Beitragsrückerstattung

Wann die PKV Beiträge zurückzahlt

Annika Krempel Stand: 17. März 2017
Das Wichtigste in Kürze
  • Private Krankenversicherungen erstatten einen Teil der Beiträge zurück, sofern der Versicherte keine Rechnungen einreicht.
  • Die garantierte Beitragsrückerstattung ist selten. Stattdessen hängt es meist davon ab, wie gut es wirtschaftlich für die Versicherung lief.
  • Wählen Sie einen Tarif nicht nach der versprochenen Rückerstattung aus. Achten Sie stattdessen auf die Leistungen.

Für einige Versicherte der privaten Krankenversicherungen (PKV) gibt es Geld zurück. Und zwar dann, wenn sie in einem Jahr keine Rechnungen bei ihrem Anbieter eingereicht haben. Die Versicherung erstattet dann einen Teil der Beiträge zurück. Es gibt verschiedene Varianten, wie das funktioniert. Grundsätzlich unterscheiden die Versicherungsbedingungen zwischen einer erfolgsunabhängigen und einer erfolgsabhängigen Rückerstattung.

Die garantierte Rückgewähr von Beiträgen

Eine erfolgsunabhängige und auch vertraglich garantierte Rückerstattung bieten nur sehr wenige Versicherungen an. In diesem Fall garantiert das Unternehmen eine Beitragsrückerstattung unabhängig davon, wie sein Gewinn in dem entsprechenden Jahr ausfiel. Voraussetzung ist lediglich, dass der Versicherte keine Rechnungen bei seiner Versicherung einreicht, um diese erstatten zu lassen.

Die erfolgsabhängige Rückgewähr von Beiträgen

Die meisten Versicherer bieten nur die erfolgsabhängige Beitragsrückzahlung an. „Erfolgsabhängig“ bedeutet, dass das Unternehmen in dem betreffenden Jahr ausreichend Überschüsse erwirtschaftet hat, um einen Teil wieder an seine Versicherten auszuschütten. Der Kunde hat keinen Anspruch auf die Rückerstattung, denn es handelt sich um eine freiwillige Leistung des Versicherers.

So funktioniert die Beitragsrückerstattung

Sind die Kosten der privaten Krankenversicherung niedriger als angenommen, erwirtschaftet das Unternehmen Überschüsse. Einen Teil dieser Überschüsse schleust jede private Krankenversicherung in einen Topf, der sich „Rückstellungen für Beitragsentlastungen“ (RfB) nennt. Dieses Geld kann die Versicherung unterschiedlich verwenden. Entweder zahlt sie es bar an die Versicherten aus, nutzt es, um Leistungen zu verbessern und Beiträge zu senken, oder setzt es ein, um Beitragserhöhungen einmalig abzumildern.

Will der Anbieter langfristig Beiträge senken, braucht er dafür vergleichsweise viel Geld im RfB-Topf. Um eine Beitragserhöhung abzumildern, wird ein Preisaufschlag dagegen meist nur in einem Jahr abgefedert. Im Folgejahr schlägt die Preiserhöhung dann voll durch.

Am bekanntesten ist die Beitragsrückerstattung als Barzahlung. Damit werden Kunden belohnt, die in einem Jahr keine Kosten verursacht haben. Die Versicherung gibt einen Teil der gezahlten Beiträge zurück – entweder prozentual oder ganze Monatsbeiträge. Nach einem Jahr kann es so beispielsweise 15 Prozent Rückerstattung geben oder zwei Monatsbeiträge. Oftmals steigt die Erstattung an, wenn ein Versicherter mehrere Jahre lang keine Rechnungen einreicht.

Vorsorgeuntersuchungen bezahlen die Versicherungen meist, ohne dass das die Beitragsrückerstattung gefährdet. Allerdings greift dann der Selbstbehalt – mindestens einen Teil der Kosten trägt der Versicherte also selbst.

Ob es eine Beitragsrückerstattung gibt, ist nicht garantiert und hängt auch von der Gesundheit der Kunden ab. Daher sollte dies nicht ausschlaggebend sein bei der Entscheidung für einen PKV-Tarif. Vor allem sollte aber die Aussicht auf eine Rückerstattung nicht verhindern, dass Kranke einen Arzt aufsuchen.

Beitragsrückerstattung bei der Steuer

Durch die Regelung im sogenannten Bürgerentlastungsgesetz, das seit 2010 gilt, lassen sich die Beiträge zur Krankenversicherung und zur Pflegeversicherung als Sonderausgabe von der Steuer absetzen. Es stellt sich daher für manchen Versicherten die Frage, was für ihn günstiger ist: Beitragsrückerstattung oder die steuerliche Auswirkung der Krankenkassenbeiträge.

Das Finanzamt berücksichtigt bei der Einkommensteuer nämlich nur Versicherungsbeiträge steuermindernd, die den Steuerzahler auch tatsächlich belastet haben. Beitragserstattungen muss er deshalb in seiner Steuererklärung mit den Beitragszahlungen verrechnen. Das erfolgt in dem Jahr, in dem das Geld ausbezahlt wird.

Mehr dazu im Ratgeber Private Krankenversicherung

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Autor
Annika Krempel

Stand: 17. März 2017


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