Biomasse

Mit Pellets wirtschaftlich und umweltfreundlich heizen

Ines Rutschmann
Finanztip-Expertin für Energie
29. September 2021
Das Wichtigste in Kürze
  • Mit Holzpellets heizt Du günstiger als mit Heizöl oder Erdgas. 
  • Holzpellets zählen zu den erneuerbaren Energien: Ihre Verbrennung gilt als klimaneutral.
  • Während der Staat seit 2021 einen CO2-Preis auf Heizöl und Erdgas erhebt, bleiben Holzpellets davon frei.
So gehst Du vor
  • Rufe die Preise für Pellets auf Internetportalen ab. Wir empfehlen Heizpellets24 – das Portal zeigte in unserem Test 2020 die meisten und günstigsten Angebote.
  • Du kannst den Brennstoff über das Portal auch bestellen – der gewählte Händler liefert sie Dir nach Hause.
  • Entscheidest Du Dich für eine Pelletheizung, gibt es Zuschüsse vom Staat. Ersetzt sie Deine Ölheizung, trägt der Staat bis zu 50 Prozent der Kosten für die neue Anlage.

Energie aus Biomasse ist vielseitig: Es gibt feste, flüssige und gasförmige Brennstoffe. Biogas entsteht durch Vergärung von Pflanzen, Mist oder Abfällen. Mit dem Gas lässt sich heizen oder Strom erzeugen. Aus Pflanzenölen lässt sich Biodiesel herstellen und in Autos oder Blockheizkraftwerken verbrennen. Feste Brennstoffe dienen vor allem zum Heizen – in Form von Hackschnitzeln, Scheitholz oder Pellets. Meist bestehen die Brennstoffe aus Holz.

Gemeinsam ist allen Biobrennstoffen, dass sie sich aus nachwachsenden oder regelmäßig anfallenden Rohstoffen gewinnen lassen. Damit zählen biogene Brennstoffe zu den erneuerbaren Energien. Die in Deutschland im Wärmebereich genutzten erneuerbaren Energien stammten Anfang 2021 zu 85 Prozent aus Biomasse. In diesem Ratgeber geht es in erster Linie um einen Vertreter der festen Biomasse: Holzpellets.

Warum mit Biomasse heizen?

Biobrennstoffe halten nach Angaben des Statistischen Bundesamts rund zwei Millionen Wohnungen in Deutschland vorwiegend warm. Damit liegen sie zwar hinter Erdgas, Heizöl und Fernwärme, aber der Anteil der größeren Biomasseheizkessel und -öfen wächst.

Das hat mehrere Gründe:

  1. Mit Holz lässt sich klimaneutral heizen. Bei der Verbrennung entsteht zwar Kohlendioxid, aber in der gleichen Menge, wie die Bäume es zuvor der Luft entnommen und gebunden hatten. 
  2. Weil Biobrennstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen (nämlich Pflanzen) gewonnen werden, gehören sie zu den erneuerbaren Energien. Willst Du ein Haus neu bauen, kannst Du die gesetzlichen Vorgaben zur Nutzung erneuerbarer Energien erfüllen (§ 10 Abs. 2 Punkt 3 GEG), wenn Du mit Pellets, Hackschnitzeln oder Scheitholz heizt. Bedingung: Du installierst einen Biomassekessel oder Biomasseofen mit Wasser als Wärmeträger, bei dem die Anlage das Holz selbst in den Ofen schiebt (ein sogenannter automatisch beschickter Holzofen) und die Anlage deckt mindestens zur Hälfte Deinen Wärmbedarf (§ 38 GEG).
  3. Mit Holz kannst Du überall in Deutschland heizen – Du bist unabhängig von einem Zugang zu einem Transportnetz, wie es für Erdgas oder Fernwärme notwendig ist. Zumindest Pellets liefern Dir Händler deutschlandweit direkt nach Hause – sie bieten sich daher auch als Alternative zu Heizöl an, wenn Du Deinen Ölkessel ausbauen musst. 
  4. Der Staat fördert die Installation von Biomasseheizkesseln, sowohl im Neubau als auch im Altbau. Es ist dabei einfach, einen Kessel für Öl oder Gas gegen einen Biomassekessel zu tauschen – die Heizanlage kann größtenteils so bleiben, wie sie ist. Mehr zur Installation erfährst Du weiter unten.
  5. Biobrennstoffe sind günstig. Die Kosten für Pellets und Hackschnitzel sind in der Regel geringer als für Heizöl und Erdgas.

