Steuerfreibetrag

Welche Frei- und Pauschbeträge Sie bei der Steuer entlasten

Das Wichtigste in Kürze

  • Es gibt feste Frei- und Pauschbeträge, die Ihr zu versteuerndes Einkommen reduzieren. Denn Sie müssen nur den Betrag oberhalb des Freibetrags versteuern.
  • Wichtige Pauschbeträge für alle Arbeitnehmer sind die Werbungskostenpauschale sowie die Entfernungspauschale.
  • Wenn Sie Kinder haben, können Sie von weiteren Freibeträgen profitieren. Alleinerziehende erhalten einen zusätzlichen Freibetrag: den Entlastungsbetrag.
  • Übungsleiter- und Ehrenamtspauschalen fördern ein freiwilliges Engagement.
  • Pflege-, Behinderten- und Hinterbliebenen-Pauschbeträge unterstützen Steuerzahler in schwierigen Lebenslagen.

So gehen Sie vor

  • Einige Freibeträge zieht der Fiskus automatisch ab, andere müssen Sie in Ihrer Steuererklärung beantragen.
  • Für eine Pauschale benötigen Sie keine Kostennachweise.
  • Haben Sie höhere Kosten, dann können Sie diese statt der Pauschale geltend machen. Sie müssen die Aufwendungen jedoch belegen können.
  • Einen individuellen Steuerfreibetrag können Sie sich mit einem Lohnsteuer-Ermäßigungsantrag eintragen lassen. Dann wird bereits bei der Gehaltsauszahlung weniger Lohnsteuer einbehalten.
  • Unser Tipp: Bleiben Sie zu wichtigen Steuerfragen immer auf dem Laufenden - mit unserem kostenlosen Newsletter!

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Ob haushaltsnahe Dienstleistungen oder Fachliteratur: Wer sich private oder berufliche Ausgaben über die Steuererklärung zurückholen will, muss diese oft auch belegen können. Doch um die Bürokratie ein wenig einzudämmen, gibt es im deutschen Steuerrecht viele Frei- und Pauschbeträge, die Sie als Steuerzahler ohne Quittung oder Rechnung nutzen können.

Worin unterscheiden sich Freibetrag, Pauschbetrag und Freigrenze?

Die Finanzämter haben millionenfach Steuerfälle zu bewältigen. Freibeträge und Pauschbeträge vereinfachen die Bearbeitung der Steuerklärung und entlasten die Masse der Steuerzahler, insbesondere wenn sie keine hohen abzugsfähigen Kosten haben. Denn wenn Ihnen der Abzug in der Höhe des Frei- oder Pauschbetrags genügt, müssen Sie Ihre Aufwendungen nicht belegen. Frei- und Pauschbeträge funktionieren gleich. Davon zu unterscheiden sind jedoch Freigrenzen.

Freibetrag - Er markiert die Höhe, bis zu der bestimmte Einkünfte steuerfrei bleiben. Alles, was darüber liegt, müssen Sie versteuern. Ein Beispiel hierfür ist der Sparerfreibetrag in Höhe von 801 Euro für jede Person. Sie müssen nur Steuern auf Kapitaleinkünfte zahlen, die diesen Betrag übersteigen. 

Pauschbetrag - Den Pauschbetrag erkennt das Finanzamt ohne Nachweis an, um einen bestimmten Teil des Einkommens steuerfrei zu stellen. Haben Sie Ausgaben, die über dem Pausch- oder Freibetrag liegen, können Sie diese meist zusätzlich geltend machen. Sind Ihre Ausgaben niedriger, wird auf jeden Fall der Pauschbetrag von Ihrem zu versteuernden Einkommen abgezogen. Bekanntestes Beispiel: der Arbeitnehmerpauschbetrag in Höhe von 1.000 Euro.

Freigrenze - Überschreiten Sie hingegen eine Freigrenze, so müssen Sie den gesamten Betrag versteuern. Das gilt beispielsweise für private Veräußerungsgeschäfte wie den Verkauf von Edelmetall und Kunst innerhalb eines Jahres. Ein Gewinn bis 600 Euro (= Freigrenze) im Jahr bleibt steuerfrei. Ein Cent mehr führt dazu, dass Sie den kompletten Gewinn versteuern müssen.

