Private Krankenversicherung Vorraussetzung

Checkliste: Können Sie sich eine PKV leisten?

Das Wichtigste in Kürze

  • Eine private Krankenversicherung (PKV) müssen Sie sich dauerhaft leisten können.
  • Ihre Einnahmen und Ausgaben sollten in Zukunft stabil sein.
  • Der Gesamtbeitrag für Ihre Familie muss ins Budget passen.
  • Zusätzlich müssen Sie genug für die PKV im Alter zurücklegen können.
  • Alternativ brauchen Sie im Alter ein ausreichendes Vermögen für die private Krankenversicherung.
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Eine private Krankenversicherung (PKV) ist auf Dauer teuer. Gute Tarife sind nicht so billig, wie es viele Lockangebote glauben machen. Zusätzlich werden die Tarife mit den Jahren immer teurer. Und weil sich der Beitrag im Alter nicht an das niedrigere Einkommen anpasst, sollten Sie einen Wechsel in die PKV genau durchrechnen. Mit unserer Checkliste überprüfen Sie in fünf Schritten, ob Sie sich die private Krankenversicherung leisten können – auch langfristig.

Schritt 1: Schreiben Sie Ihre privaten Einnahmen und Ausgaben auf

Mit dem guten alten Haushaltsbuch lässt sich eine Investition wie die private Krankenversicherung am besten planen. Als Erstes steht daher eine gründliche Inventur an. Nehmen Sie sich einen Kontoauszug und listen Sie alle regelmäßigen Einnahmen und Ausgaben auf. Beträge, die nur im Quartal, Halbjahr oder jährlich anfallen, rechnen Sie am besten auf den Monat herunter. Vergessen Sie auch nicht größere unregelmäßige Ausgaben wie Urlaub oder Autoreparatur und teilen Sie diese durch 12. Ausgaben beispielsweise für Kleidung oder Ausgehen sind schwer zu beziffern. Seien Sie daher nicht kleinlich und rechnen Sie dafür vorsichtshalber höhere Summen ein. Denken Sie auch an die Altersvorsorge, die vom Konto abgeht. Es gilt: Nicht schönrechnen!

Die Aufstellung sollte einen Überblick geben, wie viel Geld im Monat derzeit noch übrig ist. Sie müssen sich fragen, ob Sie dieses für die private Krankenversicherung ausgeben wollen.

Schritt 2: Bleiben Ihre Einnahmen und Ausgaben stabil?

Wer sich privat versichern möchte, sollte möglichst früh in die PKV wechseln. Denn in jungen Jahren sind die meisten Menschen noch gesund und auch dadurch die Beiträge günstiger. Doch wer Anfang 30 darüber nachdenkt, hat oft ein Problem. Viele sind gerade erst richtig in das Berufsleben gestartet, die Karriere steht noch nicht fest, und auch das übrige Leben ist noch nicht durchgeplant. Dadurch schwanken Einnahmen und Ausgaben meistens noch. Vor allem die Familienplanung sollte bei Überlegungen rund um die Krankenversicherung berücksichtigt werden. Und junge Selbstständige brauchen oft mehrere Jahre, um mit ihrem Unternehmen stabile Einnahmen zu erwirtschaften. Sie müssen sich nicht privat krankenversichern.

Fragen Sie sich also: Bin ich mir sicher, dass sich meine momentane Einnahmen-Ausgaben-Situation nicht verschlechtern wird? Kommen keine finanziellen Engpässe oder unvorhergesehenen Zahlungen auf mich zu? Sie sollten diese Fragen mit „ja“ beantworten können.

Schritt 3: Können Sie sich den Beitrag leisten?

Ein guter Tarif mit umfassenden Leistungen ist nicht billig. Rechnen Sie mit

  • mindestens 500 bis 600 Euro für sich selbst,
  • etwa 100 Euro pro (geplantem) Kind,
  • mindestens 500 bis 600 Euro für den Ehepartner, falls dieser nicht berufstätig ist.

