Arbeitgeberzuschuss zur PKV

Das gibt die Firma zur privaten Krankenversicherung dazu

Julia Rieder
& Co-Autor
Stand: 19. Dezember 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Der Arbeitgeber beteiligt sich mit einem steuerfreien Zuschuss an der privaten Krankenversicherung (PKV) seiner Angestellten.
  • Der maximale Arbeitgeberzuschuss beträgt 2019 rund 352 Euro.
  • Den Arbeitgeberzuschuss gibt es auch für privat versicherte Familienangehörige. Voraussetzung dafür: Hätte sich der Arbeitnehmer gesetzlich krankenversichert, wären die Angehörigen in der GKV familienversichert.
  • Eine Selbstbeteiligung oder Beitragsrückerstattungen beeinflussen nicht die Höhe des Arbeitgeberzuschusses.
  • Der Beitragszuschuss zur privaten Pflegeversicherung wird auf dieselbe Weise ermittelt wie jener zur Krankenversicherung.
So gehen Sie vor
  • Dem Arbeitgeber weisen Sie die Höhe Ihres PKV-Beitrags durch eine Bescheinigung der Krankenversicherung nach, damit er den Zuschuss an Sie überweisen kann.
  • Geht Ihr Partner in Elternzeit, können Sie von Ihrem Arbeitgeber für diesen einen Zuschuss erhalten, wie in der Familienversicherung der gesetzlichen Krankenkassen. Allerdings nur, sofern Sie den Arbeitgeberzuschuss noch nicht voll ausschöpfen.
  • Hohe Selbstbeteiligungen lohnen sich für Angestellte meist nicht, da der Arbeitgeber dafür nichts dazugibt.

Privat versicherte Arbeitnehmer erhalten von ihrem Arbeitgeber einen steuerfreien Zuschuss zur Kranken- und Pflegeversicherung. In den meisten Fällen ist er genauso hoch wie die entsprechende Arbeitgeberzahlung in der gesetzlichen Krankenkasse.

Voraussetzung dafür ist, dass es sich bei der privaten Krankenversicherung (PKV), um eine Vollversicherung handelt, die ähnliche Leistungen erbringt wie die gesetzliche Krankenversicherung (GKV). Für eine reine Zusatzversicherung gibt es keinen Zuschuss. Umfang und Höhe der Leistungen spielen dagegen keine Rolle. Geregelt ist der Arbeitgeberzuschuss im Sozialgesetzbuch 5 (§ 257 SGB V).

Wie viel zahlt der Arbeitgeber?

Der Arbeitgeber zahlt maximal den Höchstbeitrag, den er auch zur gesetzlichen Krankenversicherung seiner Mitarbeiter beisteuern würde. Dieser Höchstbeitrag richtet sich nach dem Arbeitgeberanteil und der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Ab dem 1. Januar 2019 werden die Beiträge zur gesetzlichen Krankenversicherung wieder komplett paritätisch finanziert. Das heißt, der Arbeitgeber zahlt auch die Hälfte des Zusatzbeitrags. Davon profitieren auch privat versicherte Beschäftigte. Denn der Arbeitgeberzuschuss zur PKV wird sich um die Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitrages erhöhen.

Für 2019 berechnet sich der maximale Arbeitgeberzuschuss aus folgenden Faktoren:

  • Beitragsbemessungsgrenze in Höhe von 4.537,50 Euro brutto monatlich (höheres Einkommen wird nicht zur Berechnung herangezogen); sowie
  • anteiliger Beitrag des Arbeitgebers von 7,3 Prozent plus der Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitrag (0,45 Prozent in 2019).

Damit beträgt der maximale Arbeitgeberzuschuss zur privaten Krankenversicherung 351,66 Euro (7,75 Prozent aus 4.537,50 Euro Beitragsbemessungsgrenze).

Allerdings übernimmt der Arbeitgeber nie mehr als die Hälfte der Versicherungsbeiträge seines Beschäftigten.

Beispiel: Ihr monatliches Bruttoeinkommen liegt bei 5.000 Euro, die Kosten für Ihre private Krankenversicherung belaufen sich auf 500 Euro. Dann beträgt der Arbeitgeberzuschuss zur Krankenversicherung 250 Euro, also genau die Hälfte der insgesamt 500 Euro.

Privat Krankenversicherte, deren monatlicher Beitrag 703 Euro übersteigt, müssen hingegen mehr als die Hälfte davon selbst bezahlen.

Beispiel: Ihr monatliches Bruttoeinkommen liegt bei 5.000 Euro, allerdings zahlen Sie für Ihre private Krankenversicherung eine Prämie von 750 Euro im Monat. In diesem Fall beträgt der Zuschuss des Arbeitgebers nicht etwa 375 Euro (50 Prozent von 750 Euro), sondern nur den Höchstbeitrag von knapp 352 Euro. Den verbleibenden Teil zahlen Sie komplett selbst.

Mehr dazu im Ratgeber Private Krankenversicherung

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Wann gibt es einen Zuschuss für Familienangehörige?

