LTE-Tarife fürs Handy

Diese LTE-Tarife fürs Smartphone kann sich jeder leisten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Mobilfunk-Standard LTE ermöglicht eine höhere Surfgeschwindigkeit mit dem Smartphone und oft auch einen besseren Empfang.
  • Die hessische Firma Drillisch bietet unter zahlreichen Markennamen günstige LTE-Tarife im Telefónica-Netz an. Diese enthalten jedoch oft gewisse Fallstricke wie kostenpflichtiges Zusatz-Datenvolumen nach Verbrauch des Inklusiv-Volumens – die sogenannte Datenautomatik.
  • Es gibt nur wenige günstige LTE-Tarife in den besseren Netzen der Telekom und von Vodafone.
  • Die hier vorgestellten Tarife enthalten kein Handy (Apple iPhone, Samsung Galaxy S billig kaufen).
  • LTE kann auch als DSL-Ersatz dienen. LTE-Tarife fürs Festnetz daheim finden Sie in unserem Ratgeber LTE für Zuhause.

So gehen Sie vor

  • Vieltelefonierern empfehlen wir die Allnet-Flatrate LTE All 2 GB von Winsim für monatlich knapp 9 Euro bei flexibler Laufzeit. Mit Vertragsbindung sinkt der Preis auf rund 7 Euro. Der Tarif enthält mit 2 Gigabyte ein so üppiges Surfvolumen, dass den meisten Nutzern keine Zusatzkosten durch die Datenautomatik entstehen sollten.
  • Für Nutzer, die Wert auf beste Netzqualität legen, haben wir drei günstige LTE-Tarife in den D-Netzen ausgewählt: Magenta Mobil Start (Telekom) sowie Callya Smartphone Special und Callya Smartphone Allnet-Flat (Vodafone). Die Tarife eignen sich für bestimmte Nutzerprofile, die wir in diesem Ratgeber beschreiben.
  • Weitere LTE-Smartphone-Tarife finden Sie mit Tarifrechnern im Internet:
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Mit dem Mobilfunk-Standard LTE surfen Smartphone-Nutzer viel schneller im Internet als mit dem alten UMTS. Doch bis vor Kurzem kamen nur die Kunden der Netzbetreiber Telekom, Vodafone und Telefónica (O2) in den Genuss des schnellen Internets. Die Unternehmen ließen sich das schnelle Surfen meist fürstlich bezahlen. Inzwischen bieten auch Mobilfunk-Discounter Tarife in dem Standard an. Dadurch wird LTE für viele Kunden erstmals erschwinglich.

Video: Handy mit Vertrag nehmen?

Finanztip-Experte Daniel Pöhler erklärt, wann sich ein Handyvertrag mit Smartphone lohnt.

Allnet-Flat mit 2 Gigabyte LTE ab 7 Euro

Wer mit seinem Smartphone viel im Internet surft, Filme auf Youtube schaut und größere Anhänge herunterlädt, sollte einen Vertrag mit üppigem Datenvolumen wählen. 2 Gigabyte (GB) inklusive LTE-Nutzung im Netz von O2 erhalten Sie für ab rund 7 Euro im Monat mit dem Tarif LTE All 2 GB von Winsim. 

Mit flexibler Kündigungsmöglichkeit beträgt der Preis knapp 9 Euro im Monat. Diese Variante ist für die meisten Nutzer empfehlenswert. Wer seine Handynutzung gut einschätzen kann und davon ausgeht, dass sich seine Bedürfnisse nicht so bald ändern, kann auch die Version mit 24 Monaten Vertragslaufzeit wählen. Der monatliche Preis beträgt dann rund 7 Euro im Monat. Außerdem sinkt der einmalige Anschlusspreis um 10 Euro. 

Das enthaltene Surfvolumen von 2 GB liegt weit über dem durchschnittlichen Bedarf; obwohl der Tarif eine sogenannte Datenautomatik enthält, sollten den meisten Nutzern daher keine Zusatzkosten entstehen. Sobald das Inklusiv-Volumen aber erschöpft ist, werden für 2 Euro bis zu dreimal 100 Megabyte nachgebucht. Die maximalen Extrakosten betragen also 6 Euro. Der Mechanismus lässt sich nicht abschalten.

