Ar­beit­ge­ber­zu­schuss zur PKV

Soviel gibt die Firma zu Deiner privaten Kran­ken­ver­si­che­rung dazu

Julia Rieder
Finanztip-Expertin für Ver­si­che­rungen

Das Wichtigste in Kürze

  • Dein Arbeitgeber beteiligt sich mit einem steuerfreien Zuschuss an Deiner privaten Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung.
  • Der maximale Ar­beit­ge­ber­zu­schuss beträgt 2023 rund 404 Euro im Monat.
  • Schöpfst Du diesen Betrag nicht voll aus, können privat versicherte Familienangehörige davon profitieren, falls diese in der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung kostenlos familienversichert wären.

So gehst Du vor

  • Weise Deinem Chef die Höhe Deines Beitrags durch eine Bescheinigung der Kran­ken­ver­si­che­rung nach. Er überweist Dir dann den entsprechenden Zuschuss.
  • Informiere Deinen Arbeitgeber, falls er einen Zuschuss für Deine privatversicherten Familienangehörigen zahlen soll.

Als privat versicherter Arbeitnehmer bekommst Du von Deinem Arbeitgeber einen steuerfreien Zuschuss zur Kranken- und Pfle­ge­ver­si­che­rung. In den meisten Fällen ist dieser Betrag genauso hoch wie der Beitrag, den der Arbeitgeber für die gesetzliche Kran­ken­ver­si­che­rung zahlen würde. Mit ein paar einfachen Tricks schöpfst Du den Ar­beit­ge­ber­zu­schuss optimal aus.

Wieviel zahlt der Arbeitgeber?

Der Arbeitgeber zahlt maximal den Höchstbeitrag, den er auch zur gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung seiner Mitarbeiter beisteuern würde. Dieser Höchstbeitrag richtet sich nach dem Arbeitgeberanteil und der Bei­trags­be­messungs­grenze in der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung.

Seit 2019 werden die Beiträge zur gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung wieder komplett paritätisch finanziert. Das heißt, der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des Kran­ken­kas­senbeitrags inklusive Zusatzbeitrag. Davon profitieren auch privat versicherte Beschäftigte. 

Für 2023 berechnet sich der maximale Ar­beit­ge­ber­zu­schuss aus folgenden Faktoren:

  • Bei­trags­be­messungs­grenze in Höhe von 4.987,50 Euro brutto monatlich (höheres Einkommen wird nicht zur Berechnung herangezogen) sowie
  • anteiliger Beitrag des Arbeitgebers von 7,3 Prozent plus der Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitrags (0,8 Prozent in 2023).

Damit beträgt im Jahr 2023 der maximale Ar­beit­ge­ber­zu­schuss zur privaten Kran­ken­ver­si­che­rung rund 404 Euro.

Allerdings übernimmt der Arbeitgeber nie mehr als die Hälfte der tatsächlich gezahlten Ver­si­che­rungsbeiträge seines Beschäftigten.

Angenommen, Dein monatliches Bruttoeinkommen liegt bei 5.500 Euro und Du zahlst für Deine private Kran­ken­ver­si­che­rung eine Prämie von 900 Euro im Monat. In diesem Fall beträgt der Zuschuss des Arbeitgebers nicht etwa 450 Euro (50 Prozent von 900 Euro), sondern nur den Höchstbeitrag von rund 404 Euro. Den verbleibenden Teil zahlst Du.

Übrigens: Dein Arbeitgeber gibt zu Deiner privaten Kran­ken­ver­si­che­rung nur dann etwas dazu, wenn es sich um eine vollwertige Kran­ken­ver­si­che­rung handelt. Für eine reine Zusatzversicherung gibt es keinen Zuschuss. 

Mehr dazu im Ratgeber Private Kran­ken­ver­si­che­rung

Zum Ratgeber

Wann gibt es einen Zuschuss für Familienangehörige?

Wer Familienangehörige hat, die in der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung kostenlos familienversichert wären, bekommt vom Arbeitgeber auch für deren PKV-Beiträge einen Zuschuss (§ 257 Abs. 2a SGB V). Allerdings bleibt der Gesamtbetrag auf rund 404 Euro gedeckelt. Von dem Zuschuss für Angehörige profitieren also nur Versicherte, die den Zuschuss für ihren eigenen Beitrag noch nicht voll ausgeschöpft haben. Keinen Zuschuss gibt es, wenn Partner und Kinder gesetzlich krankenversichert sind.

Privat versicherte Väter und Mütter in Elternzeit, deren Beschäftigungsverhältnis bestehen bleibt und die nicht in Teilzeit arbeiten, erhalten von ihrem Arbeitgeber keinen Zuschuss mehr. Möglicherweise hat aber der Partner seinen Arbeitgeberanteil noch nicht vollständig ausgeschöpft. In diesem Fall kannst Du einen Zuschuss über den Arbeitgeber Deines Partners bekommen, sofern Du die Voraussetzungen für die gesetzliche Fa­mi­lien­ver­si­che­rung erfüllen würdest.