Ein weiteres Beispiel ist die monatliche Freigrenze von 44 Euro, die Ihnen Ihr Arbeitgeber als steuer- und sozialversicherungsfreie Sachzuwendung gewähren darf. Nur geschenkte Waren, Dienstleistungen und Gutscheine bis zu diesem Wert sind steuerfrei.

Was sind die wichtigsten Frei- und Pauschbeträge?

Grundfreibetrag - Ein Beispiel für einen Freibetrag neben dem Sparerfreibetrag ist der Grundfreibetrag, der jedem zusteht. Wer als Alleinstehender im Jahr 2018 ein steuerpflichtiges Einkommen bis 9.000 Euro (2019: 9.168 Euro, 2020: 9.408 Euro) hat, muss keine Einkommensteuer zahlen; für Verheiratete gelten die doppelten Beträge, also 18.000 Euro für 2018 (2019: 18.336 Euro als Grundfreibetrag, 2020: 18.816 Euro).

Erst für das zu versteuernde Einkommen, das den Grundfreibetrag übersteigt, müssen Sie Steuern zahlen. Beim zu versteuernden Einkommen hat das Finanzamt bereits alle berücksichtigungsfähigen Ausgaben abgezogen. 

Der Grundfreibetrag wird nach dem Sozialhilferecht ermittelt und soll das Existenzminimum für jeden Steuerzahler sichern. Er ist bereits in die Steuertabellen eingearbeitet und wird automatisch berücksichtigt, so macht es auch der Arbeitgeber bereits bei der Berechnung der Lohnsteuer. Sie müssen also nichts tun, um ihn zu erhalten.

Unterhaltshöchstbetrag - Wenn Sie eine bedürftige Person finanziell unterstützen, dann können Sie solche Unterhaltsleistungen bis zum Höchstbetrag als außergewöhnliche Belastungen absetzen. Beispiel: Ihre Eltern müssen altersbedingt ins Pflegeheim. Sie übernehmen die Kosten hierfür. 

Der Unterhaltshöchstbetrag entspricht dem Grundfreibetrag. Er beträgt demnach 9.000 Euro für 2018, 9.168 Euro für 2019 und 9.408 Euro für 2020.  

Arbeitnehmer-Pauschbetrag - Der Klassiker unter den Pauschbeträgen ist der Arbeitnehmer-Pauschbetrag, auch als Werbungskostenpauschale bekannt. Der Fiskus zieht von Ihrem zu versteuernden Einkommen automatisch 1.000 Euro als Werbungskosten ab. So werden beruflich veranlasste Kosten ohne Nachweis anerkannt. Erst wenn Sie Werbungskosten über der 1.000-Euro-Grenze haben, lohnt es sich, diese in der Steuererklärung einzutragen (Anlage N). Diese Ausgaben werden dann zusätzlich anerkannt.

Tipp: Auch wenn Sie zu Jahresbeginn vermuten, dass Sie nicht über die Werbungskostenpauschale kommen, lohnt es sich, alle Quittungen für beruflich veranlasste Kosten zu sammeln. Denn erst am Ende des Jahres wissen Sie, wie hoch Ihre Werbungskosten tatsächlich sind.

Entfernungspauschale - Die Kilometer- oder Entfernungspauschale ist ein wichtiger Teil der Werbungskosten. Für die Fahrten zur Arbeit können Sie die Entfernungspauschale geltend machen. 30 Cent für jeden Kilometer der einfachen Strecke zwischen Wohnung und Tätigkeitsstätte erkennt der Fiskus als Fahrtkosten an.

Viele Arbeitnehmer knacken bereits mit den Fahrtkosten ihren Werbungskostenpauschbetrag und können alles, was darüber liegt, zusätzlich absetzen. Fahren Sie beispielsweise an 228 Tagen im Jahr 15 Kilometer zur Arbeit, kommen 1.026 Euro an Fahrtkosten zusammen. Haben Sie noch eine Weiterbildung besucht oder Fachliteratur gekauft, können Sie diese Kosten dann ebenfalls geltend machen. Um die Entfernungspauschale zu erhalten, müssen Sie Ihre Fahrten zur Arbeit in der Steuererklärung eintragen (Anlage N).

Tipp: Falls Ihre Kosten mit dem eigenen Auto 30 Cent pro Kilometer übersteigen, können Sie auch höhere Fahrtkosten angeben, sofern Sie diese belegen können. Dann müssen Sie aber übers ganze Jahr Belege sammeln und Ihre Kosten berechnen.

