Tipps & Tricks
Warum haben so viele ETFs ihren Sitz in Irland?
Viele ETFs, die Du in Deutschland kaufen kannst, stammen aus Irland. Zufall ist das nicht – der ETF-Sitz macht steuerlich einen Unterschied.

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Viele ETFs, die Du in Deutschland kaufen kannst, stammen aus Irland. Zufall ist das nicht – der ETF-Sitz macht steuerlich einen Unterschied.


Irland spielt bei Aktien-ETFs eine größere Rolle, als Du vielleicht denkst. Das gilt vor allem für Fonds mit vielen US-Aktien. Auch zahlreiche Welt-ETFs, die wir bei Finanztip empfehlen, haben dort ihren Sitz. Das erkennst Du am Kürzel „IE“ in der Wertpapiernummer. Der Grund dafür liegt weder in der schönen irischen Landschaft noch in niedrigen Büromieten, sondern im Steuerrecht.
Zwischen den USA und Irland gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen. Das sorgt dafür, dass irische Fonds auf Dividenden aus US-Aktien weniger Steuern zahlen müssen.
Konkret heißt das: US-Unternehmen behalten bei irischen Fonds nur 15 % Quellensteuer ein – statt 30 %, die sonst fällig wären. Ein einfaches Beispiel:
Zahlt ein US-Unternehmen 100 € Dividende, gehen bei einem irischen ETF 15 € davon an den US-Staat. 85 € bleiben im Fonds. Bei Fonds aus Ländern ohne diesen Steuervorteil können statt 15 % bis zu 30 % Quellensteuer anfallen. Dann bleiben pro 100 € Dividende bis zu 15 € weniger im Fonds.
Davon profitierst auch Du als Anlegerin oder Anleger: Je weniger Steuern der Fonds zahlt, desto mehr Geld bleibt im Fondsvermögen oder kann an Dich ausgeschüttet werden. Langfristig kann das Deine Rendite leicht erhöhen – gerade bei ETFs mit vielen US-Aktien.
So wichtig der Steuervorteil auch ist, Du solltest ihn nicht überbewerten. ETFs aus anderen Ländern können das durch niedrigere Kosten oder zusätzliche Erträge, etwa aus Wertpapierleihe, teilweise ausgleichen. Entscheidend bleibt also das Gesamtpaket eines ETFs.
Der Steuervorteil betrifft nur die Fondsebene. Für Dich persönlich gilt: Das Land, in dem der ETF sitzt, hat keinen Einfluss darauf, wie viel Steuern Du beim ETF-Verkauf auf Deine Gewinne zahlst. Dafür ist allein die deutsche Abgeltungsteuer relevant.
Kurz gesagt: Irland macht ETFs steuerlich effizienter – aber nicht automatisch besser.
Du bist noch auf der Suche nach dem richtigen Welt-ETF? Dann schau mal in unseren ETF-Finder. Er hilft Dir, den für Dich passenden und günstigen ETF auszuwählen.
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