Tipps & Tricks

Was tun mit 500.000 €? So legst Du Dein Geld richtig an

Du hast 500.000 € zur Verfügung und fragst Dich: Was mache ich jetzt am besten mit dem Geld? Gelten jetzt ganz andere Regeln als bei kleineren Summen?

Timo Halbe
Timo Halbe Geldanlage
Was tun mit 500.000 €? So legst Du Dein Geld richtig an

Im ersten Teil dieser Serie haben wir Dir gezeigt, wie Du mit 5.000 € richtig startest. Im zweiten Teil ging’s dann um 50.000 €. Im dritten und letzten Teil schauen wir uns jetzt an, wie Du die stolze Summe von 500.000 € am besten anlegst.

Am Ende kommt es auch bei 500.000 € auf zwei zentrale Fragen an:

  1. Ist das Dein gesamtes Vermögen oder nur ein Teil davon? Der Einfachheit halber gehen wir davon aus, dass es Dein komplettes Vermögen ist
  2. Wie hoch ist Deine Risikotragfähigkeit? Konkret heißt das: Wie viel Geld brauchst Du kurzfristig oder mittelfristig? Hauptsächlich solltest Du bereits entschieden haben, ob Du eine eigene Immobilie kaufen oder lieber zur Miete wohnen möchtest

Szenario 1: Altersvorsorge, kein Haus geplant, risikofreudig

In dem Fall kannst Du Dein Geld grundsätzlich komplett anlegen. Mit so viel Geld wirst Du für Banken, Versicherungen und andere Anbieter auf einmal richtig interessant. Vielleicht bekommst Du Werbung für Start-up-Beteiligungen, Private Equity oder Hedgefonds.

Vielleicht fragst Du Dich jetzt, ob sich das mit 500.000 € nicht doch lohnt. Unser klarer Rat: Auch mit 500.000 € solltest Du es einfach halten. Du brauchst keine komplizierten Produkte, um gut anzulegen.

Eine einfache Aufteilung in sichere und risikoreiche Teile könnte so aussehen:

So kann eine einfache Aufteilung in sichere und risikoreiche Teile aussehen

In einem Welt-ETF stecken über tausend Unternehmen. Damit bist Du sehr breit gestreut. Wir empfehlen Dir, Dein Geld nicht unnötig auf mehrere Aktien-ETFs zu verteilen. Im Gegenteil: Du könntest Dir damit sogar ein Klumpenrisiko einhandeln, weil Du bestimmte Unternehmen mehrfach abdeckst. Wichtig ist außerdem: In einen solchen ETF solltest Du nur Geld stecken, dass Du 15 Jahre oder mehr nicht benötigst.

Übrigens: Nein, es ist nicht riskant nur auf einen weltweit, breitgestreuten ETF zu setzen, falls der Anbieter pleitegehen sollte.

Szenario 2: Sicherheitsorientiert, Haus geplant 

Wenn Du deutlich sicherheitsorientierter bist, kannst Du den sicheren Teil stark erhöhen. Hast Du bereits einen Immobilienkredit, empfehlen wir Dir grundsätzlich, zuerst mögliche Sondertilgungen zu nutzen, bevor Du überschüssiges Geld anlegst. Erst das darüber hinausgehende Vermögen solltest Du investieren:

300.000 € sicher in Tages- und Festgeld

Wenn Du regelmäßig zu den besten Angeboten wechselst, betreibst Du allerdings Zinshopping. Das bringt etwas mehr Zinsen, macht aber auch deutlich mehr Arbeit. Deswegen raten wir Dir davon eher ab.

Wichtiger ist die gesetzliche Einlagensicherung. Du solltest nicht mehr als 100.000 € bei einer Bank liegen haben. Achte außerdem darauf, dass die Banken nicht zusammengehören, z. B. Comdirect und Commerzbank oder Deutsche Bank und Postbank.

Ist Dir eine Aufteilung auf mehrere Banken zu aufwendig, kannst Du alternativ das Geld in einen Geldmarkt-ETF stecken. Dabei handelt es sich um Sondervermögen und Du musst die 100.000 Euro Grenze nicht beachten.

200.000 € risikoreicher in Aktien-ETFs

Die 200.000 € für den risikoreichen Teil kannst Du wieder ganz einfach in Aktien-ETFs investieren. Auch hier reicht ein breit gestreuter Welt-ETF völlig aus. Mehr Komplexität brauchst Du nicht. 

Denk aber auch in diesem Fall daran: Auf das Geld für den Aktien-ETF solltest Du langfristig verzichten können.

Robo-Advisor als bequeme, aber meist teurere Alternative

Wenn Du Dich nicht selbst um die Umsetzung kümmern möchtest, können Robo-Advisor eine Option sein. Sie stellen auf Basis eines Fragebogens ein Portfolio aus ETFs zusammen und kümmern sich um die laufende Verwaltung. Dieser Service kostet allerdings.

Unser Fazit: Gerade bei größeren Summen brauchst Du diese Hilfe meist nicht – mit einem einfachen ETF-Portfolio bist Du günstiger und mindestens genauso gut aufgestellt.

Brauchst Du Gold und Krypto bei 500.000 €?

Bei einer Summe von 500.000 € denken viele automatisch über eine Investition in Gold oder Kryptowährungen nach. Wichtig ist: Beides ist keine Voraussetzung für eine gute Geldanlage. Denn:

Gold

Gold wirft keine laufenden Erträge ab und hat in der Vergangenheit langfristig nicht so gute Renditen gebracht wie weltweite, breit gestreute ETFs. 

Wenn Du Gold beimischen möchtest, sollte sein Anteil maximal 10 % Deines Gesamtvermögens ausmachen.

Krypto

Kryptowährungen sind hochspekulativ. Starke Kursschwankungen, unklare Regulierung und Totalverlustrisiken gehören dazu. Für eine solide Vermögensanlage ist Krypto nicht notwendig.

Wenn Du trotzdem investieren willst, dann nur mit Geld, dessen Verlust Du problemlos verkraften kannst – wir empfehlen maximal 10 % Deines Vermögens in solche spekulativen Anlagen zu stecken.

Unser Fazit:

Auch mit 500.000 € brauchst Du weder Gold noch Krypto, um Dein Geld sinnvoll anzulegen. Ein klar strukturiertes Portfolio aus sicheren Anlagen und breit gestreuten Aktien-ETFs reicht völlig aus.

Du suchst noch den passenden ETF?

Unser ETF-Finder hilft Dir dabei. Ansonsten empfehlen wir Dir unter anderem den Vanguard FTSE Developed World (IE00BK5BQV03), den SPDR MSCI ACWI IMI (IE00B3YLTY66) oder den SPDR MSCI ACWI (IE00B44Z5B48).

Das richtige Depot, findest Du in unserem Broker- und Depot-Vergleich. Hier empfehlen wir Dir unter anderem Smartbroker+ und Traders Place

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Von Timo Halbe, und Giulia Tita
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