Rufumleitung

Vorsicht vor hohen Kosten im Ausland

Max Mergenbaum Stand: 28. November 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Mithilfe der Rufumleitung können Sie Anrufe weiterleiten, während Sie selbst telefonieren, wenn Sie den Anruf nicht entgegennehmen möchten oder Ihr Handy gerade ausgeschaltet ist.
  • Bei der absoluten Rufumleitung werden grundsätzlich alle Anrufe auf eine andere Nummer umgeleitet. Neben dem Flugmodus schützt diese Variante im Ausland vor unnötigen Kosten.
  • Bei der bedingten Rufumleitung werden Anrufe nur weitergeleitet, wenn Sie nicht rangehen möchten, die Leitung besetzt ist oder Sie in einem Funkloch sind.
  • Eine Rufumleitung einzurichten, kostet Sie nichts. Ob durch die weitergeleiteten Anrufe Kosten entstehen, hängt von Ihren Vertragskonditionen ab.
So gehen Sie vor
  • Wenn Sie Minutenpakete und Flatrates nutzen, sollten Sie sicher gehen, dass diese auch die Kosten für Rufumleitungen übernehmen. Auch eine Allnet-Flat schützt Sie nicht unbedingt vor versteckten Kosten. Schauen Sie vorher in Ihre Vertragsbedingungen.
  • Wenn Sie ins Ausland reisen, sollten Sie auf Ihrem Handy eine absolute Rufumleitung einrichten, damit alle Anrufe grundsätzlich auf Ihre Mailbox gehen.
  • Falls Ihr Mobiltelefon nicht ins Netz eingebucht ist, werden die Kosten anhand des letzten Aufenthaltsortes berechnet, an dem Ihr Gerät eingeloggt war. Schalten Sie Ihr Handy daher vor Reiseantritt am besten in den Flugmodus.
  • Alternativ können Sie die standardmäßig eingestellte, bedingte Rufumleitung ausschalten. Dann zahlen Sie nur für die Anrufe, die Sie direkt entgegennehmen.
  • Ansonsten müssten Sie doppelt zahlen: Denn der Anrufer zahlt lediglich die Kosten bis zur Grenze, die Verbindungskosten im Ausland hat der Angerufene zu zahlen. Hinzu kommen die Kosten für die Weiterleitung auf die Mailboxnummer.

Sie sitzen im Büro, es ist Zeit für die Mittagspause, Sie erwarten einen wichtigen Anruf. Der Magen knurrt. Am besten wäre es, wenn Sie jetzt auch in der Kantine erreichbar wären. Eine Woche später: Ihr Urlaub steht an, und einer Ihrer Kollegen soll in dieser Zeit Ihre Anrufe entgegennehmen.

In diesen Fällen ist eine Rufumleitung sinnvoll. Diese lässt sich für Ihr Festnetz- oder Mobiltelefon einfach und schnell einrichten. Aber Vorsicht: Leiten Sie einen Anruf weiter, können Ihnen unter Umständen Kosten entstehen – vor allem wenn Sie sich mit Ihrem Handy zum Zeitpunkt der Rufumleitung im Ausland befinden.

Wie funktioniert eine Rufumleitung?

Bei der Rufumleitung stehen prinzipiell zwei Möglichkeiten zur Verfügung: Bei der absoluten Rufumleitung werden alle Anrufe sofort auf eine andere Nummer umgeleitet. So können Sie zum Beispiel Anrufe am Arbeitsplatz auf den Apparat eines Kollegen oder auf Ihr Handy umleiten, wenn Sie in die Mittagspause oder eine Besprechung gehen. Oder Sie sorgen im Urlaub dafür, dass bei allen eingehenden Anrufen auf Ihr Mobiltelefon die Mailbox anspringt. 

Bei der bedingten Rufumleitung leitet das Telefon den Anruf nur in bestimmten, vorher definierten Fällen weiter. Zum Beispiel, wenn Sie das Gespräch nicht entgegennehmen (Nichtannahme). Das Handy leitet dann den Anruf nach einer gewissen Zeitspanne klassischerweise auf die Mailbox um, beim Festnetz meldet sich der Anrufbeantworter.