Nach einer Vollkostenrechnung – inklusive Kosten für Anschaffung, Betrieb und Brennstoff unter Berücksichtigung der staatlichen Fördermittel – des Bayerischen Technologie- und Förderzentrums (TFZ) kostet 2020 eine Kilowattstunde Wärme aus einer neuen Anlage für Pellets oder Scheitholz 13,6 Cent. Mit einer neuen Ölheizung sind es 14,4 Cent. Die Angaben gelten für Heizanlagen mit 15 Kilowatt Leistung, um ein Ein- oder Zweifamilienhaus zu beheizen. Hackschnitzelheizungen haben meist eine höhere Leistung und eignen sich eher für Mehrfamilienhäuser.

Pellets sind langfristig günstiger als Heizöl

Bei Pelletheizungen sind die ökologischen und die wirtschaftlichen Aspekte die wichtigsten Gründe, dass sich Verbraucher eine solche angeschafft haben, besagt eine Umfrage des Deutschen Pelletinstituts.

In der folgenden Grafik haben wir die Pelletpreise der vergangenen Jahre denen für Heizöl gegenübergestellt. Es zeigt sich auch: Die Pelletpreise schwanken weniger heftig als jene für Heizöl und gehen regional weniger stark auseinander. Denn bei Heizöl zahlen Kunden dort vergleichsweise wenig, wo die nächste Raffinerie nicht weit ist. Die Produktionsanlagen für Holzpellets sind dichter gestreut – mancher Lieferant betreibt auch seine eigene Fertigung.

Auch bei Erdgas zahlen Kunden im Schnitt mehr als für Pellets: Rund 25 Prozent waren es laut Heizspiegel im Jahr 2020 – wer mit Holzpellets heizt, zahlte 2 bis 3 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche weniger.

Seit 2021 haben Biobrennstoffe zudem einen Kostenvorteil gegenüber Heizöl und Erdgas: Der Staat erhebt eine jährlich steigende CO2-Steuer auf fossile Brennstoffe, aber nicht auf feste Biobrennstoffe wie Pellets, Hackschnitzel oder Scheitholz.

Pellets, Scheitholz oder Hackschnitzel?

Auf welchen Biobrennstoff Du setzen willst, hängt zunächst vom Wärmebedarf ab: Hackschnitzelheizungen sind in der Regel leistungsstark – mindestens 20 Kilowatt haben sie und sind damit geeignet für Mehrfamilienhäuser, aber zu groß für Ein- oder Zweifamilienhäuser. Für Häuser mit einer oder zwei Wohnungen eignen sich Pellet- oder Scheitholzheizungen.

Ob Du mit Pellets oder Scheitholz heizt, birgt zunächst hinsichtlich der Kosten Unterschiede: Eine Scheitholzheizung ist deutlich günstiger. Dafür liegen die Betriebskosten pro Jahr höher – die Reinigung der Anlage ist aufwändiger und die Brennstoffkosten sind höher als bei Pellets.

Aber auch der Aufwand für Dich beim Heizen ist unterschiedlich: Pellets zu kaufen, kann ähnlich bequem sein, wie Heizöl zu bestellen. Lieferanten bringen den Brennstoff zu Dir nach Hause. Lose gelieferte Pellets blasen sie in Deinen Vorratsbehälter ein. In automatisierten Anlagen gelangen sie von dort in den Kessel – Du hast dabei nichts tun. Du kannst Pellets auch in Säcken kaufen und sie selbst in den Vorratsbehälter zur Heizung schaufeln oder schütten. Scheitholz musst Du dagegen meist selbst in den Ofen legen. Bei größeren Kesseln kann auch ein Förderband die Scheite in die Brennkammer transportieren. Dafür kannst Du das Holz auch selbst zu Scheiten hacken – Pellets musst Du kaufen.

Eigenschaften von Holzpellets und ihre Verbreitung in Deutschland

Mit Holzpellets lässt sich ein ganzes Haus oder auch nur ein Raum beheizen. Rund 600.000 Heizkessel und 250.000 Kaminöfen stehen in Wohnhäusern. Pro Jahr kommen 60.000 hinzu, hat das Deutsche Pelletinstitut erhoben. Ein kleiner Kaminofen lässt sich dabei mit bestehenden Heizanlagen kombinieren. Aber auch ein größerer Pelletkessel arbeitet beispielsweise im Verbund mit einer solarthermischen Anlage.

