Anonyme Kreditkarten

Kreditkarten von der Tankstelle

Das Wichtigste in Kürze

  • An vielen Tankstellen oder Kiosken können Verbraucher Kreditkarten auf Guthabenbasis kaufen. Mit einer solchen Karte nehmen sie keinen Kredit in Anspruch.
  • Verbraucher können diese Prepaid-Kreditkarte per Überweisung oder Einzahlung mit Guthaben aufladen – bei den Basis-Modellen maximal mit 100 Euro pro Monat.
  • Die Karte selbst kostet einmalig etwa 10 Euro, danach fallen Jahresgebühren an.
  • Einige der Modelle können fast komplett anonym genutzt werden.
  • Diese Kreditkarten eignen sich nur für wenige Verbraucher. Wir raten vom Kauf ab und empfehlen stattdessen Prepaid-Kreditkarten mit niedrigeren Gebühren.

Die günstigsten Prepaid-Kreditkarten finden Sie in unserem Ratgeber Prepaid-Kreditkarten.

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Kreditkarten gehören in der Regel nicht zu den Produkten, die Verbraucher einfach beim Tanken oder im Kiosk kaufen können. Stattdessen müssen sie die Karte bei einer Bank oder über ein Vergleichsportal beantragen, dabei wird meist ihre Schufa-Bewertung geprüft. Außerdem verlangen die Banken persönliche Daten, zum Beispiel Namen und Adresse. Doch es gibt Ausnahmen: Kreditkarten wie die Mycard2go von Visa oder die Mastercard Joker können Verbraucher für rund 10 Euro nach dem Kauf sofort mitnehmen. Sie müssen die Kreditkarten nur noch aktivieren, das geht beispielsweise per SMS. Beim Kaufen der Kreditkarte, Aktivieren und Nutzen bleiben sie zum Teil anonym. Diese Karten sind an Tankstellen und Kiosken erhältlich.

Es handelt sich dabei um Prepaid-Kreditkarten, deshalb müssen die Verbraucher Geld aufladen. Das erste Mal erledigen sie das direkt beim Händler. Das Guthaben können sie wie bei normalen Prepaid-Kreditkarten verbrauchen, indem sie in Geschäften oder im Internet bezahlen. Mit einigen Kartenmodellen können sie auch Geld an Automaten abheben. Das Guthaben auf der Karte laden Verbraucher später wieder auf, beispielsweise per Überweisung oder per Bareinzahlung im Handel; in der Regel gelten dabei Einschränkungen.

Anonyme Nutzung

Die Karten können fast anonym genutzt werden. Zum einen gegenüber dem Händler, da die Kunden abhängig vom Kartenmodell keine persönlichen Daten angeben müssen. Zum anderen sogar gegenüber der Kreditkartenfirma, da sie nur eine SMS senden müssen, um die Karte zu aktivieren. Um dabei völlig anonym zu bleiben, brauchen die Kunden jedoch noch eine Sim-Karte, die nicht auf sie zurückführbar ist. Solche Prepaid-Karten können Verbraucher zum Beispiel über Ebay kaufen.

Außerdem ist kein Name auf den Karten aufgedruckt, die Nutzer müssen ihren Namen auch nicht eingeben, um im Internet zu zahlen. Stattdessen geben sie die Bezeichnung auf der Vorderseite der Karte ein, die sich auf den Anbieter bezieht und nicht auf den Karteninhaber. Dazu kommen beim Bezahlen im Internet noch Kreditkartennummer, Prüfziffer und das Ablaufdatum der Kreditkarte. Allerdings müssen die Verbraucher bei vielen Händlern noch weitere Informationen preisgeben, zum Beispiel die Adresse. Das ist natürlich auch nötig, wenn Sie nicht bloß einen Download kaufen, sondern sich etwas zuschicken lassen wollen.

Die Nutzer sollten auf die begrenzte Gültigkeit der Tankstellenkarten achten: Manche Anbieter schicken einfach eine neue Karte gegen die entsprechende Gebühr, nachdem die Kreditkarte abgelaufen ist. Falls die Verbraucher das nicht wollen, müssen sie die Karte rechtzeitig kündigen.

Unterschiedliche Modelle der Prepaid-Kreditkarten

Es gibt zwar nicht viele Anbieter, die diese Art von Prepaid-Kreditkarten anbieten, die Kartenmodelle sind trotzdem recht unterschiedlich.

Mastercard Joker - Die Mastercard Joker ist zum Beispiel bei Aral-Tankstellen und Rewe-Supermärkten erhältlich. Die Nutzer müssen sich auf der Website des Anbieters mit ihren persönlichen Daten registrieren. Die kartenausgebende Novum Bank kontrolliert diese Daten nach eigenen Angaben aber nicht. Deshalb wird die Karte nach Angaben der Bank immer noch als anonyme Kreditkarte behandelt. Wer seine Daten überprüfen lässt, kann mehr als 100 Euro monatlich auf die Prepaid-Kreditkarte laden und mit ihr auch Geld abheben, muss für das Überprüfen der Daten jedoch eine Gebühr zahlen.

Mycard2go Go - Bei der Mycard2go kombiniert die Wirecard Bank eine Visa-Kreditkarte mit der V-Pay-Funktion der Girocards (früher EC-Karten). Der Anbieter verspricht eine größere Akzeptanz im Handel. Sie löst die Mywirecard ab. Die Nutzer können ihre Kreditkarte „upgraden “, dann stehen ihnen weitere Funktionen offen.