Winsim
LTE All 2 GB

  • 8,99 € im Monat; 19,99 € einmalig (flexibel) beziehungsweise 6,99 € im Monat; 9,99 € einmalig (Vertragsbindung)
  • 15 € Gutschrift für Rufnummernmitnahme
  • LTE-Zugang mit bis zu 50 Mbit/s
  • 2 GB Surfvolumen
  • Flat in alle deutschen Fest- und Mobilfunknetze
  • O2-Netz
  • Datenautomatik nicht abschaltbar

Günstige LTE-Tarife von der Telekom und von Vodafone

Die günstigsten Handytarife sind fast alle in den Netzen von Telefónica (O2 und E-Plus) geschaltet. Doch in den Tests der Fachmagazine „Connect“ und „Chip“ schneiden die Handynetze der Deutschen Telekom und von Vodafone (D-Netze) deutlich besser ab. Betrachtet man nur das LTE-Teilnetz in Deutschland, hat Vodafone leicht die Nase vorn. Bei der Gesamtnetzqualität führt hingegen die Telekom deutlich. Wer beste Sprach- und Internetqualität wünscht, sollte jedenfalls einen Tarif in einem der D-Netze wählen.

Das wissen die Telekom und Vodafone und verlangen entsprechend hohe Preise. So kostet der günstigste LTE-Vertrag der Telekom, Magenta Mobil S, knapp 30 Euro im Monat. Und wegen der Mindestlaufzeit liegen die Kunden damit 24 Monate an der Kette.

Es gibt aber auch ein paar wenige LTE-Tarife der Telekom und von Vodafone, die flexibel kündbar sind und die Haushaltskasse vergleichsweise wenig belasten. Die Angebote sind allerdings nicht für jeden geeignet.

Preiswerte LTE-Tarife im D-Netz mit flexibler Laufzeit

    Telekom Magenta Mobil Start (mit Data Start M)   Vodafone Callya Smartphone Special   Vodafone Callya Smartphone Allnet-Flat
Preis/Monat   9,95 €   10,86 € (9,99 € für 4 Wochen)   24,47 € (22,50 € für 4 Wochen)
Tempo   50 Mbit/s   225 Mbit/s   225 Mbit/s
Datenvolumen   500 MB   750 MB   1.000 MB
Flatrate   Telekom-Handynetz und eine Festnetznummer nach Wahl   Vodafone-Handynetz   alle Netze
Minuten und SMS außerhalb der Flatrate   9 Cent   200 inklusive, danach 9 Cent  

Quelle: Unternehmensangaben, Finanztip-Recherche (Stand: 22. Juli 2016)

Telekom Magenta Mobil Start - Mit den Prepaidkarten der Telekom, früher „Xtra Card“ genannt, konnten sich die Kunden bis Mitte 2015 grundsätzlich nicht ins LTE-Netz einwählen. Das war den teuren Laufzeit-Tarifen vorbehalten. Seit Einführung der Prepaidkarte Magenta Mobil Start steht auch preisbewussten Kunden der Telekom das LTE-Netz offen. Die Geschwindigkeit liegt bei ordentlichen 50 Mbit/s.

Von weiteren Vorteilen der LTE-Netztechnik – besserer Empfang und niedrigere Netzauslastung – profitieren Prepaid-Kunden der Telekom genauso wie Nutzer der teuren Vertragsangebote. Telefonieren per LTE (VoLTE) ist hingegen mit Prepaidkarten der Telekom nicht möglich. VoLTE soll den Akku schonen und die Sprachqualität verbessern. Handys von Prepaid-Kunden müssen für Telefonate ins UMTS-Netz wechseln, was automatisch geschieht.

Von den zur Verfügung stehenden Internetoptionen mit 100, 500 und 1.000 Megabyte (MB) Datenvolumen reicht für Gelegenheitsnutzer die 500-Megabyte-Variante aus. Wer intensiver mit dem Smartphone surft und Dateien herunterlädt, sollte die Option mit 1 GB wählen. Mit 100 Megabyte kommen selbst Gelegenheitsnutzer kaum aus.

Gespräche und SMS an andere Kunden im Telekom-Netz sind mit „Magenta Mobil Start“ ohne Zusatzkosten möglich. Telefonate und Kurznachrichten in andere Netze kosten 9 Cent je Einheit. Eine Festnetznummer nach Wahl können Nutzer von Magenta Mobil Start kostenlos anrufen. Mit der 500-MB-Internet-Option „Data Start M“ kostet der Tarif knapp 10 Euro im Monat.

