Pflegepauschbetrag

Wer kostenlos pflegt, zahlt weniger Steuern

Udo Reuß Stand: 17. April 2020
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer als Privatperson einen ständig hilflosen Mensch pflegt, kann den Pflegepauschbetrag in Höhe von 924 Euro im Jahr beanspruchen. Dieser mindert die Steuerlast des Pflegenden.
  • Pflegst Du eine zweite hilflose Person, dann verdoppelt sich dieser Betrag. Kümmerst Du Dich gemeinsam mit jemand anders um einen Pflegebedürftigen, dann müsst Ihr Euch den Pauschbetrag teilen.
  • Beantragen kannst Du den Pflegepauschbetrag in der Steuererklärung in der Anlage Außergewöhnliche Belastungen.

Viele Menschen opfern sich für einen hilfsbedürftigen Verwandten oder Freund auf und pflegen diesen ohne Bezahlung. Für die pflegende Person ist das oft mit einem enormen zeitlichen Aufwand verbunden. Um dies ein Stück weit zu belohnen, gibt es den Pflegepauschbetrag von 924 Euro im Jahr. Gesetzlich geregelt ist dieser in Paragraf 33b Abs. 6 Einkommensteuergesetz.

Keine Belege erforderlich

Wenn Du finanziellen Aufwand für die Pflege eines hilfsbedürftigen Menschen hattest, hast Du mehrere Möglichkeiten, diesen in der Steuererklärung anzusetzen. Grundsätzlich gelten Pflegekosten steuerlich als außergewöhnliche Belastungen (§ 33 EStG). 

Alternativ kannst Du den Pflegepauschbetrag als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Vorteil: Du benötigst keine Nachweise. Als Jahresbetrag steht Dir der Gesamtbetrag von 924 Euro in voller Höhe selbst dann zu, wenn Du erst im Dezember mit der Pflege begonnen hast.

Welche Voraussetzungen gibt es für den Pflegepauschbetrag?

Einige Bedingungen musst Du erfüllen, um den Pflegepauschbetrag zu erhalten.

Persönliche Pflege - Du musst Dich selbst um die zu pflegende Person kümmern. Teilst Du Dir die Arbeit mit jemand anders, dann steht Euch beiden gemeinsam der Jahresbetrag von 924 Euro zu. Den Namen der anderen Pflegeperson musst Du in der Steuererklärung genauso angeben wie den Namen und die Anschrift des gepflegten Menschen. Pflegst Du hingegen alleine mehrere Personen, beispielsweise Vater und Mutter, so kannst Du den Pflegepauschbetrag gleich zweimal beantragen.

Wirst Du zeitweilig von einer ambulanten Pflegekraft unterstützt, so handelt es sich immer noch um persönliche Pflege. Die Kosten kannst Du unter bestimmten Umständen auch anderweitig steuerlich geltend machen: als haushaltsnahe Dienstleistung (§ 35a EStG) oder, wenn Du eine Haushaltshilfe geringfügig beschäftigt hast, als haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis (Minijob; § 35 Abs. 1 Nr. 1 EStG).

Ort der Pflege - Die Pflege muss im häuslichen Umfeld erfolgen – entweder bei Dir zuhause oder bei demjenigen, den Du pflegst. Seit 2013 gilt die Regelung nicht nur für inländische Wohnungen, sondern im Europäischen Wirtschaftsraum: Dieser umfasst die Europäische Union sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. Dabei reicht es, wenn Du den zu pflegenden Menschen beispielsweise nur am Wochenende bei Dir hast und unter der Woche professionelle Heimpfleger sich um ihn kümmern.

Hilflose Person - Der Pflegebedürftige muss ständig hilflos sein. Nachzuweisen ist dies anhand eines Schwerbehindertenausweises mit den Einträgen H (hilflos) oder BI (blind), der Einstufung in die Pflegegrade 4 beziehungsweise 5 oder durch einen Bescheid des Versorgungsamts. Du brauchst mit der Pflegeperson nicht verwandt zu sein. Allerdings verlangt das Finanzamt, dass Du im Steuerformular das Verwandtschaftsverhältnis angibst.

Keine Einnahmen - Du musst als pflegende Person unentgeltlich helfen. Für Deine kostenlos erbrachte Arbeitsleistung darfst Du keinen fiktiven Aufwand abziehen. 

Den Pflegepauschbetrag beantragst Du in der Steuererklärung in der Anlage Außergewöhnliche Belastungen.

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Autor
Udo Reuß

Stand: 17. April 2020


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