Haftpflicht für Drohnen

Wer Drohnen fliegt, muss sich versichern

Silke Kursawe 20. April 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer eine Drohne besitzt, braucht eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung – wie beim Auto. Die Vorschrift gilt seit 2005 und ist unabhängig vom Gewicht der Drohne.
  • Die Versicherung zahlt Schäden, die die Drohne verursacht, nicht aber Schäden an der Drohne selbst.
  • Nur wenn Du die Drohne ausschließlich in eigenen, geschlossenen Räumen fliegst, bist Du von der Versicherungspflicht befreit.
  • Falls Du die Drohne nur privat nutzt, kannst Du sie über die Privathaftpflichtversicherung versichern. Familienangehörige sind dann mitversichert, nicht aber Freunde oder Bekannte, wenn sie die Drohne fliegen.
  • Wer die Drohne gewerblich nutzt – etwa Fotos verkauft, die er per Drohne macht –, der benötigt eine spezielle Drohnenhaftpflichtversicherung.
  • Für das Drohnenfliegen gelten strenge Regeln – es ist an mehr Orten verboten als erlaubt. Einige Versicherungen zahlen nicht, wenn das Fluggerät regelwidrig genutzt wurde.
So gehst Du vor
  • Überlege, wie Du Deine Drohne nutzen willst: Fliegst Du sie nur privat oder auch, um Geld damit zu verdienen? Und wer sonst darf sie wo fliegen?
  • Wenn Du die Drohne privat nutzt: Erkundige Dich bei Deiner Privathaftpflichtversicherung, ob ein Drohnenschutz enthalten ist. Bewahre die schriftliche Bestätigung auf. Ist Deine Haft­pflicht­ver­si­che­rung schon älter, enthält sie womöglich keinen Drohnenschutz. Erweitere Deine Versicherung entsprechend oder schaue nach einer neuen, passenden Police.
  • Wenn Du die Drohne gewerblich nutzt: Schließe eine spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung ab.
  • Studiere das Kleingedruckte der Ver­si­che­rungs­be­din­gungen: Ist der Versicherungsschutz irgendwo eingeschränkt, etwa in Bezug auf das Gewicht der Drohne?
  • Falls Deine Drohne sehr teuer ist: Prüfe, ob sich eine Kasko-Versicherung lohnt. Diese gibt es für die Fluggeräte ähnlich wie für Autos.

Eine Drohne für Anfänger kostet inzwischen nicht mal mehr 60 Euro. Kein Wunder, dass die kleinen, wendigen Fluggeräte durch immer mehr Parks und Gärten surren. Experten gehen von rund einer Million Drohnen im deutschen Luftraum aus. Rechtlich gesehen sind Drohnen aber kein Spielzeug, sondern Luftfahrzeuge. Damit fallen sie unter das Luftverkehrsgesetz und müssen, schon seit 2005, zwingend haftpflichtversichert werden.

Wer muss die Drohnenhaftpflichtversicherung abschließen?

Verantwortlich für die Drohnen-Haftpflichtversicherung ist der Halter, also der Besitzer der Drohne oder des manchmal auch Quadrocopters genannten Geräts. Wer das Flugobjekt nur privat nutzen will, ist mit einer privaten Haft­pflicht­ver­si­che­rung gut bedient. Für die gewerbliche Nutzung gibt es spezielle Versicherungen.

Es spielt keine Rolle, wie schwer die Drohne ist. Was außerhalb der eigenen Wohnung starten soll, braucht einen Versicherungsschutz, der für Schäden aufkommt, die durch das Fluggerät verursacht werden. Immer wieder tauchen Unfälle oder Beinahe-Unfälle mit Drohnen in den Nachrichten auf – etwa, wenn eine auf einer Autobahn auf ein Fahrzeug stürzt oder in der Nähe eines Flughafens mit einem Flugzeug kollidiert. Weniger spektakulär, aber auch teuer: Die Drohne fällt in den Wintergarten des Nachbarn und zerstört einige Scheiben.

Wie lassen sich alte Privathaftpflichtversicherungen nachrüsten?

Wenn Du Dir eine Drohne anschaffst und Deine Haft­pflicht­ver­si­che­rung bereits einige Jahre läuft, solltest Du unbedingt überprüfen, was dazu in Deinem Vertrag steht. In älteren Ver­si­che­rungs­be­din­gungen taucht das Wort „Drohne“ meistens gar nicht auf. Stattdessen ist lediglich von „Flugmodellen ohne Motoren“ die Rede. Da Drohnen einen Motor haben, bist Du also bei diesen Tarifen vom Wortlaut her nicht abgesichert.

Allerdings kann es sein, dass Versicherer die alten Ver­si­che­rungs­be­din­gungen fortgeschrieben haben und auch bei älteren Verträgen für Schadensfälle mit Drohnen aufkommen. Frage also am besten bei Deinem Versicherer nach. Lass Dir eine positive Auskunft dann auf jeden Fall schriftlich bestätigen.

