Kfz-Versicherung trotz Schufa

So bekommst Du Dein Auto doch noch versichert

Kathrin Gotthold
Finanztip-Expertin für Versicherungen
25. November 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Bei schlechter Schufa können Kfz-Versicherer Deinen Antrag ablehnen. 
  • Eine Haft­pflicht­ver­si­che­rung dürfen Versicherer allerdings nur unter bestimmten Bedingungen ablehnen, eine Kaskoversicherung dagegen immer. 
  • Auch bei bestimmten Typklassen kann es schwierig werden, eine Kaskoversicherung zu bekommen.
So gehst Du vor
  • Hast Du in der Vergangenheit unregelmäßig gezahlt, solltest Du eine Vorauszahlung des Jahresbeitrags anbieten. 
  • Du kannst Deinen Wagen auch über ein Familienmitglied versichern.
  • Finanztip empfiehlt: Berechne zunächst die günstigste Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Mach dann den Gegencheck bei der Huk24.

Wenn Du einen finanziellen Engpass hattest und Deine Beiträge für die Kfz-Versicherung nicht pünktlich zahlen konntest, hat Dir Deine Versicherung womöglich den Vertrag gekündigt. Das ist mehr als ärgerlich. Denn Zahlungsausfälle verschlechtern Deine Bonität und das hat zur Folge, dass Dich viele Versicherer nicht aufnehmen möchten. Doch auch mit negativer Bonität hast Du die Möglichkeit, an eine Kfz-Versicherung zu kommen. 

Wann bekommst Du keine Kfz-Versicherung mehr?

Bevor Du eine Kfz-Versicherung abschließt, fragt ein Versicherer viele persönliche Daten ab. Meist holt er sich zusätzlich eine Bonitätsauskunft ein. Dazu fragt er die Daten bei verschiedenen Auskunfteien ab, unter anderem bei der Schufa.

Auf dieser Grundlage entscheidet er, ob überhaupt ein Vertrag zustande kommen kann, und kalkuliert darüber auch die Prämie. Wem er zutraut, besonders sicher und umsichtig zu fahren, dem gewährt er eine Versicherung und einen günstigeren Beitrag. Für die Einschätzung holt sich der Versicherer auch Informationen von früheren Versicherern ein. 

Hat Dir bereits ein Versicherer den Vertrag gekündigt, weil Du die Prämie nicht gezahlt hast, muss er Dir kein neues Angebot vorlegen, wenn Du wieder dort anfragst. Jede andere Versicherung muss Dir aber zumindest die Kfz-Haftpflichtversicherung anbieten (Kontrahierungszwang). Denn ohne Haft­pflicht­ver­si­che­rung darf ein Auto in Deutschland nicht auf die Straße. 

Anders sieht es bei Kaskoversicherungen aus, also Teil- und Vollkasko: Versicherer können eine Kaskoversicherung ablehnen, wenn der Vertrag mit Dir ein besonders hohes Risiko darstellt. Dafür kann es mehrere Gründe geben: 

Schlechte Zahlungsvergangenheit 

Ein Ablehnungsgrund können zurückliegende Zahlungsschwierigkeiten sein. Wenn Du in der Vergangenheit Deinen finanziellen Verpflichtungen nicht nachgekommen bist, kann Dich die Versicherung ablehnen. Das kann der Fall sein, wenn Du die Versicherungsprämie oder Kredite nicht bezahlt hast oder noch offene Rechnungen vorliegen, beispielsweise bei Deinem Mobilfunkanbieter. Noch schlechter sieht es aus, wenn Du Privat­insolvenz angemeldet oder eine Eidesstattliche Versicherung abgegeben hast. Beides wird in Wirtschaftsauskunfteien wie der Schufa aufgenommen und ist damit für andere Versicherer einsehbar. 

Schlechte Schadensvergangenheit

Schwierig kann es auch werden, wenn Dir ein Anbieter gekündigt hat, weil Du zu viele Schäden verursacht oder gemeldet hast. Genauso negativ werden falsche Angaben beim Versicherungsantrag bewertet. Wenn Du beispielsweise vergangene Schäden verschwiegen oder bei den Jahreskilometern geschummelt hast, kann die Versicherung das im HIS melden, dem Hinweis- und Informationssystem der Versicherungswirtschaft. Für andere Anbieter bedeutet das: Der Vertrag mit Dir birgt ein hohes Risiko.

Falls Du nur Punkte im Verkehrszentralregister hast, solltest Du in der Regel keine Probleme haben, eine Versicherung zu finden.

Besondere Modelle bekommen schwer eine Kasko

Schwer zu versichern sind vor allem Automodelle, die häufig Schäden haben. Ablesbar ist das an der Typklasse eines Autos. Bei den Kaskoversicherungen gibt die Typklasse auch darüber Auskunft, wie häufig das Modell in Unfälle verwickelt ist.

