Förderung von Elektroautos

Kaufprämie und keine Kfz-Steuer – diese Vorteile bieten Dir E-Autos

Ines Rutschmann
& Co-Autor
Stand: 22. September 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Kaufst Du ein Elektroauto, kannst Du mehrere Tausende Euro Zuschuss vom Staat erhalten (Umweltbonus) – auch für strombetriebene Hybridfahrzeuge.
  • Reine Elektrofahrzeuge werden bis zu zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit.
  • Dein privates E-Auto darfst Du beim Arbeitgeber aufladen, ohne dass Du dies als geldwerten Vorteil versteuern musst.
So gehst Du vor
  • Willst Du ein Elektroauto kaufen, dann prüfe, welche Modelle für die Prämie in Frage kommen.
  • Den Förderantrag stellst Du nach Zulassung des Autos. Bis zu ein Jahr ist dafür Zeit.

Elektroautos sind zwar in der Anschaffung noch teurer als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Doch dafür unterstützt Dich der Staat finanziell beim Kauf – mit der E-Auto-Prämie. Außerdem gewährt der Staat Nutzern von Elektrofahrzeugen Vorteile bei der Kraftfahrzeugsteuer und der Einkommensteuer. Und: Die Autos lassen sich preiswerter „betanken“ als Verbrenner – vorausgesetzt, Du lädst mit günstigem Strom. Wie das geht, erfährst Du im Ratgeber Autostrom.

So sicherst Du Dir die staatliche Kaufprämie

Bis 2030 wünscht sich die Bundesregierung 7 bis 10 Millionen Autos, die mit Strom fahren, auf den Straßen. Um dieses Ziel zu erreichen, zahlt der Staat den Umweltbonus für Elektroautos, Brennstoffzellenfahrzeuge und Hybrid-Autos mit Elektro- und Verbrennungsmotor (Plug-in-Hybrid). Es handelt sich dabei um einen Zuschuss, den Du nicht zurückzahlen musst.

Du kannst ihn beanspruchen, wenn ein neues Elektroauto, Brennstoffzellenauto oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeug nach dem 4. November 2019 auf Dich zugelassen wurde. Ob Du das Auto gekauft oder geleast hast, ist dabei egal. Bis zu einem Jahr nach der Zulassung kannst du den Antrag auf die Kaufprämie stellen. Hast Du ein Auto gebraucht gekauft, darf dieses den Umweltbonus noch nicht erhalten haben und maximal zwölf Monate auf den Vorbesitzer zugelassen gewesen sein. Außerdem darf der Kilometerstand des Autos höchstens 15.000 Kilometer betragen. Für Gebrauchtwagen spielt der Nettolistenpreis keine Rolle: Je nachdem, ob es ein Elektroauto oder ein Hybrid ist, gelten die niedrigeren Fördersätze für teurere Fahrzeuge.  

Zuschuss  Auto  Nettolistenpreis  
5.000 Euro  Elektroauto oder Brennstoffzellenauto  

zwischen 40.000 

und 65.000 Euro  

6.000 Euro  Elektroauto oder Brennstoffzellenauto  unter 40.000 Euro  
6.750 Euro  Plug-in-Hybrid-Auto  

zwischen 40.000 

und 65.000 Euro  

3.750 Euro  Plug-in-Hybrid-Auto  unter 40.000 Euro  

Für ein neues Auto, dass Du kaufst oder least und das seit 4. Juni 2020 oder später auf Dich zugelassen wurde, kannst Du die Innovationsprämie beanspruchen. Diese ist deutlich höher, gilt aber nur für Fahrzeuge, für die Du bis 31. Dezember 2021 die Zulassung erhältst. Für einen Gebrauchtwagen bekommst Du eine Innovationsprämie, wenn er nach dem 4. November 2019 erstmals zugelassen wurde und ab 4. Juni 2020 zum zweiten Mal – nämlich auf Dich. Auch hier gilt: Der Wagen darf noch keine Prämie erhalten haben und höchstens 15.000 Kilometer gefahren sein. Die Innovationsprämie für Gebrauchtwagen ist einheitlich: Es gilt dabei stets der Nettolistenpreis von mehr als 40.000 Euro.

Zuschuss  Auto  Nettolistenpreis  
7.500 Euro  Elektroauto oder Brennstoffzellenauto  

zwischen 40.000 

und 65.000 Euro  

9.000 Euro  Elektroauto oder Brennstoffzellenauto  unter 40.000 Euro  
5.625 Euro  Plug-in-Hybrid-Auto  

zwischen 40.000 

und 65.000 Euro  

6.750 Euro  Plug-in-Hybrid-Auto  unter 40.000 Euro  

Welcher Nettolistenpreis gilt, kannst Du der Liste der förderfähigen Autos auf der Internetseite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) entnehmen. Die Behörde nimmt auch die Anträge auf den Umweltbonus entgegen und zahlt ihn aus. Bei der Vergabe der Kaufprämie gilt das Windhund-Verfahren: Wer sie rasch online beantragt, bekommt sie auch frühzeitig.

