Sparbuch

Wenig Zinsen für den Klassiker

Eric Brandmayer 29. Februar 2016
Das Wichtigste in Kürze
  • Das Sparbuch ist eine der ältesten Geldanlagen in Deutschland.
  • In der Regel sind die Zinsen darauf aber nicht mehr lukrativ.
  • Ein Tagesgeldkonto ist für die kurzfristige Geldanlage die bessere Wahl.

Als Geschenk von den Großeltern, der Patentante oder zur Kommunion: Für viele Bundesbürger begann das Sparen nicht mit dem ersten Gehalt, sondern schon im Kindesalter mit dem Sparbuch. Seit mehr als 200 Jahren existiert das Sparbuch, es ist damit eine der ältesten Geldanlagen in Deutschland. Die Berliner Sparkasse war 1818 eine der ersten Banken, die Sparanlagen verzinsten. 4,16 Prozent betrugen damals die Zinsen. In den 1830er-Jahren kam der Begriff des Sparbuches das erste Mal auf.

Laut einer Forsa-Studie aus dem Jahr 2015 besitzt jeder zweite Bundesbürger (52 Prozent) ein Sparbuch, Tendenz steigend. Das Sparbuch ist damit Spitzenreiter unter den Geldanlagen, sogar noch knapp vor der Lebens- oder privaten Ren­ten­ver­si­che­rung, die bei 50 Prozent liegen.

Was ist ein Sparbuch?

Das Sparbuch funktioniert wie ein normales Konto, allerdings mit Einschränkungen. Traditionell ist es ein wirkliches Buch, in dem die Bank Ein- und Auszahlungen notiert. Bei neueren Sparbüchern haben die Banken das Buch durch eine Bankkarte ersetzt, mit der Kunden auch Geld abheben können. Alte Sparbücher in Buchform bleiben weiterhin gültig.

Schon kleinste Beträge ansparen

Das Gute am Sparbuch ist, dass Du auch kleinste Geldbeträge auf dem Konto ansparen kannst. Die Mindesteinlagen liegen meist im Cent- oder niedrigem Euro-Bereich. Gerade für Kinder kann ein Sparbuch der erste Schritt zum selbstständigen Umgang mit Geld sein. Allerdings gibt es auch in ganz jungen Jahren Alternativen zum Sparbuch, die außerdem besser verzinst sind.

Niedrige Zinsen und lange Kündigungsfrist

Trotz seiner Historie hat das Sparbuch zwei große Nachteile. In Zeiten von Niedrigzinsen bei Tages- und Festgeldzinsen ist auch das Guthaben auf dem Sparbuch wenig bis gar nicht verzinst. In einer Finanztip-Stichprobe im Februar 2016 lagen die Werte zwischen 0,01 und 0,1 Prozent. Zum Vergleich: Auf einem guten Tagesgeldkonto erhielten Kunden zu dem Zeitpunkt bis zu 1 Prozent – also mindestens zehnmal mehr Zinsen.

Das andere große Problem ist die Kündigungsfrist. Bis zu 2.000 Euro pro Monat kannst Du von Deinem Sparbuch abheben – mehr aber nicht. Möchtest Du mehr Geld abheben, musst Du das Sparbuch kündigen. Die übliche Frist liegt zwischen drei und sechs Monaten. Vorher kommst Du nicht an den vollen Betrag.

Wohin mit dem Geld?

Falls Du auch zu den Millionen Deutschen gehörst, die noch ein Sparbuch besitzen, kannst Du dieses kündigen. Möchtest Du kurzfristig über das Geld verfügen, empfehlen wir ein Tagesgeldkonto. Darauf erhältst Du mehr Zinsen als beim Sparbuch und kannst dennoch das Geld jederzeit wieder abräumen.

Eine andere Alternative ist ein Festgeldkonto. Abhängig von der Laufzeit liegen die Zinsen über den Tagesgeld-Angeboten. Allerdings ist Dein Geld bei diesem Konto über die Laufzeit nicht verfügbar, es liegt fest bei der Bank.

Für langfristige Geldanlagen zwischen 10 und 15 Jahren empfehlen wir, je nach Deiner Risikoneigung, einen Teil des Geldes in Aktien anzulegen. Investier nur das Geld, was Du über die Laufzeit sicher nicht benötigst.

Fazit

Besitzt Du noch ein Sparbuch, solltest Du es kündigen. Bei anderen Geldanlagen gibt es mehr Zinsen. Wie Du am besten anlegst, erfährst Du in unserem Ratgeber Geldanlage.

Mehr dazu im Ratgeber Tagesgeld

  • Empfehlenswert sind Tagesgeldkonten, die gute Zinsen bei einer sicheren Bank bieten.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Nordax Bank über Weltsparen, Cosmosdirekt, Advanzia Bank, Bank 11, Leaseplan Bank, Klarna, NIBC Direct, Sberbank Direct, TF Bank

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Mehr dazu im Ratgeber Festgeld

  • Empfehlenswert sind Festgeld-Angebote, die gute Zinsen bei einer sicheren Bank bieten.
  • Unsere Anbieter-Empfehlung: Klarna, Leaseplan Bank, Resurs Bank über Weltsparen

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