Pellets bestehen zu 90 Prozent aus Holzspänen und Hobelrückständen, die in Sägewerken anfallen. Die restlichen 10 Prozent stammen von Holz, das nicht in Sägewerken verarbeitet werden kann. Dieses Holz wird getrocknet, zerkleinert und dann zu Pellets gepresst. Rund 40 Produzenten gibt es dafür in Deutschland, die 2020 rund 2,3 Millionen Tonnen Pellets nach Angaben des Deutschen Energieholz- und Pelletverbands im Land verkauften. Weitere 600.000 Tonnen gingen in den Export. Es gibt auch Pellets aus unverarbeitetem Holz, aber ihr Marktanteil liegt bei weniger als 5 Prozent. Darüber hinaus werden Pellets auch nach Deutschland importiert.

Die in Deutschland verkauften Pellets müssen bestimmten Normen entsprechen. Sie zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • das verwendete Holz ist naturbelassen 
  • der Wassergehalt ist niedrig – maximal liegt er bei 10 Prozent
  • aufgrund des geringen Wassergehalts entsteht bei der Verbrennung von Pellets vergleichsweise wenig Ruß und Asche – maximal 0,7 Prozent des Gewichts der Pellets dürfen als Asche übrigbleiben, bei einem Kilogramm sind das maximal 7 Gramm
  • der Energiegehalt von Pellets ist aufgrund des geringen Wasseranteils höher als bei anderen festen Biobrennstoffen: in einem Kilogramm Pellets stecken mindestens 4,6 Kilowattstunden; in der Regel sind es sogar rund 5 Kilowattstunden – rund 15 Prozent mehr als in Hackschnitzeln oder Scheitholz
  • durch das Nutzen von unbehandelten Holzabfällen ist die Energiebilanz gut: 2,7 Prozent des eigenen Brennwerts sind zur Herstellung von Pellets aus Holzresten notwendig, hat die Fachagentur für nachwachsende Rohstoffe ermittelt (FNR)

Holzhackschnitzel und Scheitholz sind die zwei weiteren stark genutzten Biobrennstoffe. Der Heiz- und Brennwert von Hackschnitzeln entspricht dem von Scheitholz, abhängig von der Holzart und dem Wassergehalt. Rund 500.000 Heizkessel arbeiten in Deutschland mit Hackschnitzeln oder Scheitholz.

Hinzukommen mehrere Millionen Öfen und Kamine, die vorwiegend Scheitholz verbrennen. Ihre Zahl verringert sich aber Jahr um Jahr – erfüllen sie bestimmte Vorgaben nicht, dürfen sie nicht länger betrieben werden.

Fristen für ältere Kamine und Kessel

Öfen und Kamine für Scheitholz, die nur einen Raum beheizen, sind heute noch stark verbreitet. Rund elf Millionen gibt es nach Angaben des Bundesverbands des Schornsteinfegerhandwerks. Es handelt sich häufig um den Kamin im Wohnzimmer, den Herd in der Küche oder den Ofen im Bad. Vier Millionen davon wurden vor 1995 gebaut und waren bis Jahresende 2020 entweder außer Betrieb zu nehmen oder sind mit einem Staubfilter auszustatten, wenn sie mehr Staub und Kohlenmonoxid ausstoßen als gesetzlich erlaubt (§ 26 1. BImSchV). Besitzer von Kaminen und Öfen, die laut Typenschild bis 21. März 2010 produziert wurden, haben dafür Zeit bis Ende 2024.

Auch für Heizkessel für Pellets, Scheitholz oder Hackschnitzel ab vier Kilowatt Leistung gibt es Fristen zur Nachrüstung, sofern sie mehr als einen Raum beheizen. Anlagen, die zwischen 2005 und dem 21. März 2010 in Betrieb gingen, müssen bis Ende 2024 strengere Grenzwerte erfüllen als bisher (§ 25 1. BImSchV).

