Förderung von Elektroautos

Kaufprämie und keine Kfz-Steuer – diese Vorteile bieten Dir E-Autos

09. Juli 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Kaufst Du ein Elektroauto, kannst Du mehrere Tausend Euro Zuschuss vom Staat erhalten (Umweltbonus) – auch für strombetriebene Hybridfahrzeuge.
  • Reine Elektrofahrzeuge sind bis zu zehn Jahre lang von der Kfz-Steuer befreit.
  • Dein privates E-Auto darfst Du beim Arbeitgeber aufladen, ohne dass Du das als geldwerten Vorteil versteuern musst.
So gehst Du vor
  • Willst Du ein Elektroauto kaufen, dann prüfe, welche Modelle für die Prämie in Frage kommen.
  • Den Förderantrag kannst Du erst nach Zulassung des Autos stellen. Bis zu einem Jahr hast Du dafür Zeit.

Elektroautos sind zwar in der Anschaffung noch teurer als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Doch dafür unterstützt Dich der Staat finanziell beim Kauf – mit der E-Auto-Prämie. Außerdem gewährt der Staat Nutzern von Elektrofahrzeugen Vorteile bei der Kraftfahrzeugsteuer und der Einkommensteuer. Und: Die Autos lassen sich preiswerter „betanken“ als Verbrenner – vorausgesetzt, Du lädst mit günstigem Strom. Wie das geht, erfährst Du im Ratgeber Autostrom.

So sicherst Du Dir die staatliche Kaufprämie

Bis 2030 wünscht sich die Bundesregierung 7 bis 10 Millionen Autos auf den Straßen, die mit Strom fahren. Um das zu erreichen, zahlt der Staat einen Umweltbonus für Elektroautos, Brennstoffzellenfahrzeuge und Hybrid-Autos mit Elektro- und Verbrennungsmotor (Plug-in-Hybrid). Es handelt sich dabei um einen Zuschuss, den Du nicht zurückzahlen musst.

Du kannst ihn bekommen, wenn ein neues Elektroauto, Brennstoffzellenauto oder Plug-in-Hybrid-Fahrzeug nach dem 4. November 2019 auf Dich zugelassen wurde. Ob Du das Auto gekauft oder geleast hast, ist dabei egal. Bis zu einem Jahr nach der Zulassung kannst du den Antrag auf die Kaufprämie stellen.

Hast Du Dein Auto gebraucht gekauft, darf der Wagen den Umweltbonus noch nicht erhalten haben und maximal zwölf Monate auf den Vorbesitzer zugelassen gewesen sein. Außerdem darf der Kilometerstand des Autos höchstens 15.000 Kilometer betragen. Für Gebrauchtwagen spielt der Nettolistenpreis keine Rolle: Je nachdem, ob es ein Elektroauto oder ein Hybrid ist, gelten die niedrigeren Fördersätze für teurere Fahrzeuge.

ZuschussAutoNettolistenpreis
5.000 EuroElektroauto oder Brennstoffzellenauto

zwischen 40.000 

und 65.000 Euro

6.000 EuroElektroauto oder Brennstoffzellenautounter 40.000 Euro
4.500 EuroPlug-in-Hybrid-Auto

zwischen 40.000 

und 65.000 Euro

3.750 EuroPlug-in-Hybrid-Autounter 40.000 Euro

Für ein neues Auto, das Du kaufst oder least und das seit 4. Juni 2020 oder später auf Dich zugelassen wurde, kannst Du die Innovationsprämie beanspruchen. Diese ist deutlich höher, galt aber zunächst nur für Fahrzeuge, für die Du bis 31. Dezember 2021 eine Zulassung erhältst. Mitte November 2020 hat sich eine Spitzen-Runde aus Wirtschaft und Politik darauf verständigt, dass es diese Förderung bis Ende 2025 geben soll. Das Bundeswirtschaftsministerium will dazu die Richtlinie im Sommer 2021 überarbeiten.

Für einen Gebrauchtwagen bekommst Du eine Innovationsprämie, wenn er nach dem 4. November 2019 erstmals zugelassen wurde und ab 4. Juni 2020 zum zweiten Mal – nämlich auf Dich. Auch hier gilt: Der Wagen darf noch keine Prämie erhalten haben und höchstens 15.000 Kilometer gefahren sein. Die Innovationsprämie für Gebrauchtwagen ist einheitlich: Es gilt dabei stets der Nettolistenpreis von mehr als 40.000 Euro.

ZuschussAutoNettolistenpreis
7.500 EuroElektroauto oder Brennstoffzellenauto

zwischen 40.000 

und 65.000 Euro

9.000 EuroElektroauto oder Brennstoffzellenautounter 40.000 Euro
5.625 EuroPlug-in-Hybrid-Auto

zwischen 40.000 

und 65.000 Euro

6.750 EuroPlug-in-Hybrid-Autounter 40.000 Euro

Welcher Nettolistenpreis gilt, kannst Du in der Liste der förderfähigen Autos auf der Internetseite des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) nachschauen. Diese Behörde nimmt auch die Anträge auf den Umweltbonus mitsamt Innovationsprämie entgegen und zahlt ihn aus. Bei der Vergabe der Kaufprämie gilt das Windhund-Verfahren: Wer sie rasch online beantragt, bekommt sie frühzeitig.