Wer Familienangehörige hat, die in der gesetzlichen Krankenversicherung kostenlos familienversichert wären, bekommt vom Arbeitgeber auch für deren Versicherungsprämien einen Zuschuss. Allerdings bleibt der Gesamtbetrag auf rund 352 Euro gedeckelt. Von dem Zuschuss für Angehörige profitieren also nur Versicherte, die den Zuschuss noch nicht voll ausgeschöpft haben. Weitere Voraussetzung ist, dass auch die Familienangehörigen privat krankenversichert sind (§ 257 Abs. 2a SGB V). Keinen Zuschuss gibt es für Partner und Kinder, wenn diese in der GKV versichert sind.

Privat versicherte Väter und Mütter in Elternzeit, deren Beschäftigungsverhältnis bestehen bleibt und die nicht in Teilzeit arbeiten, erhalten von ihrem Arbeitgeber keinen Zuschuss mehr. Möglicherweise hat aber der Partner seinen Arbeitgeberanteil noch nicht völlig ausgeschöpft. In diesem Fall können Sie einen Zuschuss über den Arbeitgeber Ihres Partners erhalten, solange Sie bei einem gesetzlich versicherten Partner familienversichert wären. Diese Möglichkeit scheidet also aus, wenn Sie während der Elternzeit arbeiten.

Wie viel Zuschuss bekommen Teilzeit-Beschäftigte?

Der Arbeitgeberzuschuss ist immer auf den Arbeitgeberanteil in der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt. Entsprechend niedriger fällt der Zuschuss aus, wenn das Einkommen des Privatversicherten unterhalb der Beitragsbemessungsgrenze liegt, zum Beispiel, weil dieser in Teilzeit gegangen ist. Denn der Arbeitgeber müsste dann auch für einen gesetzlich versicherten Mitarbeiter geringere Sozialbeiträge zahlen.

Beispiel: Sie verdienen aufgrund einer Teilzeit-Regelung 2.000 Euro brutto im Monat. Ihre Beiträge zur privaten Krankenversicherung belaufen sich weiterhin auf monatlich 500 Euro. Dann beträgt der Arbeitgeberzuschuss nicht etwa 250 Euro (50 Prozent von 500 Euro), sondern nur 155 Euro – das entspricht dem Arbeitgeberanteil von 7,3 Prozent plus der Hälfte des durchschnittlichen Zusatzbeitrags bei einem Verdienst von 2.000 Euro.

Worauf müssen Arbeitnehmer achten?

Um den Beitragszuschuss des Arbeitgebers zur privaten Krankenversicherung voll auszuschöpfen, sollten Sie die folgenden Punkte beachten.

Nachweis der Beitragshöhe - Als privat krankenversicherter Mitarbeiter müssen Sie Ihrem Arbeitgeber die Höhe des Beitrags nachweisen. Ihr Krankenversicherer stellt Ihnen zu diesem Zweck eine sogenannte Bescheinigung zur Erlangung des Arbeitgeberzuschusses aus. Die private Krankenversicherung bescheinigt Ihnen damit, dass eine Krankenversicherung besteht, die die gesetzlichen Voraussetzung für den Arbeitgeberzuschuss erfüllt und führt die Monats- und Jahresbeiträge für die Versicherung auf.

Selbstbeteiligung - Haben Sie mit Ihrem Versicherer eine Selbstbeteiligung vereinbart, beteiligt sich der Arbeitgeber daran meist nicht. Tut er es doch, betrachtet das Finanzamt dies als geldwerten Vorteil, den Sie versteuern müssen. Das gilt auch dann, wenn Ihr Arbeitgeber nur teilweise den Selbstbehalt mitträgt. Selbstbehalt-Tarife lohnen sich daher für Angestellte oft nicht.

Beitragsrückerstattungen - Wenn der Versicherer Ihnen Beiträge erstattet, weil Sie keine Leistungen in Anspruch genommen haben, verringert das den Arbeitgeberzuschuss nicht. Daher sind Tarife mit einer hohen garantierten Beitragsrückerstattung für Arbeitnehmer grundsätzlich attraktiv.

Zeiten ohne Zuschuss - Der Arbeitgeber zahlt keinen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung, wenn der Versicherte bestimmte Leistungen wie Krankentagegeld, Mutterschaftsgeld oder Elterngeld bezieht. Auch wer für die Kindererziehung zu Hause bleibt, hat keinen Anspruch auf den Arbeitgeberzuschuss: Privatversicherte in Elternzeit zahlen ihre Prämie in voller Höhe selbst. Es sei denn, der Ehepartner hat Anspruch auf einen Zuschuss für seine Angehörigen.

Gibt es auch zur Pflegeversicherung einen Zuschuss?

Wer sich privat krankenversichert hat, muss auch eine private Pflege-Pflichtversicherung abschließen, diese deckt die gleichen Leistungen wie die gesetzliche Pflegeversicherung ab. Der Arbeitgeber bezuschusst auch die private Pflegeversicherung. Der Beitrag berechnet sich analog zum Arbeitgeberzuschuss in der Krankenversicherung (§ 11 SGB XI).

Für 2019 liegt der Beitragssatz zur Pflegeversicherung bei 3,05 Prozent (3,3 Prozent bei Kinderlosen über 23 Jahre). Die Beitragsbemessungsgrenze beträgt wie in der Krankenversicherung 4.537,50 Euro. Der Arbeitgeber gibt damit höchstens 69,20 Euro im Monat zur privaten Pflegeversicherung dazu.

Autor
Julia Rieder
& Co-Autor
Max Mergenbaum

Stand: 19. Dezember 2018


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