Kinder in der PKV So kannst Du Deinen Nachwuchs privat versichern
Finanztip-Expertin für Versicherungen
Das Wichtigste in Kürze
In der privaten Krankenversicherung muss jedes Kind einzeln versichert werden.
Eine kostenlose Familienversicherung wie bei den gesetzlichen Krankenkassen gibt es bei der privaten Krankenversicherung nicht.
Ob das Kind privat versichert werden muss, hängt vom Versicherungsstatus der Eltern ab.
So gehst Du vor
Prüfe mithilfe unseres Ratgebers, ob Du Dein Kind gesetzlich oder privat versichern kannst.
Schau in unserer Übersicht, welche Leistungen eine gute PKV bieten sollte.
Beantrage bei Deinem Versicherer eine private Krankenversicherung für Dein Kind oder lass Dich zum Abschluss einer PKV beraten. Wir empfehlen die Versicherungsmakler: von Buddenbrock Concepts, BVLG - Beamtenversorgung leicht gemacht, Hoesch & Partner, Dr. Schlemann unabhängige Finanzberatung und Fachzentrum Finanzen Dieter Homburg.
Eine private Krankenversicherung (PKV) kann teuer werden – das gilt vor allen Dingen für Familien mit mehreren Kindern. Denn anders als bei einer gesetzlichen Krankenkasse sind Kinder und Ehepartner in der privaten Krankenversicherung nicht kostenlos mitversichert. Du musst für jedes Kind einen eigenen Versicherungsbeitrag zahlen. In bestimmten Fällen lassen sich Kinder aber auch kostenfrei familienversichern.
Ob Dein Kind in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung versichert werden muss, hängt von dem Versicherungsstatus seiner Eltern ab.
Bei verheirateten Paaren sieht das aber anders aus. Dann richtet sich die Versicherung des Kindes nach dem Versicherungsstatus des Hauptverdieners. Daneben ist die Höhe des Einkommens entscheidend (§ 10 Abs. 3 SGB V).
Die kostenlose Familienversicherung ist danach ausgeschlossen, wenn folgende zwei Merkmale vorliegen:
das Einkommen des Privatversicherten ist höher als das des gesetzlich Versicherten und
das monatliche Gesamteinkommen des Privatversicherten übersteigt ein Zwölftel der Jahresarbeitsentgeltgrenze. In diesem Jahr sind das 5.775 Euro im Monat (§ 2 Abs. 1 Sozialversicherungsrechengrößen-Verordnung 2024).
Das heißt also: Verdient der privatversicherte Elternteil mehr als der gesetzlich versicherte und hat dazu noch ein Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze, dann muss das Kind entweder in die private Krankenversicherung oder in die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung. Die Familienversicherung ist dann ausgeschlossen.
Ein Beispiel: Der Ehemann und Vater ist gesetzlich krankenversichert, während die Ehefrau und Mutter in der PKV ist. Sie haben einen Sohn. Der Vater verdient 3.900 Euro, die Mutter 6.000 Euro pro Monat. Da die privat versicherte Mutter die Hauptverdienerin der Familie ist und ihr Einkommen die Entgeltgrenze übersteigt, braucht der Sohn eine eigene Krankenversicherung – entweder eine private oder eine freiwillige Mitgliedschaft in einer gesetzlichen Krankenkasse. Kostenloser Versicherungsschutz über die Familienversicherung des Vaters ist in dieser Konstellation nicht möglich. Anders läge der Fall, wenn die Ehefrau zwar Hauptverdienerin wäre, ihr Einkommen aber unterhalb der Entgeltgrenze läge. Dann wäre eine kostenfreie Familienversicherung beim Vater möglich.
Der Versicherungsstatus der Kinder ist nicht für immer festgelegt. Wenn sich die Umstände ändern, etwa ein Elternteil mehr oder weniger verdient, kann es passieren, dass die Voraussetzungen für die kostenfreie Familienversicherung entfallen oder auf einmal ein Anspruch auf Familienversicherung entsteht.
Möchtest Du Dein Kind gesetzlich versichern und es soll trotzdem in den Genuss bestimmter Zusatzleistungen kommen, kannst Du eine private Krankenzusatzversicherung wie eine Zahnzusatzversicherung oder eine Krankenhauszusatzversicherung für Deinen Nachwuchs abschließen.