Wir empfehlen Magenta Mobil Start unter folgenden Voraussetzungen:

  • Sie wollen einen günstigen LTE-Zugang im besten Handynetz,
  • die meisten Ihrer Kontakte nutzen das Telekom-Netz (Zielnetzabfrage zum Beispiel unter netz-abfrage.de),
  • mit Nutzern anderer Handynetze telefonieren und simsen Sie nur selten,
  • Sie haben zumindest in Ihrer Wohnung WLAN-Zugang und kommen mit 500 Megabyte beziehungsweise 1 Gigabyte Datenvolumen aus.

Deutsche Telekom
Magenta Mobil Start

  • LTE im besten Handynetz mit bis zu 50 Mbit/s
  • günstiger Grundpreis von 9,95 € im Monat (mit 500-MB-Option)
  • Flat ins Telekom-Netz (Anrufe und SMS)
  • eine Festnetz-Nummer nach Wahl kostenlos anrufen
  • 9 Cent je Minute und SMS außerhalb des Telekom-Netzes

Vodafone Callya Smartphone Special - Konkurrent Vodafone, Zweiter in den Netztests, bietet seine Prepaid-Tarife, „Callya“ genannt, ebenfalls mit LTE-Zugang an. Ähnlich aufgebaut wie der Telekom-Tarif „Magenta Mobil Start“ ist das Vodafone-Angebot Callya Smartphone Special. Es bietet mit bis zu 225 Mbit/s aber eine deutlich höhere Internetgeschwindigkeit, mit 750 Megabyte ein größeres Datenvolumen und zusätzlich zu einer Vodafone-Flat auch 200 Gesprächsminuten oder SMS in andere Netze. Somit ist der Leistungsumfang erheblich größer als bei „Magenta Mobil Start“ von der Telekom, während der Preis mit knapp 11 Euro im Monat nur wenig höher liegt. Die monatlichen Kosten sind für Kunden etwas undurchsichtig, weil Vodafone lediglich einen Preis für vier Wochen nennt (9,99 Euro). Ein weiterer Nachteil gegenüber dem Telekom-Angebot ist das etwas schlechtere Gesamthandynetz von Vodafone. VoLTE ist mit Prepaidkarten von Vodafone – wie bei der Telekom – nicht möglich.

Wir empfehlen Vodafone Callya Smartphone Special unter folgenden Voraussetzungen:

  • Sie wollen einen preiswerten LTE-Zugang und das zweitbeste Handynetz ist okay für Sie,
  • viele Ihrer Kontakte nutzen das Vodafone-Netz (Zielnetzabfrage zum Beispiel unter netz-abfrage.de),
  • mit Nutzern anderer Handynetze telefonieren und simsen Sie gelegentlich,
  • Sie haben zumindest in Ihrer Wohnung WLAN-Zugang und kommen mit 750 Megabyte Surfvolumen aus.

Vodafone
Callya Smartphone Special

  • LTE im Vodafone-Netz mit bis zu 225 Mbit/s
  • 750 MB Datenvolumen
  • günstiger Grundpreis von 9,99 € für 4 Wochen
  • Flat ins Vodafone-Netz (Anrufe und SMS)
  • 200 Inklusiv-Einheiten in andere Netze
  • 9 Cent je Minute und SMS außerhalb des Vodafone-Netzes nach Verbrauch der Inklusiv-Einheiten

Vodafone Callya Smartphone Allnet-Flat - Sofern Ihre Kontakte in allen Handynetzen verstreut sind, müssen Sie für einen LTE-Tarif im D-Netz deutlich tiefer in die Tasche greifen. Wenn Sie häufig und lange in alle Netze telefonieren, bietet sich ein Pauschaltarif an, eine sogenannte Allnet-Flat. Die günstigste Allnet-Flat mit LTE im D-Netz und flexibler Laufzeit kommt von Vodafone und kostet rund 24 Euro im Monat (22,50 € für vier Wochen). Die Callya Smartphone Allnet-Flat ist bis zu 225 Mbit/s schnell und enthält ein sehr ordentliches Surfvolumen von 1 Gigabyte.