Die Basisvariante der Visa-Kreditkarte lässt sich nur einmal aufladen, mit maximal 100 Euro. Auch Geldabheben ist nicht möglich, die Kreditkarte ist nur zum Bezahlen im Internet und in Geschäften gedacht. Die Verbraucher können die Karte per SMS oder über die Website des Anbieters aktivieren und müssen keine persönlichen Daten angeben.

Mycard2go Limited - Die Nutzer können die „Limited“-Variante monatlich mit 100 Euro aufladen und mit ihr im Internet und in Geschäften einkaufen. Falls sie diese Variante der Prepaid-Kreditkarte nutzen wollen, müssen sie ihre persönlichen Daten angeben.

Mycard2go Ultimate - Für die „Ultimate“-Karte weisen Verbraucher ihre Identität über das Postident-Verfahren nach. Sie können die Karte mit bis zu 5.000 Euro am Tag und 10.000 Euro im Monat aufladen, der jährliche Betrag darf 30.000 Euro nicht überschreiten. Falls mehrere Verbraucher eine solche Prepaid-Kreditkarte nutzen, sind Überweisungen untereinander möglich. Es ist außerdem die einzige der Mycard2go-Kreditkarten, mit denen die Kunden nicht nur bezahlen, sondern auch Geld am Automaten abheben können.

Tipp

Als Geschenk

Falls Verbraucher kein Bargeld als Geschenk übergeben wollen, kaufen sie besser Gutscheine im Einzelhandel. Für die zahlen sie nichts extra und das ausgegebene Geld geht komplett an den Beschenkten.

Gebühren treiben den Preis hoch

Die Prepaid-Kreditkarten aus dem Handel sind teuer. Dabei geht es nicht nur um die Jahresgebühr, es gibt noch weitere, eher ungewöhnliche Kosten. So fallen teilweise Gebühren an, wenn die Nutzer Guthaben auf die Karte laden.

Ungenutztes Guthaben kann nach einem Jahr verfallen, oder die Anbieter verlangen Gebühren für das Verwalten des Geldes oder falls sie das Guthaben auf das Girokonto des Verbrauchers überweisen. Wenn die Verbraucher die Prepaid-Kreditkarte ein paar Monate nicht nutzen, müssen sie teilweise eine Inaktivitätsgebühr zahlen.

Ob die Anbieter eine Gebühr für die Nutzung der Karte im Ausland verlangen, hängt von der jeweiligen Bank ab.

Das bringt die Kreditkarte von der Tankstelle

Die Prepaid-Kreditkarten lohnen sich nur in wenigen Fällen. So ist die Karte für Menschen mit schlechten Schufa-Einträgen interessant, da die Bonität der Verbraucher nicht überprüft wird. Das ist auch bei den virtuellen Kreditkarten der Fall, bei denen müssen die Nutzer jedoch auf eine Plastikkarte verzichten und können die Karte nur im Internet einsetzen.

Eine Kreditkarte von der Tankstelle eignet sich außerdem, falls Verbraucher im Internet kleinere Beträge mit Kreditkarte bezahlen müssen, sich aber nicht bei einer Bank oder einem Kreditkartenunternehmen registrieren wollen und beim Bezahlen zu einem gewissen Grad anonym bleiben wollen.

Mehr dazu im Ratgeber Prepaid-Kreditkarten

Manuel Kayl
von Finanztip
Experte für Kredit

Prepaid-Kreditkarte als Alternative

  • Prepaid-Kreditkarten eignen sich für Jugendliche.
  • Sie sind Alternativen für Menschen mit schlechter Schufa-Bewertung.
  • Sie sind oft teurer als normale Kreditkarten.

» Zum Ratgeber

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Community
Die letzten Beiträge zu dieser Diskussion:
Kreditkarteneinsatz USA sehr problematisch
Hallo, bin gerade in Nordamerika unterwegs und habe sehr viele Probleme mit Kreditkarten. Meistens wird dort nur der Magnetstreifen benutzt, was in ...
17. Juni 2016 zum Beitrag
Vorsicht die DKB erstattet ab dem 01.06 nicht mehr die Gebühren die anfallen können und die von den Automatenbetreiber erhoben werden!
28. Mai 2016 zum Beitrag
Ähnliches wie KhunChang habe ich aus Kuba zu berichten.
Der kubanische Staat hat dort gerne an meinen Abhebungen am Bankautomaten mitverdient. Diese Gebühren werden normalerweise von den Banken ...
25. Februar 2016 zum Beitrag
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Artikel verfasst von

Dr. Manuel Kayl

Finanztip-Experte für Bankprodukte

Manuel Kayl ist bei Finanztip für Geldanlagethemen zuständig. Der promovierte Physiker arbeitete als Anlagestratege und Risikomanager bei der niederländischen Versicherung a.s.r., nachdem er am Genfer Forschungszentrum Cern sowie am Nikhef und der Universität Amsterdam forschte. Studiert hat er an der TU München und dem Max-Planck-Institut für Physik.

Josefine Lietzau

Finanztip-Expertin für Bankprodukte

Josefine Lietzau ist Redakteurin im Team Bank & Geldanlage. Bereits während ihres Studiums der Germanistik und Anglistik war sie für die Redaktionen der Grünen Liga, der Jüdischen Zeitung und der Superillu tätig. Nach ihrem Magister-Abschluss absolvierte Josefine Lietzau ein Volontariat bei den Online-Verbraucherportalen Banktip und Posttip, wo sie im Anschluss als Redakteurin arbeitete.

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