Wie viel Zuschuss bekommst Du bei einem niedrigen Einkommen?

Der Ar­beit­ge­ber­zu­schuss ist immer auf den Arbeitgeberanteil in der gesetzlichen Kran­ken­ver­si­che­rung begrenzt. Entsprechend niedriger fällt der Zuschuss aus, wenn Dein Einkommen als Privatversicherter unterhalb der Bei­trags­be­messungs­grenze liegt, etwa, weil Du in Teilzeit arbeitest. Denn der Arbeitgeber müsste dann auch für einen gesetzlich versicherten Mitarbeiter geringere Sozialbeiträge zahlen.

Ein Beispiel: Du verdienst 2.000 Euro brutto im Monat. Deine Beiträge zur privaten Kran­ken­ver­si­che­rung belaufen sich auf monatlich 600 Euro. Dann zahlt Dein Arbeitgeber nicht etwa die Hälfte, sondern nur 162 Euro – das entspricht dem Arbeitgeberanteil von 8,1 Prozent (Stand 2023) bei einem Verdienst von 2.000 Euro.

Worauf müssen Arbeitnehmer achten?

Um den Beitragszuschuss des Arbeitgebers zur privaten Kran­ken­ver­si­che­rung voll auszuschöpfen, solltest Du die folgenden Punkte beachten.

Arbeitgeberbescheinigung

Als privat krankenversicherter Mitarbeiter musst Du Deinem Arbeitgeber die Höhe des Beitrags nachweisen. Dein Krankenversicherer stellt Dir zu diesem Zweck eine sogenannte Arbeitgeberbescheinigung aus. Die private Kran­ken­ver­si­che­rung bestätigt darin, dass Du eine Ver­si­che­rung hast, die die gesetzlichen Voraussetzungen für den Ar­beit­ge­ber­zu­schuss erfüllt und führt die Monats- und Jahresbeiträge für die Ver­si­che­rung auf.

Selbstbeteiligung

Hast Du mit Deinem Versicherer eine Selbstbeteiligung vereinbart, beteiligt sich der Arbeitgeber daran meist nicht. Tut er es doch, betrachtet das Finanzamt dies als geldwerten Vorteil, den Du versteuern musst. Das gilt auch dann, wenn Dein Arbeitgeber nur teilweise die Selbstbeteiligung mitträgt. Tarife mit hoher Selbstbeteiligung lohnen sich daher für Angestellte oft nicht.

Bei­trags­rück­er­statt­ungen

Wenn der Versicherer Dir Beiträge erstattet, weil Du keine Leistungen in Anspruch genommen hast, verringert das den Ar­beit­ge­ber­zu­schuss nicht. Daher sind Tarife mit einer hohen garantierten Bei­trags­rück­er­statt­ung für Arbeitnehmer grundsätzlich attraktiv.

Zeiten ohne Zuschuss

Der Arbeitgeber zahlt keinen Zuschuss zur privaten Kran­ken­ver­si­che­rung, während Du bestimmte Leistungen wie Krankentagegeld, Mut­ter­schafts­geld oder Elterngeld beziehst. Auch wenn Du für die Kindererziehung zuhause bleibst, hast Du oft keinen Anspruch auf den Ar­beit­ge­ber­zu­schuss: Privatversicherte in Elternzeit zahlen ihre Prämie in voller Höhe selbst. Es sei denn, der Ehepartner hat Anspruch auf einen Zuschuss für seine Angehörigen.

Gibt es auch zur Pfle­ge­ver­si­che­rung einen Zuschuss?

Wer sich privat krankenversichert, muss auch eine private Pflegepflichtversicherung abschließen. Diese deckt die gleichen Leistungen wie die gesetzliche Pfle­ge­ver­si­che­rung ab.

Der Arbeitgeber bezuschusst auch die private Pfle­ge­ver­si­che­rung, und zwar nach demselben Prinzip wie bei der Kran­ken­ver­si­che­rung: Er übernimmt die Hälfte des tatsächlichen Beitrags, allerdings nicht mehr als den Höchstbeitrag zur gesetzlichen Pfle­ge­ver­si­che­rung (§ 61 SGB XI).

2023 liegt der Beitragssatz zur gesetzlichen Pfle­ge­ver­si­che­rung bei 3,05 Prozent. Davon übernimmt der Arbeitgeber die Hälfte. Kinderlose über 23 Jahre zahlen außerdem 0,35 Prozent Zuschlag, an dem sich der Arbeitgeber nicht beteiligt. Die Bei­trags­be­messungs­grenze für die Berechnung des Höchstbeitrags beträgt wie in der Kran­ken­ver­si­che­rung 4.837,50 Euro. Der Arbeitgeber gibt damit höchstens rund 76 Euro im Monat zur privaten Pfle­ge­ver­si­che­rung dazu.

Autor
Julia Rieder