Tipps & Tricks
Auf fallende Kurse setzen? Was Short-ETFs können – und warum sie so riskant sind
Du denkst, die Ölpreise werden sinken? Oder die KI-Blase platzen? Darauf kannst Du auch mit ETFs wetten. Wie das geht und warum das hoch riskant ist.

Tipps & Tricks
Du denkst, die Ölpreise werden sinken? Oder die KI-Blase platzen? Darauf kannst Du auch mit ETFs wetten. Wie das geht und warum das hoch riskant ist.


ETFs kennst Du als Möglichkeit, langfristig Vermögen aufzubauen. Und mit einem weltweiten Aktien-ETF setzt Du darauf, dass die Märkte langfristig steigen. Doch was, wenn Du glaubst, dass sich ein Markt genau in die andere Richtung entwickelt? Vielleicht erwartest Du, dass der Ölpreis, DAX oder auch der amerikanische Aktienmarkt bald fällt.
Dann könntest Du darauf mit Short-ETFs setzen. Sie “shorten” bestimmte Anlagen, Rohstoffe oder Indizes und werden dann wertvoller, wenn das geshortete Investment günstiger wird. Das funktioniert so:
Ein normaler ETF kauft die Aktien eines Index. Ein Short-ETF kann das nicht einfach umgekehrt machen. Stattdessen nutzt er Finanzinstrumente wie Futures oder Swaps:
Short-ETFs nutzen die Methoden, um die gegenteilige Entwicklung eines Index oder Rohstoffs abzubilden. Fällt der zugrunde liegende Markt, gewinnt der Short-ETF an Wert. Steigt der Markt, verliert der ETF. Bei gehebelten Short-ETFs fallen die Gewinne und Verluste sogar noch deutlich stärker aus, sodass selbst kleine Marktbewegungen zu hohen Verlusten führen können.
Schauen wir uns einmal drei große Short-ETFs an, die Du in Deutschland kaufen könntest:
Quelle: JustETF, Stand: 10. Juni 2026
Diese inverse Entwicklung gilt immer nur für einen einzelnen Handelstag. Short-ETFs werden täglich neu angepasst, damit sie die umgekehrte Tagesentwicklung des jeweiligen Marktes nachbilden können. Deshalb eignen sie sich grundsätzlich nicht für eine langfristige Geldanlage.
Durch die tägliche Neugewichtung kann es sogar passieren, dass Du mit einem Short-ETF Geld verlierst, obwohl der Markt über einen längeren Zeitraum insgesamt gefallen ist. Entscheidend ist nicht nur, wo der Markt am Ende steht, sondern auch, welchen Weg er dorthin genommen hat. Starke Schwankungen können die Wertentwicklung eines Short-ETFs deutlich verschlechtern.
Dadurch sind Short-ETFs deutlich komplizierter und riskanter als klassische ETFs.
Short-ETFs sind vor allem ein Werkzeug für Profis, um kurzfristig riskant zu spekulieren. Für Dich eignen sie sich nicht: Sie schwanken stark und können schnell hohe Verluste verursachen. Es kommt stark auf den richtigen Ein- und Ausstiegszeitpunkt an. Selbst wenn Du mit Deiner Markteinschätzung richtig liegst und die Kurse sinken, kannst Du mit Short-ETFs Verluste machen. Nicht nur der Endstand des Marktes zählt, sondern auch die Bewegungen zwischendrin.
Langfristig sind die Aktienmärkte bisher trotz Krisen, Kriegen und Wirtschaftseinbrüchen immer wieder gewachsen. Darauf kannst Du mit einem breit gestreuten ETF setzen, statt auf kurzfristige Kursbewegungen zu spekulieren.
Wenn Du langfristig Vermögen aufbauen möchtest, empfehlen wir Dir deshalb einen weltweit gestreuten Aktien-ETF. Geeignet sind zum Beispiel der SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66) oder der Invesco FTSE All-World (IE000716YHJ7).
Falls Du neben Deinem ETF-Depot mit einem kleinen Teil Deines Geldes etwas ausprobieren möchtest, kannst Du Dir überlegen, z. B. in Bitcoin oder Gold zu investieren.
Achtung: Verwende dafür aber höchstens einen kleinen Anteil Deines Vermögens – insgesamt maximal 10 % – und nur Geld, auf das Du notfalls verzichten kannst.
Für den Bitcoinkauf empfehlen wir Dir die Anbieter Bitvavo, Finst und Bison. Wenn Du in Gold investieren möchtest, empfehlen wir Dir die Portale gold.de und goldpreisvergleich.de.
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