Das Wichtigste in Kürze
- Sobald Du in einem ausländischen Handynetz surfst, telefonierst oder SMS schreibst, nutzt Du „Roaming“ – englisch für „umherwandern“.
- Reist Du im Urlaub durch die Europäische Union, zahlst Du keine Zusatzkosten. Nur wenn Du mehr als vier Monate im Ausland bleibst, kann es zu Mehrausgaben kommen.
- Bei Reisen außerhalb der EU solltest Du Dein Handy vorher in den Flugzeugmodus schalten und eine Rufumleitung aktivieren.
- Außerhalb der EU lohnt sich eine Reise-E-Sim, eine lokale Prepaid-Karte oder eine Auslandsoption Deines deutschen Anbieters, um online zu bleiben.
Was kostet Roaming innerhalb der EU?
In der Europäischen Union musst Du auf Reisen grundsätzlich keine Zusatzkosten zahlen – Du kannst Dein Handy nutzen, als wärst Du in Deutschland. Mit der EU-Verordnung „roam like at home“ sind die Zusatzkosten im Juni 2017 weggefallen (EU-Verordnung 2022/612). Die Regelung gilt neben dem gesamten EU-Ausland auch für Liechtenstein, Island, Norwegen, Moldau (häufig auch Moldawien genannt) und die Ukraine. Die letzten beiden Länder sind 2026 neu dazugekommen.
Du kannst innerhalb der EU und ein paar anderen Ländern mit einer Allnet-Flat also auch im Urlaub sorgenfrei telefonieren, SMS schreiben und im Internet surfen. Bei sehr großen Datenmengen kann Dein Mobilfunkanbieter früher das Internet drosseln, bevor Du Dein heimisches Datenvolumen vollständig aufgebraucht hast.
Das gilt auch für Unlimited-Tarife, mit denen Du in Deutschland unbegrenzt viel surfen kannst. Alle Details zum Datenroaming im Urlaub haben wir in einem eigenen Ratgeber zusammengefasst.
Wie teuer ist Roaming in Großbritannien?
Auch bei Reisen in das aus der EU ausgetretene Großbritannien musst Du in vielen Handyverträgen vorerst keine Zusatzkosten erwarten. Alle vier Netzbetreiber Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 haben bestätigt, dass sie auch im Jahr 2026 keine Roaming-Gebühren für Großbritannien erheben. Das kann sich jedoch jedes Jahr ändern.
Wenn Du einen Vertrag bei einem Mobilfunkdiscounter hast, können die Regelungen von denen der Netzbetreiber abweichen. Informiere Dich vor Deiner Abreise nach Großbritannien bei Deinem Anbieter, welche Regelungen für das Land gelten. Beachte auch die SMS, die Dir Dein Anbieter für gewöhnlich bei Ankunft in Deinem Reiseland schickt. Spätestens mit dieser Nachricht erfährst Du von allen anfallenden Kosten.
Warum musst Du in der Nähe von EU-Außengrenzen und auf Schiffen aufpassen?
Besonders vorsichtig solltest Du in Regionen sein, die an der Außengrenze der zum EU-Roaming gehörenden Länder liegen sowie auf Schiffen. Wählt sich das Handy in das falsche Mobilfunknetz ein, gelten die teuren Roaming-Gebühren des Nachbarlandes außerhalb der EU.
Du solltest zum Beispiel in der Grenzregion zur Schweiz besonders darauf achten, in welches Netz sich Dein Handy einbucht. Denn die Schweiz ist nicht Bestandteil des EU-Roamings. Nur vereinzelt schließen Mobilfunkanbieter das Land freiwillig ins kostenlose Roaming ein.
Achtung: Auf Schiffen bleibt Roaming teuer. Auf Kreuzfahrtschiffen und einigen Fähren funktioniert das Roaming oft über eine Satellitenverbindung. Diese Technik fällt in der Regel nicht unter „roam like at home“, selbst, wenn Du an der europäischen Küste unterwegs bist.
Telefonierst Du im Urlaub günstiger als zuhause?
Der Clou an der EU-Verordnung nach dem Prinzip „roam like at home“ ist, dass Du beim Roaming in der EU in jedes andere teilnehmende Land telefonierst, als würdest Du das Gespräch innerhalb Deutschlands führen.
Dabei macht es keinen Unterschied, ob Du in Frankreich eine französische Nummer wählst oder nach Spanien oder Deutschland telefonierst: Die gesamte EU-Roaming-Zone wird als einheitlicher Tarif behandelt.
Dadurch ist es meist günstiger, im EU-Ausland in einem anderen EU-Land anzurufen als von Deutschland aus.
Völlig überzogene Kosten erwarten Dich aber auch bei einem Anruf von Deutschland ins EU-Roaming-Ausland nicht. Dank einer weiteren EU-Regelung darf ein Telefonat höchstens 23 Cent pro Minute kosten (Art. 5a EU-Verordnung 2015/2120).