Auf der Website des Bafa findest Du das Antragsformular für den Umweltbonus. Du kannst den Antrag stellen, sobald das Auto auf Dich zugelassen ist und wenn Du keine anderen Fördermittel – etwa von Deinem Bundesland oder Deiner Kommune – für das Auto beanspruchst. Das bundesweite Programm läuft höchstens bis Ende 2025. Leert sich der Fördertopf schneller, endet das Programm auch früher. Insgesamt stehen 4 Milliarden Euro zur Verfügung. Das reicht für rund 500.000 reine E-Autos oder rund 700.000 Plug-in-Hybride. Zum Vergleich: In der ersten Förderphase von 2016 bis Anfang 2020 erhielten rund 100.000 Autohalter den Umweltbonus.

Die Autoindustrie steuert ein Drittel der Innovationsprämie bei. Daher erhalten den Umweltbonus auch nur Fahrzeuge derjenigen Hersteller, die sich an dem Verfahren beteiligen. Das schränkt die Auswahl aber nicht ein: Auf der Liste der förderfähigen Automodelle befinden sich mehr als 300 reine Elektroautos, rund 250 Plug-in-Hybride und ein Brennstoffzellenauto. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass die Autobauer sich das Geld über Hintertüren wieder zurückholen, indem sie Dir zum Beispiel weniger Rabatt geben als üblich.

Um das Elektroauto zuhause zu laden, solltest Du ein spezielles Ladegerät – eine Wallbox – anschaffen. Wie Du Dein Auto günstig mit Strom betankst, erklären wir im Ratgeber Autostrom.

Diese Vorteile hast Du bei der Kfz- und Einkommensteuer

Dein E-Auto ist für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, wenn Du es bis Ende 2020 kaufst und es auch noch 2020 auf Dich zugelassen wird (§ 3d Abs. 1 KraftStG 2002). Die zehnjährige Steuerbefreiung gilt auch rückwirkend für alle Elektroautos, die ab 18. Mai 2011 zugelassen wurden. Kaufst Du ein Elektroauto gebraucht, profitierst Du auch von der Steuerbefreiung, wenn die zehn Jahre seit Erstzulassung noch nicht abgelaufen sind.

Ein Beispiel: Dein Auto hat der Vorbesitzer im Mai 2016 neu gekauft und dafür die Zulassung erhalten. Dann zahlst Du bis einschließlich April 2026 keine Kfz-Steuer, ganz egal, seit wann der Wagen auf Dich zugelassen wurde. Darüber hinaus bist Du von der Kfz-Steuer befreit, wenn Du Dein Fahrzeug seit dem 18. Mai 2016 zum Elektroauto hast umrüsten lassen oder dies noch bis Ende 2020 tust.

Der Gesetzgeber ist dabei, die Befreiung von der Kfz-Steuer zu verlängern. Der Bundestag hat Mitte September eine Gesetzesänderung beschlossen, der der Bundesrat noch zustimmen muss.  Demnach sollen Elektroautos, die bis Ende 2025 erstmals zugelassen werden, für maximal zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit sein. Der Zeitraum verkürzt sich, je später das Auto auf Dich zugelassen wird – die Befreiung soll Ende 2030 auslaufen. Das heißt: Kaufst Du beispielsweise 2023 ein E-Auto, kannst Du höchstens acht Jahre von der Kfz-Steuer befreit sein.

Ende 2016 ist zudem das Gesetz zur steuerlichen Förderung der Elektromobilität in Kraft getreten und wurde Ende 2019 verlängert. Der Staat fördert Elektroautos und Plug-in-Hybride damit auch über die Lohnsteuer.

Und das funktioniert so: Gewährt Dir Dein Arbeitgeber einen der folgenden Vorteile, bleiben diese steuerfrei – zumindest bis 31. Dezember 2030:

  • Aufladen eines privaten (Hybrid-)Elektrofahrzeugs
  • Aufladen eines Dienstwagens im Betrieb
  • das zeitweise Überlassen einer betrieblichen Ladestation

Ist Dein Arbeitgeber sogar bereit, Dir zeitweise eine Ladesäule komplett zu überlassen, ist auch das lohnsteuerfrei. Übergibt Dein Chef die Ladevorrichtung dauerhaft kostenlos oder verbilligt, muss der sogenannte geldwerte Vorteil versteuert werden. Aber nicht mit Deinem persönlichen Einkommensteuersatz, sondern mit pauschal 25 Prozent Lohnsteuer.

Lädst Du Deinen Dienstwagen auf eigene Kosten, kann Dir Dein Arbeitgeber die Auslagen steuer- und sozialversicherungsfrei erstatten. Die monatliche Pauschale beträgt für reine E-Autos 20 Euro und für Plug-in-Hybride 10 Euro, wenn Du das Auto auch in der Firma laden kannst. Ist das nicht möglich, beträgt die Pauschale 50 Euro für reine E-Autos und 25 Euro für strombetriebene Hybrid-Fahrzeuge. Diese Regelung gilt zunächst bis Jahresende 2020.

Mehr dazu im Ratgeber Autokredit

Zum Ratgeber

Autor
Ines Rutschmann
& Co-Autor
Udo Reuß

Stand: 22. September 2020


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