Ob Deine Feuerungsanlage die gesetzlich festgelegten Grenzwerte einhält oder nicht, sollte Dir der Schornsteinfeger bei seiner regelmäßigen Prüfung mitteilen. Weißt Du, dass Dein Ofen die Grenzwerte überschreitet und betreibst Du ihn nach Ablauf der Nachrüstfrist trotzdem weiter, begehst Du eine Ordnungswidrigkeit. Darauf können bis zu 50.000 Euro Geldbuße stehen (§ 62 Abs. 4 BImSchG).

Öfen, Kamine und Kessel, die seit 22. März 2010 errichtet wurden, sollten von Haus aus die Grenzwerte erfüllen. Seit 2015 gelten für alle Feuerungsanlagen zwar noch härtere Vorgaben. Eine Pflicht zur Nachrüstung für die zwischen 22. März 2010 und bis Ende 2014 in Betrieb gegangenen Anlagen gibt es aber bislang nicht.

Welche Normen gibt es für Holzpellets?

Holzpellets günstig kaufen: Unser Portaltest 2020

Dass Pellets häufig günstiger als Erdgas und Heizöl sind, ist das Eine. Für Dich ist aber wichtig zu wissen, wie Du Preise vergleichen kannst und wo günstige zu finden sind. Daher haben wir 2020 unseren ersten Test von Vergleichsportalen vorgenommen.

Du kannst auch bei Deinem Brennstoffhändler vor Ort bestellen. Um einen einfachen Überblick über die Pelletpreise in Deiner Region zu erhalten, bietet sich aber eine Abfrage auf einem Portal an. Über die Portale kannst Du zu den dort ausgewiesenen Konditionen auch direkt bestellen.

Unsere Empfehlung: Ein Vergleich über Heizpellets24

Wir haben die Preise für lose gelieferte Pellets auf vier voneinander unabhängigen Portalen miteinander verglichen. Auf Heizpellets24 – einem Schwesterportal von Heizoel24 – fanden wir für alle Orte verschiedene Angebote und an allen zwölf gewählten Orte zeigte das Portal die günstigsten Preise. Sie waren im Schnitt mindestens 11 Prozent günstiger. Dabei haben wir nur die Preise für ENplus-Pellets miteinander verglichen, da Heizpellets24 das einzige der vier untersuchten Portale ist, das auch Ware ohne ENplus-Zertifikat anzeigt.

Wir empfehlen daher, Preise auf Heizpellets24 zu vergleichen. Über das Portal kannst Du die Ware auch bestellen. Die Händler müssen dabei nicht zu denselben Konditionen liefern, wenn Du direkt bei ihnen orderst.

Darüber hinaus zeigte Heizpellets24 die meisten Angebote für jeden der zwölf Orte: Ein Nutzer hat die Wahl zwischen 8 und 17 Händlern für ISO-Ware und ENplus-Ware. Wer ausschließlich ENplus-Pellets kauft, kann zwischen 7 und 14 Händlern wählen. Positiv fiel uns auch auf, dass die Informationen für Verbraucher auf der Seite des Portals durchgehend aktuell waren.

Heizpellets24
  • günstige Preise für Pellets
  • mindestens 8 Angebote an einem getesteten Ort
  • aktuelle Informationen zu Pellets
Nur beim Anbieter abschließbar

Pelletpreise für drei Tonnen in unserem Test 2020

Ort/Bundeslandohne ENplus-Zertifikatfür ENplus-Ware
Annaberg-Buchholz/Sachsen689,09 Euro691,03 Euro
Bitburg/Rheinland-Pfalz851,58 Euro707,13 Euro
Egloffstein/Bayern661,74 Euro706,14 Euro
Kassel/Hessen664,47 Euro649,38 Euro
Ulm/Baden-Württemberg702,41 Euro707,58 Euro
Villingen-Schwenningen/Baden-Württembergkein Angebot722,87 Euro

Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 20. März 2020)
Drei Tonnen Holzpellets enthalten rund 15.000 Kilowattstunden Wärme und reichen aus, eine Wohnung mit 120 Quadratmetern Fläche in einem durchschnittlich gedämmten Haus ein Jahr lang zu beheizen. Aufgeführt sind die jeweils günstigsten Preise, die wir auf einem Vergleichsportal gefunden haben. Ware ohne ENplus-Zertifikat entspricht der ISO-Norm für Holzpellets. Die Orte sind alphabetisch geordnet.