Vodafone
Callya Smartphone Allnet-Flat

  • LTE im Vodafone-Netz mit bis zu 225 Mbit/s
  • 1 GB Datenvolumen
  • Flat in alle deutschen Fest- und Mobilfunknetze
  • flexibel kündbar
  • Grundpreis von 22,50 € für 4 Wochen
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Mehr LTE-Tarife mit einem Vergleichsrechner finden

Noch mehr LTE-Angebote finden Sie mit Handytarif-Vergleichsrechnern. Setzen Sie auf den Portalen in den Einstellungen einen entsprechenden Haken, um nur Tarife mit LTE-Zugang anzeigen zu lassen und vergleichen Sie diese.

Im E-Plus-Netz gilt: Wählen Sie im Zweifel einen Tarif, der LTE im Namen trägt. Denn E-Plus hat zwar für alle Kunden LTE freigeschaltet, kann diese freiwillige Geste aber jederzeit zurücknehmen. Achten Sie deshalb darauf, dass der LTE-Zugang ein fester Vertragsbestandteil ist. Prüfen Sie außerdem, ob Datenvolumen kostenpflichtig nachgebucht wird (Datenautomatik).

Mehr dazu im Test der Handytarif-Vergleichsrechner

Daniel Pöhler
von Finanztip, Mobilfunk-Experte

Den richtigen Handytarif finden

  • Mit Verivox, Tariffuxx und handytarife.de finden Sie den passenden Mobilfunktarif.
  • Günstige Allnet-Flat: LTE All 2 GB von Winsim.
  • Im besseren D-Netz: Callya Allnet-Flat.

» Zum Test

Was bedeutet LTE genau?

Die Abkürzung LTE steht für den etwas skurrilen Begriff Long Term Evolution, zu Deutsch: langfristige Entwicklung. Dabei handelt es sich um den vierten Handynetz-Standard (4G) – nach A/B/C-Netz (1G), GSM (2G) und UMTS (3G). Während günstige UMTS-Tarife derzeit meist mit einem Tempo von 7,2 oder 14,4 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) angeboten werden, erreicht LTE in den schnellsten Discount-Tarifen jetzt schon bis zu 50 Mbit/s. Doch selbst wenn die theoretische Geschwindigkeit eines Tarifs mit und ohne LTE gleich ist, bieten Angebote mit LTE deutliche Vorteile. So ist das 4G-Netz noch nicht so stark ausgelastet wie das UMTS-Netz. Wenn sich Kunden das Netz mit weniger Nutzern teilen müssen, kann jeder Einzelne schneller surfen. Außerdem haben LTE-Nutzer eine bessere Netzabdeckung als Kunden ohne LTE – durch neue Antennen mit besserer Reichweite, die die Netzbetreiber extra für den 4G-Ausbau aufgestellt haben.

LTE-Handy notwendig

Zunächst benötigen Sie ein LTE-fähiges Handy. Dazu zählen das iPhone ab 5S (das iPhone 5 ist nur mit Einschränkungen LTE-fähig), das Samsung Galaxy ab S4 (oder die spezielle LTE-Version des S3) oder Lumia-Smartphones von Nokia/Microsoft mit der Modellnummer 625 und höher. Viele Geräte von anderen Herstellern wie Huawei oder Sony (Xperia) funktionieren ebenfalls im LTE-Netz. Aktuell verkaufte Smartphones beherrschen fast alle 4G, unabhängig davon, ob sie mit iOS, Android oder Windows laufen. Auch Dual-Sim, also die Möglichkeit, zwei SIM-Karten einzulegen, ist kein Hindernis für den 4G-Empfang.

Möglicherweise müssen Sie LTE zunächst in den Einstellungen Ihres Smartphones aktivieren. Sobald sich das Handy eingebucht hat, steht im Normalfall oben im Display LTE, L oder 4G.

LTE-Tarife mit Fallstricken von Drillisch

Neben einem 4G-fähigen Gerät benötigen Sie einen speziellen LTE-Handytarif, am besten mit einer Laufzeit von höchstens einem Monat, um flexibel zu bleiben. Bislang bietet nur ein Discounter als richtiger LTE-Anbieter Tarife mit kurzer Vertragsbindung an: Die hessische Firma Drillisch, die unter einer Vielzahl von Markennamen auftritt. Handytarif-Vergleichsrechner zeigen auf den obersten Plätzen fast ausschließlich günstige LTE-Angebote mit kurzer Laufzeit von Drillisch.

