Haftpflicht für Drohnen

Wer Drohnen fliegt, muss sich versichern

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer eine Drohne besitzt, braucht eine Haftpflichtversicherung – wie beim Auto. Die Vorschrift gilt seit 2005 und ist unabhängig vom Gewicht der Drohne.
  • Die Versicherung zahlt Schäden, die die Drohne verursacht, nicht aber Schäden an der Drohne selbst.
  • Nur wenn Sie die Drohne ausschließlich in eigenen, geschlossenen Räumen fliegen, sind Sie von der Versicherungspflicht befreit.
  • Falls Sie die Drohne nur privat nutzen, können Sie sie über die Privathaftpflichtversicherung versichern. Familienangehörige sind dann mitversichert, nicht aber Freunde oder Bekannte, wenn sie die Drohne fliegen.
  • Wer die Drohne gewerblich nutzt – etwa Fotos verkauft, die er per Drohne macht –, der benötigt eine spezielle Drohnenhaftpflichtversicherung.
  • Für das Drohnenfliegen gelten strenge Regeln – es ist an mehr Orten verboten als erlaubt. Einige Versicherungen zahlen nicht, wenn das Fluggerät regelwidrig genutzt wurde.

So gehen Sie vor

  • Überlegen Sie, wie Sie Ihre Drohne nutzen wollen: Fliegen Sie sie nur privat oder auch, um Geld damit zu verdienen? Und wer sonst darf sie wo fliegen?
  • Wenn Sie die Drohne privat nutzen: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Privathaftpflichtversicherung, ob ein Drohnenschutz enthalten ist. Bewahren Sie die schriftliche Bestätigung auf. Ist Ihre Haftpflichtversicherung schon älter, enthält sie womöglich keinen Drohnenschutz. Erweitern Sie Ihre Versicherung entsprechend oder schauen Sie nach einer neuen, passenden Police.
  • Wenn Sie die Drohne gewerblich nutzen: Schließen Sie eine spezielle Drohnen-Haftpflichtversicherung ab.
  • Studieren Sie das Kleingedruckte der Versicherungsbedingungen: Ist der Versicherungsschutz irgendwo eingeschränkt, etwa in Bezug auf das Gewicht der Drohne?
  • Falls Ihre Drohne sehr teuer ist: Prüfen Sie, ob sich eine Kasko-Versicherung lohnt. Diese gibt es für die Fluggeräte ähnlich wie für Autos.

Eine Drohne für Anfänger kostet inzwischen nicht mal mehr 60 Euro. Kein Wunder, dass die kleinen, wendigen Fluggeräte durch immer mehr Parks und Gärten surren. Experten gehen von rund einer Million Drohnen im deutschen Luftraum aus. Rechtlich gesehen sind Drohnen aber kein Spielzeug, sondern Luftfahrzeuge. Damit fallen sie unter das Luftverkehrsgesetz und müssen, schon seit 2005, zwingend haftpflichtversichert werden.

Wer muss die Drohnenhaftpflichtversicherung abschließen?

Verantwortlich für die Drohnen-Haftpflichtversicherung ist der Halter, also der Besitzer der Drohne oder des manchmal auch Quadrocopters genannten Geräts. Wer das Flugobjekt nur privat nutzen will, ist mit einer privaten Haftpflichtversicherung gut bedient. Für die gewerbliche Nutzung gibt es spezielle Versicherungen.

Es spielt keine Rolle, wie schwer die Drohne ist. Was außerhalb der eigenen Wohnung starten soll, braucht einen Versicherungsschutz, der für Schäden aufkommt, die durch das Fluggerät verursacht werden. Immer wieder tauchen Unfälle oder Beinahe-Unfälle mit Drohnen in den Nachrichten auf – etwa, wenn eine auf einer Autobahn auf ein Fahrzeug stürzt oder in der Nähe eines Flughafens mit einem Flugzeug kollidiert. Weniger spektakulär, aber auch teuer: Die Drohne fällt in den Wintergarten des Nachbarn und zerstört einige Scheiben.

Wie lassen sich alte Privathaftpflichtversicherungen nachrüsten?