Frei- und Pauschbetrag für Renten und Versorgungsbezüge - Die gesetzliche Rente ist teilweise steuerfrei. Für jeden Rentner wird ein individueller Freibetrag berechnet. Bezieht er beispielsweise 2018 erstmals eine Rente, sind davon 24 Prozent steuerfrei. Dieser Betrag in Euro wird als Rentenfreibetrag für die Folgejahre festgeschrieben. Darüber liegende Beträge und künftige Rentenerhöhungen sind voll steuerpflichtig.

Rentnern steht eine Werbungskostenpauschale von 102 Euro zu. Haben sie höhere Werbungskosten, können sie stattdessen diese in der Steuererklärung ansetzen.

Wer Versorgungsbezüge erhält, also eine Pension, Witwengeld oder eine Betriebsrente, dem steht dafür ebenfalls ein Werbungskostenpauschbetrag von 102 Euro zu. Dieser wird automatisch vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen. Die beiden Pauschbeträge von 1.000 Euro und 102 Euro können Sie nebeneinander erhalten, wenn Sie gleichzeitig Arbeitslohn und Versorgungsbezüge beziehen.

Lohnsteuerpflichtige Firmen- und Beamtenpensionen, beispielsweise Zahlungen aus Unterstützungskassen und Pensionszusagen, sind teilweise steuerfrei gestellt. Dafür gibt es einen Versorgungsfreibetrag sowie einen Zuschlag darauf. Den Rest müssen Sie versteuern. Tragen Sie dazu Ihre Bezüge in die Anlage N der Steuererklärung ein.

Die Freibeträge richten sich nach dem Jahr des Zahlungsbeginns laut Tabelle im Einkommensteuergesetz und gelten für die gesamte Laufzeit. Sowohl der Versorgungsfreibetrag als auch der Zuschlag schmelzen bis 2040 ab. Wer 2018 erstmals eine Pension erhält, dem steht ein Versorgungsfreibetrag von 19,2 Prozent bis höchstens 1.440 Euro zu, sowie ein Zuschlag von 432 Euro. Für das Jahr 2019 liegt der Versorgungsfreibetrag bei 17,6 Prozent bis maximal 1.320 Euro, hinzu kommt der Zuschlag von 396 Euro.

Verpflegungspauschale - Sind Sie beruflich viel unterwegs oder auf Dienstreisen, können Sie für die Verpflegungsmehraufwendungen eine Pauschale geltend machen. Es gibt feste Pauschalen, je nachdem, wie lange Sie auf Reisen sind: Bei mehr als 8 Stunden Abwesenheit erhalten Sie 12 Euro, ab 24 Stunden 24 Euro. Für den An- und den Abreisetag können Sie immer 12 Euro geltend machen – unabhängig von der Dauer der Abwesenheit. Tragen Sie die Dauer Ihrer Abwesenheit in der Steuererklärung ein (Anlage N). Höhere Kosten können Sie nicht geltend machen, auch nicht, wenn Sie unterwegs Restaurant-Rechnungen gesammelt haben.

Umzugskostenpauschale - Wenn Sie aus beruflichen Gründen umziehen oder sich Ihr Weg zur Arbeit nach einem Umzug wesentlich verkürzt, können Sie die Umzugskostenpauschale geltend machen.

Viele Ausgaben, etwa für das Renovieren der alten Wohnung oder den Kabelanschluss in der neuen Wohnung, müssen Sie nicht einzeln belegen. Ehepaare, die ab März 2018 aus beruflichen Gründen umgezogen sind, können in der Steuererklärung pauschal 1.573 Euro geltend machen. Für Ledige gilt eine Pauschale von 787 Euro.

Tragen Sie einfach „Pauschale für Umzugskosten“ in Ihrer Steuererklärung ein (Anlage N). Die Umzugskostenpauschalen passt das Bundesfinanzministerium regelmäßig an.

Zusätzlich zur Pauschale können Sie viele weitere Ausgaben für Ihren Umzug absetzen, die Sie aber belegen müssen. Dazu gehören beispielsweise die Fahrten zu Wohnungsbesichtigungen, der Transport des Hausrats oder eine doppelte Miete.

