Vermögensschadenhaftpflicht

Ihre Privathaftpflicht kommt auch für finanzielle Verluste auf

Silke Kursawe
& Co-Autor
Stand: 09. August 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Eine gute Privathaftpflichtversicherung zahlt auch bei sogenannten Vermögensschäden. Das können die Einkommenseinbußen des Anderen infolge eines Unfalls sein, den Sie verschuldet haben.
  • Es ist auch ein Vermögensschaden, wenn jemand anderem durch Ihre Schuld Geld entgeht, etwa weil Sie einen Geschäftsabschluss verhindert haben.
  • Selbstständige sollten sich mit einer gesonderten Vermögenshaftpflichtversicherung schützen, wenn sie beruflich in finanziellen Angelegenheiten beraten.
So gehen Sie vor
  • Prüfen Sie in Ihrem Versicherungsvertrag, wie dort Vermögensschäden versichert sind. Achten Sie auf hohe Deckungssummen für Vermögensschäden: 5 Millionen Euro sollten es mindestens sein.
  • Unsere Privathaftpflicht-Empfehlungen versichern Vermögensschäden bis zur vollen Versicherungssumme. Wir empfehlen den Tarif „Einfach Besser Plus“ der Haftpflichtkasse, den Tarif „Prestige“ der Bayerischen oder den Tarif „Klassik-Garant Exklusiv“ der VHV.
  • Sind Sie beruflich selbstständig tätig, schließen Sie eine Deckung für Vermögensschäden in Ihre Betriebshaftpflichtversicherung ein.

Wenn Sie jemanden mit dem Fahrrad anfahren und verletzen, entsteht ein Personenschaden. Zerstören Sie die Kamera eines Fotografen, stehen Sie für die Reparatur oder den Ersatz der Kamera gerade, also den Sachschaden.

Jede Privathaftpflichtversicherung ersetzt beides: Schäden, die ein Mensch davon trägt, sowie Sachschäden. Darüber hinaus sollte sie auch für Schäden am Vermögen anderer aufkommen, die durch Ihr Verhalten entstanden sind.

Was sind echte und was sind unechte Vermögensschäden?

Denn was, wenn der von Ihnen Verletzte wochenlang nicht arbeiten kann und deswegen einen finanziellen Verlust erleidet? Oder wenn dem Fotograf ohne Kamera ein wichtiges Fotoshooting entgeht und er Einkommenseinbußen erleidet? Womöglich muss er eine Vertragsstrafe zahlen.

Das sind sogenannte unechte Vermögensschäden, die Ihre Privathaftpflichtversicherung auch abdeckt. Das heißt, die finanziellen Nachteile des Anderen gleicht Ihre Versicherung ebenfalls aus. Es gibt aber auch Fälle, in denen Sie niemanden verletzen oder etwas beschädigen, aber durch Ihr Verhalten dennoch ein anderer Mensch einen Vermögensnachteil erleidet. Dann liegt möglicherweise ein echter Vermögensschaden vor.

Von einem echten Vermögensschaden sprechen Versicherungen, wenn der Vermögensschaden direkt durch Ihr Fehlverhalten entsteht.

In dem Fall haben Sie niemanden vorher verletzt oder etwas von ihm kaputt gemacht. Aber vielleicht haben Sie das Auto von jemandem zugeparkt und ihm entgeht dadurch ein wichtiger Geschäftsabschluss. Oder Ihr zwölfjähriger Sohn ruft bei der Feuerwehr an und löst so einen unnötigen Einsatz aus. Auch das ist ein echter Vermögensschaden, den die Privathaftpflichtversicherung Ihrer Familie tragen muss.

Wie hoch sollten die Deckungssummen sein?

Eine gute Privathaftpflichtversicherung schließt Schäden am Vermögen pauschal mit in die Versicherungssumme ein. Sie sollte mindestens 5 Millionen Euro betragen. Verbreitet sind mittlerweile Tarife mit einer pauschalen Deckungssumme für Personen-, Sach- und Vermögensschäden. Die von uns empfohlenen Tarife bieten eine Deckungssumme von 50 Millionen.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

Zum Ratgeber 

Selbstständige brauchen einen separaten Vertrag

Echte Vermögensschäden entstehen meist im beruflichen Umfeld – wenn etwa ein Anlageberater oder Rechtsanwalt einen Klienten falsch berät. Für solche Situationen sollten Selbstständige mit der Vermögensschadenhaftpflichtversicherung eine weitere Versicherung abschließen. Für Versicherungsvermittler ist eine solche Versicherung übrigens Voraussetzung, um überhaupt zum Beruf zugelassen zu werden.

Autor
Silke Kursawe
& Co-Autor
Annika Krempel

Stand: 09. August 2018


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