Beachten Sie außerdem, dass der Beitrag laut PKV-Verband in der Vergangenheit jährlich um durchschnittlich 3 Prozent pro Jahr angestiegen ist. Mit solchen Preissteigerungen muss Ihr Einkommen Schritt halten.

Für Angestellte ist der eigene Beitrag zur privaten Krankenversicherung oft kein großes Problem. Denn der Arbeitgeber übernimmt die Hälfte der Kosten – maximal allerdings bis zu dem Betrag, den er auch für einen gesetzlich Versicherten zahlen würde.

Wer verheiratet ist oder Kinder hat, muss seine Familie aber möglicherweise auch privat krankenversichern. Dann gibt es nur noch einen Zuschuss, sofern der Arbeitgeberanteil noch nicht komplett ausgeschöpft ist.

Für Selbstständige ist die Krankenversicherung teurer, denn sie bezahlen ihre Beiträge ganz allein. Sie sollten die aktuellen Ausgaben für die Krankenversicherung mit den zukünftigen vergleichen. Dabei gilt: Die private Krankenversicherung ist nicht zum Sparen da. Ein guter Tarif, der ausreichende Leistungen bietet, kann nicht billig sein.

Aufpassen bei Beitragsrückerstattung
Viele privaten Krankenversicherungen gewähren eine Beitragsrückerstattung, sofern der Versicherte keine Arztrechnungen einreicht. Bei manchen Tarifen zahlt der Anbieter bis zu 200 Euro monatlich zurück. Wer einen Tarif mit Beitragsrückerstattung abschließen möchte, sollte diese Zahlungen nicht in die Kalkulation mit einbeziehen.

Beitragsrückerstattungen sind selten garantiert. Bei der Mehrzahl der Tarife kann der Krankenversicherer die Beitragsrückerstattung kürzen oder ganz streichen. Hat die Versicherung nicht genügend Überschuss erwirtschaftet, wird sie diese Möglichkeit nutzen.

Arztkosten müssen selbst bezahlt werden, um die Beitragsrückerstattung zu erhalten. Diese Kosten müssten Sie in die Einnahmen-Ausgaben-Planung einbeziehen – aber deren Höhe kennen Sie nicht.

Krankheiten werden häufiger. Damit bekommen Sie auf Dauer immer seltener einen Teil des Beitrags zurück. Wann es so weit ist, kann niemand abschätzen.

Versicherungsbedingungen haben Fallstricke. Zum Beispiel kann die Beitragsrückerstattung nachträglich gestrichen werden, wenn Sie den Tarif wechseln. Und dann müssen Sie nachzahlen.

Beitragsrückerstattung in der Steuererklärung angeben. In der Steuererklärung lassen sich nur solche Krankenversicherungsbeiträge als Sonderausgabe absetzen, die auch tatsächlich ausgegeben wurden. Erstattet die Versicherung Beiträge zurück, müssen Sie diese von den Ausgaben abziehen.

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Schritt 4: Können Sie genug fürs Alter sparen?

Mit einem Teil der Beiträge bildet die private Krankenversicherung für jeden Versicherten ein Geldpolster für das Alter: die sogenannten Altersrückstellungen. Sie sollen verhindern, dass der Beitrag im Alter ansteigt, allein weil der Versicherte älter und damit teurer wird. Je höher der Beitrag ist, desto mehr Altersrückstellungen werden gebildet. Dennoch fängt das Geldpolster nur einen Teil der Preissteigerungen auf. Im Rentenalter wird der Beitrag daher weiterhin steigen, laut der Branchenanalyse „Map-Report“ pro Jahr um durchschnittlich 2,3 Prozent.

Hohe Beiträge im Alter, dagegen stehen niedrigere Einnahmen durch die Rente. Wer in die private Krankenversicherung wechselt, muss daher in seine Altersvorsorge auch die Gesundheitsausgaben mit einrechnen.

