Rufumleitung

Hol Dir Dein Arbeitstelefon ins Homeoffice

Max Mergenbaum
&Co-Autor
06. November 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit einer Rufumleitung kannst Du Anrufe an ein anderes Telefon oder Deine Mailbox weiterleiten. Zum Beispiel vom Arbeitstelefon auf Dein Handy.
  • Bei der absoluten Rufumleitung werden alle Anrufe auf eine andere Nummer umgeleitet. Diese Variante schützt Dich im Urlaub vor unnötigen Handy-Kosten.
  • Bei der bedingten Rufumleitung werden Anrufe nur weitergeleitet, wenn Du nicht rangehst, gerade mit jemand anderem telefonierst oder in einem Funkloch steckst.
So gehst Du vor
  • Auf Deinem Handy kannst Du eine Rufumleitung am einfachsten über die Einstellungen oder einen Steuercode einrichten. Die wichtigsten dieser Tastenkombinationen haben wir für Dich in unserer Übersicht zusammengefasst.
  • Bei Festnetztelefonen hängt es leider vom Gerät ab, wie Du eine Rufumleitung einstellst. Da führt kein Weg am Handbuch vorbei.
  • Wenn Du außerhalb der EU Urlaub machst, solltest Du auf Deinem Handy eine absolute Rufumleitung einschalten. Denn sonst musst Du auch zahlen, wenn Dir jemand auf Deine Mailbox spricht. Oder Du schaltest die Mailbox einfach aus.

Heute im Büro, morgen im Homeoffice – es hat schon seine Vorteile, flexibel zwischen Büro und Zuhause wechseln zu können. Nur blöd, wenn Du noch einen wichtigen Anruf auf der Büronummer erwartest oder ungern Deine private Handynummer auf der Arbeit rumreichst. Mit einer Rufumleitung kannst Du Anrufe einfach auf Dein Handy oder zu Dir nach Hause weiterleiten. Aber Vorsicht: Es kann sein, dass Du für die weitergeleiteten Anrufe extra zahlen musst.

Was passiert bei einer Rufumleitung eigentlich genau?

Es gibt zwei Arten von Rufumleitungen: Bei der absoluten Rufumleitung werden alle Anrufe sofort auf eine andere Nummer umgeleitet. So kannst Du zum Beispiel Anrufe am Arbeitsplatz auf den Apparat eines Kollegen oder auf Dein Handy umleiten, wenn Du in die Mittagspause gehst oder in Urlaub fährst. Du kannst die absolute Rufumleitung auch so einstellen, dass sofort Deine Mailbox rangeht.

Bei der bedingten Rufumleitung kannst Du vorher festlegen, in welchen Fällen das Telefon den Anruf weiterleiten soll. Zum Beispiel, wenn Du nicht rangehst (Nichtannahme). Jeder kennt diesen Fall, wenn am anderen Ende keiner ans Handy geht und sich stattdessen irgendwann die Mailbox meldet oder beim Festnetz der Anrufbeantworter anspringt.

Eine andere Variante ist die Weiterleitung, wenn das Telefon besetzt ist. Hast Du Dich gerade festgequatscht und kannst den zweiten Anruf nicht entgegennehmen, wird er auf eine andere Nummer oder die Mailbox weitergeleitet (Besetztfall). Auch wenn Dein Handy nicht erreichbar ist, weil Du gerade im Funkloch steckst oder den Flugmodus eingeschaltet hast, wird klassischerweise die Rufumleitung aktiv (Nicht-Erreichbarkeit).

Wie kannst Du eine Rufumleitung einrichten?

Leider unterscheidet es sich von Telefon zu Telefon, wie Du eine Rufumleitung einrichten kannst. Bei Smartphones und klassischen Handys musst Du anders an die Sache rangehen als bei Festnetztelefonen. Wohin Du den Anruf weiterleitest, ob auf die Mailbox, auf ein Handy oder ein Festnetztelefon, macht für das Einrichten hingegen keinen Unterschied. Bei den Kosten, die durch einen Anruf entstehen, kann es allerdings sehr wohl einen Unterschied machen, wohin Du die Rufumleitung schaltest.

