Strom und Gas: Ist Dein Monatsabschlag zu hoch?
Anpassen lassen: Online oder per Finanztip-Musterschreiben
Profitieren: Jeden Monat mehr Geld auf dem Konto
Jeden Monat mehr Geld aufs Konto – das hätte jeder gerne. Wie von Deinem Bruttogehalt netto mehr übrigbleibt, dafür gibt’s diverse Steuertipps. Aber hast Du schonmal dran gedacht, dass Dir auch Dein Strom- und Gasanbieter helfen kann, „flüssiger“ zu werden?
Ist Dein Monatsabschlag zu hoch?
Das geht dann, wenn Dein Anbieter Deinen monatlichen Abschlag bisher zu hoch kalkuliert hat. Er verlangt also mehr von Dir, als auf Basis Deines Vorjahresverbrauchs eigentlich zu zahlen ist.
Das gleicht sich mit der Jahresabrechnung zwar aus: Du bekommst also eine Erstattung, wenn Deine Vorauszahlungen zu hoch waren. Denn abgesehen vom Grundpreis zahlst Du nur für das, was Du auch wirklich an Strom bzw. Gas verbrauchst.
Warte nicht auf Dein Geld
Aber: Es wäre doch viel schöner, wenn Du nicht auf dieses Geld warten müsstest, sondern es sofort nutzen könntest – z. B., um Dir was zu gönnen oder das Geld zu investieren.
Deshalb solltest Du regelmäßig kontrollieren, ob Dein Abschlag noch zu Deinem Verbrauch passt. Denn der kann in manchen Fällen deutlich sinken: Beim Gas z. B., wenn Du Dein Haus energetisch saniert hast oder die Heizung nicht mehr so hochdrehst. Oder beim Strom, wenn Du ihn neuerdings mit einem Balkonkraftwerk zum Teil selbst erzeugst oder wenn Du auf energiesparende Haushaltsgeräte umsteigst.
Ein Beispiel fürs Gas:
Du hattest bisher einen Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden (kWh) und zahlst 10 ct/kWh als Arbeitspreis und 10 €/Monat als Grundpreis. Macht 2.120 € Gaskosten bzw. einen Monatsabschlag von rund 177 €.
Mittlerweile verbrauchst Du aber nur noch 15.000 kWh, sodass Dein Abschlag eigentlich rund 42 € niedriger sein könnte. Zusätzlich kalkuliert Dein Anbieter den Abschlag einfach mal 20 € zu hoch. Das ist gar nicht mal so selten, denn auch die Anbieter freuen sich über flüssiges Geld. Die Folge: Jeden Monat zahlst Du rund 62 € mehr als für Deinen Verbrauch nötig.
Ein Beispiel für Strom:
Du verbrauchst 3.500 kWh pro Jahr und zahlst einen Arbeitspreis von 30 ct/kWh und einen Grundpreis von 10 €/Monat. Macht 1.170 € Stromrechnung bzw. einen Abschlag von 97,50 €.
Jetzt holst Du Dir aber ein Balkonkraftwerk mit 2.000 Watt-Peak Solarleistung. Damit kannst Du laut Rechner der HWT Berlin etwa 21 % Deines Strombezugs aus dem Netz ersetzen. So sparst Du Dir den Arbeitspreis für rund 740 kWh. Dein Monatsabschlag kann also sinken – um rund 18 €.
Einmal Pizza essen oder 10 € Zinsen
Strom und Gas zusammengenommen, kannst Du Deinen Monatsabschlag für Energie also um stolze 80 € senken. Das ist einmal Essengehen mit der Familie oder, falls Du ein absoluter Finanzoptimierer bist, eine nette Extrasparrate aufs Tagesgeldkonto.
Bei einem aktuell guten Bestandskundenzins von 2 % p. a. bringen Dir 12 x 80 € nach einem Jahr insgesamt gut 10 € Zinsen. Oder Du stockst Deinen ETF-Sparplan um 80 € auf – denn langfristig gesehen gilt da: Je früher Du kaufst, desto besser.
Keine Angst vor Nachzahlungen
Manche Menschen zahlen auch bewusst einen zu hohen Abschlag – aus Angst vor hohen Nachzahlungen in der Jahresrechnung. Das ist aber unbegründet, sofern Du Deinen Verbrauch gut einschätzen kannst. Den aus dem Vorjahr findest Du in Deiner letzten Jahresrechnung.
Am besten liest Du auch mindestens einmal im Jahr Deinen Strom- bzw. Gaszähler ab und meldest ihn Deinem Anbieter. Damit kann er Deinen Abschlag besser kalkulieren. Du willst sein Ergebnis kontrollieren? Mit dieser Formel berechnest Du Deinen passenden Abschlag:
(Jahresverbrauch in kWh x Arbeitspreis in €/kWh + jährlicher Grundpreis in €) / 12
Übrigens: Sehr hohe Vorauszahlungen zu leisten, kann sogar ein Risiko sein – etwa bei einer Insolvenz Deines Anbieters. Dann ist Dein Geld erstmal oder ganz weg. Fordert Dein Anbieter sehr hohe Abschläge, ist das auch ein Warnsignal: Er könnte Liquiditätsprobleme haben.
So passt Du Deinen Abschlag an
Oft geht das einfach im Online-Portal Deines Anbieters. Falls nicht, forder ihn schriftlich dazu auf, Deinen Abschlag an Deinen Vorjahresverbrauch anzupassen. Dazu ist er verpflichtet. Nutz dafür gerne unsere Musterschreiben für Strom- und Gasanbieter (Word-Dokumente).
Hol Dir einen günstigen Tarif
Unter dem Strich sparst Du mit einer Abschlagsanpassung natürlich nichts. Dir bleibt nur früher mehr Geld. Wirklich sparen kannst Du aber mit einem Tarifwechsel. Die günstigsten Tarife zuverlässiger Anbieter findest Du in unserem Strom- bzw. Gasrechner (enthalten Werbelinks).