Eine weitere Variante ist die Weiterleitung, wenn das Telefon besetzt ist. Falls Sie gerade telefonieren und den Anruf nicht entgegennehmen können, wird dieser auf eine andere Nummer oder die Mailbox weitergeleitet (Besetztfall). Eine bedingte Anrufumleitung lässt sich auch für den Fall einrichten, dass ein Anruf aufgrund schlechten Empfangs nicht zustande kommt, das Handy sich im Flugmodus befindet oder nicht eingeschaltet ist (Nicht-Erreichbarkeit).

Welche Kosten können durch eine Anrufweiterleitung entstehen?

In der Regel ist das Einrichten und Löschen einer Rufumleitung kostenlos. Aber Achtung: Alle weiteren Kosten hängen von Ihrem Vertrag beziehungsweise Ihren Tarifoptionen ab. Je nachdem, ob Sie sich im Inland oder Ausland befinden und zwischen welchen Geräten Sie eine Rufumleitung herstellen, fallen unterschiedliche Kosten an.

Einen Anruf innerhalb des eigenen Mobilfunknetzes weiterzuleiten, ist in der Regel kostenlos. Es fallen keine Extrakosten an. 

Wenn Sie Minutenpakete oder Flatrates nutzen, sollten Sie sich bei Ihrem Anbieter erkundigen, ob diese auch für Rufumleitungen gelten. Denn nicht immer decken solche Tarife diese Kosten ab.

Wer ohnehin viel telefoniert, für denen lohnen sich Allnet-Flats, mit denen sich gegen eine feste Gebühr in alle Netze telefonieren lässt. Aber auch hier gilt: Werfen Sie lieber einen Blick in die Vertragsbedingungen, bevor Sie eine Rufumleitung einrichten. Auch bei einem Rundum-Sorglos-Tarif kann die Anrufweiterschaltung schnell 30 Cent pro Minute kosten.

Kostenfalle Ausland

Rufumleitungen ins Ausland sollten Sie vermeiden, denn dort drohen die höchsten Kosten. Gerade außerhalb der Europäischen Union kann es richtig teuer werden. Denn der Anrufer zahlt lediglich die Kosten bis zur Grenze, die Verbindungskosten im Ausland hat der Angerufene zu zahlen.

Auch die Weiterschaltung auf die Handy-Mailbox ist eine Rufumleitung. Die Mailbox hat eine eigene Rufnummer im deutschen Netz, auf die der Anrufer umgeleitet werden kann. Innerhalb der EU ist diese Weiterleitung mittlerweile kostenlos. Außerhalb der EU können dagegen hohe Kosten anfallen. 

Auf der sicheren Seite sind Sie mit der absoluten Rufumleitung, da die Gespräche dann unmittelbar auf die Mailbox im deutschen Netz und nicht erst ins Ausland weitergeleitet werden. Nachteil: Sie können im Ausland keine Gespräche direkt entgegennehmen. 

Wenn Sie wissen wollen, welche Kosten Ihnen bei einer Rufumleitung entstehen, sollten Sie zuerst einen Blick in Ihre Vertragsunterlagen werfen. So können Sie herausfinden, welche spezifischen Konditionen für Sie gelten. Falls Sie Ihre Dokumente nicht zur Hand haben, können Sie sich an die Hotline Ihres Telefon- und Mobilfunkanbieters wenden.

Bei einem längeren Aufenthalt im Ausland ist möglicherweise eine Auslandsflatrate für Festnetz- oder Mobiltelefon sinnvoll. Prüfen Sie auch in diesem Fall, ob diese die Kosten für eine Rufumleitung beinhaltet. Wie Sie günstig im Ausland telefonieren und surfen, können Sie im Ratgeber Roaming-Gebühren nachlesen.

Wie kann ich eine Rufumleitung einrichten?

