Vermögensschadenhaftpflicht

Abgesichert, wenn andere durch Dich Vermögen verlieren

Henriette Neubert
Finanztip-Expertin für Versicherungen
20. April 2022
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine gute Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung zahlt bei Vermögensschäden, das heißt, wenn Du durch Dein Verhalten einer anderen Person einen finanziellen Schaden zufügst.
  • Selbstständige sollten sich unbedingt mit einer Ver­mö­gens­haft­pflicht­ver­si­che­rung absichern, wenn sie beruflich in finanziellen Angelegenheiten beraten.
So gehst Du vor
  • Überprüfe, wie in Deiner Privathaftpflicht Vermögensschäden versichert sind. Achte dabei vor allem auf hohe Ver­si­che­rungs­sum­men.
  • Als Selbstständiger benötigst Du eine spezielle Versicherung gegen Vermögensschäden, die durch Deinen Beruf entstehen können.

Wenn Du jemanden mit dem Fahrrad anfährst und dabei verletzt, hast Du einen Personenschaden verursacht. Zerstörst Du die Kamera einer Fotografin, musst Du für die Reparatur oder den Ersatz des Gerätes, also für den Sachschaden aufkommen.

Deine Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung übernimmt beides: Personen- und Sachschäden. Darüber hinaus sollte sie auch für Schäden am Vermögen anderer aufkommen, die durch Dein Verhalten entstanden sind. Das gilt jedoch nur für den privaten Bereich. Für Vermögensschäden, die im Rahmen Deiner beruflichen Tätigkeit entstehen, ist Deine Privathaftpflicht nicht zuständig.

Was sind echte und was sind unechte Vermögensschäden?

Wenn der von Dir Verletzte wochenlang nicht arbeiten kann, erleidet er einen finanziellen Verlust. Und wenn der Fotografin ohne Kamera ein wichtiges Fotoshooting entgeht, hat sie wegen Dir Einkommenseinbußen und muss womöglich noch eine Vertragsstrafe zahlen.

Das sind sogenannte unechte Vermögensschäden, die Deine Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung mit abdeckt. Das heißt: Die finanziellen Nachteile des Anderen, die Du indirekt verursacht hast, gleicht Deine Versicherung ebenfalls aus.

Wenn durch Dein Fehlverhalten (oder das Deiner Kinder) ein anderer Mensch direkt einen Vermögensnachteil erleidet, sprechen die Versicherungen von einem echten Vermögensschaden.

Ein Beispiel für einen echten Vermögensschaden: Du hast das Auto von jemandem zugeparkt, dem dadurch ein wichtiger Geschäftsabschluss entgeht, der mit finanziellen Einbußen einhergeht. Ein weiteres Beispiel: Dein zwölfjähriger Sohn ruft bei der Feuerwehr an und löst so einen unnötigen Einsatz aus. Auch diese Schäden muss Deine Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung tragen.

Welche Leistungen sind wichtig?

Vermögensschäden sollten vor allem mit einer ausreichend hohen Ver­si­che­rungs­sum­me abgedeckt sein, Bei einer guten Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung sollte die Ver­si­che­rungs­sum­me mindestens 50 Millionen Euro betragen. Verbreitet sind mittlerweile Tarife mit einer pauschalen Ver­si­che­rungs­sum­me für Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Die von uns empfohlenen Tarife bieten diese Summe. Bei einigen Versicherern sind Vermögensschäden durch mitversicherte, deliktunfähige Kinder mit einer niedrigeren Ver­si­che­rungs­sum­me abgesichert.

Die Ver­si­che­rungs­sum­me und die konkreten versicherten Leistungen für eine berufliche Ver­mö­gens­haft­pflicht­ver­si­che­rung hängt vom ausgeübten Beruf ab. Allgemein sind folgende Leistungen versicherbar:

  • Planungsfehler
  • Falschberatung
  • Fristversäumnis
  • Programmierfehler

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

Zum Ratgeber 

Wer benötigt eine Ver­mögens­schaden­ver­si­che­rung?

Echte Vermögensschäden entstehen meist im beruflichen Umfeld – wenn etwa ein Anlageberater oder Rechtsanwalt einen Klienten falsch berät, Fristen versäumt oder als Bauunternehmen falsch plant. Diese Schäden werden nicht von der Privathaftpflicht übernommen. 

Für solche Situationen brauchst Du als Selbstständiger eine Ver­mögens­schaden­haft­pflicht­ver­si­che­rung. Für einige Berufsgruppen wie Rechtsanwälte, Notare, Steuerberater oder Wirtschaftsprüfer gibt es eine gesetzliche Vermögenshaftpflicht. Auch für Versicherungsvermittler ist diese Versicherung eine Voraussetzung, um überhaupt zum Beruf zugelassen zu werden.

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip gehört zu 100 Prozent der gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.