Drohnen Haft­pflicht­ver­si­che­rung

Wer Drohnen fliegen lässt, muss sich versichern

Henriette Neubert
Finanztip-Expertin für Versicherungen
20. Oktober 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer eine Drohne besitzt, braucht eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung, die für Schäden durch die Drohne aufkommt.
  • Wenn Du die Drohne nur privat nutzt, kannst Du sie über die Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung versichern. 
  • Wenn Du sie auch gewerblich nutzt – etwa Fotos verkaufst, die Du per Drohne gemacht hast –, benötigst Du eine spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung.
  • Für das Drohnenfliegen gelten gesetzliche Vorschriften. Einige Versicherungen zahlen nicht, wenn Du das Fluggerät regelwidrig genutzt hast.
So gehst Du vor
  • Nutzt Du die Drohne nur privat? Erkundige Dich bei Deiner Pri­vat­haft­pflicht­ver­si­che­rung, ob ein Drohnenschutz enthalten ist. Wenn nicht, kannst Du sie um Drohnen erweitern oder Dich nach einer neuen Versicherung umschauen. 
  • Wenn Du mit Deiner Drohne auch Geld verdienst, musst Du eine spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung abschließen. 
  • Falls Deine Drohne sehr teuer ist: Prüfe, ob sich eine Kasko-Versicherung lohnt. Diese gibt es für die Fluggeräte ähnlich wie für Autos.

Drohnen surren heute regelmäßig im Himmel über verschiedenen Gegenden. Etwa 500.000 dieser Quadrocopter gibt es in Deutschland, die allermeisten werden privat genutzt. Rechtlich gesehen sind Drohnen aber kein Spielzeug, sondern Luftfahrzeuge. Damit fallen sie unter das Luftverkehrsgesetz. Wenn Du eine besitzt, musst Du diese zwingend haftpflichtversichern.

Was zahlt eine Drohnen-Haftpflichtversicherung?

Als Besitzer einer Drohne musst Du diese versichern. Wenn Du das Flugobjekt nur privat nutzt, reicht der Schutz über eine private Haft­pflicht­ver­si­che­rung in der Regel aus. Für die gewerbliche Nutzung gibt es spezielle Versicherungen.

Mit einer Haft­pflicht­ver­si­che­rung sind alle Schäden versichert, die Du beim Fliegen Deiner Drohne verursachst, egal ob Personen-, Sach- oder Vermögensschäden. Immer wieder tauchen Unfälle oder Beinahe-Unfälle mit Drohnen in den Nachrichten auf – etwa, wenn eine auf einer Autobahn auf ein Fahrzeug stürzt oder in der Nähe eines Flughafens mit einem Flugzeug kollidiert. Weniger spektakulär, aber auch teuer: Die Drohne fällt in den Wintergarten des Nachbarn und zerstört einige Scheiben oder verletzt dort Menschen. 

Reicht die alte Privathaftpflicht oder ist eine neue besser?

Damit Deine Privathaftpflicht den Schaden auch zahlt, musst Du zunächst prüfen, ob Deine Drohne im Tarif mitabgesichert ist. Neuere Tarife beinhalten in der Regel auch Drohnen, wobei es hier auf das Gewicht ankommt. Drohnen über 250 Gramm sind nicht in allen Tarifen enthalten. 

In älteren Versicherungsverträgen taucht das Wort „Drohne“ meistens gar nicht auf. Stattdessen ist lediglich von „Flugmodellen ohne Motor“ die Rede. Da Drohnen einen Motor haben, bist Du bei diesen Tarifen vom Wortlaut her also nicht abgesichert.

Allerdings kann es sein, dass Versicherer die alten Ver­si­che­rungs­be­din­gungen anpassen, wenn sich neue Tarife verbessern (Innovationsgarantie). Damit sollen Neukunden gegenüber Bestandskunden nicht bessergestellt werden. Wenn Dein Tarif solch eine Regelung enthält, kommt Deine Versicherung auch bei älteren Verträgen für Schadensfälle mit Drohnen auf. Frage also am besten bei Deinem Versicherer nach. Lass Dir eine positive Auskunft dann auf jeden Fall schriftlich bestätigen.

Bietet der alte Vertrag dagegen keinen Ver­si­che­rungs­schutz für Drohnen, kannst Du mit Deinem Versicherer darüber sprechen, ob Du Deine Versicherung auf einen aktuellen Tarif mit Drohnen-Versicherung umstellen kannst. Oder Du kündigst Deinen alten Vertrag und suchst Dir eine neue Haft­pflicht­ver­si­che­rung, die auch Deine Drohne absichert. Vergleiche am besten beide Optionen miteinander.

Entscheidest Du Dich, den alten Vertrag zu kündigen, musst Du jedoch die ordentliche Kündigungsfrist beachten. Dann musst Du für die Zeit bis zur Kündigung eine separate Drohnen-Versicherung abschließen. Die bekommst Du etwa ab 35 Euro pro Jahr. Im schlimmsten Fall bist Du einige Zeit doppelt versichert. Das solltest Du bei Deinem Vergleich mitbedenken. 

Worauf solltest Du bei Deiner Drohnen-Versicherung achten?

