Pferdehaftpflichtversicherung

Optimal abgesichert, wenn der Hengst durchgeht

Eric Brandmayer Stand: 04. Oktober 2016
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer ein Pferd besitzt, haftet für alle Schäden, die es anrichtet.
  • Die Privathaftpflichtversicherung schließt Pferde nicht mit ein.
  • Halter brauchen deswegen eine Pferdehaftpflichtversicherung.
  • Gute Policen gibt es ab 90 Euro pro Jahr. Sparen Sie daher nicht am Umfang der Versicherung.

Pferde sind oft schreckhafte Tiere, die schon beim kleinsten, unerwarteten Geräusch durchgehen können. Falls das Tier einen Verkehrsunfall verursacht oder Gärten zertrampelt, muss der Halter dafür geradestehen. Der Schaden kann sich schnell auf mehrere Tausend Euro summieren, und werden Menschen verletzt, sogar auf mehrere Millionen. Ohne Versicherung stehen Pferdehalter möglicherweise vor dem Ruin, denn die private Haftpflichtversicherung schließt Pferde nicht mit ein. 

Knapp 1,2 Millionen Menschen in Deutschland reiten regelmäßig. Obwohl Pferde hohe Schäden verursachen können, ist eine Versicherung nicht Pflicht. Wir empfehlen dennoch, eine Pferdehaftpflicht abzuschließen. Selbst wenn Sie gar nicht vor Ort waren: Falls Ihr Pferd einen Schaden verursacht, haften Sie dafür.

Das sollte eine gute Pferdehaftpflicht abdecken

Achten Sie auf die folgenden Merkmale in der Police, um im Schadensfall optimal abgesichert zu sein.

Reitbeteiligung - Verleihen Sie Ihr Pferd etwa an die Nachbarstochter und währenddessen kommt es zu einem Unfall, müssen Sie als Halter dafür geradestehen. Sind fremde Reiter in der Police ausgeschlossen, zahlt die Versicherung nicht. Achten Sie also auf diese Klausel in den Versicherungsbedingungen.

Flurschäden - Solche Schäden entstehen, wenn Pferde über Wiesen und Felder galoppieren und so zum Beispiel die Ernte eines Bauers ruinieren.

Deckschäden - Gerade für Hengste sollten Deckschäden abgesichert sein. Besteigt Ihr Pferd eine Stute, müssen Sie eventuell für die medizinische Versorgung von Muttertier und Fohlen aufkommen. Wer eine Stute besitzt, sollte auf den Schutz für Fohlen in den ersten Monaten achten, bevor die Kleinen selbst versichert werden müssen.

Versicherungssumme - Die angebotenen Deckungssummen bewegten sich in einer Finanztip-Stichprobe im August 2016 zwischen 2 und 50 Millionen Euro. Wir empfehlen wie bei der Hundehaftpflicht eine Versicherungssumme von mindestens 5 Millionen Euro.

Wo Sie sparen können

Bei einer Pferdehaftpflicht lässt sich auch bei gutem Schutz noch Geld sparen, allerdings besser nicht auf Kosten des Versicherungsschutzes.

Selbstbeteiligung - Sie können mit einer Selbstbeteiligung von 150 Euro rund 20 Euro im Jahr sparen.

Mehrere Pferde zusammen versichern - Einige Versicherer bieten Rabatte an, wenn Sie mehr als ein Pferd versichern.

Bei schlechten Bedingungen wechseln - Wenn Sie bereits eine Pferdehaftpflichtpolice haben und feststellen, dass die Bedingungen nicht optimal sind, dann wechseln Sie unbedingt. Die Kündigungsfrist beträgt in der Regel drei Monate zum Ende des Versicherungsjahres.

Die Stiftung Warentest ermittelte im Frühjahr 2016 Preise zwischen 90 und 250 Euro für gute Policen (Zeitschrift „Finanztest“, Ausgabe 4/2016).

Auf Vergleichsportalen Tarife vergleichen

Wenn Sie eine Pferdehaftpflicht abschließen wollen, können Sie dazu Vergleichsportale wie Mr-Money oder Check24 nutzen. Die Portale bieten eine große Auswahl an verschiedenen Policen. Achten Sie darauf, nur eine Versicherung abzuschließen, die eine Laufzeit von einem Jahr hat. Oft sind drei Jahre Laufzeit bei den Portalen voreingestellt. Bei vielen Vergleichen werden vor den günstigsten Policen Werbeanzeigen angezeigt, die meist deutlich teurer sind. Diese sind zwar farblich markiert, dennoch nicht immer klar als Werbung zu erkennen.

Autor
Eric Brandmayer

Stand: 04. Oktober 2016


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