Auffällig ist, dass Drillisch immer wieder zeitlich begrenzte Sonderangebote und Rabatte ausweist. Einen Tarif zum scheinbaren Normalpreis sollten Sie nicht abschließen. Denn die Rabatte kommen immer wieder, zum Teil wandern Sonderangebote von Marke zu Marke. Ausnahmen sind die dauerhaft günstigen Tarife von Sim.de.

Stolperfallen bei Drillisch
Die Angebote von Drillisch sind günstig, allerdings enthalten viele von ihnen Stolperfallen. Bevor Sie Ihren Wunschtarif abschließen, prüfen Sie unbedingt den Preis für Minuten und SMS nach Verbrauch der Inklusiv-Einheiten. Dafür sollten nicht mehr als 9 Cent fällig werden. Außerdem ist wichtig, was passiert, sobald Sie das enthaltene Datenvolumen verbraucht haben.

Viele Drillisch-Tarife enthalten eine sogenannte Datenautomatik, die Volumen kostenpflichtig nachbestellt. So kosten 100 Megabyte Extra-Volumen am Stichtag 2 Euro. Die Menge ist mit einer LTE-Verbindung schnell verbraucht. Maximal dreimal werden 100 Megabyte Zusatzvolumen kostenpflichtig gebucht, bevor die Nutzer mit gedrosseltem Tempo kostenlos weitersurfen können. Das Drossel-Tempo vieler Tarife ist sehr niedrig: Es beträgt oft nur 16 Kilobit pro Sekunde. Üblich sind eigentlich 64 Kbit/s.

Noch problematischer ist die Abrechnung je Megabyte, die es bei Simply gab. Die Drillisch-Marke berechnete in ihren LTE-Mini-Tarifen am Stichtag 5 Cent je Megabyte nach Verbrauch des Inklusiv-Volumens. Das sind 5 Euro für 100 Megabyte – deutlich zu teuer. Von dieser Abrechnung scheint Drillisch größtenteils abgerückt zu sein.

Datenautomatik abschalten
In manchen Fällen lässt sich die Datenautomatik abschalten. Bei bestimmten Drillisch-Marken wie Smartmobil ist dies beispielsweise schriftlich, telefonisch (06181 / 708 30 30) oder im Online-Kundenbereich möglich. Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, wählen Sie von vorneherein einen Tarif, der nach Verbrauch des Datenvolumens ganz klassisch das Surftempo drosselt und keine weiteren Gebühren in Rechnung stellt.

Netzabdeckung prüfen
Die LTE-Angebote von Drillisch nutzen das Netz von O2 (Telefónica). Laut dem Fachmedium „Connect“ hat Telefónica den LTE-Ausbau im Jahr 2014 kräftig vorangetrieben; die deutschen Großstädte seien mittlerweile versorgt. Beachten Sie jedoch, dass die Netzabdeckung von O2 nicht an diejenige der Deutschen Telekom oder an die von Vodafone herankommt. Überprüfen Sie also vor einem Abschluss die Netzverfügbarkeit für Ihren Wohnort.

Neben dem O2-Netz können Drillisch-Kunden auch das UMTS-Netz von E-Plus nutzen. Das liegt daran, dass Telefónica E-Plus übernommen hat und gerade dabei ist, beide Netze zusammenzuführen.

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Altkunden von E-Plus nutzen LTE bis 21,6 Mbit/s

Nachdem Telefónica (O2) seinen Konkurrenten E-Plus aufgekauft hat, beendete das Unternehmen die E-Plus-Sonderaktion „Highspeed für jedermann“ zum 30. Juni 2016. Wegen der Aktion konnten alle E-Plus-Kunden das LTE-Netz mit einem Tempo von bis zu 50 Mbit/s nutzen, auch wenn ihr Vertrag ein niedrigeres Tempo oder gar keinen LTE-Zugang vorsieht.

Ab dem 1. Juli 2016 surfen Altkunden von E-Plus wieder mit ihrem vertraglich vereinbarten Tempo: statt 50 oftmals nur 21,6 Mbit/s. Betroffen sind auch die Angebote der Discounter, die das E-Plus-Netz verwenden, zum Beispiel Simyo, blau.de oder Aldi Talk.