Tipp: In Grenzregionen kann es sich lohnen, für Auslandsgespräche ins Roaming-Netz des Nachbarlandes zu wechseln. Dafür solltest Du die automatische Netzsuche ausschalten und das ausländische Netz manuell auswählen – Ausnahme: Schweiz. Die ist nämlich nicht Teil des EU-Roamings.
Ist das kostenlose Roaming zeitlich begrenzt?
Das kostenlose Roaming ist zeitlich begrenzt. Bleibst Du über einen Zeitraum von vier Monaten überwiegend im Ausland und nutzt dort mehr Datenvolumen als zuhause, endet das kostenlose Roaming.
Ehe Dein Anbieter einen Aufpreis verlangen darf, muss er Dich schriftlich darüber informieren und Dir 14 Tage Zeit geben, wieder nach Deutschland zurückzukommen. Bist Du danach viele Monate zuhause und fährst dann wieder weg, beginnen die vier Monate von vorn. Es geht also immer um einen gleitenden viermonatigen Zeitraum, der ständig geprüft wird.
Diese sogenannte Fair-Use-Regel soll verhindern, dass Du einen günstigen Handytarif dauerhaft in einem anderen EU-Land nutzt. Auf normalen Urlaubs- und Geschäftsreisen kannst Du Deinen Tarif weiterhin zu den gleichen Konditionen wie in Deutschland nutzen. Dauerhaftes Roaming ist dagegen nicht vorgesehen. Die Regelung ist ein Zugeständnis der EU an die Mobilfunkanbieter. Sie soll verhindern, dass ihnen durch die dauerhafte Nutzung günstiger Tarife im EU-Ausland zusätzliche Kosten entstehen.
Welche Aufpreise gelten nach vier Monaten im EU-Ausland?
| Anruf pro Minute | pro SMS | pro GB | |
|---|---|---|---|
| ab Januar 2026 | 0,02 € | 0,004 € | 1,31 € |
| ab Januar 2027 | 0,02 € | 0,004 € | 1,19 € |
Preise sind gerundet und inklusive 19 Prozent Mehrwertsteuer
Quelle: Art. 8 bis 11 EU-Verordnung 2022/612 (Stand: 2. Januar 2026)
Der Aufpreis ist besonders für Telefonie und SMS so gering, dass Du Dir keine großen Sorgen um überzogene Kosten machen musst. Gehen wir davon aus, dass Du im Ausland 60 Minuten in einem Monat telefonierst. Dann zahlst Du zusätzlich zu Deiner üblichen Mobilfunkrechnung in dem Monat 1,20 Euro.
Beim Datenvolumen solltest Du dagegen möglichst sparsam sein. Wenn Du im Ausland zum Beispiel acht Gigabyte (GB) versurfst, zahlst Du rund 10,50 Euro drauf. Zur Einordnung: Acht GB sind laut einer Statistik der Bundesnetzagentur die durchschnittliche Menge von mobilen Daten, die man in Deutschland monatlich nutzt.
Aktivitäten wie Videoteleofonie, Streaming-Dienste oder Navigieren, insbesondere in der Satellitenansicht, ziehen dabei besonders viel Daten. Hier solltest Du also vorsichtig sein.
Ab 2027 reduziert sich der Preis pro GB von 1,31 Euro auf 1,19 Euro. Dann zahlst Du für acht GB statt circa 10,50 Euro ungefähr 9,50 Euro, viel günstiger wird es also nicht.
Wenn Du länger im Roaming-Ausland unterwegs bist, holst Du Dir besser einen lokalen Handytarif.
Wie ist die Lage für Grenzgänger?
Grenzgänger, die in einem EU-Nachbarland arbeiten, können sich frei für einen Anbieter in einem der beiden Länder entscheiden. Solange Du Dich mindestens einmal pro Tag im Heimatland Deines Mobilfunktarifs einwählst, zählt das als kompletter Aufenthaltstag. Die Vier-Monate-Regel kommt nicht zur Geltung.
Wie teuer ist Roaming außerhalb der EU?
In Nicht-EU-Staaten unterliegen Urlauber und Urlauberinnen der freien Preisgestaltung ihres Mobilfunkanbieters. Die Unternehmen verlangen meist extrem hohe Preise.
Dank der EU-Roaming-Regulierung darf Dir Dein deutscher Anbieter aber nicht unerwartet Tausende Euro in Rechnung stellen, sondern wird Deine Mobilfunkverbindung kappen, sobald Du knapp 60 Euro im Ausland versurfst.