Bietet der alte Vertrag dagegen keinen Versicherungsschutz für Drohnen, so solltest Du mit Deinem Versicherer darüber sprechen, ob Du Deine Versicherung auf einen aktuellen Tarif mit Drohnenversicherung umstellen kannst. Gerade wenn Du schon einige Jahre bei diesem Anbieter warst, dürfte er bereit sein, den alten Vertrag abzurechnen, wenn Du zeitgleich bei ihm eine neue Haft­pflicht­ver­si­che­rung schließt.

Lässt sich Dein Versicherer darauf nicht ein, musst Du dagegen eine separate Drohnenversicherung abschließen, mindestens so lange, wie Du noch die alte Haft­pflicht­ver­si­che­rung hast. Gute neue Privathaftpflichtversicherungen sind nicht so teuer, bieten aber eben Versicherungsschutz für Drohnen. Im schlimmsten Fall bist Du einige Zeit doppelt versichert. Das ist vielleicht ärgerlich, wird Dir aber nicht als betrügerische Doppelversicherung angerechnet.

Worauf kommt es bei neueren Privathaftpflichtversicherungen an?

Neuere Privathaftpflichtversicherungen beinhalten in der Regel den Besitz von Drohnen. Wenn Du Dir ein Gerät zulegst, solltest Du unbedingt in die Ver­si­che­rungs­be­din­gungen schauen und Dich außerdem bei Deinem Versicherer erkundigen, was der Versicherungsschutz genau beinhaltet.

Manche Versicherer schließen beispielsweise Drohnen ab einer bestimmten Gewichtsklasse aus oder schreiben vor, dass das Modellflugzeug nur auf einem Modellfluggelände geflogen wird oder der Pilot Mitglied in einem Modellflugverein ist.

Achte auf eine ausreichend hohe Versicherungssumme

Bei Unfällen – womöglich mit Verletzten – können die Schäden schnell in die Millionen gehen. Wichtig ist also eine ausreichend hohe Versicherungssumme. 10 Millionen Euro sollten es mindestens sein. Diese Empfehlung gilt auch für ältere Policen.

Wichtig: Bei einem Familientarif sind Dein Ehepartner und ledige Kinder bis zum Ende der Ausbildung mitversichert. Die eigenen Kinder dürfen die Drohne also lenken, Freunde, Bekannte oder Schulkameraden hingegen nicht. Wer seinen Quadrocopter regelmäßig verleihen will, sollte also über eine spezielle Drohnenversicherung nachdenken.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

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Welche Regeln gelten für die gewerbliche Nutzung?

Eine spezielle Drohnenhaftpflichtversicherung ist auf jeden Fall dann notwendig, wenn Du die Drohne gewerblich nutzt. Für den Fall, dass Du also etwa Fotos aus der Luft schießt und dann verkaufen willst oder deinen Privatwald per Drohne nach Feuerstellen absuchst oder Grundstücke mit ihr vermessen möchtest, reicht eine Privathaftpflicht nicht mehr aus. Dann ist eine spezielle Drohnenhaftpflichtversicherung notwendig, die deutlich teurer ist.

Egal, ob Privathaftpflicht oder Drohnenhaftpflichtversicherung: Beide gleichen nur Schäden aus, die durch Drohnen verursacht werden. Wer das Gerät an sich versichern will, schließt dafür eine Kasko-Versicherung ab. Diese gibt es von verschiedenen Anbietern. Meistens lassen sich Drohnen im Wert bis zu 2.000 Euro versichern. Bis zu einem Jahr nach Kauf kann der Neuwert, danach der Zeitwert ersetzt werden.

Wo erlaubt die Drohnenverordnung das Fliegen?

Wichtig für alle Flugkünstler: Seit dem Frühjahr 2017 ist die Drohnenverordnung des Bundesverkehrsministeriums in Kraft. Seitdem müssen alle Quadrocopter, die mehr als 250 Gramm wiegen, eine Plakette mit dem Namen des Halters tragen. Drohnen, die schwerer sind als zwei Kilogramm, dürfen nur mit einem „Drohnenführerschein“ geflogen werden. Für Geräte ab fünf Kilogramm ist eine behördliche Erlaubnis erforderlich.

Fliegen dürfen die unbemannten Flugobjekte nur über unbebauten Gebieten; nicht über Menschenansammlungen, in Naturschutzgebieten, Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Autobahnen und Industrieanlagen. Zu Flughafenzäunen gilt ein Mindestabstand von 1,5 Kilometern – und höher hinauf als 100 Meter darf es auch nicht gehen.

Die Drohnenverordnung hat auch Einfluss auf den Versicherungsschutz. Wer sich nicht an die Regeln der Verordnung hält und seine Drohne etwa in einem belebten Park fliegen lässt, riskiert den Versicherungsschutz: Manche Versicherer wollen den Versicherten vollständig auf den sogenannten „erlaubten Gebrauch“ beschränken. Andere zahlen auch bei einem Verstoß gegen die Drohnenverordnung, allerdings nur, wenn der Drohnenpilot die Regeln fahrlässig nicht beachtet hat und es daraufhin zu einem Schaden gekommen ist.

Falls Du also auf der sicheren Seite bleiben und im Falle eines Schadens lange Rechtsstreitigkeiten mit Deiner Versicherung vermeiden möchtest: Halte Dich besser an die Regeln des Ministeriums.

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