Förderung von Elektroautos

4.000 Euro Kaufprämie für ein E-Auto erhalten

Daniel Pöhler
& Co-Autor
Stand: 04. Juli 2018
Das Wichtigste in Kürze
  • Käufer von Elektroautos erhalten einen Zuschuss vom Staat (Umweltbonus) in Höhe von 4.000 Euro für ein reines Elektroauto oder 3.000 Euro für bestimmte Hybridfahrzeuge.
  • Der Fördertopf umfasst 1,2 Milliarden Euro. Wer die Prämie zuerst beantragt, wird zuerst bedient. Bis Juli 2018 wurden erst 66.000 Autos gefördert, nur ein Fünftel der insgesamt angestrebten Zahl.
  • Die Autobauer müssen die Hälfte der Prämie selbst beisteuern, daher kann es sein, dass sie sie durch verdeckte Preisaufschläge wieder reinzuholen versuchen.
  • Elektrofahrzeuge werden zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit.
  • Außerdem dürfen Arbeitnehmer ihr privates E-Auto beim Arbeitgeber aufladen, ohne dass dies als geldwerter Vorteil gilt.

Verbraucher in Deutschland bekommen beim Kauf von Elektroautos seit Juli 2016 einen Zuschuss vom Staat. Die Prämie beträgt 4.000 Euro für ein reines E-Auto oder 3.000 Euro für ein Hybrid-Fahrzeug mit Elektro- und Verbrennungsmotor (Plug-in-Hybrid). Bis Juli 2018 haben 66.000 Käufer das Geld beantragt – die Regierung strebt 300.000 geförderte Elektroautos an.

Außerdem gewährt der Staat Nutzern von Elektrofahrzeugen Vorteile bei der Kraftfahrzeugsteuer und der Einkommensteuer.

Staatliche Kaufprämie sichern

Für die Vergabe der Kaufprämie gilt das Windhund-Verfahren: Wer sie rasch online beantragt, bekommt sie auch frühzeitig. Der Startschuss fiel Anfang Juli 2016. Zuständig ist das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa). Auf dessen Website finden Sie auch das Antragsformular für den Umweltbonus. Sobald der Fördertopf leer ist, soll das Programm eingestellt werden. Insgesamt stehen 1,2 Milliarden Euro zur Verfügung. Das reicht für etwa 300.000 reine E-Autos oder 400.000 Plug-in-Hybride. Luxuswagen im Wert von mehr als 60.000 Euro sind von der Förderung ausgenommen.

Da die Autoindustrie die Hälfte der Prämie selbst beisteuert, werden nur solche Hersteller subventioniert, die sich an dem Verfahren beteiligen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Autobauer sich das Geld über Hintertüren wieder zurückholen, indem sie zum Beispiel weniger Rabatt geben als üblich.

Deutsche und ausländische Hersteller machen mit

Es beteiligen sich zum Beispiel Daimler, BMW und Volkswagen. Auch viele ausländische Pkw-Hersteller machen mit. 

Als erster Importeur hatte Nissan seine Beteiligung an der E-Auto-Förderung angekündigt. Die Renault-Schwester legte sogar eine zusätzliche Kaufprämie von 1.000 Euro drauf. Das weltweit meistverkaufte E-Auto, der Nissan Leaf, war dadurch ab rund 18.000 Euro zu haben. Käufer des Model S von Tesla können die Subvention seit März 2018 ebenfalls in Anspruch nehmen.

Da viele Kunden vom Kauf eines E-Autos absehen, weil sie Probleme mit der Reichweite der Wagen befürchten, soll zudem das Netz an Ladesäulen deutlich ausgebaut werden. 

Ende April 2016 hatte sich die Bundesregierung mit der Autoindustrie auf die Elektroauto-Subvention geeinigt, Mitte Mai hat das Kabinett die Förderung abgesegnet. Umwelt- und Verbraucherverbände sprachen sich dagegen aus. Einfache Verbraucher würden mit ihren Steuergeldern den Zweit- oder Drittwagen von Wohlhabenden subventionieren, kritisierten sie.

Vorteile bei Kfz- und Einkommensteuer

Bei erstmaliger Zulassung ist ein E-Auto für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Das gilt rückwirkend zum Jahresanfang 2016. Ursprünglich war für den Zeitraum von 2016 bis 2020 nur vorgesehen, dass neu zugelassene E-Autos fünf Jahre von der Steuer befreit sind. Die nun aktuelle Regel gilt für reine Elektrofahrzeuge und für entsprechend umgerüstete Wagen.

Am 17. November 2016 ist zudem ein Gesetz zur steuerlichen Förderung der Elektromobilität in Kraft getreten. Der Staat fördert sie jetzt auch über die Lohnsteuer. Gewährt ein Arbeitgeber seinen Mitarbeitern folgende Vorteile, bleiben diese steuerfrei – zunächst im Zeitraum 1. Januar 2017 bis 31. Dezember 2020:

  • Aufladen eines privaten (Hybrid-)Elektrofahrzeugs des Arbeitnehmers und
  • Aufladen eines Dienstwagens des Mitarbeiters im Betrieb sowie
  • das zeitweise Überlassen einer betrieblichen Ladestation.

Ist der Arbeitgeber sogar bereit, einem Mitarbeiter zeitweise eine Ladesäule komplett zu überlassen, ist auch das lohnsteuerfrei. Übergibt der Chef die Ladevorrichtung dauerhaft kostenlos oder verbilligt, muss der sogenannte geldwerte Vorteil versteuert werden. Aber nicht mit dem persönlichen Einkommensteuersatz des Mitarbeiters, sondern mit pauschal 25 Prozent Lohnsteuer.

Mehr dazu im Ratgeber Autokredit

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Autor
Daniel Pöhler
& Co-Autor
Udo Reuß

Stand: 04. Juli 2018


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