Benötigen Ihre Kinder nach einem Umzug Nachhilfe, dann sind hierfür zusätzliche Pauschalen für Unterrichtskosten absetzbar. Weitere Details lesen Sie im Ratgeber Umzugskosten

Sparerpauschbetrag - Wenn Sie Geld anlegen oder Aktien besitzen, sollten Sie sich den Sparerpauschbetrag sichern. Von den Einkünften aus Kapitalvermögen bleiben so für jede Person – auch für Kinder –  801 Euro im Jahr steuerfrei, für Zusammenveranlagte 1.602 Euro.

Dafür müssen Sie bei Ihrer Bank einen Freistellungsauftrag einreichen. Ohne Freistellungauftrag oder wenn die Kapitalerträge über den Sparerpauschbetrag hinausgehen, zieht das Kreditinstitut grundsätzlich 25 Prozent Abgeltungssteuer (zuzüglich Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer) ab und leitet sie ans Finanzamt weiter. Diese unfreiwillige Zahlung können Sie sich nur über die Steuererklärung wieder zurückholen.

Sonderausgaben-Pauschbetrag - Für verschiedene Ausgaben des privaten Lebens gilt der Sonderausgaben-Pauschbetrag. 36 Euro beziehungsweise 72 Euro bei Verheirateten und eingetragenen Lebenspartnern zieht Ihnen das Finanzamt automatisch von Ihrem zu versteuernden Einkommen ab.

Erst Sonderausgaben, die darüber liegen, müssen Sie in der Steuererklärung eintragen und nachweisen, beispielsweise Kinderbetreuungskosten. Weil der Pauschbetrag relativ niedrig ist, können Sie oft weitere Posten wie Kirchensteuer, Spenden oder Sozialversicherungsbeiträge oder andere Vorsorgeaufwendungen absetzen. Was Sie in die verschiedenen Formulare eintragen können, lesen Sie in unseren Ratgebern Sonderausgaben und Vorsorgeaufwendungen.

Welche Freibeträge gibt es für Kinder?

Sächlicher Kinderfreibetrag und BEA-Freibetrag - Der Staat unterstützt auch Familien und Alleinerziehende mit Freibeträgen. So gibt es einen sächlichen Kinderfreibetrag, der das Existenzminimum des Kinds absichern soll. Für 2018 beträgt dieser 2.394 Euro pro Kind und Elternteil, für Zusammenveranlagte sind das 4.788 Euro. Hinzu kommt der Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf (BEA-Freibetrag) von 2.640 Euro. Einem Ehepaar steht 2018 somit insgesamt 7.428 Euro zu.

Für die Jahre 2019 und 2020 sind Erhöhungen des sächlichen Kinderfreibetrags geplant. 2019 steigt dieser um insgesamt 192 Euro pro Kind, sodass ein Ehepaar dann 4.980 Euro erhält (für jeden Elternteil 2.490 Euro). Den Eltern steht somit im Jahr 2019 ein Kinderfreibetrag von insgesamt 7.620 Euro zu, im Jahr 2020 sind es 7.812 Euro (2 * 2.586 Euro + 2.640 Euro). 

Die Freibeträge berücksichtigt der Fiskus allerdings nur, wenn die Ersparnis daraus höher ist als das Kindergeld, das Sie während des Jahres erhalten haben. Was für Sie vorteilhafter ist, ermittelt das Finanzamt in der sogenannten Günstigerprüfung. Dazu müssen Sie nur die Anlage Kind ausfüllen.

Das monatliche Kindergeld für das erste und zweite Kind beträgt bis Juni 2019 jeweils 194 Euro. Ab Juli 2019 steigt das Kindergeld um 10 Euro auf 204 Euro. Für das dritte Kind wird es dann auf 210 Euro erhöht, für jedes weitere Kind auf 235 Euro.

Entlastungsbetrag für Alleinerziehende - Wenn Sie alleinstehend sind und ein Kind erziehen, für das Sie Anspruch auf Kindergeld beziehungsweise einen Kinderfreibetrag haben, können Sie einen Entlastungsbetrag von 1.908 Euro steuerlich geltend machen. Für jedes weitere im Haushalt gemeldete Kind gibt es seit 2015 einen zusätzlichen Entlastungsbetrag von 240 Euro je Kind.

