Gefälligkeitsschäden - Haftpflichtversicherung

Geschützt, wenn beim Umzug etwas kaputt geht

Silke Kursawe
& Co-Autor
Stand: 08. August 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Helfen Sie einem Bekannten beim Umzug und machen dabei versehentlich etwas kaputt, nennt die Versicherung das einen Gefälligkeitsschaden. Das ist nicht nur ärgerlich, das kann sogar sehr teuer werden.
  • Viele Haftpflichtversicherungen schließen solche Gefälligkeitsschäden mit ein.
So gehen Sie vor
  • Überlegen Sie, wie häufig Sie in Gefälligkeitsdienste treten. Dazu zählt Blumengießen, Rasen sprengen oder regelmäßiges Durchlüften beim Nachbarn während seines Urlaubs.
  • Falls Sie Streit rund um solche Freundschaftsdienste vermeiden wollen, wählen Sie eine Privathaftpflichtversicherung mit Gefälligkeitsschaden-Klausel.
  • Die von uns empfohlenen Tarife versichern Gefälligkeitsschäden. Wir empfehlen den Tarif Einfach Besser Plus der Haftpflichtkasse, den Tarif Prestige der Bayerischen oder den Tarif Klassik-Garant Exklusiv der VHV.

Stellen Sie sich vor, Sie helfen einem Freund beim Umzug und lassen dabei den Fernseher fallen, der dadurch kaputt geht. Zahlt Ihre Haftpflichtversicherung den Schaden oder nicht?

Wann zahlt die Haftpflichtversicherung?

Gerichte haben über Jahre entschieden, dass der Verursacher bei einem solchen Freundschaftsdienst ohne Entgelt nicht haftbar gemacht werden kann. Folglich zahlten auch die Versicherungen den Schaden nicht, und derjenige, der den Schaden hatte, ging leer aus. Denn wo niemand haftet, musste auch niemand etwas zahlen. Es sei denn, derjenige, der den Schaden angerichtet hat, hatte eine Privathaftpflichtversicherung mit Gefälligkeitsschaden-Klausel. Dann zahlte die Versicherung den Schaden des Freundes.

Nach aktueller Rechtsprechung des Bundesgerichtshofes kommt es für Gefälligkeitsschäden nicht darauf an, dass man diese Klausel versichert haben muss. Es geht bei solchen Freundschaftsdiensten überhaupt nicht darum, dass Sie unentgeltlich helfen. Entscheidend ist, ob Sie ausdrücklich regeln, dass Sie nicht haften wollen, wenn etwas passiert (Urteil vom 26. April 2016, Az. IV ZR 467/15).

Das bedeutet, Ihre Haftpflichtversicherung muss für solche Gefälligkeitsschäden aufkommen, wenn Sie nichts sagen. Haben Sie aber vorher mit Ihrem Bekannten ganz konkret besprochen, dass Sie nicht für Schäden beim Umzug haften wollen, wird er von Ihnen oder Ihrer Versicherung kein Geld bekommen.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, spricht nichts gegen einen Vertrag, der Gefälligkeitsschäden mitversichert. Bei den meisten guten Tarifen ist das ohnehin eingeschlossen. Das gilt auch für unsere Tarifempfehlungen. Wie Sie eine gute Haftpflichtversicherung finden, erfahren Sie im Ratgeber Haftpflichtversicherung.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

Zum Ratgeber 

Autor
Silke Kursawe
& Co-Autor
Eric Brandmayer

Stand: 08. August 2018


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