Aus unserer Unterstützer-Community erreicht uns diese Woche die Frage:
„Welcher Gold-ETC ist empfehlenswert?“
Gemeint ist ein spezielles Wertpapier (ETC, Exchange Traded Commodity), mit dem Du in Gold investieren kannst, ohne dass Du es physisch bei einem Händler kaufen und dann im Tresor oder Schließfach lagern musst.
Du kaufst den ETC-Anteil ganz ähnlich wie einen Aktien-ETF über Deinen Depotanbieter und hast ihn dann in Deinem Depot. Dadurch kannst Du auch mit deutlich geringeren Beträgen in Gold investieren als beim Kauf von Münzen oder Goldbarren (31 g oder 100 g), die oft mehrere Tausend Euro kosten.
ETCs mit Lieferanspruch
Gold-ETCs werden – wie Aktien-ETFs – von einem Anbieter herausgegeben. Gerät der Anbieter in Schwierigkeiten oder geht pleite, kann es sein, dass Du Dein eingesetztes Geld nicht vollständig zurückbekommst. Das nennt man Emittentenrisiko.
Anders als ETFs sind ETCs nämlich kein Sondervermögen. Bei einem ETF gehört das Fondsvermögen rechtlich den Anlegerinnen und Anlegern und ist im Insolvenzfall der Fondsgesellschaft geschützt. Bei einem ETC ist das anders: Hier bist Du Gläubiger des Anbieters.
Ein Lieferanspruch verringert das Emittentenrisiko. Im Ernstfall könntest Du gerichtlich durchsetzen, dass der ETC das Gold, das für Deine Anteile hinterlegt ist, an Dich ausliefert oder es verkauft und Dich ausbezahlt.
Das bringt Dir gleich zwei Vorteile:
- Du bist etwas besser abgesichert als bei Varianten ohne Lieferanspruch
- Solche ETCs werden steuerlich wie physisches Gold behandelt – verkaufst Du erst nach mehr als einem Jahr, bleiben Deine Gewinne steuerfrei
Trotzdem kann es passieren, dass Dein Depotanbieter beim Verkauf erstmal Steuern einbehält. In dem Fall kannst Du Dir die zu viel gezahlte Steuer über die Steuererklärung (Anlage KAP) zurückholen.
Beispiele für Gold-ETCs mit Lieferanspruch
Wir haben keine einzelnen Gold-ETCs getestet. Zwei der bekanntesten Produkte mit Lieferanspruch in Deutschland sind aber:
- Xetra-Gold (ISIN: DE000A0S9GB0)
- Euwax Gold II (DE000EWG2LD7)
Möchtest Du Gold als Beimischung in Deinem Portfolio haben, würden wir Dir am ehesten zu einem der beiden genannten Gold-ETCs raten.
Was Du außerdem bei Gold-ETCs beachten solltest
1. Gold-ETCs nicht in jedem Depot
Gold-ETCs kannst Du über viele Wertpapierdepots an der Börse kaufen und verkaufen, oft auch per Sparplan.
Wichtig: Nicht jedes Depot bietet alle Gold-ETCs an. So bietet z. B. die ING den ETC Xetra-Gold nach eigenen Angaben nicht an, unter anderem wegen der Lagerkosten.
2. Kosten niedrig halten
Gold-ETCs haben keine ausgewiesenen Gebühren wie ETFs, wo Dir die Total Expense Ratio (TER, Gesamtkostenquote) verrät, wie viel Prozent jedes Jahr von Deinem investierten Geld abgezogen wird.
Trotzdem fallen je nach Gold-ETC andere Gebühren an, wie z. B. Lager- oder Verwaltungsgebühren. Xetra-Gold berechnet eine Verwaltungsgebühr von netto 0,3 % p. a., während Euwax Gold II gebührenfrei ist.
In jedem Fall zahlst Du für einen Gold-ETC geringfügig mehr als beim Kauf von physischem Gold – auch dieser sogenannte "Spread" ist eine Einnahmequelle für den Anbieter.
3. Gold nur als Beimischung
Egal ob physisch oder in Form von ETCs: Gold hat einige Nachteile und eignet sich deswegen nur als Ergänzung in Deinem Depot. Zum Beispiel wirft Gold keine laufenden Erträge wie Zinsen oder Dividenden ab.
Wir empfehlen Dir Gold daher nur als Beimischung und nicht als zentrale Geldanlage. Es sollte nie mehr als 10 % Deines Gesamtvermögens ausmachen. Hast Du zum Beispiel insgesamt 50.000 €, wären das höchstens 5.000 €. Den größeren Teil solltest Du breit gestreut in Aktien-ETFs anlegen.
Wenn Du Gold kaufen möchtest, halten wir physisches Gold – also Barren oder Münzen – grundsätzlich für die erste Wahl. Möchtest Du Gold bequem über die Börse kaufen, kannst Du auch auf Gold-ETCs mit Lieferanspruch setzen.
Mehr zu dem Thema findest Du in unserem Ratgeber zu Gold-ETFs und Gold-ETCs.
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