Pelletpreise für fünf Tonnen in unserem Test 2020

Ort/Bundeslandohne ENplus-Zertifikatfür ENplus-Ware 
Berchtesgaden/Bayern1.219,99 Euro1.195,01 Euro
Berga (Elster)/Thüringen1.040,52 Euro1.118,79 Euro
Regensburg/Bayern1.056,57 Euro1.135,43 Euro
Siegen/Nordrhein-Westfalen1.131,47 Euro1.148,06 Euro
Sinsheim/Baden-Württemberg1.056,57 Euro1.141,16 Euro
Walsrode/Niedersachsen1.134,20 Euro1.196,3 Euro

Quelle: Finanztip-Erhebung (Stand: 20. März 2020)
Fünf Tonnen Holzpellets enthalten rund 25.000 Kilowattstunden Wärme und reichen aus, ein durchschnittlich gedämmtes Haus mit 200 Quadratmetern Wohnfläche ein Jahr lang zu beheizen. Aufgeführt sind die jeweils günstigsten Preise, die wir auf einem Vergleichsportal gefunden haben. Ware ohne ENplus-Zertifikat entspricht der ISO-Norm für Holzpellets. Die Orte sind alphabetisch geordnet.

Aus unseren Abfragen lassen sich drei weitere Schlüsse ziehen:

  1. Nur nach ISO-Standard genormte Ware ist meist günstiger: In acht unserer zwölf Testorte lag der Preis für die günstigsten ISO-Pellets um bis zu 7 Prozent unter dem Preis für die günstigsten ENplus-Pellets. ENplus-Ware kann aber auch den günstigsten Preis haben, wie sich in unserem Test in Bitburg, Kassel und Berchtesgaden gezeigt hat. In Villingen-Schwenningen gab es kein Angebot für Ware ohne ENplus-Zertifikat.
  2. Je größer die Bestellmenge, desto geringer ist der Preis pro Tonne – aber nur geringfügig. Im Schnitt kostete in unserem Test eine Tonne bei einer Bestellmenge von fünf Tonnen mindestens 221 Euro und bei einer Bestellmenge von drei Tonnen waren es mindestens rund 230 Euro. Der Preisunterschied beträgt rund 4 Prozent. Wird nur ENplus-Ware berücksichtigt, lag der Preisunterschied je nach Bestellmenge sogar nur bei 1 Euro pro Tonne. 
  3. Die Abfragen erfolgten für Haushalte mit Zugang zum Erdgasnetz und zu einem Fernwärmenetz, für Haushalte mit Zugang zum Erdgasnetz, aber ohne Zugang zum Fernwärmenetz sowie für Haushalte ohne Zugang zu leitungsgebundener Wärmeenergie. Wir haben dabei kein Anzeichen gefunden, dass mehr oder weniger Konkurrenz bei der Wärmeversorgung die Preise für Holzpellets beeinflusst.

Welche Kosten entstehen neben den Brennstoffkosten?

In der Anschaffung ist eine Pelletheizung etwas teurer als eine Öl- oder Gasheizung. Für eine Kesselanlage mit 15 Kilowatt Leistung (um ein durchschnittlich gedämmtes Ein- oder Zweifamilienhaus zu beheizen) solltest Du rund 25.000 Euro einplanen. Davon kannst Du mehrere Tausend Euro als Zuschuss vom Staat erhalten.

Rund die Hälfte der Kosten verursacht die Heizungsanlage selbst, rund 4.000 Euro ihre Installation und rund 8.000 Euro kosten Vorratsbehälter, die periphere Anlagentechnik und eventuell ein Pufferspeicher. Ob Du einen Pufferspeicher brauchst, hängt von Deinem Wärmebedarf ab und wie stark Deine Heizanlage in Teillast arbeiten kann. Eine Übersicht über die in Deutschland gehandelten Pelletheizungen bietet die Datenbank der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe. Zu allen Modellen gibt es Angaben zur Handhabung und zu technischen Merkmalen.