Den Entlastungsbetrag zieht das Finanzamt von der Summe Ihrer Einkünfte ab. Diesen beantragen Sie über Ihre Steuererklärung (Anlage Kind, Seite 2, Zeile 44 bis 49). Sind Sie der Steuerklasse II zugeordnet, wird der Entlastungsbetrag schon im laufenden Jahr beim Lohnsteuerabzug berücksichtigt.

Ausbildungsfreibetrag - Als Eltern können Sie einen weiteren Freibetrag für Sonderbedarf in der Berufsausbildung erhalten. Allerdings nur, wenn Ihr Sohn oder Ihre Tochter volljährig ist und nicht mehr bei Ihnen wohnt. Den Ausbildungsfreibetrag von 924 Euro bekommen Sie, solange Sie Kindergeld beziehen und Ihr Kind zur Schule geht oder eine betriebliche Ausbildung macht.

Sie beantragen ihn in der Anlage Kind (Anlage Kind, Seite 2, Zeile 50 bis 52). Erfüllen Sie die Voraussetzungen für den Ausbildungsfreibetrag nicht das komplette Jahr, dann wird dieser monatsbezogen gekürzt. In unserem Ratgeber lesen Sie mehr zu den Freibeträgen für Kinder.

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Gibt es auch Pauschalen für Nebentätigkeiten?

Übungsleiterpauschale - Wenn Sie sich als Ausbilder, Künstler oder Pfleger nebenberuflich etwas dazuverdienen, können Sie in vielen Fällen vom Übungsleiterfreibetrag profitieren: Von Ihrem Einkommen wird eine Pauschale von 2.400 Euro abgezogen. Nur den darüber liegenden Betrag müssen Sie versteuern. Wichtig ist, dass Sie nebenberuflich für eine öffentlich-rechtliche oder gemeinnützige Organisation tätig sind. Gefördert werden Beschäftigungen mit einer pädagogischen Ausrichtung. Auch Hausmänner, Rentner oder Arbeitslose können diesen Freibetrag nutzen.

Sind Sie im Hauptberuf Arbeitnehmer, tragen Sie den Übungsleiterfreibetrag in der Anlage N Ihrer Steuererklärung ein (Seite 1, „steuerfrei erhaltene Aufwandsentschädigungen/Einnahmen“). Selbstständige geben den Freibetrag als „steuerfreie selbstständige Tätigkeiten im Nebenberuf“ in der Anlage S an.

Ehrenamtspauschale - Helfen Sie nebenberuflich und ehrenamtlich im ideellen Bereich, zum Beispiel in einem Altenheim, einer Jugendherberge oder in einer Behindertenwerkstatt, können Sie den Ehrenamtsfreibetrag nutzen. Ehrenamtliche dürfen für ihre freiwillige Mitarbeit steuerfrei 720 Euro im Jahr als Aufwandspauschale annehmen. Auch diesen Betrag gibt es nur, wenn Sie ihn in der Steuererklärung eintragen. Dies machen Sie entweder in der Anlage N oder in der Anlage S.

Beide Pauschalen nur für unterschiedliche Tätigkeiten

Sie können beide Pauschalen nutzen, aber nicht für dieselbe Tätigkeit. Üben Sie verschiedene Ehrenämter aus, die separat bezahlt werden, können Sie sowohl vom Übungsleiter- als auch vom Ehrenamtsfreibetrag profitieren. Das ist beispielsweise der Fall, wenn Sie als Trainer für einen Sportverein arbeiten und zusätzlich die Vereinskasse verwalten.

Welche Vorteile gibt es für Pflegende, Behinderte und Hinterbliebene?

Pflegepauschbetrag - Wer einen Angehörigen im häuslichen Bereich ohne Bezahlung pflegt, kann dafür pauschal 924 Euro geltend machen. Das gilt auch bei der Pflege eines nahestehenden Menschen, der hilflos oder schwerstpflegebedürftig ist (Pflegegrad 4 und 5). Den Pauschbetrag müssen Sie im Mantelbogen, Zeile 65 und 66, beantragen.

Der Pauschbetrag ist personenbezogen: Teilen Sie sich beispielsweise die Pflege der Mutter mit Ihrer Schwester, müssen Sie auch den Pflegepauschbetrag aufteilen. Auch wenn Sie den Pflegebedürftigen nicht das ganze Jahr über gepflegt haben, haben Sie Anspruch auf den vollen Pauschbetrag.

