Pflegepauschbetrag

Wer kostenlos pflegt, zahlt weniger Steuern

Udo Reuß Stand: 06. Dezember 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • Wer als Privatperson einen ständig hilflosen Mensch pflegt, kann den Pflegepauschbetrag in Höhe von 924 Euro im Jahr beanspruchen. Dieser mindert die Steuerlast des Pflegenden.
  • Pflegen Sie eine zweite hilflose Person, dann verdoppelt sich dieser Betrag. Kümmern Sie sich gemeinsam mit jemand anders um einen Pflegebedürftigen, dann müssen Sie sich den Pauschbetrag teilen.
  • Beantragen können Sie den Pflegepauschbetrag im Mantelbogen der Einkommensteuererklärung. Sie finden ihn bei den „Außergewöhnlichen Belastungen“.

Viele Menschen opfern sich für einen hilfsbedürftigen Verwandten oder Freund auf und pflegen diesen ohne Bezahlung. Für die pflegende Person ist das oft mit enormen zeitlichen Aufwand verbunden. Um dies ein Stück weit zu belohnen, gibt es den Pflegepauschbetrag von 924 Euro im Jahr. Gesetzlich geregelt ist dieser im Paragraf 33b Abs. 6 Einkommensteuergesetz.

Keine Belege erforderlich

Wenn Sie finanziellen Aufwand für die Pflege eines hilfsbedürftigen Menschen hatten, haben Sie mehrere Möglichkeiten, diesen in der Steuererklärung anzusetzen. Grundsätzlich gelten Pflegekosten steuerlich als außergewöhnliche Belastungen (§ 33 EStG). 

Alternativ können Sie den Pflegepauschbetrag als außergewöhnliche Belastung geltend machen. Vorteil: Sie benötigen keine Nachweise. Als Jahresbetrag steht Ihnen der Gesamtbetrag von 924 Euro in voller Höhe selbst dann zu, wenn Sie erst im Dezember mit der Pflege begonnen haben.

Voraussetzungen für Pflegepauschbetrag

Einige Bedingungen müssen Sie erfüllen, um den Pflegepauschbetrag zu erhalten.

Persönliche Pflege - Sie müssen sich selbst um die zu pflegende Person kümmern. Teilen Sie sich die Arbeit mit jemand anders, dann steht Ihnen beiden gemeinsam der Jahresbetrag von 924 Euro zu. Den Namen der anderen Pflegeperson müssen Sie in der Steuererklärung genauso angeben wie den Namen und die Anschrift des gepflegten Menschen. Pflegen Sie hingegen alleine mehrere Personen, beispielsweise Vater und Mutter, so können Sie den Pflegepauschbetrag gleich zweimal beantragen.

Werden Sie zeitweilig von einer ambulanten Pflegekraft unterstützt, so handelt es sich immer noch um persönliche Pflege. Die Kosten können Sie unter bestimmten Umständen auch anderweitig steuerlich geltend machen: als haushaltsnahe Dienstleistung (§ 35a EStG) oder, wenn Sie jemanden geringfügig beschäftigt haben, als haushaltsnahes Beschäftigungsverhältnis (Minijob; § 35 Abs. 1 Nr. 1 EStG).

Ort der Pflege - Die Pflege muss im häuslichen Umfeld erfolgen – entweder bei Ihnen zu Hause oder bei demjenigen, den Sie pflegen. Seit 2013 gilt die Regelung nicht nur für inländische Wohnungen, sondern im Europäischen Wirtschaftsraum: Dieser umfasst die Europäische Union sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. Dabei reicht es, wenn Sie den zu pflegenden Menschen beispielsweise nur am Wochenende bei sich haben und unter der Woche professionelle Heimpfleger sich um ihn kümmern.

Hilflose Person - Der Pflegebedürftige muss ständig hilflos sein. Nachzuweisen ist dies anhand eines Schwerbehindertenausweises mit den Einträgen H (hilflos) oder BI (blind), der Einstufung in die Pflegegrade 4 beziehungsweise 5 oder durch einen Bescheid des Versorgungsamts. Sie brauchen mit der Pflegeperson nicht verwandt zu sein. Allerdings verlangt das Finanzamt, dass Sie im Steuerformular das Verwandtschaftsverhältnis angeben.

Keine Einnahmen - Sie müssen als pflegende Person unentgeltlich helfen. Für Ihre kostenlos erbrachte Arbeitsleistung dürfen Sie keinen fiktiven Aufwand abziehen. 

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Autor
Udo Reuß

Stand: 06. Dezember 2017


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