Kfz-Versicherung trotz Schufa

So bekommen Sie doch noch eine Police für Ihr Auto

Das Wichtigste in Kürze

  • Kfz-Versicherer sind unter bestimmten Voraussetzungen davon befreit, einen Kunden in ihre Kfz-Haftpflichtversicherung aufnehmen zu müssen. Das erschwert es Autofahrern, die Versicherungsbeiträge bisher nicht oder unzuverlässig gezahlt haben, eine Kfz-Haftpflicht abzuschließen.
  • Auch wenn ein Fahrer einen Eintrag bei einer Auskunftei wie der Schufa hat, ist die Suche nach einer Autoversicherung oft schwierig.
  • Eine Kaskoversicherung können die Anbieter solchen Fahrern immer verweigern.
  • Auch für teure oder außergewöhnliche Autos bietet nicht jeder Versicherer eine Kaskoversicherung an.
  • Ein Versicherungsmakler kann manchmal helfen, doch noch eine Police zu bekommen.

So gehen Sie vor

  • Waren Sie bislang ein schlechter Zahler und brauchen aber dringend eine Kfz-Haftpflichtversicherung, vereinbaren Sie am besten das Beitragseinzugsverfahren, das erhöht Ihre Chancen auf eine Haftpflichtversicherung.
  • Oder Sie versichern Ihren Wagen über ein Familienmitglied.
  • Sparen Sie mit einer Kombination aus Vergleichsportal und Direktversicherer. Berechnen Sie zunächst die günstigste passende Kfz-Versicherung auf Check24 oder Verivox. Berechnen Sie dann ein Angebot bei der Huk24.
  • Benötigen Sie für Ihr sehr wertvolles und teures Auto eine Kaskoversicherung, fragen Sie beim Hersteller oder im Autohaus nach, mit welcher Versicherung sie kooperieren.
  • Werden Sie dort nicht fündig, gehen Sie zu einem Versicherungsmakler, er hat einen größeren Überblick.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu Kfz-Versicherung immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Bei einer Haftpflichtversicherung hat der Anbieter keine Wahl: Die Police ist gesetzlich vorgeschrieben, daher besteht ein sogenannter Kontrahierungszwang. Das bedeutet: Stellt ein Autofahrer einen Antrag auf eine Haftpflichtversicherung, muss die Gesellschaft den Vertrag abschließen – es sei denn, sie hat diesem Fahrer schon mal gekündigt.

Anders sieht es bei der Kaskoversicherung aus. Fahrer, die von den Versicherungen als hohes Risiko angesehen werden, bekommen über Vergleichsportale und Direktversicherer auch gegen einen hohen Beitrag häufig keinen Kaskoschutz. Das kann zudem passieren, wenn jemand ein besonders teures Auto versichern will.

Wem bieten die Versicherungen keinen Schutz?

Um das Profil eines Fahrers möglichst gut einzuschätzen, fragt ein Versicherer vor dem Abschluss eines Vertrages viele persönliche Daten ab. Auf dieser Grundlage entscheidet er, ob überhaupt ein Vertrag zustande kommen kann, und kalkuliert darüber auch die Prämie. Wem er zutraut, besonders sicher und umsichtig zu fahren, dem gewährt er eine Versicherung und einen günstigeren Beitrag. Für die Einschätzung holt sich ein Versicherer auch Informationen von früheren Versicherern ein. 

Liegen nun Gründe vor, dass ein Vertrag mit Ihnen ein besonders hohes Risiko darstellt, wird der Versicherer den Vertrag einschränken.

Schlechte Zahlungsvergangenheit

Hat Ihnen bereits ein Versicherer den Vertrag gekündigt, weil Sie die Prämie nicht gezahlt haben, muss er Ihnen kein neues Angebot vorlegen, wenn Sie wieder dort anfragen. Jede andere Versicherung muss Ihnen zumindest die Kfz-Haftpflichtversicherung anbieten.

Möglicherweise müssen Sie sich darauf einlassen, dass der Anbieter den Versicherungsbeitrag von Ihrem Konto einzieht.