Die Betriebskosten sind höher als bei zentralen Heizanlagen mit Heizöl oder Erdgas. Für die Wartung und Instandhaltung sind jeweils 3 Prozent der Investitionskosten pro Jahr einzukalkulieren, hat das Institut für Energiewirtschaft und rationelle Energieanwendung ermittelt. Für ein typisches Einfamilienhaus bedeutet das folgende Kosten:

  • Schornsteinfeger: 135 Euro pro Jahr
  • Wartung: 113 bis 173 Euro pro Jahr (je nach Wärmebedarf)
  • Reinigung: 71 Euro pro Jahr
  • Strom­kos­ten: 140 Euro pro Jahr

Die höheren Betriebskosten solltest Du durch die geringeren Ausgaben für die Pellets selbst mindestens wieder einspielen.

Welche Fördermittel gibt es für Pelletheizungen?

Um eine neue Pelletheizung zu finanzieren, gibt es sowohl zinsgünstige Kredite mit Tilgungszuschuss als auch reine Zuschüsse auf die Investitionskosten über die Bundesförderung für effiziente Gebäude – Einzelmaßnahmen (BEG EM).

Ob Tilgungszuschuss oder reiner Zuschuss: Ihre Höhe ist identisch. Du hast damit die Wahl, die neue Heizung selbst zu finanzieren und den Zuschuss zu beanspruchen oder aber einen Kredit aufzunehmen und den Tilgungszuschuss zu nutzen. Die Zuschüsse sind beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) zu beantragen. Einen zinsgünstigen Kredit mit Tilgungszuschuss vergibt die Förderbank KfW über das Programm 262. Ein Förderantrag ist in jedem Fall zu stellen, ehe Du einem Handwerksunternehmen einen Auftrag erteilst.

Bis zu 35 Prozent der Netto-Investitionskosten trägt der Staat, wenn Du

  • einen Pelletkessel oder 
  • einen Pelletofen mit Wassertasche zur Erwärmung von Heizwasser oder Brauchwasser oder
  • einen Kombikessel für unterschiedliche Biobrennstoffe

in Dein bestehendes Haus holst – egal, ob Du selbst im Haus wohnst oder es vermietest. Das Bafa hat dazu eine Liste mit Anlagen erarbeitet, die eine Förderung erhalten können. Willst Du Dein neu gebautes Haus mit Holz heizen, erhältst Du eine Förderung, wenn die Biomasseheizung zu mindestens 55 Prozent die Wärmeversorgung sicherstellt.

Emittiert die Heizungsanlage wenig Feinstaub (maximal 2,5 Milligramm pro Kubikmeter), gibt es einen Innovationsbonus von 5 Prozentpunkten – 40 Prozent der Kosten erhältst Du damit dann als Zuschuss. Auch dazu gibt es eine Liste mit Heizanlagen, die für den Bonus infrage kommen. Ersetzt die Biomasseheizung eine Ölheizung, erhöht sich der Zuschuss auf 45 Prozent der Investitionskosten, mit Innovationsbonus sind es sogar 50 Prozent.

Folgende Bedingungen müssen aber erfüllt sein:

  • der Pelletkessel, Pelletofen oder Kombikessel hat mindestens fünf Kilowatt Leistung
  • der Pelletkessel oder Kombikessel hat einen Wirkungsgrad von mindestens 89 Prozent; bei Pelletöfen mindestens 90 Prozent
  • ein hydraulischer Abgleich der Anlage ist nach Installation durchzuführen
  • bestimmte Emissionsgrenzwerte sind einzuhalten und nur naturbelassene Brennstoffe einzusetzen (ISO-genormte Pellets sind naturbelassen)

Möchtest Du eine Pelletheizung mit einer solarthermischen Anlage oder einer Wärmepumpe kombinieren, erhältst Du für solch eine Hybrid-Heizung ebenfalls einen Zuschuss. Auch dieser beträgt bis zu 35 Prozent der Investitionskosten im Altbau. Ersetzt die Hybrid-Heizung auf Basis erneuerbarer Energien eine Ölheizung, erhöht sich der Zuschuss auf 45 Prozent.

Willst Du nicht nur die Heizung erneuern, sondern das ganze Haus energetisch sanieren, gibt es ebenfalls Fördermittel, die auch die Kosten für die neue Biomasseheizung umfassen. Für nähere Informationen dazu kannst Du unsere Ratgeber zur Förderung von Heizungsanlagen und zum energetischen Sanieren lesen.