Für jedes privat krankenversicherte Kind musst Du einen eigenen Versicherungsbeitrag zahlen. Allerdings gibt es besondere Kinder- und Jugendtarife. Sie sind deutlich günstiger als die normalen Tarife in der privaten Krankenversicherung. Bei einem Preisvergleich auf Vergleichsportalen haben wir für die jüngsten Familienmitglieder bereits Versicherungen ab etwa 100 bis 120 Euro im Monat gefunden. Wie viel die Versicherung tatsächlich kostet, hängt aber natürlich auch vom gewünschten Leistungsumfang ab. Außerdem wird die Versicherung mit den Jahren immer teurer.
Jedes Kind muss auch eine Pflegepflichtversicherung haben (§ 23 Abs. 1 SGB XI). Dazu braucht es aber keinen eigenen Vertrag, der weitere Kosten verursachen würde. Du kannst das Kind in der Regel in Deine Pflegepflichtversicherung mit aufnehmen. Ähnlich wie in der gesetzlichen Familienversicherung können Kinder dort bis höchstens zum 25. Lebensjahr kostenlos mitversichert werden.
Ein Grund für die niedrigen Beiträge in Kinder- und Jugendtarifen: Kinder sind sehr günstige Patienten – außer den Vorsorgeuntersuchungen verursachen sie kaum Kosten. Anders als Erwachsene müssen sie meist nicht zum Facharzt gehen oder regelmäßig Medikamente einnehmen. Außerdem bilden die privaten Krankenversicherer normalerweise bis zum Alter von 21 Jahren noch keine Altersrückstellungen. Erst bei Erwachsenen erheben sie Zuschläge, die sie später nutzen, um Beitragssteigerungen im Alter zu vermindern.
Wo Du Dein Kind privat versichern lässt, ist eine individuelle Entscheidung. Wichtig zu wissen: Jedes Familienmitglied braucht einen eigenen Vertrag. Es gibt keine Familienversicherung wie in der gesetzlichen Krankenversicherung. Meistens entscheiden sich Eltern dazu, dass Kind in einen Vertrag der beiden Elternteile zu integrieren, das nennt sich auch Kindernachversicherung. Dadurch kommt Dein Kind ohne Gesundheitsprüfung in die private Krankenversicherung.
Die Kindernachversicherung kannst Du in der Regel nur innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt bei Deinem Krankenversicherer oder dem PKV-Anbieter des anderen Elternteils beantragen. Dann ist der Versicherer verpflichtet, Dein Kind aufzunehmen und es ohne Wartezeit sowie ohne Gesundheitsprüfung zu versichern.
Dazu muss der Vertrag des privat versicherten Elternteils bereits seit mindestens drei Monaten bestehen. Der Säugling wird dann in den Vertrag des Elternteils aufgenommen – rückwirkend zum ersten Tag des Geburtsmonats. Kontaktiere dazu einfach Dein Versicherungsunternehmen oder wende Dich an den Makler, der Dir beim Abschluss Deiner Krankenversicherung geholfen hat.
Wichtig zu wissen: Nutzt Du die sogenannte Kindernachversicherung ohne Gesundheitsprüfung, „erbt“ Dein Kind Deinen Versicherungsschutz. Das bedeutet, es bekommt nur die Leistungen, die in Deinem PKV-Tarif eingeschlossen sind. Überlege Dir deshalb schon vor der Geburt, ob das vereinbarte Leistungspaket auch für Dein Kind ausreicht. Falls nicht, kannst Du vielleicht die Leistungen aufstocken, etwa durch einen Tarifwechsel. Prüfe am besten mithilfe unserer Übersicht, ob Dein Vertrag die wichtigsten Leistungen der privaten Krankenversicherungen enthält.
Hier bekommst Du einen Überblick über die wichtigsten Leistungen einer privaten Krankenversicherung.