Schlechte Schadensvergangenheit

Schwierig kann es auch werden, wenn Sie mit Ihrer letzten Versicherung Probleme hatten. Hat zum Beispiel die Versicherung den Vertrag gekündigt, weil Sie zu häufig Schäden gemeldet oder falsche Angaben gemacht haben, findet sich meist ein Eintrag in der HIS, der schwarzen Liste der Versicherungen. Für andere Anbieter bedeutet das: Dieser Kunde ist ein hohes Risiko.

Manchmal gelingt es in solchen Fällen einem Versicherungsmakler, einen Anbieter zu finden, der das Risiko dennoch übernimmt – allerdings gegen einen meist sehr hohen Beitrag. Der Verband Deutscher Versicherungsmakler (VDVM) kann helfen, so einen Vermittler zu finden. 

Falls Sie „nur“ Punkte im Verkehrszentralregister haben, dürften Sie in der Regel keine Probleme haben, eine Versicherung zu finden. Wir haben im August 2017 Preise verglichen. Sowohl für zwei als auch für sechs Punkte in Flensburg erhoben die untersuchten Anbieter nur einen minimalen Preisaufschlag. Im Durchschnitt lag dieser bei 0,73 Prozent gegenüber dem identischen Fahrer ohne Punkten.

Kfz-Versicherung trotz Schufa

Immer mehr Versicherungen prüfen kurz vor Vertragsabschluss die Bonität des möglichen neuen Kunden. Dazu fragen sie die Daten über den Neuling bei verschiedenen Auskunfteien ab, unter anderem bei der Schufa.

Eine schlechte Bonität signalisiert den Gesellschaften: Dieser Kunde meldet statistisch gesehen mehr Schäden. Besonders Menschen, die einen Offenbarungseid geleistet haben, finden meist nur schwer eine Kaskoversicherung.

Wie kommen Sie doch noch an eine Versicherung?

Wenn Sie auf das Auto absolut nicht verzichten können, bekommen Sie mit folgenden Tipps meist doch noch eine Kfz-Versicherung. Vom Annahmezwang in der Kfz-Haftpflichtversicherung ist nur der Versicherer befreit, der Ihnen bereits einmal gekündigt hat. Alle anderen Versicherer müssen Sie zunächst einmal zumindest haftpflichtversichern. 

Wenn Sie eine Versicherung über einen Vergleichsrechner oder ein Online-Portal suchen, läuft praktisch immer im Hintergrund die Abfrage Ihrer Bonität. Je schlechter Ihr Eintrag bei der Schufa oder einer anderen Auskunftei ausfällt, desto schlechter sind die Angebote. Sie müssen damit rechnen, dass Ihnen weniger Tarife zur Auswahl stehen und diese auch entweder schlechtere Leistungen bieten oder deutlich teurer sind. Umso wichtiger ist, dass Sie genau vergleichen. Wir empfehlen Ihnen einen doppelten Vergleich. Schauen Sie nach einem Tarif direkt bei der Huk24 und bei einem der beiden Vergleichsportale Check24 und Verivox. Wie Sie am besten vorgehen, lesen Sie in unserem Ratgeber Kfz-Versicherung.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

Silke Kursawe
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

Mindestens zwei Vergleiche machen

  • Vollkasko kann billiger als Teilkasko sein.
  • Versichern Sie grobe Fahrlässigkeit und Mallorca-Police.
  • Werkstattbindung ist sinnvoll und spart Geld.

» Zum Ratgeber

Empfohlene Vergleichsportale und Anbieter:

Jahresbeitrag und Vorkasse sichern die Kfz-Haftpflichtversicherung

Falls Sie notorisch knapp bei Kasse sind, verzweifeln Sie vielleicht, wenn Ihnen auf Vergleichsportalen nur Tarife mit jährlicher Zahlungsweise angezeigt werden. Machen Sie sich bewusst: Wenn Sie den Beitrag einmal im Jahr zahlen, ist er deutlich niedriger, als wenn Sie ihn in mehreren Raten übers Jahr hinweg begleichen. Und: Für Kunden mit schlechter Bonität ist die jährliche Zahlweise die einzige, die bleibt, um das Auto überhaupt zu versichern. 