Beim Bafa findest Du auch das zugehörige Antragsformular. Du kannst den Antrag stellen, sobald Dein Auto auf Dich zugelassen ist. Du darfst auch andere Fördermittel – etwa von Deinem Bundesland oder Deiner Kommune – für Dein Auto beanspruchen. Dies gilt aber nur, so lange die Mittel aus anderen Programmen noch nicht an Dich gezahlt wurden, wenn Du den Antrag auf Umweltbonus beim Bafa stellst .

In der ersten Förderphase von 2016 bis Mitte 2020 erhielten rund 150.000 Autohalter den Umweltbonus. Mit Einführung der Innovationsprämie sind die Antragszahlen sprunghaft angestiegen: Von Juli 2020 bis Juni 2021 wurden mehr als 500.000 Fahrzeuge gefördert.

Die Autoindustrie steuert ein Drittel der Innovationsprämie bei. Daher erhalten den Umweltbonus auch nur Fahrzeuge derjenigen Hersteller, die sich an dem Verfahren beteiligen. Das schränkt die Auswahl aber kaum ein: Auf der Liste der förderfähigen Automodelle befinden sich mehr als 300 reine Elektroautos, rund 250 Plug-in-Hybride und ein Brennstoffzellenauto. Allerdings ist nicht auszuschließen, dass die Autobauer sich das Geld über Hintertüren wieder zurückholen, indem sie Dir zum Beispiel weniger Rabatt geben als üblich.

Um das Elektroauto zuhause zu laden, solltest Du ein spezielles Ladegerät – eine Wallbox – anschaffen. Wie Du Dein Auto günstig mit Strom betankst, erklären wir im Ratgeber Autostrom.

Deine Vorteile bei der Kfz- und Einkommensteuer

Dein E-Auto ist für maximal zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, wenn es bis Ende 2025 auf Dich zugelassen wird (§ 3d Abs. 1 KraftStG 2002). Der Zeitraum verkürzt sich dabei, je später das Auto auf Dich zugelassen wird – denn die Befreiung soll Ende 2030 auslaufen. Das heißt: Kaufst Du beispielsweise 2023 ein E-Auto, kannst Du höchstens acht Jahre von der Kfz-Steuer befreit sein. Fährst Du längst ein Elektroauto, gilt die Steuerbefreiung auch rückwirkend für Dich, wenn Dein Auto ab dem 18. Mai 2011 auf Dich zugelassen wurde. 

Kaufst Du ein Elektroauto gebraucht, profitierst Du auch von der Steuerbefreiung, wenn die zehn Jahre seit Erstzulassung noch nicht abgelaufen sind. Ein Beispiel: Dein Auto hat der Vorbesitzer im Mai 2016 neu gekauft und dafür die Zulassung erhalten. Dann zahlst Du bis einschließlich April 2026 keine Kfz-Steuer, ganz egal, seit wann der Wagen auf Dich zugelassen wurde. Darüber hinaus bist Du von der Kfz-Steuer befreit, wenn Du Dein Fahrzeug seit dem 18. Mai 2016 zum Elektroauto hast umrüsten lassen oder dies noch bis Silvester 2025 tust.

Ende 2016 ist zudem das Gesetz zur steuerlichen Förderung der Elektromobilität in Kraft getreten und wurde Ende 2019 verlängert. Der Staat fördert Elektroautos und Plug-in-Hybride damit auch über die Lohnsteuer.

Und das funktioniert so: Gewährt Dir Dein Arbeitgeber einen der folgenden Vorteile, bleiben diese steuerfrei – zumindest bis 31. Dezember 2030:

  • Aufladen eines privaten (Hybrid-)Elektrofahrzeugs,
  • Aufladen eines Dienstwagens im Betrieb,
  • das zeitweise Überlassen einer betrieblichen Ladestation.

Ist Dein Arbeitgeber sogar bereit, Dir zeitweise eine Ladesäule komplett zu überlassen, ist auch das lohnsteuerfrei. Übergibt Dein Chef die Ladevorrichtung dauerhaft kostenlos oder verbilligt, muss der sogenannte geldwerte Vorteil versteuert werden. Aber nicht mit Deinem persönlichen Einkommensteuersatz, sondern mit pauschal 25 Prozent Lohnsteuer.

Lädst Du Deinen Dienstwagen auf eigene Kosten, kann Dir Dein Arbeitgeber die Auslagen steuer- und sozialversicherungsfrei erstatten. Die monatliche Pauschale beträgt 2020 für reine E-Autos 20 Euro und für Plug-in-Hybride 10 Euro, wenn Du das Auto auch in der Firma laden kannst. 2021 erhöht sich die Pauschale nach Anweisung des Bundesfinanzministeriums auf 30 beziehungsweise 15 Euro. Hast Du keine Möglichkeit, das Auto am Arbeitsplatz zu laden, beträgt die monatliche Pauschale 50 Euro für reine E-Autos und 25 Euro für strombetriebene Hybrid-Fahrzeuge. 2021 erhöht sie sich auf 70 beziehungsweise 35 Euro.  

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