Wenn Du Dir unsicher bist, welcher Tarif und Versicherer der richtige für Dein Kind ist, solltest Du Dich von einem erfahrenen Versicherungsmakler beraten lassen. Am besten erledigst Du das noch rechtzeitig vor der Geburt. Dann hast Du genügend Zeit, Dir darüber Gedanken zu machen und musst nach der Geburt nur noch alles in die Wege leiten.
Wir haben bei Finanztip in einer Ausschreibung nach geeigneten Versicherungsmaklern gesucht. Die Maklerhäuser haben wir sorgfältig anhand formaler Kriterien wie Erfahrung, Marktabdeckung und Anzahl der Berater ausgewählt und deren Beratungsdokumentationen überprüft. Details zum genauen Testverfahren und unseren Empfehlungen findest du in unserem Ratgeber zur PKV.
Mit unserer Checkliste kannst Du nochmal gegenprüfen, ob Dich der Makler zu allen relevanten Punkten beraten hat. Die Checkliste kannst Du Dir ebenfalls ganz einfach herunterladen.
Mit unserer Checkliste kannst Du nochmal gegenprüfen, ob Dich der Makler zu allen relevanten Punkten beraten hat. Die Checkliste kannst Du Dir ebenfalls ganz einfach downloaden.
Angestellte können von ihrem Arbeitgeber einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung ihres Kindes bekommen. Der Arbeitgeber übernimmt für Dich wie in der gesetzlichen Krankenversicherung die Hälfte der Krankenkassenbeiträge. Maximal zahlt er aber den Höchstbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung in Höhe von 422 Euro. Wenn Du diesen Zuschuss noch nicht voll ausgereizt hast, kannst Du einen weiteren Zuschuss für die Versicherung Deines Kindes beantragen. Das funktioniert aber nur, wenn Du den Arbeitgeberzuschuss noch nicht voll ausgereizt hast.
Wir erklären Dir das an folgendem Beispiel: Du verdienst im Monat 5.000 Euro, Deine private Krankenversicherung kostet 600 Euro im Monat. Dein Arbeitgeber zahlt Dir 300 Euro im Monat als Zuschuss für die private Krankenversicherung. So bleiben noch 122 Euro, die Du als Zuschuss für die PKV Deines Kindes beantragen kannst. Wie Du den Zuschuss für Deine Familie beantragen kannst, erklären wir Dir im Ratgeber zum Arbeitgeberzuschuss.
Auch privat versicherte Beamte profitieren von Vergünstigungen. Sie erhalten für ihre Kinder eine staatliche Beihilfe. Dadurch sind die Zusatzkosten durch die Krankenversicherungsbeiträge der Kinder für Beamte deutlich geringer. Mehr dazu erfährst Du im Ratgeber zur Beihilfe in der PKV.
Freiberufler und Unternehmer bekommen dagegen keine Zuschüsse und müssen die Prämie für ihre Kinder in voller Höhe selbst tragen.
Eltern, die nicht arbeiten können, weil sie sich um ihr krankes Kind kümmern müssen, bekommen in den meisten Fällen kein Geld von ihrem Arbeitgeber. Oft schließt der Arbeitsvertrag oder Tarifvertrag eine bezahlte Freistellung aus persönlichen Gründen aus. Damit dürfen Eltern zwar zuhause bleiben, erhalten aber keinen Lohn, während sie ihr Kind betreuen. Die gesetzliche Krankenversicherung springt in so einem Fall ein und zahlt Kinderkrankengeld.
Ist Dein Kind hingegen privat versichert, hast Du keinen Anspruch auf Kinderkrankengeld, auch wenn Du selbst Mitglied einer gesetzlichen Krankenversicherung bist.
Werdende Mütter, die privat versichert sind, bekommen in der Zeit des Mutterschutzes, also sechs Wochen vor der Geburt und acht Wochen danach, kein Mutterschaftsgeld. Dies ist ebenfalls eine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung. Eine private Krankentagegeldversicherung zahlt Dir aber Krankentagegeld während des Mutterschutzes. Diese Versicherung schließt Du üblicherweise zusammen mit Deiner privaten Krankenversicherung ab.
Für Selbstständige und manche Angestellte ist ein Krankentagegeld bei langer Krankheit sinnvoll.
Von uns empfohlenes Portal für den Tarifvergleich: Acio
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