Das Wichtigste in Kürze
- Bist du angestellt, Pensionärin oder Rentner, sind Deine Nebeneinkünfte meist bis 410 Euro steuerfrei.
- Zwischen 410 und 820 Euro werden Nebeneinkünfte nur zum Teil besteuert - der Härteausgleich (§ 46 EStG).
So gehst Du vor
- Finanztip empfiehlt für das Steuerjahr 2025 für alle Fälle Wiso Steuer – als App und am Computer als Software.
- Besonders überzeugt hat Finanztip zudem die kostenlose App Check24 Steuer.
- Willst Du eine klassische Steuersoftware, bietet sich neben Wiso Steuer auch Tax 2026 als günstigere Alternative an.
- Weitere Empfehlungen findest Du in unserer Anbietertabelle.
Klickst Du auf eine Empfehlung mit *, unterstützt das unsere Arbeit. Finanztip bekommt dann eine Vergütung. Empfehlungen sind aufwändig recherchiert und basieren auf den strengen Kriterien der Finanztip-Expertenredaktion. Mehr Infos
Was bedeutet § 46 EStG für Nebeneinkünfte?
Der § 46 EStG ist wichtig für den sogenannten Härteausgleich bei Nebeneinkünften. In Verbindung mit der Einkommensteuer-Durchführungsverordnung (§ 70 EStDV) bedeutet das für Dich:
- Hast Du in einem Jahr Nebeneinkünfte von höchstens 410 Euro, bleiben diese steuerfrei.
- Betragen diese Nebeneinkünfte mehr als 410 Euro, aber höchstens 820 Euro, werden diese Einkünfte nur teilweise versteuert.
- Sind es mehr als 820 Euro, musst Du das Geld ganz normal versteuern.
Steuerrechtlich nennt sich das “Ausgleich von Härten in bestimmten Fällen”.
Was zählt zu den Nebeneinkünften?
Nebeneinkünften sind Einkünfte, die Du quasi nebenbei erzielst. Dazu zählen zum Beispiel Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit oder aus Vermietung und Verpachtung.
Ausdrücklich nicht darunter fallen Kapitaleinkünfte. Die unterliegen seit rund zehn Jahren der Kapitalertragsteuer oder Abgeltungssteuer. Früher wirkten auch dort die 410 Euro wie ein zusätzlicher Sparerpauschbetrag.
Was bedeuten Nebeneinkünfte?
Nebeneinkünfte sind generell die Einnahmen abzüglich der Ausgaben einer Nebenbeschäftigung - also der Gewinn daraus. Das bedeutet, Du kannst durchaus mehr einnehmen als 410 oder 820 Euro und trotzdem steuerfrei bleiben.
Beispiel: Hattest Du Nebeneinnahmen aus schriftstellerischer Tätigkeit von 600 Euro und damit verbundene Werbungskosten von 200 Euro, so betragen Deine Einkünfte 400 Euro. Diese sind dann steuerfrei.
Wie funktioniert der Härteausgleich?
Der Härteausgleich gemäß § 46 EStG greift im Bereich von 410 bis 820 Euro an Nebeneinkünften. Zum Tragen kommt ein sogenannter Abzugsbetrag, so dass Du in diesem Bereich nur einen Teil Deiner Einkünfte versteuern musst.
Nebeneinkünfte in einem Jahr | Abzugsbetrag (Härteausgleich) | zu versteuernde Nebeneinkünfte |
|---|---|---|
| 410 Euro | 410 Euro | 0 Euro |
| 500 Euro | 320 Euro | 180 Euro |
| 600 Euro | 220 Euro | 380 Euro |
| 700 Euro | 120 Euro | 580 Euro |
| 800 Euro | 20 Euro | 780 Euro |
| 820 Euro | 0 Euro | 820 Euro |
Quelle: Paragraf 70 EStDV (Stand: 15. Juli 2026)
Du siehst, dass Du zum Beispiel bei 600 Euro Nebeneinkünften nur 380 Euro versteuern musst, 220 Euro bleiben steuerfrei. Ab 820 Euro ist aber endgültig Schluss, jeder Euro geht in Dein zu versteuerndes Einkommen ein.
Tipp: Wenn Du einen anderen Wert zwischen 410 und 820 Euro hast, rechnest Du wie folgt:
2 x Nebeneinkünfte - 820 Euro = zu versteuernde Nebeneinkünfte.
Beispiel: Peter liegt mit seinem Arbeitseinkommen im Bereich des Spitzensteuersatzes von 42 Prozent. Zudem hat er Nebeneinkünfte als Autor von 600 Euro. Versteuern muss er davon laut obiger Tabelle nur 380 Euro. Das sind bei einem Steuersatz von 42 Prozent 159,60 Euro. Der Steuersatz auf die kompletten 600 Euro beträgt damit am Ende nur noch 26,6 Prozent.
Was musst Du noch beim Härteausgleich beachten?
Ehepaare müssen bedenken, dass es diese Freigrenzen für den Härteausgleich nur einmal gibt. Auch wenn sie sich bei der Steuer zusammen veranlagen lassen - also das Ehegattensplitting zum Zug kommt.
Nur wenn Ihr die Einzelveranlagung wählt, also zwei getrennte Steuererklärungen macht, könnt ihr beide vom Härteausgleich profitieren. Das dürfte aber nur sehr selten steuerlich günstiger sein.
Bist Du 64 Jahre oder älter, hast Du mit dem Altersentlastungsbetrag einen zusätzlichen Freibetrag. In bestimmten Fällen mindert dieser die Freigrenze bei den Nebeneinkünften.
Kannst Du höhere Nebeneinkünfte steuerfrei haben?
Bist Du ehrenamtlich tätig, kannst Du deutlich mehr steuerfrei verdienen. Die Übungsleiterpauschale beträgt seit 2026 3.300 Euro im Jahr, die Ehrenamtspauschale 960 Euro.
Warum solltest Du ein gutes Steuerprogramm nutzen?
Nutzt Du ein gutes Steuerprogramm, musst Du Dich um die genauen Werte für die Steuerfreiheit gar nicht kümmern. Gib einfach die Einkünfte in der Steuererklärung ein - Dein Steuerprogramm und das Finanzamt werden es richtig berechnen. Welche Steuerprogramme Finanztip empfiehlt, kannst Du im Ratgeber zu Steuersoftware und Steuer-Apps nachlesen.
* Was der Stern bedeutet:
Finanztip ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern gehört zu 100 Prozent zur gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.
Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig die für sie richtigen Finanzentscheidungen zu treffen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).
Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links jedoch anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion ausführlich analysiert und empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.
Für uns als gemeinwohlorientiertes Unternehmen hat es natürlich keinen Einfluss auf die Empfehlungen, ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Dich als Verbraucher ist.
Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.