Wir haben für einen Beispielfall ausgerechnet, wie viel der Versicherte für seine Krankenversicherung im Alter zurücklegen müsste. Wir gehen dabei von einem 35-Jährigen aus, der 90 Jahre alt wird und zu Vertragsbeginn 550 Euro Beitrag zahlen würde. Bis zur Rente mit 67 Jahren steigt sein Beitrag pro Jahr um 3 Prozent, während der Rente weiterhin um 2,3 Prozent.

Quelle: eigene Berechnung (Stand: 23. Mai 2014)

Sparbeitrag für die PKV

Beitrag zum Rentenbeginn Beitrag zum Lebensende Monatlicher Sparbetrag Angestellter Monatlicher Sparbetrag Selbstständiger
1.223 Euro 2.063 Euro 400 Euro 464 Euro

Zu Beginn der Rente liegt seine Prämie bei gut 1.200 Euro pro Monat. Bis zu seinem Tod mit 90 Jahren wird er auf über 2.000 Euro steigen. Dafür muss vorgesorgt werden, denn seine gesetzliche Rente liegt mit 67 Jahren bei geschätzten 2.700 Euro. Wir nehmen ab dann eine Erhöhung von 1 Prozent pro Jahr an. Der Zuschuss der Rentenversicherung senkt den Beitrag nur ein wenig.

Wir nehmen außerdem an, dass der Versicherte in Aktien investiert und damit 4 Prozent Rendite pro Jahr erwirtschaftet. Zur Rente schichtet er sein Vermögen um und erhält noch 2 Prozent. Dann müsste er pro Monat allein 400 Euro zur Seite legen, um aus diesem Kapital seine Krankenversicherung tragen zu können. Ein Selbstständiger, der keinen Zuschuss der Rentenversicherung erhält, müsste 460 Euro pro Monat ansparen.

Wer seine Rente nicht komplett für den Lebensunterhalt benötigt oder sich aus anderen Quellen, wie einer Rentenversicherung oder Riester, finanzieren kann, muss natürlich weniger ansparen.

Schritt 5: Reicht das Geld im Alter?

Wer bereits ein großes Vermögen besitzt, braucht sich für das Alter nicht mühsam die Beiträge zusammenzusparen. Prüfen Sie aber, ob das Geldpolster auch reicht. Denn rechnet man alle Beiträge im Rentenalter zusammen, ergibt sich eine stattliche Summe.

Unser Beispielfall bekommt im Alter gesetzliche Rente und einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung. Will er die übrigen Beiträge aus seinem Vermögen bezahlen, braucht er damit bis zu seinem angenommenen Tod mit 90 Jahren 300.000 Euro. Diese muss er zum Rentenbeginn mit 67 Jahren haben, denn sie verzinsen sich während der Rente weiter.

Ein Selbstständiger, der keine Zahlungen der gesetzlichen Rentenversicherung erhält, braucht mehr Kapital. In unserer Musterrechnung benötigt er mit 67 Jahren ein Geldpolster in Höhe von 349.000 Euro.

Mehr dazu im Ratgeber private Krankenversicherung

Annika Krempel
von Finanztip,
Expertin für Versicherungen

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Finanztip-Chefredakteur
Hermann-Josef Tenhagen

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Artikel verfasst von

Annika Krempel

Finanztip-Expertin für Versicherungen

Annika Krempel ist Redakteurin im Team Versicherung und Vorsorge. Nach ihrem Diplom in Politikwissenschaften absolvierte sie ein Volontariat für Wirtschafts- und Verbraucherjournalisten. Sie sammelte unter anderem Erfahrungen in den Redaktionen von ZDF WISO, RBB Inforadio sowie der Stiftung Warentest. Die verbraucherpolitische Arbeit lernte sie beim Verbraucherzentrale Bundesverband kennen.