Der Zugang zur Netztechnik LTE, der bis Ende Juni 2016 allen Kunden im E-Plus-Netz offenstand, bleibt aber offenbar erhalten. „Über welche Technologie der Datenzugang erfolgt, ist unerheblich“, erklärte eine Unternehmenssprecherin auf Finanztip-Anfrage. Durch den Zusammenschluss von O2 und E-Plus können die E-Plus-Altkunden also bald das besser ausgebaute LTE-Netz von O2 nutzen, nicht nur das mäßige LTE von E-Plus. Das kann ein großer Vorteil für den Empfang sein und den Nachteil der vertraglichen Grenze beim Internet-Tempo übertreffen. Allerdings kann es durch die vielen neuen Nutzer zu Überlastungen des LTE-Netzes von O2 kommen

Bei einem Neuabschluss raten wir aber grundsätzlich zu einem Handytarif, der LTE mit mindestens 50 Mbit/s als festen Vertragsbestandteil enthält.

Inoffizielles LTE bei Congstar

Die Discount-Tochter der Deutschen Telekom Congstar bietet eigentlich keine Handytarife mit LTE an. Der schnelle Netzstandard ist dem Mutterkonzern vorbehalten. Doch einige Congstar-Kunden berichten, dass sich ihr Handy trotzdem ins LTE-Netz der Telekom einwählt. Das soll auch bei Tarifen ohne Vertragslaufzeit funktionieren.

Darauf verlassen können Sie sich zwar nicht. Doch wenn Sie bereits Kunde bei Congstar sind, probieren Sie es einfach aus, indem Sie die entsprechende Funktion in Ihrem Handy einschalten. Falls sich das Gerät ins LTE-Netz einbucht, profitieren Sie von einer geringeren Netzauslastung und besseren Abdeckung. Die Surfgeschwindigkeit ist hingegen weiterhin auf den Wert begrenzt, der in Ihrem Vertrag steht, zum Beispiel 7,2 oder 14,4 Mbit/s.

So haben wir ausgewählt

Unsere LTE-Empfehlungen sind monatlich kündbar oder im Voraus bezahlte Tarife ohne feste Laufzeit (prepaid) und liegen preislich deutlich unter den LTE-Vertragstarifen der Netzbetreiber.

Unter diesen Vorgaben haben wir Abfragen mit den aktuell von uns für die Handytarifsuche empfohlenen Tarifrechnern Verivox, Tariffuxx und handytarife.de vorgenommen. Die gefundenen Tarife haben wir redaktionell geprüft. Wir beschreiben genau, für wen sie geeignet sind. Alle Empfehlungen erfüllen die strengen Finanztip-Mobilfunk-Kriterien:

  • Unsere Handytarif-Empfehlungen ermitteln wir mit den aktuell von uns empfohlenen Handytarifrechnern. Außerdem durchsuchen wir Newsletter, Pressemitteilungen und Unternehmensauftritte in den sozialen Medien nach guten Angeboten.
  • Die Grundgebühr eines empfohlenen Tarifs darf sich nicht nach einer bestimmten Laufzeit erhöhen, es sei denn, die endgültige Grundgebühr wäre günstiger als die der Konkurrenzangebote.
  • Eine sogenannte Datenautomatik, die zusätzliches kostenpflichtiges Datenvolumen hinzubucht, müssen Kunden jederzeit abschalten können, sofern das enthaltene Surfvolumen weniger als 2 Gigabyte umfasst.
  • Ab einem Datenvolumen von monatlich 2 Gigabyte wird eine Datenautomatik als fester Tarifbestandteil akzeptiert.
  • Der Tarif muss Zugang zum LTE-Netz bieten.
  • Falls der Tarif keine SMS-Flat enthält, darf der Preis für eine Kurzmitteilung nicht mehr als 9 Cent betragen.

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Daniel Pöhler

Finanztip-Experte für Mobilität & Digitales

Daniel Pöhler ist bei Finanztip für Mobilität und digitale Themen verantwortlich. Wie die Telekommunikations-Branche tickt, hat er durch seine Arbeit bei der Fachzeitung Telecom Handel gelernt. Davor sammelte er Erfahrungen bei der Software-Schmiede SAP und beim TV-Hersteller Loewe. Daniel Pöhler hat ein Diplom in Betriebswirtschaft von der Universität Bayreuth.