Die Freigrenze ist dabei um den Altersentlastungsbetrag zu vermindern. Für Nebeneinkünfte von mehr als 410 Euro ist eine stufenweise Kürzung vom Einkommen (siehe nachstehend) vorzunehmen. Diesen erweiterten Härteausgleich regelt Paragraf 46 Abs. 5 EStG und Paragraf 70 EStDV.

Bei der Berechnung des zu versteuernden Einkommens ist am Ende der Steuerberechnung der Härteausgleich als Ausgleichsbetrag abzusetzen. Ein verbreiteter Anwendungsfall ist die Entschädigung für Ehrenämter. Das Ehrenamt wird als „Dankeschön“ so entlohnt, dass eine Einkommensteuerveranlagung nicht erfolgt (weil Nebeneinkünfte unter 410 Euro) oder der sogenannte erweiterte Härteausgleich Anwendung findet.

NebeneinkünfteAbzugsbetragzu versteuernde Einkünfte
410 Euro410 Euro0 Euro
500 Euro320 Euro180 Euro
600 Euro220 Euro380 Euro
700 Euro120 Euro580 Euro
800 Euro20 Euro780 Euro
820 Euro0 Euro820 Euro

Stand: 13. Dezember 2012


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