Egal ob ein neuer Vertrag oder der alte – wenn Du Dir eine Drohne zulegst, schau unbedingt in die Ver­si­che­rungs­be­din­gungen oder erkundige Dich beim Versicherer, was der Ver­si­che­rungs­schutz genau beinhaltet.

Manche Versicherer schreiben zum Beispiel vor, dass das Modellflugzeug nur auf einem Modellfluggelände geflogen wird oder der Pilot Mitglied in einem Modellflugverein ist. Einige schließen außerdem Drohnen ab einer bestimmten Gewichtsklasse aus oder sie sind nur in einem höheren Tarif versichert. Oft liegen die Gewichtsgrenzen zwischen 250 Gramm und fünf Kilogramm.

Achte auf eine ausreichend hohe Versicherungssumme

Bei Unfällen – womöglich mit Verletzten – können die Schäden schnell in die Millionen gehen. Wichtig ist also eine ausreichend hohe Versicherungssumme. 50 Millionen Euro sind bei einer Privathaftpflicht das Mindestkriterium. Diese Empfehlung gilt auch für ältere Verträge. 

Bei einem Familientarif sind Dein Ehepartner und ledige Kinder bis zum Ende der Ausbildung mitversichert. Die eigenen Kinder dürfen die Drohne also lenken, Freunde, Bekannte oder Schulkameraden hingegen nicht. Wer seinen Quadrocopter regelmäßig verleihen will, sollte über eine spezielle Drohnen-Versicherung nachdenken.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

Zum Ratgeber 

Welche Regeln gelten für die gewerbliche Nutzung?

Eine spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung ist auf jeden Fall dann notwendig, wenn Du die Drohne gewerblich nutzt. Für den Fall, dass Du beispielsweise Fotos aus der Luft schießt und dann verkaufen willst oder deinen Privatwald per Drohne nach Feuerstellen absuchst oder Grundstücke mit ihr vermessen möchtest, reicht eine Privathaftpflicht nicht mehr aus. Dann ist eine spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung notwendig, die deutlich teurer ist.

Egal ob Privathaftpflicht oder Drohnen-Haftpflichtversicherung: Beide gleichen nur Schäden aus, die durch Drohnen verursacht werden. Wer das Gerät an sich versichern will, schließt dafür eine Kasko-Versicherung ab. Diese gibt es von verschiedenen Anbietern. Die Beiträge liegen bei mindestens 100 Euro pro Jahr. Es gibt dabei immer eine Selbstbeteiligung.

Was ist zu beachten, bevor die Drohne losfliegt?

Wichtig für alle Flugkünstler: Auch wenn Drohnen wie ein Spielzeug erscheinen, musst Du verschiedene Regeln beachten. Diese sind in der Drohnenverordnung des Bundesverkehrsministeriums festgelegt. Neben der Pflicht einer Haft­pflicht­ver­si­che­rung ist dort auch geregelt, wer einen Quadrocopter fliegen darf, wo und welche technischen Merkmale gelten.

Welche Drohnen dürfen fliegen?

Für Drohnen gibt es drei Kategorien:

Offen - bis 25 Kilo, können eine Höhe bis 120 Meter Sichtweite erreichen, transportieren keine gefährlichen Güter oder werfen diese ab

Speziell - übersteigen die Kriterien der offenen Kategorie

Zulassungspflichtig - Drohnen, die Personen oder gefährliche Güter transportieren können

Wer darf Drohnen fliegen?

Für Hobbypiloten und Fotografen ist die offene Kategorie ausreichend. Aber einfach losfliegen kannst Du damit noch nicht unbedingt. Wenn Deine Drohne mehr als 250 Gramm wiegt oder eine Kamera trägt, musst Du Dich registrieren. Die Registrierungsnummer musst Du auf jede Drohne, die Du nutzt, sichtbar anbringen.

Ab einem Gewicht von 250 Gramm brauchst Du außerdem einen Kompetenznachweis (vor 2021 ab zwei Kilogramm). Diesen erhältst Du beim Luftfahrt-Bundesamt (LBA).

Wo dürfen Drohnen fliegen?

Fliegen dürfen die unbemannten Flugobjekte nur über unbebauten Gebieten; nicht über Menschenansammlungen, in Naturschutzgebieten, Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Autobahnen und Industrieanlagen. Zu Flughafenzäunen gilt ein Mindestabstand von 1,5 Kilometern – und höher hinauf als 120 Meter darf es auch nicht gehen.

Die Drohnenverordnung hat auch Einfluss auf den Ver­si­che­rungs­schutz. Wer sich nicht an die Regeln der Verordnung hält und seine Drohne etwa in einem belebten Park fliegen lässt, riskiert den Ver­si­che­rungs­schutz: Manche Versicherer wollen den Versicherten vollständig auf den sogenannten „erlaubten Gebrauch“ beschränken. Andere zahlen auch bei einem Verstoß gegen die Drohnenverordnung, allerdings nur, wenn der Drohnenpilot die Regeln fahrlässig nicht beachtet hat und es daraufhin zu einem Schaden gekommen ist.

Falls Du also auf der sicheren Seite bleiben und im Falle eines Schadens lange Rechtsstreitigkeiten mit Deiner Versicherung vermeiden möchtest: Halte Dich besser an die Regeln des Ministeriums.

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