Jedes Smartphone hat einen eigenen Menüeintrag in den Einstellungen, über den Du Anrufe umleiten kannst. Für Android und Apple geben wir Dir im nächsten Absatz eine beispielhafte Anleitung.

Bei Smartphones und klassischen Mobiltelefonen kannst Du aber auch einen Steuercode eintippen und so per Tastenkombination die Weiterleitung einrichten. Die gängigsten Codes zeigt unsere Tabelle.

Mit diesen Tastkombinationen richtest Du die Rufumleitung ein

absolute RufumleitungCode
alle Anrufe umleiten**21*Telefonnummer#
Umleitung deaktivieren##21#
Umleitung aktivieren*21#
Status überprüfen*#21#
bedingte Rufumleitung  
wenn nicht abgehoben**61*Telefonnummer **Zeit#1
„wenn nicht abgehoben“ deaktivieren##61#
„wenn besetzt“ einrichten**67*Telefonnummer #
„wenn besetzt“ deaktivieren##67#
„wenn nicht erreichbar“ einrichten**62*Telefonnummer #
„wenn nicht erreichbar“ deaktivieren##62#
alle Umleitungen 
alle Rufumleitungen deaktivieren##002#
aktuelle Einstellungen abfragen*#61#

1 Die Zeit bis zum Einschalten der Mailbox lässt sich in Sekundenschritten (5, 10, 15, 20, 25, 30) angeben.
Quelle: Mobilfunkanbieter (Stand: 28. Oktober 2020)

So richtest Du eine Rufumleitung auf Deinem Android-Smartphone ein

Die Einstellungen im Handy sind je nach Hersteller und Android-Version etwas unterschiedlich. Für die gängigsten Android-Smartphones haben wir Dir eine beispielhafte Anleitung erstellt. Je nach Handymodell kann der Verlauf bei Dir etwas anders sein.

  1. Öffne die Telefon-App (das Hörer-Symbol) auf Deinem Android-Gerät. Oben im Suchfeld kannst Du ein Feld mit drei Punkten antippen, welches eine Menüleiste öffnet.
  2. Gehe dort auf „Einstellungen“.
  3. Tippe auf „Anrufkonten“ und wähle Deine Sim-Karte aus, falls in Dein Handy mehrere Sim-Karten passen. Ansonsten geht es über den Menüpunkt „Anrufe“ weiter.
  4. Über den Punk „Rufweiterleitung“ kannst Du absolute und bedingte Rufumleitungen einrichten. Unter Umständen musst Du vorher noch auf „GSM-Anrufeinstellungen“ klicken.

Bei der bedingten Rufumleitung kannst Du zwischen den Optionen „wenn besetzt“, „wenn keine Antwort“ oder „wenn nicht erreichbar“ wählen und eine Zielnummer eingeben. Im selben Menü kannst Du die Rufumleitungen auch wieder ausschalten.

So richtest Du eine Rufumleitung auf Deinem iPhone ein

  1. Öffne die Einstellungen auf Deinem iPhone. Tippe dafür auf das Zahnrad-Symbol. Im folgenden Menü wählst Du die Option „Telefon
  2. Anschließend kannst Du auf den Punkt „Rufweiterleitung“ klicken. Dort kannst Du den gleichnamigen Schalter aktivieren, indem Du ihn antippst.
  3. Im folgenden Fenster kannst Du die Zielnummer eingeben, auf welche Du die eingehenden Anrufe umleiten möchtest.
  4. Tippe anschließend oben links auf „zurück“, um diese zu aktivieren. Über denselben Weg kannst Du Deine Rufumleitungen auch wieder ausschalten.