KfW
Förderprogramme
  • Förderkredite und Zuschüsse für energieeffiziente Wohnungen und Häuser
  • mit KfW 461 und KfW 261/262
  • für Neubau: bis 25 % der förderfähigen Kosten und 37.500 €
  • für Bestandsgebäude: bis 50 % der förderfähigen Kosten und 75.000 €

Förderprogramme in Bundesländern

Auch manche Bundesländer und Kommunen fördern die Anschaffung einer Biomasseheizung.

  • Nordrhein-Westfalen bezuschusst einen Pelletkessel mit bis zu 2.000 Euro und bestimmte Öfen mit 750 Euro, wenn zugleich eine Solarwärmeanlage installiert ist oder eine solche oder eine Solarstromanlage errichtet wird. Fördermittel nach dem BEG darfst Du dabei auch beanspruchen – bis zu einer Förderquote von 60 Prozent der Gesamtkosten. In einem neu gebauten Haus darf die geförderte Anlage aber nicht dazu dienen, die Vorschriften nach Gebäudeenergiegesetz zu erfüllen.
  • Die Stadt Freiburg erhöht die Förderung nach BEG um 1.000 Euro, wenn eine Biomasseheizung eine Nachtspeicherheizung oder eine ineffiziente Gas- oder Ölheizung ersetzt (mit Standard- oder Niedertemperaturkessel).

Sollten wir ein kommunales Förderprogramm übersehen haben, freuen wir uns über einen Hinweis.

Wie funktioniert eine Pelletheizung – allein und im Verbund?

In Altbauten, die nicht energetisch saniert sind, eignet sich eine Zentralheizung mit Pelletkessel. Ist diese vollautomatisch, wirft sie die Pellets kontinuierlich und gleichmäßig dosiert in den Brennraum oder schiebt sie von unten in diesen. Bei halbautomatischem Betrieb musst Du die Pellets in einen Vorratsbehälter geben, aus dem die Anlage den Brennstoff dann bezieht.

Die Zündung des Feuers erfolgt meist automatisch. Je nachdem wie hoch der Wärmebedarf gerade ist, arbeitet die Heizung unter Volllast oder Teillast – zwischen 100 bis 30 Prozent der Wärmeleistung sind möglich. Für solch eine weit regelbare Anlage ist ein Pufferspeicher nicht unbedingt notwendig.

Die Holzpellets verbrennen beinahe vollständig: Maximal 7 Gramm pro Kilogramm Pellets bleiben als Asche zurück. Den Aschekasten solltest Du im Winter etwa einmal im Monat leeren – da Pellets aus unbehandeltem Holz bestehen, eignet sich die Asche als Dünger.

Für die Lagerung der Pellets benötigst Du in der Regel mehr Platz als für Öltanks, wenn Du den Brennstoff für ein ganzes Jahr vorhalten willst. Das ist allerdings nicht notwendig: Die Pelletpreise schwanken über das Jahr gesehen deutlich weniger als Heizöl und sie verändern sich je nach Abnahmemenge auch weniger stark, als dies bei Heizöl der Fall ist, haben wir in unserem Test festgestellt. Wenn Du eher wenig Platz zur Brennstofflagerung hast, kannst Du auch mehrmals im Jahr Pellets bestellen, ohne deutliche Mehrkosten in Kauf nehmen zu müssen.

Willst Du Deine Heizung von Gas oder Heizöl auf Pellets umstellen, ist kein Umbau des Wärmeverteilungssystems in Deinem Haus notwendig. Du kannst die Heizkörper und Rohre lassen, wie sie sind. Pellets haben zwar einen geringeren Heizwert als Gas und Öl, aber Du erreichst mit dem Brennstoff dieselben Vorlauftemperaturen. Auch eine energetische Sanierung Deines Hauses ist nicht erforderlich, wenn Du auf Holzpellets umsteigst. Dennoch gilt natürlich: Je besser ein Haus gedämmt ist, desto weniger Brennstoff musst Du einsetzen und desto kleiner kann auch die Heizanlage ausfallen.

Brennstoff sparen kannst Du auch auf anderem Wege: Mit einer solarthermischen Anlage. Diese fängt auf dem Dach Sonnenwärme ein und überträgt sie an Wasser oder Luft. Wassergeführte Anlagen lassen sich mit einer Pelletheizung kombinieren. Manche Pelletkessel verfügen bereits von Haus aus über einen entsprechenden Anschluss. Gerade in den Sommermonaten kann eine solarthermische Anlage den Wärmebedarf für warmes Wasser decken – der Heizkessel kann dann ausgeschaltet bleiben. Zudem kann der Pelletkessel den Wasserspeicher der Solaranlage gleich mitbeliefern.

