Tipps & Tricks
ETF verkaufen: Mit diesem Trick sparst Du Steuern
Beim ETF-Verkauf gehen Deine ältesten Anteile automatisch zuerst raus – wodurch Du mehr Steuern zahlst. Zwei Optionen, mit denen Du das Fifo-Prinzip umgehen kannst.

Tipps & Tricks
Beim ETF-Verkauf gehen Deine ältesten Anteile automatisch zuerst raus – wodurch Du mehr Steuern zahlst. Zwei Optionen, mit denen Du das Fifo-Prinzip umgehen kannst.


Aus unserer Unterstützer-Community erreicht uns diese Woche die Frage:
“Kann ich beim Verkauf von ETF-Anteilen beeinflussen, welche zuerst verkauft werden, wenn ich mehrmals in denselben ETF investiert habe?”
Die kurze Antwort: Das geht nicht ohne Weiteres. Du kannst bei einem Verkauf nicht auswählen, ob jüngere oder ältere Anteile verkauft werden sollen. Der Grund ist eine feste Steuerregel beim Verkauf von Wertpapieren.
Wenn Du immer nur in einen ETF investiert hast, werden beim Verkauf die ältesten Anteile zuerst verkauft (Fifo-Prinzip: First in, First out – also „zuerst rein, zuerst raus“).
Problem dabei: Die ältesten Anteile haben in der Regel am meisten Rendite gemacht, weil sie am längsten Zeit dafür hatten. Und mehr Rendite heißt höhere Steuern beim Verkauf. Dadurch fällt beim Verkauf oft mehr Steuer an – und Du bekommst für die gleiche Anzahl verkaufter Anteile weniger ausgezahlt.
Du kannst aber einen Trick anwenden und so die jüngeren Anteile doch zuerst verkaufen:
Hast Du noch nicht angefangen, in ETFs zu investieren oder investierst erst seit einigen Jahren, kannst Du nacheinander verschiedene ETFs besparen. Das können auch unterschiedliche ETFs auf denselben Index sein.
Dazu besparst Du nach und nach mindestens drei separate ETFs – z. B. beginnend 2026, 2036 und 2046. Im Jahr 2056 verkaufst Du dann zuerst die Anteile, die Du 2046 angelegt hast – so bleiben Deine ältesten Gewinne weiter investiert.
So drehst Du das Prinzip praktisch um: Statt Fifo verkaufst Du nach Lifo (Last in, First out – also „zuletzt rein, zuerst raus“): Du verkaufst Deine Anteile vom jüngsten zum ältesten ETF.
Die 3x10 sind dabei nur ein Vorschlag. Du kannst auch häufiger den ETF wechseln, also z. B. eine 6x5-Strategie fahren.
Investierst Du schon länger in denselben ETF, kannst Du Deine älteren ETF-Anteile auf ein anderes Depot übertragen, um Deine jüngsten dann zuerst verkaufen zu können. Dafür brauchst Du ein Zweitdepot.
Warum das funktioniert? Auch beim Depotübertrag gilt das Fifo-Prinzip: Die ältesten Anteile werden als erstes übertragen. Du überträgst also Deine ältesten Anteile auf das neue Depot und verkaufst dann die jüngeren, die auf Deinem ersten Depot verblieben sind.
Der Depotübertrag selbst löst übrigens keine Steuern aus – die fallen erst an, wenn Du die Anteile verkaufst.
Wenn Du in ein paar Jahren wieder Geld entnehmen willst, wiederholst Du das Ganze. Dann überträgst Du aber von Depot 2 auf Depot 1. Beim dritten Verkauf dann wieder von Depot 1 auf Depot 2 usw.
Du musst den Gewinn auf Deine ältesten Anteile später natürlich trotzdem versteuern, aber Dein Geld kann in der Zwischenzeit weiter wachsen, sodass Du unterm Strich mit mehr Geld rausgehst.
Mit einem Depotübertrag kannst Du die 3x10-Strategie also auch dann noch anwenden, wenn Du schon länger in nur einen ETF investierst.
Bist Du noch auf der Suche nach einem (Zweit-)Depot, kannst einen Blick in unseren Depot-Vergleich werfen. Dort siehst Du, bei welchen Anbietern Du ein Zweitdepot eröffnen kannst – das erleichtert den Übertrag.
Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet aktuell Traders Place. Sehr günstige Depots gibt es bei Smartbroker+, Finanzen.net Zero, Scalable Capital (Free Broker), Trade Republic und Flatex.
Auch bei Comdirect, ING, Consorsbank und S Broker findest Du günstige Depots mit breitem Leistungsspektrum.
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