Dass die Rufumleitung erfolgreich eingerichtet wurde, kannst Du auch daran erkennen, dass neben der Akku-Anzeige und dem Netzverbindung-Symbol (W-Lan oder Datenverbindung) ein kleines Telefon-Symbol eingeblendet wird.

Einen Anruf vom Festnetz weiterleiten

Leider gibt es keine einheitliche Tastenkombination, mit der Du Anrufe vom Festnetztelefon weiterleiten kannst. Oftmals findest Du die Steuercodes für Dein Gerät in der Gebrauchsanleitung. Viele Festnetztelefone haben im Menü einen passenden Unterpunkt für Rufumleitungen versteckt. Kannst Du ihn jedoch nicht finden, musst Du Dich wohl oder übel durch das Handbuch wühlen.

Manche Telefonanbieter haben auch den Service, die Weiterleitungen online über das Kundencenter einzustellen. So kannst Du Anrufe auch von unterwegs umleiten lassen.

Mit welchen Kosten musst Du rechnen?

In der Regel ist das Einrichten und Ausschalten einer Rufumleitung kostenlos. Aber Achtung: Alle weiteren Kosten hängen von Deinem Telefonvertrag ab. Und zwar von dem Telefon, auf dem Du die Rufumleitung einrichtest. Leitest Du zum Beispiel die Anrufe von dem Festnetztelefon in Deinem Büro auf Dein Privathandy um, zahlt der Arbeitgeber. Kläre also vorher, ob Du Anrufe auch wirklich weiterleiten darfst.

Wie hoch die Kosten sind, hängt davon ab, wohin Du den Anruf weiterleitest – ob Handy, Festnetztelefon, Mailbox oder Anrufbeantworter. Bei vielen Handytarifen ist die Rufumleitung vom Mobiltelefon kostenlos. Doch selbst bei der ein oder anderen Allnet-Flat berechnet der Anbieter immer noch rund 10 Cent pro weitergeleitete Gesprächsminute. Erkundige Dich also vorher bei Deinem Mobilfunkanbieter, ob Du Anrufe über eine Rufumleitung extra zahlen musst. Umleitungen auf die Mailbox sind hingegen fast immer kostenlos, solange Du nicht gerade außerhalb der Europäischen Union Urlaub machst.

Besonders im Urlaub kann es schnell teuer werden

Rufumleitungen ins Ausland solltest Du grundsätzlich vermeiden, denn dort drohen die höchsten Kosten. Jedenfalls wenn Du außerhalb der Europäischen Union unterwegs bist. Der Anrufer zahlt lediglich die Kosten bis zur Grenze, die Verbindungskosten im Ausland musst Du zahlen.

Das gilt auch dann, wenn Du im Urlaub einfach nicht ans Telefon gehst und stattdessen irgendwann die Mailbox anspringt. Hat sich Dein Handy in das ausländische Netz eingewählt (Roaming), wird auch die Mailbox teuer über das Ausland umgeleitet. Innerhalb der EU ist diese Weiterleitung mittlerweile kostenlos.

Auf Nummer sicher gehst Du, wenn Du eine absolute Rufumleitung auf Deine Mailbox einrichtest. Dann gehen die Gespräche unmittelbar auf die Mailbox im deutschen Netz und nehmen nicht den Umweg übers ausländische Handynetz. Der Nachteil: Du kannst im Ausland gar keine Gespräche annehmen. Willst Du auch im Urlaub erreichbar sein, kannst Du alternativ Deine Mailbox ausschalten. Wie das funktioniert, erklären wir in unserem Ratgeber zur Mailbox.

Bei einem längeren Aufenthalt im Ausland ist möglicherweise eine Auslandsflatrate die bessere Option. Aber diese muss auch explizit die Kosten für eine Rufumleitung mit einschließen. Wie Du sonst im Ausland günstig telefonierst und surfst, erfährst Du in unserem Ratgeber zu Roaming.

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip gehört zu 100 Prozent der gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, ihre Finanzen selber zu machen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links aber anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet, hat keinerlei Einfluss auf unsere Empfehlungen. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.