Postident Verfahren

So funktioniert das Postident-Verfahren

Josefine Lietzau Stand: 06. März 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Wenn Du bei einer Bank ein Konto oder ein anderes Finanzprodukt beantragst, musst Du nachweisen, dass Du tatsächlichDu bist. Das klappt über Postident und Videoident.
  • Für das Postident-Verfahren gehst Du in eine Filiale der Deutschen Post, Videoident klappt auch vom heimischen Wohnzimmer aus.
So gehst Du vor
  • Überprüfe zunächst, ob Dein Ausweis noch gültig ist.
  • Die Banken nennen auf ihren Websites, ob sie neben Postident auch Videoident anbieten. Hast Du keine Lust auf Warteschlangen und Öffnungszeiten und ist Dein Computer dafür geeignet, kannst Du das Videoident-Verfahren nutzen.

Ob Girokonten, Tagesgeld oder Festgeld: Vieles davon eröffnest Du über das Internet. Doch dafür ist mehr als ein Klick nötig, und teilweise bleibt Dir der Weg zur nächsten Postfiliale nicht erspart. Denn aufgrund des Geldwäschegesetzes musst Du Dich für den Vertragsabschluss identifizieren. Dazu nutzen selbst manche Onlinebanken noch immer das sogenannte Postident-Verfahren. Doch auch das Videoident-Verfahren ist nicht immer so komfortabel wie beworben.

Wie funktioniert das Postident-Verfahren?

Damit Fremde nicht einfach in Deinem Namen Konten eröffnen und Kredite aufnehmen können, musst Du Deine Identität nachweisen. Bei Filialbanken klappt das direkt vor Ort, daneben bieten sie manchmal auch das Post- und Videoident-Verfahren an. Bei Direktbanken stehen Dir nur die letzteren beiden Möglichkeiten zur Verfügung.

Das Postident-Verfahren erledigst Du in den meisten Fällen über die Deutsche Post. Die Formulare dafür lädst Du Dir direkt beim Beantragen des jeweiligen Bankproduktes – also dem Girokonto, dem Depot oder etwas anderem – herunter und bringst sie ausgedruckt und ausgefüllt mit dem Postident-Coupon in die nächste Postfiliale. Dies klappt nicht nur in den klassischen Postämtern, sondern auch in den „Postfilialen im Einzelhandel“, also zum Beispiel in Supermärkten oder Schreibwarenläden. In den DHL-Paketshops dagegen, etwa in einem kleineren Kiosk, funktioniert es nicht.

Vergiss Deinen gültigen Personalausweis oder Reisepass nicht. Wenn Du kein deutscher Staatsbürger bist, aber in Deutschland wohnst, könnte es Schwierigkeiten geben. Voraussetzung ist nämlich, dass Dein ausländischer Ausweis einem deutschen Personalausweis oder einem deutschen Reisepass entspricht. Nach Angaben der Post muss dafür unter anderem ein Foto von Dir auf dem Dokument sein, sowie eine sogenannte „maschinenlesbare Zone“ – grob gesagt, mehrere Zeilen aus Buchstaben, Zahlen und spitzen Klammern („>“).

Der Mitarbeiter überprüft Deine Identität, scannt den Coupon ein und trägt Deine Daten in ein Formular ein, das Du unterschreiben musst. Die Post schickt die Bestätigung Deiner Identität dann an den Anbieter. Oft kannst Du die Vertragsunterlagen gleich mitsenden. Grundsätzlich ist dieses Verfahren für Verbraucher kostenlos.

Wie funktioniert das Videoident-Verfahren?

Viele Banken versuchen inzwischen, ihren Kunden den Gang zur Post zu ersparen und bieten zusätzlich zum Postident-Verfahren Videoident an. Dafür musst Du online sein und eine Webcam nutzen.

Die Bank schickt Dir einen Link, über den Du einen Video-Chat startest. Ein Mitarbeiter erklärt Dir dann, was Du genau machen musst. Auch für Videoident brauchst Du Deinen Ausweis oder den Reisepass. Denn den musst Du in die Kamera halten.

Videoident gilt als komfortabler als der Weg in die Postfiliale, schließlich bist Du nicht an Öffnungszeiten gebunden. Bei manchen Banken sind die Leitungen 24 Stunden geöffnet, auch am Wochenende. Die Warteschlange kannst Du aber nicht ganz umgehen: Nicht immer steht sofort ein Mitarbeiter bereit, es kann schon ein paar Minuten dauern, bis es losgeht.

Das Videoident-Verfahren gilt als sicher. Allerdings solltest Du auf drei Dinge achten:

  1. Wie bei allen Bankgeschäften solltest Du auch für Videoident Deinen Computer sicher halten: Das Betriebssystem sollte aktuell sein, das gilt auch für die Antiviren-Software und den Browser.
  2. Achte zudem darauf, dass Du beim Videoident-Verfahren wirklich auf die Website der Bank geleitet wirst, über Chat-Programme wie Skype ist die Identifizierung nicht möglich.
  3. Schließlich ist es sinnvoll, dass Du während des Gesprächs in einem ruhigen Raum sitzt, in dem es genug Licht gibt. Nur so kann der Mitarbeiter auf der anderen Seite Deinen Ausweis sehen und Dich gut verstehen.

In der Regel übernimmt ein Drittanbieter das Videoident-Verfahren für Deine Bank. Der sorgt auch dafür, dass das Verfahren genauso rechtskonform ist wie das Postident-Verfahren.

Autor
Josefine Lietzau

Stand: 06. März 2020


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