Sparbuch

Wenig Zinsen für den Klassiker

Timo Halbe
Finanztip-Experte für Bank und Börse

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Sparbuch ist eine der ältesten Geldanlagen in Deutschland. Heutzutage bieten die Banken es nicht mehr als Buch sondern als Sparkonto oder Sparcard an.
  • In der Regel sind die Zinsen darauf nicht sehr lukrativ.
  • Ein Tagesgeldkonto ist für die kurzfristige Geldanlage die bessere Wahl.

So gehst Du vor

  • Um an das volle Guthaben auf Deinem Sparbuch zu kommen, musst Du es schriftlich kündigen. Die Bank zahlt dir das Geld dann nach Ablauf der Kündigungsfrist aus.
  • Willst Du kurzfristig mehr als 2.000 Euro im Monat von Deinem Konto auszahlen lassen, musst Du als Entschädigung Vorschusszinsen zahlen. In diesem Ratgeber erklären wir dir, warum diese momentan sehr gering sind.
  • Ein passendes Tagesgeldkonto für das Geld von Deinem Sparbuch findest du mit unserem Tagesgeldrechner.

Zum Tagesgeldrechner

Als Geschenk von den Großeltern, der Patentante oder zur Kommunion: Für viele begann das Sparen nicht mit dem ersten Gehalt, sondern schon im Kindesalter mit dem Sparbuch. Seit mehr als 200 Jahren existiert das Sparbuch, es ist damit eine der ältesten Geldanlagen in Deutschland.

Die Berliner Sparkasse war 1818 eine der ersten Banken, die Sparanlagen verzinsten. 4,16 Prozent betrugen damals die jährlichen Zinsen. In den 1830er-Jahren kam der Begriff des Sparbuches das erste Mal auf. Allein bei den deutschen Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken gibt es 2021 noch mehr als 40 Millionen Sparbücher.

Was ist ein Sparbuch?

Das Sparbuch funktioniert wie ein normales Konto, allerdings mit Einschränkungen. Traditionell ist es ein tatsächlich existierendes Buch, in dem die Bank Ein- und Auszahlungen notiert. Bei neueren Sparbüchern haben die Banken das Buch durch eine Bankkarte ersetzt, mit der Kunden auch Geld abheben können. Diese Angebote heißen dann zum Beispiel Sparkonto oder Sparcard. Die Bedingungen sind dieselben. Alte Sparbücher in Buchform bleiben weiterhin gültig.

Für das Geld auf Deinem Sparbuch erhältst Du Zinsen. Anders als bei einem Girokonto kannst du aber nicht jederzeit auf das volle Guthaben zugreifen. Stattdessen gibt es eine Kündigungsfrist – sie liegt meist zwischen drei und sechs Monaten. In der Regel kannst Du aber bis zu 2.000 Euro pro Monat von Deinem Sparbuch abheben. Benötigst Du kurzfristig einen höheren Betrag musst Du Vorschusszinsen zahlen. Weiter unten erklären wir dir, wie sich diese berechnen und warum sie momentan sehr gering sind.

Lohnt sich ein Sparbuch noch?

Hinter dem Sparbuch steckt ein sinnvoller Gedanke. Du kannst nach und nach Geld ansparen und erhältst dafür Zinsen. Deine Einzahlungen sind dank der Einlagensicherung geschützt, und du kannst kein Geld verlieren. Für Deine langfristige Geldanlage brauchst du einen solchen Sicherheitsbaustein, der anders als etwa Aktien nicht kurzfristigen Schwankungen unterliegt. Das Gute am Sparbuch ist zudem, dass Du auch kleinste Geldbeträge auf dem Konto ansparen kannst. Die Mindesteinlagen liegen meist im Cent- oder niedrigem Euro-Bereich. Gerade für Kinder kann ein Sparbuch daher der erste Schritt zum selbstständigen Umgang mit Geld sein. Sie bekommen als Goodie zum Einstieg manchmal sogar bessere Zinsen als die Großen, beispielsweise beim „Mäusekonto“ der Hamburger Sparkasse: Bis 500 Euro gibt es dort 2 Prozent pro Jahr, für alles darüber aber nur noch 0,01 Prozent.

Doch für den Sicherheitsbaustein Deiner Geldanlage gibt es mittlerweile bessere Alternativen. Denn für das Geld auf einem Sparbuch erhältst Du momentan fast keine Zinsen. 2022 liegt der Zinssatz bei den meisten Banken bei 0,001 Prozent im Jahr. Für 1.000 Euro Guthaben erhältst Du also jährlich nur 1 Cent Rendite. Manche Banken zahlen gar keine Zinsen auf Sparbücher. 