Diese Regelung soll Dich vor weiteren Kosten schützen (Art. 14 Abs. 4 EU-Verordnung 2022/612) und kann nur umgangen werden, wenn Du aktiv zustimmst. Die nächste Sperre der Verbindung erfolgt dann bei 119 Euro. Aber Vorsicht: Nach diesem Betrag folgt keine weitere mehr.
Diese Deckelung gilt nur für die Internetnutzung, nicht aber für Anrufe und SMS. Außerdem rechnen nicht alle ausländischen Mobilfunkanbieter in Echtzeit ab.
Das bedeutet, dass Dein deutscher Mobilfunkanbieter vielleicht zu spät mitbekommt, dass Du bereits mehr als rund 60 Euro ausgegeben hast. Dein Anbieter muss Dich warnen, wenn eine Echtzeit-Abrechnung nicht möglich ist. Nur wenn er das tut, darf er Dir einen höheren Betrag in Rechnung stellen.
Wie kannst Du hohe Roaming-Gebühren vermeiden?
Um die Kosten zu vermeiden, solltest Du grundsätzlich ohne speziellen Datentarif fürs Ausland nur in verfügbaren W-Lans online gehen. Die meisten Hotels bieten W-Lan, das Du kostenlos oder gegen eine relativ geringe Gebühr nutzen kannst. Darüber kannst Du auch mit Messengern wie Whatsapp oder Signal telefonieren und Nachrichten verschicken, anstatt SMS zu schreiben.
Um zu verhindern, dass Du versehentlich online gehst, schalte das Daten-Roaming im Smartphone aus. Suche dazu in den Einstellungen Deines Handys nach dem Begriff „Roaming.“ Die meisten Smartphones haben alternativ auch einen Flugmodus, durch den alle Mobilfunkverbindungen gekappt werden. Denn selbst wenn Du Dein Handy außerhalb des W-Lan-Netzes nicht aktiv nutzt, verbindet es sich mit dem Internet und lädt auch unterwegs die eine oder andere Nachricht herunter.
Nimm auch ankommende Gespräche nicht an und deaktiviere Deine Mailbox, denn ohne Rufumleitung kann auch eine Nachricht auf der Mailbox Kosten verursachen.
Wie telefonierst Du am günstigsten außerhalb der EU?
Außerhalb der EU nutzt Du am besten soweit möglich Messenger wie Whatsapp, Telegram und Signal. Du kannst alle Kontakte anrufen, die ihrerseits ebenfalls diese Dienste nutzt. Die Telefonate sind kostenlos, aber achte darauf, dass Du kein teures Roaming-Internet benutzt, wenn Du über diese Dienste telefonierst.
Es gibt zudem Anbieter, die Anrufe übers Deine Internetverbindung herstellen, zum Beispiel Viber oder Sipgate Satellite. Mit diesen Anbietern kannst Du oft wesentlich günstiger als über Deine normale Mobilfunkverbindung Telefonnummern im Ausland anrufen.
Wie kannst Du beim Roaming zu viel gezahltes Geld zurückfordern?
Wenn Dir Dein Anbieter unrechtmäßig zu viel Geld fürs Roaming in Rechnung gestellt hat, kannst Du Dich bei der Schlichtungsstelle der Bundesnetzagentur beschweren und das Geld zurückfordern.
Versuch jedoch vorher, den Sachverhalt zunächst direkt mit dem Support Deines Anbieters zu klären. Das Schlichtungsverfahren kann mehr als ein halbes Jahr dauern.
Du kannst nicht jede Roaming-Rechnung anfechten. Hast Du beispielsweise vergessen, das Datenroaming auf Deinem Smartphone auszuschalten, darf Dein Anbieter die entstandenen Kosten grundsätzlich berechnen.
Aus den folgenden Gründen kannst Du Roaming-Gebühren anfechten:
- Dein Anbieter hat Dir entgegen den Regulierungen des „roam like at home“ mehr Kosten als berechtigt in Rechnung gestellt. Das gilt, wenn Du im EU-Ausland unterwegs bist oder in den weiteren von der EU-Regulierung eingeschlossenen Gebieten.
- Dein Anbieter hat Dir keine Informations-SMS beim Grenzübertritt geschickt und Dir danach trotzdem Roaming-Gebühren in Rechnung gestellt.
- Dein Anbieter hat Dir ohne Rückfrage und ohne Warnung höhere Beträge als 59,50 Euro fürs Roaming in Rechnung gestellt.
Denk aber dran: Wenn Dein Anbieter die Datenverbindungen nicht in Echtzeit abrechnen kann, kann es zu höheren Kosten kommen. Er muss Dich aber vorher per SMS warnen. Wenn er Dich nicht warnt, dann kannst Du die über 59,50 Euro hinausgehenden Beträge ebenfalls zurückfordern.
Wie surfst Du auch im Urlaub außerhalb der EU günstig?
