Haftpflichtversicherung für Partner

Ein Vertrag reicht für zwei

Silke Kursawe
& Co-Autor
Stand: 09. August 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Paare brauchen nur einen Haftpflichtvertrag.
  • Dabei ist es egal, wer von den beiden Partnern der Versicherungsnehmer wird, wenn beide zusammenwohnen.
  • Beide Partner müssen namentlich im Versicherungsschein eingetragen sein, falls sie nicht zusammenwohnen.
  • Mitversicherte können grundsätzlich keine Schadensersatzansprüche gegeneinander geltend machen.
So gehen Sie vor
  • Hat bereits eine(r) von Ihnen eine Haftpflichtversicherung, sollten Sie diese auf einen Paar-Tarif umstellen.
  • Hat jede(r) von Ihnen bislang einen eigenen Vertrag, können Sie den jüngeren der beiden fristlos kündigen. Das geht auch nachträglich.
  • Prüfen Sie bei der Gelegenheit den älteren Vertrag, ob er noch aktuell ist. Achten Sie darauf, dass die Versicherungssummen hoch sind. Wir empfehlen mindesten 50 Millionen Euro. Oder kündigen Sie auch diesen Vertrag und schließen einen neuen gemeinsamen ab.
  • Wir empfehlen die Tarife Einfach Besser Plus der Haftpflichtkasse oder Klassik-Garant Exklusiv der VHV.
  • Achten Sie darauf, dass im gemeinsamen Vertrag Regressansprüche wegen gegenseitiger Personenschäden mitversichert sind.

Wenn zwei zusammenziehen, dann teilen sie Bett und Tisch – und die Haftpflichtversicherung. In einer privaten Haftpflicht sind Lebenspartner eingeschlossen. Selbst Paare, die nicht zusammenwohnen, kommen mit einem Vertrag aus. Es müssen dann nur beide namentlich im Versicherungsschein genannt sein.

Was tun, wenn zwei Verträge vorhanden sind?

Eine gemeinsame Versicherung ist für Paare meist günstiger als zwei einzelne Policen. Hatte bislang jeder Partner einen eigenen Vertrag, lässt sich der jüngere Vertrag fristlos aufheben. Teilen Sie dem Anbieter des jüngeren Vertrags dazu mit, ab wann der gemeinsame Vertrag gilt. Den älteren Vertrag können Sie in eine Paarversicherung umwandeln. Haben Sie bereits Kinder, wählen Sie einen Familientarif.

Prüfen Sie bei der Gelegenheit beim älteren Vertrag, ob er noch aktuell ist. Halten Sie die Versicherungssummen hoch. Das sollten mindestens 20 Millionen Euro sein.

Oft ist aber der neuere Vertrag der bessere, besonders wenn der ältere schon etliche Jahre existiert. Dann sollten Sie den älteren regulär spätestens drei Monate vor dem Ende des Versicherungsjahres kündigen und den neueren behalten. Oder kündigen Sie auch diesen, nachdem Sie einen neuen gemeinsamen Vertrag abgeschlossen haben.

Wenn Sie von vornherein zusammen in einen neuen Vertrag wechseln möchten, suchen Sie sich am besten zunächst eine neue Versicherung und kündigen dann beide Verträge fristgerecht. Für beide Fälle ist es besser, lieber zwei Monate lang zwei Verträge zu haben als für zwei Wochen keinen oder einen schlechten Versicherungsschutz.

Wir empfehlen den Tarif „Einfach Besser Plus“ der Haftpflichtkasse. Etwas höhere Versicherungssummen zu einem etwas höheren Preis bietet die ebenfalls empfehlenswerte „Klassik-Garant Exklusiv“ der VHV. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Ratgeber Haftpflichtversicherung.

Worauf sollten Sie beim Paar-Tarif unbedingt achten?

Unverheiratete Paare oder eingetragene Lebenspartnerschaften müssen beachten, dass Schadensersatzansprüche untereinander in der Regel ausgeschlossen sind, wenn sie eine gemeinsame Versicherung haben. Wenn ein Partner beispielsweise den Fernseher des anderen beschädigt, besteht kein Anspruch auf Leistung.

Teuer kann dies vor allem bei Personenschäden werden: Bei einer Fahrradtour fährt ein Partner den anderen versehentlich an und verletzt diesen schwer. Auch wenn der eine vom anderen Partner wahrscheinlich keinen Schadensersatz erwartet, kann der Unfall ins Geld gehen. Denn die Krankenkasse des Geschädigten hat gegen den Unfallverursacher Anspruch auf Schadensersatz für die entstandenen Kosten. Achten Sie daher darauf, dass Ihre private Haftpflichtversicherung diese Regressansprüche der Krankenkasse wegen Personenschäden zwischen den versicherten Personen explizit mitversichert.

Das ist bei vielen Tarifen bereits der Fall. Unsere empfohlenen Tarife sichern genau diese Regressansprüche ab, unsere Hauptempfehlung (die Haftpflichtkasse) leistet darüber hinaus auch Schmerzensgeld.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

Zum Ratgeber 

Video: Warum eine Haftpflichtpolice pro Haushalt reicht

Autor
Silke Kursawe
& Co-Autor
Annika Krempel

Stand: 09. August 2018


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