Arbeitgeberzuschuss zur PKV

Das gibt die Firma zur privaten Krankenversicherung dazu

Julia Rieder
& Co-Autor
Stand: 19. Dezember 2019
Das Wichtigste in Kürze
  • Ihr Arbeitgeber beteiligt sich mit einem steuerfreien Zuschuss an Ihrer privaten Krankenversicherung.
  • Der maximale Arbeitgeberzuschuss beträgt 2020 rund 368 Euro.
  • Schöpfen Sie diesen Betrag nicht voll aus, können privat versicherte Familienangehörige davon profitieren, die in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos familienversichert wären.
So gehen Sie vor
  • Weisen Sie Ihrem Chef die Höhe Ihres Beitrags durch eine Bescheinigung der Krankenversicherung nach. Er überweist Ihnen dann den entsprechenden Zuschuss.
  • Achtung bei veränderter Familiensituation: Geht Ihr Partner in Elternzeit oder bekommen Sie Nachwuchs, geben Sie Ihrem Arbeitgeber Bescheid, damit er diesen Zuschuss auch für deren private Krankenversicherung zahlt.

Als privat versicherter Arbeitnehmer bekommen Sie von Ihrem Arbeitgeber einen steuerfreien Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung. In den meisten Fällen ist er genauso hoch wie das, was der Arbeitgeber für die gesetzliche Krankenversicherung zahlen würde. Mit ein paar einfachen Tricks schöpfen Sie den Arbeitgeberzuschuss optimal aus.  

Wie viel zahlt der Arbeitgeber?

Der Arbeitgeber zahlt maximal den Höchstbeitrag, den er auch zur gesetzlichen Krankenversicherung seiner Mitarbeiter beisteuern würde. Dieser Höchstbeitrag richtet sich nach dem Arbeitgeberanteil und der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Seit dem 1. Januar 2019 werden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung wieder komplett paritätisch finanziert. Das heißt, der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des Krankenkassenbeitrags inklusive Zusatzbeitrag. Davon profitieren auch privat versicherte Beschäftigte. 

Für 2020 berechnet sich der maximale Arbeitgeberzuschuss aus folgenden Faktoren:

  • Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von 4.687,50 Euro brutto monatlich (höheres Einkommen wird nicht zur Berechnung herangezogen); sowie
  • anteiliger Beitrag des Arbeitgebers von 7,3 Prozent plus der Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitrags (0,55 Prozent in 2020).

Damit beträgt im Jahr 2020 der maximale Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung rund 368 Euro (7,85 Prozent aus 4.687,50 Euro).

Allerdings übernimmt der Arbeitgeber nie mehr als die Hälfte der tatsächlich gezahlten Versicherungsbeiträge seines Beschäftigten.

Ein Beispiel: Ihr monatliches Bruttoeinkommen liegt bei 5.500 Euro, die Kosten für Ihre private Krankenversicherung belaufen sich auf 500 Euro. Dann beträgt der Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung 250 Euro, also genau die Hälfte der insgesamt 500 Euro.

Privat Krankenversicherte, deren monatlicher Beitrag 736 Euro übersteigt, müssen hingegen mehr als die Hälfte davon selbst bezahlen.

Ein Beispiel: Ihr monatliches Bruttoeinkommen liegt bei 5.500 Euro, allerdings zahlen Sie für Ihre private Krankenversicherung eine Prämie von 750 Euro im Monat. In diesem Fall beträgt der Zuschuss des Arbeitgebers nicht etwa 375 Euro (50 Prozent von 750 Euro), sondern nur den Höchstbeitrag von rund 368 Euro. Den verbleibenden Teil zahlen Sie komplett selbst.

Übrigens: Ihr Arbeitgeber gibt zu Ihrer privaten Krankenversicherung nur dann etwas dazu, wenn es sich um eine vollwertige Krankenversicherung handelt. Für eine reine Zusatzversicherung gibt es keinen Zuschuss. 

Mehr dazu im Ratgeber Private Krankenversicherung

 Zum Ratgeber

Wann gibt es einen Zuschuss für Familienangehörige?

Wer Familienangehörige hat, die in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos familienversichert wären, bekommt vom Arbeitgeber auch für deren PKV-Beiträge einen Zuschuss  (§ 257 Abs. 2a SGB V). Allerdings bleibt der Gesamtbetrag auf rund 368 Euro gedeckelt. Von dem Zuschuss für Angehörige profitieren also nur Versicherte, die den Zuschuss noch nicht voll ausgeschöpft haben. Keinen Zuschuss gibt es, wenn Partner und Kinder gesetzlich krankenversichert sind.