Die bessere Alternative zum Sparbuch ist daher ein Tagesgeldkonto. Hier sind die Zinsen auch gering, aber immer noch ein ganzes Stück höher als auf dem Sparbuch. Bei den besten Angeboten unseres Tagesgeldvergleich gibt es im Juni 2022 0,1 bis 0,2 Prozent pro Jahr. Also bis zu 200mal mehr als auf dem Sparbuch.

Ein weiterer Vorteil des Tagesgeldes: Du kannst auch kurzfristig auf dein Guthaben zugreifen und höhere Beträge abheben. Denn anders als beim Sparbuch gibt es keine Kündigungsfrist. Auch für Kinder gibt es mittlerweile gute Alternativen zum Sparbuch, die langfristig eine bessere Rendite haben. Mehr dazu erfährst Du in unserem Ratgeber zur Geldanlage für Kinder
 

Wie kannst Du Dein Sparbuch kündigen?

Willst Du Dein Sparbuch kündigen, musst Du das schriftlich tun. Entweder gehst Du dazu einfach in die Bankfiliale und füllst dort ein entsprechendes Formular aus. Oder du sendest die Kündigung schriftlich zu. Denk daran, ein Konto anzugeben, auf das Dein Sparguthaben nach Ablauf der Kündigungsfrist überwiesen werden soll.

Was viele Banken verschweigen: Du musst nicht unbedingt die Kündigungsfrist abwarten, um an Dein Geld zu kommen. Stattdessen kannst Du Dir von Deinem Sparbuch auch kurzfristig mehr als 2.000 Euro auszahlen lassen. Dann sind allerdings sogenannte Vorschusszinsen fällig. Das ist quasi eine Entschädigung für die Bank, weil sie dir das Geld schneller als vereinbart zur Verfügung stellt. Die Höhe der Vorschusszinsen hängt vom Zinssatz des Sparbuches ab. In Zeiten niedriger Zinsen fallen die Vorschusszinsen daher sehr gering aus.

In der Regel betragen sie ein Viertel des Zinssatzes. Bei einem Zins von 0,001 Prozent sind das also 0,00025 Prozent pro Jahr. Wenn Du Dir zum Beispiel 20.000 Euro auszahlen lassen willst und die Kündigungsfrist drei Monate beträgt, musst Du nur 1,13 Euro Vorschusszinsen zahlen.

Benötigst Du von Deinem Sparbuch kurzfristig einen höheren Betrag – etwa weil das Auto plötzlich in die Werkstatt muss oder Dein Computer kaputt ist – kannst Du diese Möglichkeit nutzen. Sprich Deine Bank darauf an und frage vorab nach der genauen Höhe der Vorschusszinsen. 
 

Wohin mit dem Geld, das auf Deinem Sparbuch liegt?

Die einfachste Alternative für das Geld von Deinem Sparbuch ist ein Tagesgeldkonto. Hier erhältst Du etwas mehr Zinsen und kannst flexibel über dein Guthaben verfügen. Von uns emp­foh­lene Angebote findest Du mit unserem Tagesgeldrechner. 

Eine weitere Möglichkeit ist ein Festgeldkonto. Abhängig von der Laufzeit liegen die Zinsen über den Tagesgeld-Angeboten. Allerdings ist Dein Geld bei diesem Konto über die Laufzeit nicht verfügbar, es liegt fest bei der Bank. Hier bieten sich kürzere Laufzeiten an (ab 6 Monaten), oder ein Mix aus verschiedenen Laufzeiten für jeweils einen Teil des Geldes.

Für langfristige Geldanlagen zwischen 10 und 15 Jahren empfehlen wir, je nach Risikoneigung, einen Teil des Geldes in Aktien anzulegen. Investier nur das Geld, was Du über die Laufzeit sicher nicht benötigst.
 

Was, wenn Du Dein Sparbuch verloren hast?

Melde Dich so schnell wie möglich bei der Sparkasse oder der Bank, bei der das Sparbuch eingerichtet ist. Die Bank kann dann das Sparbuch sperren und für Ersatz sorgen. Das kann je nach Bank eine Gebühr kosten. Ansonsten besteht das Risiko, dass jemand anderes mit Deinem Sparbuch Geld abhebt. Zwar verlangen manche Banken, dass man sich beim Geldabheben ausweist. Vorgeschrieben ist das aber nicht – der Inhaber, der das Sparbuch vorlegen kann, bekommt in der Regel auch das Geld ausgezahlt.

Mehr dazu im Ratgeber Festgeld

Zum Ratgeber

Autoren
Timo Halbe
Eric Brandmayer

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip gehört zu 100 Prozent der gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Emp­feh­lungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion emp­foh­len wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Emp­feh­lungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.