Je nachdem welches Endgerät Sie nutzen, ein Handy, Smartphone oder Festnetztelefon, unterscheidet sich der Weg, wie Sie eine Rufumleitung einrichten. Jedes Modell hat einen eigenen Menüeintrag, über den Sie Anrufe umleiten können. Weiter unten erklären wir beispielhaft für zwei Mobilfunk-Betriebssysteme, wie das geht.

Bei Mobiltelefonen können Sie die Weiterleitung aber auch mittels Steuerungscodes einrichten (siehe Tabelle). 

Tabelle: Übersicht Steuerungscodes für Android-Handys und iPhones

absolute Rufumleitung

Code

alle Anrufe umleiten

**21*Rufnummer#

Umleitung deaktivieren

##21#

Status überprüfen

*#21#

bedingte RufumleitungCode

wenn keine Antwort

**61*Rufnummer**Zeit#1

„wenn keine Antwort“ deaktivieren

##61#

wenn besetzt

**67*Rufnummer#

„wenn besetzt“ deaktivieren

##67#

wenn nicht erreichbar (nicht im Netz eingebucht)

**62*Rufnummer#

„wenn nicht erreichbar“ deaktivieren

##62#

alle bedingten Rufumleitungen gleichzeitig steuern

**004*Rufnummer**Zeit#2

alle Umleitungen (absolute und bedingte) gleichzeitig ausschalten 

Code

Alle Rufumleitungen deaktivieren

##002#

1,2 Zeit lässt sich in Sekundenschritten (5, 10, 15, 20, 25, 30) angeben. 
Quelle: teltarif.de (Stand: Oktober 2018) 

Beispiel-Anleitung für Android-Smartphones

Öffnen Sie die Telefon-App (das Hörersymbol) auf Ihrem Android-Gerät. Oben im Suchfeld können Sie ein Feld mit drei Punkten antippen, welches eine Menüleiste öffnet. Gehen Sie dort auf „Einstellungen“. Falls Ihr Gerät über mehrere SIM-Karten verfügt, wählen Sie eine Karte aus. Ansonsten geht es über den Menüpunkt „Anrufe“ weiter. Dort können Sie die Option „Rufweiterleitung“ auswählen und im nachfolgenden Schritt eine absolute Rufumleitung (Menüpunkt „Immer weiterleiten“) oder bedingte Rufumleitung einrichten.

Bei der bedingten Rufumleitung können Sie zwischen den Optionen „Wenn besetzt“, „Wenn keine Antwort“ oder „Wenn nicht erreichbar“ wählen und eine Zielnummer eingeben. Im selben Menü können Sie Ihre Rufumleitungen auch ausschalten.

Beispiel-Anleitung für iPhones 

Öffnen Sie die Einstellungen auf Ihrem iPhone. Tippen Sie dafür auf das Zahnrad-Symbol. Im folgenden Menü wählen Sie die Option „Telefon“ und gehen anschließend auf den Punkt „Rufweiterleitung“. Dort können Sie den gleichnamigen Schalter aktivieren, indem Sie ihn antippen. Im folgenden Fenster können Sie die Zielnummer eingeben, auf welche Sie eingehende Anrufe umleiten möchten. Tippen Sie anschließend oben links auf Rufumleitung, um diese zu aktivieren.

Dass die Rufumleitung erfolgreich eingerichtet wurde, können Sie auch daran erkennen, dass neben der Akku-Anzeige und dem Netzverbindungssymbol (W-Lan oder Datenverbindung) ein kleines Telefon-Symbol eingeblendet wird. Über denselben Weg können Sie Ihre Rufumleitungen auch wieder ausschalten.

Einen Anruf vom Festnetz weiterleiten 

Für die Weiterleitungen vom Festnetz auf einen anderen Festnetzanschluss oder das Mobilgerät gibt es keine allgemeingültigen Tastenkombinationen. Die Steuercodes unterscheiden sich von Gerät zu Gerät. Manche Telefonanbieter bieten aber den Service, die Weiterleitungen online über das Kundencenter einzustellen. So lassen sich Rufumleitungen auch bequem von unterwegs aus vornehmen. 

Autor
Max Mergenbaum

Stand: 28. November 2018


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