Tipps & Tricks
5 Dinge, die Du am Finanztip-Prinzip falsch verstehen kannst
Das Finanztip-Prinzip ist simpel – aber es gibt ein paar Stolperfallen. Wir zeigen Dir wie Du sie vermeidest, damit Du das Beste aus der Methode herausholst.

Tipps & Tricks
Das Finanztip-Prinzip ist simpel – aber es gibt ein paar Stolperfallen. Wir zeigen Dir wie Du sie vermeidest, damit Du das Beste aus der Methode herausholst.


Bevor wir starten, eine kurze Erinnerung: Mit dem Finanztip-Prinzip strukturierst Du Dein Geld über vier klar getrennte „Töpfe“ und die 50-30-20-Regel:
Dein Girokonto ist für alle Alltagsausgaben da, die Kreditkarte für Reisen und Zahlungen, bei denen Du eine echte Kreditkarte brauchst (z. B. Mietwagenbuchungen). Auf dem Tagesgeldkonto liegt Dein Notgroschen – idealerweise drei bis sechs Nettomonatseinkommen. Und im ETF-Depot baust Du langfristig Vermögen auf.
Dein Einkommen teilst Du Dir dann mithilfe der 50-30-20-Regel ein: 50 % für Lebenshaltung, 30 % für Freizeit und 20 % fürs Sparen. Die 20 % verteilst Du auf Tagesgeldkonto und Depot.
Mit diesem überschaubaren Prinzip kannst Du Deine Finanzen Dein ganzes Leben lang gut managen – und diese Denkfehler dazu vermeiden:
Die 50-30-20-Verteilung sind Richtwerte – kein Gesetz. Denn wie hoch Deine Sparrate sein sollte, hängt stark davon ab, wann Du mit der Altersvorsorge startest. Je früher Du anfängst, desto mehr bringt Dir der Zinseszinseffekt. Dann kann Deine Rate niedriger sein.
Unsere Empfehlung: Startest Du Anfang 30, sind 20 % sinnvoll. Unter 30 reichen meistens 15 %. Und wenn selbst das nicht drin ist: Fang mit 5 bis 10 % an. Wichtiger als die perfekte Zahl ist der Start.
Das stimmt – Du kannst Deine ETF-Anteile zu den Börsen-Öffnungszeiten verkaufen und Dir das Geld innerhalb von einem Tag auf Dein Girokonto überweisen. Aber geh deswegen nicht davon aus, dass verkaufen eine gute Idee ist.
Denn weltweite Aktien-ETFs haben während heftiger Börsencrashs schon mal 30 bis 50 % ihres Werts verloren, sich aber immer wieder erholt. Hättest Du während eines Crashs verkauft, wären die Verluste groß gewesen.
Darum gilt: Investieren lohnt sich nur, wenn Du mindestens 15 Jahre auf das Geld verzichten kannst. Für alles Kurzfristige ist der Notgroschen auf dem Tagesgeldkonto da. Die besten Aktionszinsen bekommst Du aktuell bei Raisin Startzins (3 % p. a. für 3 Monate), TF Bank (2,8 % p. a. für 4 Monate) und Volkswagen Bank (2,9 % p. a. für 6 Monate).
Das Finanztip-Prinzip nimmt Dir viel Arbeit ab – ersetzt aber keinen jährlichen Finanzcheck.
Dazu gehört eine kleine Vermögensbilanz: Ende des Jahres vergleichst Du in einer Tabelle einfach Dein Vermögen und Deine Schulden und berechnest die Differenz.
So siehst Du, wie sich Deine finanzielle Lage entwickelt.
Ist Dein Aktien-ETF stark gewachsen und Du fühlst Dich unwohl mit so viel Vermögen? Oder warst Du anfangs sehr vorsichtig, aber inzwischen traust Du Dich mehr ETF-Anteile in Deinem Portfolio aufzubauen? Beim Rebalancing kannst Du Dein Vermögen umschichten – wie das geht, liest Du in unserem Ratgeber zum Rebelancing.
Versicherungen, die Dir mal als Altersvorsorge verkauft worden sind, hängen Dir leider oft wie ein Klotz am Bein. Das „Bereinigen“ ist häufig mühsam. Wir wollen aber auf keinen Fall, dass Dich das daran hindert, Dich mit dem Finanztip-Prinzip neu aufzustellen.
Besser: Setz zuerst das Finanztip-Prinzip um, richte Dein Tagesgeld- und ETF-Sparen ein und kümmer Dich danach um alte Policen und teure Verträge.
Wenn Du damit durch bist, kannst Du Deine Sparrate für Tagesgeldkonto und ETF erhöhen – und so schneller Deine Zielsparrate erreichen.
Die vier Töpfe sind der Kern – und reichen völlig aus. Trotzdem kann eine feinere Unterteilung für Dich hilfreich sein.
Zum Beispiel ein zusätzliches Sparkonto, auf dem Du für Urlaub oder ein Auto sparst, ohne den Notgroschen anzutasten. Zu viel Geld für Restaurant und Kino ausgegeben? Dann macht vielleicht ein Spaßkonto Sinn, auf das Du Dir monatlich eine feste Summe überweist, die Du ausgeben darfst. Dafür empfehlen wir Dir das Consorsbank Girokonto, Norisbank Top-Girokonto, DKB (Aktivstatus) und das Santander Bestgiro.
Auch ein Festgeldkonto für große Ziele kann hilfreich sein, wenn Du mehrere Jahre auf das Geld verzichten kannst und höhere Zinsen möchtest. Für eine Laufzeit von zwölf Monaten empfehlen wir Dir HoistSpar mit 2,6 % p. a. Für 24 Monate z. B. Collector Bank über Raisin (2,62 % p. a.) und für 36 Monate akf Bank (2,65 % p. a.). Mehr Empfehlungen findest Du in unserem Festgeldvergleich.
Am Ende gilt: Wenn Dich zusätzliche Unterkonten motivieren und nicht überfordern, spricht nichts dagegen. Wenn nicht – bleib einfach bei den vier Töpfen.
Wichtig sind wie gesagt: Girokonto, Tagesgeldkonto, Kreditkarte und ETF-Sparplan. Wir testen für Dich regelmäßig, welche genauen Produkte die besten auf dem Markt sind. Eine Auswahl findest Du unter diesem Text.
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