Liegen Ihre Ausgaben für die Pflege des Angehörigen über dem Pauschbetrag, können Sie die tatsächlichen Kosten als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Der Fiskus erkennt sie allerdings erst an, wenn sie über einer zumutbaren Eigenbelastung liegen.

Behindertenpauschbetrag - Behinderte haben Anspruch auf den Behindertenpauschbetrag. Dieser mindert je nach Grad der Behinderung das zu versteuernde Einkommen um 310 Euro bis 3.700 Euro im Jahr. Den Pauschbetrag müssen Sie ebenfalls über die Steuererklärung beantragen. Ihre Angaben machen Sie im Mantelbogen unter den außergewöhnlichen Belastungen in Zeile 71 oder 72.

Anstatt den Behindertenpauschbetrag zu nutzen, können Sie höhere Aufwendungen, die Ihnen wegen der Behinderung entstehen, einzeln nachweisen und in voller Höhe als außergewöhnliche Belastungen allgemeiner Art geltend machen. Auch an dieser Stelle kürzt das Finanzamt die Ausgaben um die zumutbare Eigenbelastung. Weiterhin können Sie die Kosten für die Betreuung eines behinderten oder pflegebedürftigen Familienmitglieds in Ihrem Haushalt auch als haushaltsnahe Dienstleistung von der Steuer absetzen. Dies können Sie im Mantelbogen der Steuererklärung beantragen.

Sie können beantragen, dass der Behindertenpauschbetrag für ein Kind oder Enkelkind auf Sie übertragen wird, wenn Sie für den Nachwuchs Anspruch auf Kindergeld haben. Das ist vor allem sinnvoll, wenn das Kind kein eigenes Einkommen hat. Diesen Antrag stellen Sie, indem Sie in der Anlage Kind die Zeilen 64 bis 66 ausfüllen.

Hinterbliebenen-Pauschbetrag - In bestimmten Fällen können Witwen, Witwer, Waisen und Halbwaisen den Hinterbliebenen-Pauschbetrag von 370 Euro erhalten. Er wird als Jahresbetrag auch von Ihrem zu versteuernden Einkommen abgezogen, wenn die Voraussetzungen nicht während des gesamten Jahres vorlagen.

Bedingung ist, dass Sie Hinterbliebenenbezüge nach dem Bundesversorgungsgesetz oder vergleichbarer Versorgungsgesetze erhalten. Den Hinterbliebenen-Pauschbetrag müssen Sie im Mantelbogen unter den außergewöhnlichen Belastungen in Zeile 61 bis 64 beantragen.

Wie können Sie sich einen individuellen Freibetrag sichern?

Um schon im laufenden Jahr weniger Lohnsteuer zu zahlen, können Sie beim Finanzamt einen Antrag auf Lohnsteuer-Ermäßigung stellen. Ihre Werbungskosten – beispielsweise für die Fahrten zur Arbeit – können als eingetragener Freibetrag jeden Monat den Lohnsteuerabzug reduzieren.

Dies ist allerdings erst möglich, wenn die Werbungskosten über dem Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro liegen und zusammen mit anderen Beträgen, beispielsweise den Sonderausgaben, einen Mindestbetrag von 600 Euro überschreiten. Ohne Mindestbetrag können Sie Kosten für haushaltsnahe Dienstleistungen oder Handwerkerleistungen angeben.

Andere Freibeträge, wie den Behinderten- und den Hinterbliebenen-Pauschbetrag, können Sie ohne Mindestbetrag eintragen lassen und profitieren sofort von einem geringeren Steuerabzug. Wer Freibeträge eintragen lässt, muss in den meisten Fällen eine Steuererklärung abgeben.

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Artikel verfasst von

Udo Reuß

Finanztip-Experte für Steuern

Der Steuerrechtler und Diplom-Kaufmann Udo Reuß ist bei Finanztip für Steuerthemen verantwortlich. Zuvor war er bei verschiedenen Wirtschafts- und Fachverlagen wie Handelsblatt, F.A.Z.-Verlagsgruppe, Haufe-Lexware und Vogel Business Media tätig – 14 Jahre davon arbeitete er als Chefredakteur von Fachzeitschriften. Aus dem komplexen Steuerrecht zieht er die relevanten Urteile für Steuersparer. Den Autor erreichen Sie unter redaktion@finanztip.de.