Wenn Sie sich eine Drohne anschaffen und Ihre Haftpflichtversicherung bereits einige Jahre läuft, sollten Sie unbedingt überprüfen, was dazu in Ihrem Vertrag steht. In älteren Versicherungsbedingungen taucht das Wort „Drohne“ meistens gar nicht auf. Stattdessen ist lediglich von „Flugmodellen ohne Motoren“ die Rede. Da Drohnen einen Motor haben, sind Sie also bei diesen Tarifen vom Wortlaut her nicht abgesichert.

Allerdings kann es sein, dass Versicherer die alten Versicherungsbedingungen fortgeschrieben haben und auch bei älteren Verträgen für Schadensfälle mit Drohnen aufkommen. Fragen Sie also am besten bei Ihrem Versicherer nach. Lassen Sie sich eine positive Auskunft dann auf jeden Fall schriftlich bestätigen.

Bietet der alte Vertrag dagegen keinen Versicherungsschutz für Drohnen, so sollten Sie mit Ihrem Versicherer darüber sprechen, ob Sie Ihre Versicherung auf einen aktuellen Tarif mit Drohnenversicherung umstellen können. Gerade wenn Sie schon einige Jahre bei diesem Anbieter waren, dürfte er bereit sein, den alten Vertrag abzurechnen, wenn Sie zeitgleich bei ihm eine neue Haftpflichtversicherung schließen.

Lässt sich Ihr Versicherer darauf nicht ein, müssen Sie dagegen eine separate Drohnenversicherung abschließen, mindestens so lange, wie Sie noch die alte Haftpflichtversicherung haben. Gute neue Privathaftpflichtversicherungen sind nicht so teuer, bieten aber eben Versicherungsschutz für Drohnen. Im schlimmsten Fall sind Sie einige Zeit doppelt versichert. Das ist vielleicht ärgerlich, wird Ihnen aber nicht als betrügerische Doppelversicherung angerechnet.

Worauf kommt es bei neueren Privathaftpflichtversicherungen an?

Neuere Privathaftpflichtversicherungen beinhalten in der Regel den Besitz von Drohnen. Wenn Sie sich ein Gerät zulegen, sollten Sie unbedingt in die Versicherungsbedingungen schauen und sich außerdem bei Ihrem Versicherer erkundigen, was der Versicherungsschutz genau beinhaltet.

Manche Versicherer schließen beispielsweise Drohnen ab einer bestimmten Gewichtsklasse aus oder schreiben vor, dass das Modellflugzeug nur auf einem Modellfluggelände geflogen wird oder der Pilot Mitglied in einem Modellflugverein ist.

Achten Sie auf eine ausreichend hohe Versicherungssumme

Bei Unfällen – womöglich mit Verletzten – können die Schäden schnell in die Millionen gehen. Wichtig ist also eine ausreichend hohe Versicherungssumme. 10 Millionen Euro sollten es mindestens sein. Diese Empfehlung gilt auch für ältere Policen.

Wichtig: Bei einem Familientarif sind Ihr Ehepartner und ledige Kinder bis zum Ende der Ausbildung mitversichert. Die eigenen Kinder dürfen die Drohne also lenken, Freunde, Bekannte oder Schulkameraden hingegen nicht. Wer seinen Quadrocopter regelmäßig verleihen will, sollte also über eine spezielle Drohnenversicherung nachdenken.

Mehr dazu im Ratgeber Privathaftpflicht

Silke Kursawe
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Keine Kür, sondern Pflicht

  • Haftpflichtschäden an Personen können Sie ruinieren.
  • Sparen Sie nicht an den Leistungen.
  • Neue Policen haben oft bessere Leistungen. Wechseln Sie.

» Zum Ratgeber

Von uns empfohlene Tarife:

Welche Regeln gelten für die gewerbliche Nutzung?