Wenn Sie anstelle über ein Vergleichsportal oder einen Direktversicherer in eine Versicherungsagentur gehen, kann es Ihnen passieren, dass der Vertreter Vorkasse wünscht. Damit erhalten Sie zumindest die Kfz-Haftpflichtversicherung, wenn auch mit Einschränkungen. Wenn Sie als schlechter Zahler gelten, bekommen Sie nur die gesetzlichen Deckungssummen angeboten.

Versichern Sie das Auto über ein Familienmitglied

Wenn Sie die Möglichkeit haben, versichern Sie das Auto über ein Familienmitglied. Nicht alle Anbieter erlauben, dass Halter und Versicherungsnehmer unterschiedliche Personen sind, aber für viele spielt das keine große Rolle. Geben Sie dann aber unbedingt sich im Fahrerkreis an, so umgehen Sie die Falle von unrichtigen Angaben im Schadensfall.

Mit diesem Kniff bleibt die Auswahl an Tarifen groß, und Sie können auch erhöhte Deckungssummen wählen. Außerdem sichern Sie sich damit auch die Kaskoversicherung. Diese Versicherung ist freiwillig, dazu ist kein Versicherer verpflichtet. Wählen Sie dafür unbedingt eine Selbstbeteiligung, das drückt den Beitrag enorm.

Besondere Modelle bekommen schwer eine Kasko

Schwer zu versichern sind vor allem Automodelle, die häufig Schäden haben. Ablesbar ist das an der Typklasse eines Autos. Bei den Kaskoversicherungen gibt die Typklasse auch darüber Auskunft, wie häufig das Modell in Unfälle verwickelt ist.

In die Typklasse für die Teilkasko fließen Diebstähle, Wildunfälle und Brände ein. Die Typklasse für die Vollkasko zeigt an, wie häufig Fahrer mit diesen Autos Unfälle verursachen haben oder diese Fahrzeuge durch Vandalismus beschädigt wurden.

Probleme können Sie bei der Vollkaskoversicherung schon ab der Typklasse 29 bekommen. Die meisten Anbieter zieren sich aber erst bei der höchsten Typklasse 34. Bei dieser handelt es sich um exotische Sportwagen wie den Porsche 996 Turbo oder Lamborghini 140 Gallardo. Dieses Problem haben auch die Hersteller dieser Fahrzeuge erkannt und bieten daher häufig eigene Versicherungen an.

Wann der Versicherungsmakler helfen kann

Wenn Sie mit Ihrem besonderen Auto weder auf einem Vergleichsportal noch beim Hausversicherer Ihres Autohändlers eine Kaskoversicherung angeboten bekommen, gehen Sie am besten zu einem Versicherungsmakler. Er hat einen guten Überblick und kann Ihnen mit seiner Erfahrung eine Kaskoversicherung besorgen. 

Informationen zu Sonderfällen sowie Rechtsberatung gibt zum Beispiel der Bund der Versicherten. Dazu müssen Sie allerdings Mitglied werden; das kostet eine Aufnahmegebühr von 8 Euro und einen Jahresbeitrag von 60 Euro.
 

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Finanztip-Redaktion

Die Experten für Verbraucherfinanzen

Die Finanztip-Redaktion besteht aus einem Team von Experten, die völlig unabhängig für Sie recherchieren, damit Sie die beste Entscheidung treffen können. Die Experten arbeiten in den Teams Bank & Geldanlage, Versicherung & Vorsorge, Recht & Steuern sowie Energie/Reise/ Mobilität & Medien. Bei der Wahl der Zeitschrift „Wirtschaftsjournalist“ zur Wirtschaftsredaktion des Jahres belegte die Redaktion 2015 den zweiten Platz.

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen (bis Januar 2018)

Annika Krempel war Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Zuvor hatte sie bereits bei ZDF Wiso, dem RBB und der Stiftung Warentest Erfahrungen als Verbraucherjournalistin gesammelt.