In energieeffizienten Häusern brauchst Du keinen Heizkessel – es reicht ein kleinerer Pelletofen, der aufgrund des niedrigen Wärmebedarf des Hauses dieses komplett beheizen kann oder dies in Verbindung mit einer solarthermischen Anlage oder einer anderen Heizungsanlage schafft. Dazu braucht der Pelletofen lediglich einen Wärmeübertrager für Wasser. Diese Öfen können genauso vollautomatisch arbeiten und ihre Leistung auf bis zu 30 Prozent herunterfahren wie die großen Heizkesselanlagen.

Benötigt Deine bestehende Heizung Unterstützung, kommen ebenfalls Pelletöfen infrage. Mit einem Wasserwärmeübertrager lassen sie sich in ein Heizsystem mit fossilen Energieträgern oder mit einer Wärmepumpe eingliedern. Ein Pelletofen kann aber auch einen einzelnen Raum befeuern, der nicht an ein Heizsystem angeschlossen ist.

So haben wir getestet

Über eine Google-Recherche haben wir für folgende Suchbegriffe Vergleichsportale für Holzpellets ermittelt: Pellets, Pellets kaufen, Preise Pellets, Pellets bestellen. Diese Suche ergänzten wir durch uns bekannte Portale für Brennstoffe.

Von den gefundenen neun Seiten, die Angebote zeigen oder zeigen wollen, blieben vier voneinander unabhängige Vergleichsportale übrig, die frei zugänglich Angebote von Händlern präsentieren:

  • Heizpellets24
  • Holzpellets.net
  • Brennstoffboerse
  • Enxa

Auf diesen vier Portalen haben wir für sechs Postleitzahlen die Preise für fünf Tonnen lose Pellets und für weitere sechs Postleitzahlen die Preise für drei Tonnen lose Pellets abgefragt. 80 Prozent der über die Portale bestellten Pellets sind nach deren Angaben lose und im Schnitt kaufen die Nutzer vier bis sechs Tonnen.

Die Abfrage für drei Tonnen lose Pellets haben wir vorgenommen, um die Portale auch bei geringeren Bestellmengen vergleichen zu können, aber auch um eine Aussage für Betreiber treffen zu können, die in energieeffizienteren Häusern leben. Alle Abfragen haben wir zudem für eine Lieferstelle vorgenommen. Sammelbestellungen sind bei Pellets möglich, aber es gibt bislang eher wenige. Weitere Parameter – abgesehen von Bestellmenge, Postleitzahl und Zahl der Lieferstellen – lassen sich auf allen vier Portalen nicht einstellen.

Die Postleitzahlen wählten wir nach diesen Kriterien aus:

  • Jeweils drei Orte in Bayern und Baden-Württemberg, wo mehr als die Hälfte der Pelletheizungen stehen und auch etwa die Hälfte der Pellets über die Portale abgesetzt wird. 
  • Je einen Ort in Thüringen, Sachsen, Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, die nach Bayern und Baden-Württemberg die meisten Pelletheizungen verzeichnen.
  • Die Kommunen wurden nach unterschiedlicher Größe ausgewählt: Von der Landgemeinde über Kleinstädte bis zu Großstädten, aber ohne Millionenstädte, da dort kaum Nachfrage besteht (mangels Pelletheizungen). 
  • Darüber hinaus haben wir darauf geachtet, dass bei mehreren kleinen Kommunen keine Anbindung ans Gasnetz besteht und bei den größeren Städten wurden Stadtteile gewählt, die keine Anbindung ans örtliche Fernwärmenetz haben.

Die von uns genutzten Postleitzahlen

Die Abfragen erfolgten auf allen vier Portalen am 20. März 2020.

Die Angebote haben wir nach Preisen miteinander verglichen. Holzpellets.net, Brennstoffboerse und Enxa zeigen dabei einzig Angebote für ENplus-Pellets. Heizpellets24 präsentiert auch Angebote für Pellets, die nur nach ISO-Standard genormt sind. Wir haben daher die günstigsten Angebote für ENplus-Pellets auf Heizpellets24 mit den günstigsten Angeboten auf den anderen drei Portalen verglichen.

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