Um außerhalb der EU günstig zu surfen, bestellst Du Dir vor Aufbruch in Deutschland eine Reise-E-Sim. Das ist eine digitale Sim-Karte, die Du auf Dein Handy laden kannst. Sie gibt Dir in Deinem Reiseziel eine Internetverbindung.
Eine Telefonnummer ist dabei aber meist nicht inklusive, Du kannst also nicht im Reiseland telefonieren.
Für gewöhnlich zahlst Du für einen solchen E-Sim-Tarif nur einmalig im Voraus. Der Vertrag verlängert sich nicht.
Welche Anbieter gibt es für Reise-E-Sims?
Es gibt viele Anbieter für Reise-E-Sims, darunter zum Beispiel Airalo, Redtea Go oder Saily. Bei den genannten Beispielen kannst Du den Tarif vor Anreise buchen und die E-Sim über eine App auf Dein Handy installieren.
Die Vertragslaufzeit beginnt dann erst, sobald Dein Handy sich am ersten Reisetag in das Netz vor Ort eingebucht hat.
Dein Handy muss allerdings mit einer E-Sim-Funktion ausgestattet sein, damit das funktioniert. Mittlerweile können die meisten Handys das. Mehr dazu in unserem E-Sim-Ratgeber.
Kannst Du Dir auch vor Ort eine Prepaid-Karte besorgen?
Du kannst alternativ auch auf einen Tarif eines Mobilfunkanbieters vor Ort ausweichen. Dazu kannst Du im Urlaubsland in einen Handyshop oder Supermarkt gehen und eine Prepaid-Sim-Karte kaufen.
Die Karte ist sofort einsetzbar. Um den besten Deal zu kriegen, solltest Du allerdings vor Anreise recherchieren. Und vor Ort musst Du Zeit und Energie investieren, um ein entsprechendes Geschäft zu finden.
Kannst Du auch mit Deinem deutschen Anbieter günstig surfen?
Wenn Du es sehr komfortabel haben willst, dann informiere Dich bei Deinem Mobilfunkanbieter, ob er spezielle Auslandsoptionen anbietet.
Telekom, Vodafone, O2 und 1&1 bieten zum Beispiel Pakete an, mit denen Du zu einem Pauschalpreis surfen kannst. Einige Mobilfunkdiscounter haben ebenfalls solche Optionen.
Für gewöhnlich sind diese Pakete aber teuer als die Sim-Karte vor Ort oder eine Reise-E-Sim.
Was ist Roaming überhaupt?
Roaming ist immer dann aktiviert, wenn Dein Handy mit einem ausländischen Mobilfunknetz verbunden ist – egal, ob Du angerufen wirst, eine SMS schreibst oder im Internet surfst. Außerhalb der Europäischen Union verlangen Mobilfunkanbieter dafür fast immer viel Geld. Das gilt nicht nur, falls Du simst oder jemanden anrufst, sondern auch, wenn Du angerufen wirst oder eine SMS empfängst.
Funktionieren alle Handytarife auch im Ausland?
Grundsätzlich kannst Du im Fall des Falles fast jeden Tarif auch im Ausland nutzen, solange der Anbieter das nicht eindeutig einschränkt
Allerdings sind einige Anbieter dazu übergegangen, Tarife anzubieten, die nur in der Europäischen Union funktionieren.
Mit diesen Tarifen kannst Du Dir sicher sein, dass Dir auf Reisen keine zusätzlichen Kosten entstehen. Du kannst Dein Handy dann außerhalb der EU-Roaming-Zone allerdings nur im W-Lan nutzen und unterwegs maximal den lokalen Notruf anrufen.
Damit Du im Urlaub im Notfall auch mit Angehörigen kommunizieren kannst, egal wohin Du reist, schließt unser Handy-Tarifrechner National-Tarife von vornherein aus – also solche, die nur in Deutschland funktionieren.
Es kann jedoch auch vorkommen, dass Dein Mobilfunkanbieter keine Roaming-Kooperation für Dein Reiseland hat. Auch dann kannst Du nicht online gehen oder telefonieren. Zum Glück ist das nur noch bei sehr wenigen Ländern der Fall. Hast Du ein exotisches Reiseziel, kannst Du bei Deinem Mobilfunkanbieter erfahren, ob Du mit Deinem Tarif im gewünschten Land roamen kannst.
Einige Mobilfunkanbieter sperren ihre Handytarife in den ersten Wochen nach Vertragsabschluss für das Ausland. 1&1-Drillisch-Marken zum Beispiel erlauben für acht Wochen keine Auslandsnutzung, um Betrugsfällen vorzubeugen. Mit einem kurzen Anruf beim Anbieter oder einer Nachricht im Kundenbereich kannst Du Deinen Handytarif meist auch vor Ablauf der Frist für das Ausland freischalten lassen.