Eine spezielle Drohnenhaftpflichtversicherung ist auf jeden Fall dann notwendig, wenn Sie die Drohne gewerblich nutzen. Für den Fall, dass Sie also etwa Fotos aus der Luft schießen und dann verkaufen wollen oder Ihren Privatwald per Drohne nach Feuerstellen absuchen oder Grundstücke mit ihr vermessen möchten, reicht eine Privathaftpflicht nicht mehr aus. Dann ist eine spezielle Drohnenhaftpflichtversicherung notwendig, die deutlich teurer ist.

Egal, ob Privathaftpflicht oder Drohnenhaftpflichtversicherung: Beide gleichen nur Schäden aus, die durch Drohnen verursacht werden. Wer das Gerät an sich versichern will, schließt dafür eine Kasko-Versicherung ab. Diese gibt es von verschiedenen Anbietern. Meistens lassen sich Drohnen im Wert bis zu 2.000 Euro versichern. Bis zu einem Jahr nach Kauf kann der Neuwert, danach der Zeitwert ersetzt werden.

Wo erlaubt die Drohnenverordnung das Fliegen?

Wichtig für alle Flugkünstler: Seit dem Frühjahr 2017 ist die Drohnenverordnung des Bundesverkehrsministeriums in Kraft. Seitdem müssen alle Quadrocopter, die mehr als 250 Gramm wiegen, eine Plakette mit dem Namen des Halters tragen. Drohnen, die schwerer sind als zwei Kilogramm, dürfen nur mit einem „Drohnenführerschein“ geflogen werden. Für Geräte ab fünf Kilogramm ist eine behördliche Erlaubnis erforderlich.

Fliegen dürfen die unbemannten Flugobjekte nur über unbebauten Gebieten; nicht über Menschenansammlungen, in Naturschutzgebieten, Einsatzorten von Polizei und Rettungskräften, Autobahnen und Industrieanlagen. Zu Flughafenzäunen gilt ein Mindestabstand von 1,5 Kilometern – und höher hinauf als 100 Meter darf es auch nicht gehen.

Die Drohnenverordnung hat auch Einfluss auf den Versicherungsschutz. Wer sich nicht an die Regeln der Verordnung hält und seine Drohne etwa in einem belebten Park fliegen lässt, riskiert den Versicherungsschutz: Manche Versicherer wollen den Versicherten vollständig auf den sogenannten „erlaubten Gebrauch“ beschränken. Andere zahlen auch bei einem Verstoß gegen die Drohnenverordnung, allerdings nur, wenn der Drohnenpilot die Regeln fahrlässig nicht beachtet hat und es daraufhin zu einem Schaden gekommen ist.

Falls Sie also auf der sicheren Seite bleiben und im Falle eines Schadens lange Rechtsstreitigkeiten mit Ihrer Versicherung vermeiden möchten: Halten Sie sich besser an die Regeln des Ministeriums.

Finanztip Newsletter

  • Jede Woche die besten Tipps
  • Absolut kostenlos
  • 100% werbefrei
Was der Stern* neben Links bedeutet

Ein Stern* neben einem Link bedeutet, dass Finanztip vom verlinkten Anbieter möglicherweise bezahlt wird: manchmal, sobald Sie den Link klicken – oft nur dann, wenn Sie einen Vertrag abschließen. So finanzieren wir unseren Service und können ihn kostenlos anbieten. Wichtig ist: Auf den Preis, den Sie zahlen, wirkt sich das nicht aus. Und wir verlinken nur auf Angebote, die unsere unabhängigen Experten und Redakteure zuvor uneingeschränkt empfohlen haben. Das hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Sie als Verbraucher ist. Erst wenn das geklärt ist, verhandelt eine andere Abteilung über eine mögliche kostenpflichtige Verlinkung. Mehr zu unserer Arbeitsweise lesen Sie hier.

Artikel verfasst von

Finanztip-Redaktion

Die Experten für Verbraucherfinanzen

Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.

Silke Kursawe

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Silke Kursawe ist bei Finanztip Expertin für Versicherungen. Sie ist Versicherungsbetriebswirtin und hat einen Master im Versicherungsrecht. Silke verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Branche und im Bereich der Sach- und Haftpflichtversicherungen. Außerdem absolvierte sie erfolgreich ein Studium der Wirtschaftspädagogik in Göttingen.