Privat versicherte Väter und Mütter in Elternzeit, deren Beschäftigungsverhältnis bestehen bleibt und die nicht in Teilzeit arbeiten, erhalten von ihrem Arbeitgeber keinen Zuschuss mehr. Möglicherweise hat aber der Partner seinen Arbeitgeberanteil noch nicht vollständig ausgeschöpft. In diesem Fall können Sie einen Zuschuss über den Arbeitgeber Ihres Partners bekommen, sofern Sie die Voraussetzungen für die gesetzliche Familienversicherung erfüllen würden.

Wie viel Zuschuss bekommen Teilzeit-Beschäftigte?

Der Arbeitgeberzuschuss ist immer auf den Arbeitgeberanteil in der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt. Entsprechend niedriger fällt der Zuschuss aus, wenn Ihr Einkommen als Privatversicherter unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt, etwa, weil Sie in Teilzeit arbeiten. Denn der Arbeitgeber müsste dann auch für einen gesetzlich versicherten Mitarbeiter geringere Sozialbeiträge zahlen.

Beispiel: Sie verdienen aufgrund einer Teilzeit-Regelung 2.000 Euro brutto im Monat. Ihre Beiträge zur privaten Krankenversicherung belaufen sich weiterhin auf monatlich 500 Euro. Dann beträgt der Arbeitgeberzuschuss nicht etwa 250 Euro (50 Prozent von 500 Euro), sondern nur 157 Euro – das entspricht dem Arbeitgeberanteil von 7,85 Prozent (Stand: 2020) bei einem Verdienst von 2.000 Euro.

Worauf müssen Arbeitnehmer achten?

Um den Beitragszuschuss des Arbeitgebers zur privaten Krankenversicherung voll auszuschöpfen, sollten Sie die folgenden Punkte beachten.

Nachweis der Beitragshöhe - Als privat krankenversicherter Mitarbeiter müssen Sie Ihrem Arbeitgeber die Höhe des Beitrags nachweisen. Ihr Krankenversicherer stellt Ihnen zu diesem Zweck eine sogenannte Bescheinigung zur Erlangung des Arbeitgeberzuschusses aus. Die private Krankenversicherung bescheinigt Ihnen damit, dass eine Krankenversicherung besteht, die die gesetzlichen Voraussetzungen für den Arbeitgeberzuschuss erfüllt und führt die Monats- und Jahresbeiträge für die Versicherung auf.

Selbstbeteiligung - Haben Sie mit Ihrem Versicherer eine Selbstbeteiligung vereinbart, beteiligt sich der Arbeitgeber daran meist nicht. Tut er es doch, betrachtet das Finanzamt dies als geldwerten Vorteil, den Sie versteuern müssen. Das gilt auch dann, wenn Ihr Arbeitgeber nur teilweise die Selbstbeteiligung mitträgt. Tarife mit hoher Selbstbeteiligung lohnen sich daher für Angestellte oft nicht.

Beitragsrückerstattungen - Wenn der Versicherer Ihnen Beiträge erstattet, weil Sie keine Leistungen in Anspruch genommen haben, verringert das den Arbeitgeberzuschuss nicht. Daher sind Tarife mit einer hohen garantierten Beitragsrückerstattung für Arbeitnehmer grundsätzlich attraktiv.

Zeiten ohne Zuschuss - Der Arbeitgeber zahlt keinen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung, während Sie bestimmte Leistungen wie Krankentagegeld, Mutterschaftsgeld oder Elterngeld beziehen. Auch wenn Sie für die Kindererziehung zu Hause bleiben, haben Sie oft keinen Anspruch auf den Arbeitgeberzuschuss: Privatversicherte in Elternzeit zahlen ihre Prämie in voller Höhe selbst. Es sei denn, der Ehepartner hat Anspruch auf einen Zuschuss für seine Angehörigen.

Gibt es auch zur Pflegeversicherung einen Zuschuss?

Wer sich privat krankenversichert, muss auch eine private Pflegepflichtversicherung abschließen, diese deckt die gleichen Leistungen wie die gesetzliche Pflegeversicherung ab. Der Arbeitgeber bezuschusst auch die private Pflegeversicherung.

Der Höchstbetrag berechnet sich analog zum Arbeitgeberzuschuss in der Krankenversicherung (§ 61 SGB XI).

Für 2020 liegt der Beitragssatz zur gesetzlichen Pflegeversicherung bei 3,05 Prozent (3,3 Prozent bei Kinderlosen über 23 Jahre). Die Beitragsbemessungsgrenze beträgt wie in der Krankenversicherung 4.687,50 Euro. Der Arbeitgeber gibt damit höchstens rund 77 Euro im Monat zur privaten Pflegeversicherung dazu.

Autor
Julia Rieder
& Co-Autor
Max Mergenbaum

Stand: 19. Dezember 2019


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