Vermögensschadenhaftpflicht

Damit Du bei finanziellen Schäden abgesichert bist

Henriette Neubert
& Co-Autor
01. Dezember 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine gute Privathaftpflichtversicherung zahlt bei Vermögensschäden, das heißt, wenn Du durch Dein Verhalten einer anderen Person einen finanziellen Schaden zufügst.
  • Selbstständige sollten sich unbedingt mit einer Vermögenshaftpflichtversicherung absichern, wenn sie beruflich in finanziellen Angelegenheiten beraten.
So gehst Du vor

Wenn Du jemanden mit dem Fahrrad anfährst und dabei verletzt, hast Du einen Personenschaden verursacht. Zerstörst Du die Kamera einer Fotografin, musst Du für die Reparatur oder den Ersatz des Gerätes, also für den Sachschaden aufkommen.

Deine Privathaftpflichtversicherung übernimmt beides: Personen- und Sachschäden. Darüber hinaus sollte sie auch für Schäden am Vermögen anderer aufkommen, die durch Dein Verhalten entstanden sind. Das gilt jedoch nur für den privaten Bereich. Für Vermögensschäden, die im Rahmen Deiner beruflichen Tätigkeit entstehen, ist Deine Privathaftpflicht nicht zuständig.

Was sind echte und was sind unechte Vermögensschäden?

Wenn der von Dir Verletzte wochenlang nicht arbeiten kann, erleidet er einen finanziellen Verlust. Und wenn der Fotografin ohne Kamera ein wichtiges Fotoshooting entgeht, hat sie wegen Dir Einkommenseinbußen und muss womöglich noch eine Vertragsstrafe zahlen.

Das sind sogenannte unechte Vermögensschäden, die Deine Privathaftpflichtversicherung mit abdeckt. Das heißt: Die finanziellen Nachteile des Anderen, die Du indirekt verursacht hast, gleicht Deine Versicherung ebenfalls aus.

Wenn durch Dein Fehlverhalten (oder das Deiner Kinder) ein anderer Mensch direkt einen Vermögensnachteil erleidet, sprechen die Versicherungen von einem echten Vermögensschaden.

Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Du das Auto von jemandem zugeparkt hast, dem dadurch ein wichtiger Geschäftsabschluss entgeht, der mit finanziellen Einbußen einhergeht. Oder wenn Dein zwölfjähriger Sohn bei der Feuerwehr anruft und so einen unnötigen Einsatz auslöst. Auch diese Schäden muss Deine Privathaftpflichtversicherung tragen.

Wie hoch sollten die Versicherungssummen sein?

Eine gute Privathaftpflichtversicherung schließt Schäden am Vermögen pauschal mit in die Versicherungssumme ein. Sie sollte mindestens 5 Millionen Euro betragen. Verbreitet sind mittlerweile Tarife mit einer pauschalen Versicherungssumme für Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Die von uns empfohlenen Tarife bieten eine Deckungssumme von 50 Millionen.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

Zum Ratgeber 

Selbstständige brauchen eine Vermögensschadenversicherung

Echte Vermögensschäden entstehen meist im beruflichen Umfeld – wenn etwa ein Anlageberater oder Rechtsanwalt einen Klienten falsch berät. Diese Schäden werden nicht von der Privathaftpflicht übernommen.

Für solche Situationen brauchst Du als Selbstständiger eine Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung. Die ist übrigens für Versicherungsvermittler Voraussetzung, um überhaupt zum Beruf zugelassen zu werden.

Autor
Henriette Neubert
& Co-Autor
Silke Kursawe

01. Dezember 2020


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