Unterschätzt Du dieses ETF-Risiko?

Eine Kennzahl an der Börse ist heute extremer als 1929. Solltest Du jetzt nervös werden? Alles, was Du zur Marktkonzentration wissen musst.

Nadine Graf
Nadine Graf • Geldanlage
Aktientopf und Fragezeichen

Sind die großen Tech-Konzerne in weltweiten Aktien-ETFs zu stark gewichtet – und wird das zum Risiko? Diese Frage bekommen wir immer wieder aus der Finanztip Community.

Und sie ist berechtigt, wie Zahlen von Morningstar zeigen, die das Analysehaus uns auf Anfrage zur Verfügung gestellt hat: 35,7 % des US-Aktienmarkts entfallen derzeit auf die größten zehn Unternehmen. Das sind etwa 7 %-Punkte mehr als 1929, dem Jahr der großen Börsenkrise. 

So konzentriert war der US-Aktienmarkt noch nie

Im Oktober 2025 war die Konzentration an der Spitze sogar noch höher, vor knapp einem Jahr haben die größten 10 Unternehmen 37,7 % des US-Aktienmarktes ausgemacht. Das war ein neuer Höchstwert seit Beginn der historischen Aufzeichnung im Jahr 1926. 

Wenn Du jetzt denkst: „Aber ich investiere doch breit gestreut in einen MSCI ACWI IMI oder den FTSE All World“ – dann betrifft Dich das zumindest teilweise trotzdem. Auch dort haben dieselben Unternehmen ein hohes Gewicht.  

Denn in den Indizes werden die Unternehmen nach ihrem aktuellen Börsenwert gewichtet und der ist bei diesen aktuell hoch. Etwas unternehmen musst Du erstmal nicht, Du solltest aber eine Sache prüfen.

Ist die hohe Konzentration ein Warnsignal?  

Dafür ist erstmal eine Sache wichtig: Der große Börsencrash begann bereits 1929, der Konzentrationsrekord folgte erst im Jahr 1932 – also rund 3 Jahre danach.  

Eine hohe Konzentration kann nicht nur durch stark steigende Kurse der Top-Firmen entstehen. Sie kann auch entstehen, wenn alle anderen Aktien stark fallen.

Dass die Konzentration nicht unbedingt mit der Rendite zusammenhängt, zeigen auch die vergangenen Jahre. So war sie bereits vor fünf Jahren so hoch wie zuletzt Anfang der 70er. Trotzdem ist der Aktienmarkt seitdem weiter (stark) gestiegen.

Wertvolle Top-Firmen sind kein Warnsignal

Dass die großen Unternehmen besonders viel Gewicht haben, kann also auch das Ergebnis einer Krise sein.  

Auch beim Dotcom-Crash Anfang der 2000er war die Konzentration kein gutes Warnsignal für eine Korrektur. Denn der US-Markt blieb auch danach stark konzentriert – erst ab 2003 ist die Konzentration gesunken. 

Denk außerdem dran: Die Konzentration ist aktuell so hoch, weil der Markt den Wert dieser Unternehmen so hoch einschätzt. Wenn Du einen ETF kaufst, der die Gewichtung nach einem anderen Kriterium vornimmt, wettest Du gegen den Markt. Wer am Ende richtig liegt, lässt sich nicht vorhersagen.

Wir raten Dir deshalb: Folg der Bewertung des Marktes.

Das kannst Du tun

Trotzdem ist es verständlich, wenn Dir der hohe Anteil der großen US-Konzerne an weltweiten Aktien-ETFs vielleicht nicht ganz geheuer ist.

Unser Tipp: Entscheide Dich für einen breit gestreuten Alle-Länder-ETF, z. B. auf den MSCI ACWI IMI. Damit deckst Du 99% des weltweiten Marktes ab, der US-Anteil liegt bei ca. 62 %.

Mit dem MSCI World deckst Du 78 % des weltweiten Marktes ab, bei einem US-Anteil von ca. 72 %. Mit einem Alle-Länder-ETF auf den ACWI IMI hast Du das Gewicht der Top 10 zumindest etwas verringert und möglichst breit gestreut. Den passenden ETF für Dein Depot findest Du ganz einfach mit dem Finanztip ETF-Finder.  

Deine Finanzen. Deine App.

Verpasse dank Push-Nachrichten keine News, Spartipps oder wichtigen To-Dos mehr, erhalte einen Überblick über Deine Finanzen mit dem Finanzcoach und speichere wichtige Inhalte für später.

Hol Dir die App

Werde jetzt Teil unserer Mission für mehr Finanzbildung!

Mit Deinem monatlichen Beitrag stärkst Du die Finanztip Stiftung und hilfst, unser Angebot auszubauen. Als Unterstützer erhältst Du zudem exklusiven Zugang zu Expertengesprächen und zur kompletten Finanztip Academy.

Unterstütze uns

* Was der Stern bedeutet:

Finanztip ist kein gewöhnliches Unternehmen, sondern gehört zu 100 Prozent zur gemeinnützigen Finanztip Stiftung. Die hat den Auftrag, die Finanzbildung in Deutschland zu fördern. Alle Gewinne, die Finanztip ausschüttet, gehen an die Stiftung und werden dort für gemeinnützige Projekte verwendet – wie etwa unsere Bildungsinitiative Finanztip Schule.

Wir wollen mit unseren Empfehlungen möglichst vielen Menschen helfen, eigenständig die für sie richtigen Finanzentscheidungen zu treffen. Daher sind unsere Inhalte kostenlos im Netz verfügbar. Wir finanzieren unsere aufwändige Arbeit mit sogenannten Affiliate Links. Diese Links kennzeichnen wir mit einem Sternchen (*).

Bei Finanztip handhaben wir Affiliate Links jedoch anders als andere Websites. Wir verlinken ausschließlich auf Produkte, die vorher von unserer unabhängigen Experten-Redaktion ausführlich analysiert und empfohlen wurden. Nur dann kann der entsprechende Anbieter einen Link zu diesem Angebot setzen lassen. Geld bekommen wir, wenn Du auf einen solchen Link klickst oder beim Anbieter einen Vertrag abschließt.

Für uns als gemeinwohlorientiertes Unternehmen hat es natürlich keinen Einfluss auf die Empfehlungen, ob und in welcher Höhe uns ein Anbieter vergütet. Was Dir unsere Experten empfehlen, hängt allein davon ab, ob ein Angebot gut für Dich als Verbraucher ist.

Mehr Informationen über unsere Arbeitsweise findest Du auf unserer Über-uns-Seite.