In die Typklasse für die Teilkasko fließen Diebstähle, Wildunfälle und Brände ein. Die Typklasse für die Vollkasko zeigt an, wie häufig Fahrer mit diesen Autos Unfälle verursacht haben oder diese Fahrzeuge durch Vandalismus beschädigt wurden.

Probleme kannst Du bei der Vollkaskoversicherung schon ab der Typklasse 29 bekommen. Dieses Dilemma haben auch die Hersteller dieser Fahrzeuge erkannt und bieten daher häufig eigene Versicherungen an.

Wie kommst Du doch noch an eine Versicherung?

Wenn Du auf das Auto absolut nicht verzichten kannst, bekommst Du mit folgenden Tipps meist doch noch eine Kfz-Versicherung:

Versicherungen vergleichen 

Wenn Du eine Versicherung über einen Vergleichsrechner oder ein Online-Portal suchst, läuft praktisch immer im Hintergrund die Abfrage Deiner Bonität. Je schlechter Dein Eintrag bei der Schufa oder einer anderen Auskunftei ausfällt, desto schlechter sind die Angebote. Du musst damit rechnen, dass Dir weniger Tarife zur Auswahl stehen und diese auch entweder schlechtere Leistungen bieten oder deutlich teurer sind. 

Umso wichtiger ist, dass Du genau vergleichst. Wir empfehlen Dir einen doppelten Vergleich. Berechne zunächst die günstigste Kfz-Versicherung auf Verivox oder Check24. Und lass Dir dann ein Angebot von der Huk24 machen. Wie Du am besten vorgehst, kannst Du in unserem Ratgeber Kfz-Versicherung lesen.

Jahresbeitrag in Vorkasse zahlen 

Falls Du knapp bei Kasse bist, verzweifelst Du vielleicht, wenn Dir auf Vergleichsportalen nur Tarife mit jährlicher Zahlungsweise angezeigt werden. Mache Dir bewusst: Wenn Du den Beitrag einmal im Jahr zahlst, ist er deutlich niedriger, als wenn Du ihn in mehreren Raten übers Jahr hinweg begleichst. Und: Für Kunden mit schlechter Bonität ist die jährliche Zahlweise die einzige, die bleibt, um das Auto überhaupt zu versichern. Daher solltest Du gleich von Vornherein die jährliche Zahlungsweise per Vorkasse wählen, um Deine Chancen auf eine Versicherung zu erhöhen. 

Auch wenn die Versicherer verpflichtet sind, Dich in ihre Haftpflicht aufzunehmen, bekommst Du womöglich nur die gesetzlichen Deckungssummen angeboten: 7,5 Millionen Euro für Personenschäden, 1,12 Millionen Euro für Sachschäden und 500.000 Euro für Vermögensschäden. Bei den meisten Tarifen liegen die Deckungssummen sonst deutlich über dem gesetzlichen Minimum. Auch Zusatzleistungen wie die Mallorca-Police, den Kfz-Schutzbrief oder die Ver­kehrs­rechts­schutz erhältst Du womöglich nicht. 

Versichere das Auto über ein Familienmitglied

Wenn Du die Möglichkeit hast, versichere das Auto über ein Familienmitglied. Dann kannst Du von höheren Deckungssummen profitieren. Gib Dich dann aber unbedingt im Fahrerkreis an, so umgehst Du die Falle von unrichtigen Angaben im Schadensfall.

Mit diesem Kniff bleibt die Auswahl an Tarifen groß, und Du kannst auch erhöhte Deckungssummen wählen. Außerdem sicherst Du Dir damit auch die Kaskoversicherung. Wähle dafür unbedingt eine Selbstbeteiligung, das drückt den Beitrag enorm.

Auf Typklasse achten 

Bevor Du Dir ein neues Auto zulegst, solltest Du immer die Typklasse des Wagens überprüfen. Je schlechter die Typklasse, desto höher ist laut Statistik das Risiko für Schäden durch Unfälle oder Vandalismus. Ab einer Typklasse von 29 wird es meistens schwierig, eine Vollkaskoversicherung zu finden. Beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. kannst Du die Typklasse Deines Fahrzeugs herausfinden. 

Wann der Versicherungsmakler helfen kann

Wenn Du weder auf einem Vergleichsportal noch beim Hausversicherer Deines Autohändlers eine Kaskoversicherung angeboten bekommst, geh am besten zu einem Versicherungsmakler. Er hat einen guten Überblick und kann Dir mit seiner Erfahrung eine Kaskoversicherung besorgen. 

Informationen zu Sonderfällen sowie Rechtsberatung gibt zum Beispiel der Bund der Versicherten. Dazu musst Du allerdings Mitglied werden; das kostet eine Aufnahmegebühr von 8 Euro und einen Jahresbeitrag von 60 Euro.

Mehr zur Kfz-Versicherung in unserem Ratgeber

  • Vergleiche jeden Herbst, ob Deine Kfz-Versicherung noch die günstigste ist.
  • Empfohlener Weg zum günstigsten Tarif: Erst bei Verivox oder Check24 vergleichen, dann Angebot bei der Huk24 einholen.

Zum Ratgeber 

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