Risikoklassen bei Fonds und ETFs

Was ist der richtige Fonds für mich?

Stand: 13. Dezember 2012

Bin ich von meiner Einstellung überhaupt ein Anlegertyp für die Geldanlage in einen Investmentfonds? Und welcher Fonds ist für mich der richtige Fonds? Wie risikoreich darf das Geld angelegt werden? Bevor die Suche nach geeigneten Fonds erfolgt, sollte sich der Fondsanleger über den Umfang des zur Verfügung stehenden Kapitals, seiner Anlageziele und Anlagezeitraum sowie seiner Risikobereitschaft im klaren sein. Die Risikoklassifizierung von Investmentfonds in sogenannte Risikoklassen dient der besseren und leichten Auswahl.

Risikoklassen bei Investmentfonds und ETF

Die Geldanlage in Investmentfonds beziehungsweise in Indexaktien (ETFs) dient der Risikostreuung, denn statt des risikoreichen Investments in einzelne Aktien kann so deutlich breiter gestreut werden.

Der Sparer oder Geldanleger sollte vorher seine persönliche Risikobereitschaft kennen. Siehe hierzu auch den Artikel zu Asset-Allokation. Die Suche nach passenden Investmentfonds berücksichtigt dieses wichtige Kriterium und erlaubt daher auch die Auswahl nach Risikoklassen (Risikoklassifizierung). Es gibt keine gesetzliche oder allgemein gültige Regelung der Anzahl und Struktur von Fondsrisikoklassen.

Risikoklasse 1 für sicherheitsorientierte Anleger

Die Substanzerhaltung und die Sicherheit der Anlage stehen im Vordergrund. Fonds der Risikoklasse 1 investieren vorwiegend in festverzinsliche Wertpapiere mit kurzen Laufzeiten oder Restlaufzeiten bis etwa einem Jahr. Kurzfristige geringe Kursschwankungen sind möglich, aber mittel- und langfristig gesehen ist ein Kapitalverlust grundsätzlich unwahrscheinlich.

Diese Fonds eignen sich auch für kurzfristige Anlagezeiträume. Beispiel: Geldmarktfonds und geldmarktnahe Fonds. Sie haben allerdings eine starke Konkurrenz durch das flexible und attraktive Tagesgeldkonto.

Risikoklasse 2 für konservative Anleger

Investmentfonds der Risikoklasse 2 investieren überwiegend in festverzinsliche Wertpapiere (Rentenfonds). Das Investment der Fondsgesellschaft kann sich aber auch auf Wertpapiere in Fremdwährungen sowie auf kleinere Aktienbeimischungen erstrecken. Die Ertragschancen bestehen aus höherem Zinseinkommen und möglichen Währungsgewinnen. Dem stehen Kursrisiken aus Zins- und Währungsschwankungen sowie geringe Bonitätsrisiken gegenüber.

Derartige Fonds eignen sich insbesondere für mittelfristige Anlagezeiträume. Beispiel: Rentenfonds, international anlegende Rentenfonds, offene Immobilienfonds sowie alle Fondsgruppen der Risikoklasse 1.

Risikoklasse 3 für gewinnorientierte Anleger

Fonds dieser Risikoklasse wollen einen höheren Kapitalzuwachs überwiegend aus Aktienmarkt-, Rentenmarkt- und Währungsgewinnen realisieren. Daher bestehen auch höhere Kursrisiken aus Zins-, Währungs- und Aktienschwankungen. Hinzu kommen auch Bonitätsrisiken.

Es sollte ein längerfristiger Anlagezeitraum gewählt werden, um kurzfristige Wertverluste „aussitzen“ zu können. Beispiel: Internationale Rentenfonds mit Bonitätsrisiken, deutsche und internationale Aktienfonds sowie alle Fondsgruppen der Risikoklassen 1 und 2.

Risikoklasse 4 für risikobewusste Anleger

Keine hohe Renditechance ohne hohes Risiko. Fonds der Risikoklasse 4 wollen einen hohen Wertzuwachs erzielen und investieren daher überwiegend in Aktien und andere riskoreiche Wertpapiere. Hohe Ertragschancen aus Kurs- und Währungsgewinnen stehen hohe Kursrisiken aus Aktien-, Währungs- und Zinsschwankungen sowie Bonitätsrisiken gegenüber. Bei sehr risikoreich investierenden Fonds ist auch ein Totalverlust des investierten Kapitals möglich.

Der Anlagezeitraum sollte langfristig gewählt werden, um kurzfristige Wertverluste „aussitzen“ zu können. Beispiel: Regionen- und Branchenfonds, Emerging-Markets-Fonds, Nebenwerte, Rentenfonds mit hohem Risikoprofil sowie alle Fondsgruppen der Risikoklassen 1 bis 3. Fonds der Risikoklasse 4 sind grundsätzlich nur als Depot-Beimischung zu empfehlen.

Stand: 13. Dezember 2012


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