Mit dem Entnahmerechner Deinen Auszahlplan erstellen
Für Verbraucher: Fachlich fundiert und von Experten unabhängig entwickelt
Sieh auf einen Blick, wie lange Dein angespartes Geld bei regelmäßiger Entnahme reichen kann. Vergleiche verschiedene Entnahmebeträge und Zeiträume.
FAQ Entnahmerechner
Wie viel Vermögen brauche ich, um monatlich meinen Wunsch-Betrag entnehmen zu können?
Grundsätzlich: Je höher Dein gewünschter Auszahlbetrag ist, desto mehr Kapital brauchst Du. Wie viel genau, hängt unter anderem davon ab, wie lange Dein Ruhestand dauert, wie sich Inflation und gesetzliche Rentensteigerungen entwickeln und welche Rendite Du noch mit Deinem angelegten Vermögen erwirtschaftest.
Weil sich diese Faktoren nicht sicher vorhersagen lassen, arbeitet der Finanztip-Ruhestands-Rechner mit Annahmen, die Du für Dich anpassen kannst. Ein jährlicher Check hilft Dir, realistisch zu bleiben und nicht starr an einer einmal gewählten Entnahmesumme festzuhalten. Nutze dafür einmal im Jahr diesen Rechner für Deine ganz persönliche Situation.
Wie viel Geld kann ich monatlich aus meinem Vermögen entnehmen?
Die mögliche Entnahme hängt vor allem von Deinem Vermögen zu Ruhestandsbeginn ab. Willst Du ganz sicher sein, dass bis zum Lebensende noch immer Geld da ist, darfst Du pro Jahr nur zwei bis drei Prozent Deines Vermögens zu Rentenbeginn entnehmen. Dabei ist einberechnet, dass die Kapitalmärkte auch mal ungünstig laufen.
Mach Dir bewusst: Je mehr Du entnimmst, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass dir irgendwann das Geld ausgeht. Plane eher defensiv, denn Dein Ruhestand kann 25, 30 Jahre oder länger dauern.
Umgekehrt gilt aber auch: Läuft Dein Depot deutlich besser als erwartet, könntest Du über viele Jahre unnötig sparsam leben und am Ende mehr Vermögen vererben, als Du eigentlich beabsichtigt hast. Um das besser einzuschätzen, dafür ist der Entnahmerechner da.
Warum zeigt der Rechner eine Brutto- und eine Nettoentnahme?
Die Bruttoentnahme ist der Betrag, den Du aus Deinem Vermögen entnimmst. Die Nettoentnahme zeigt Dir, wie viel davon nach Steuern tatsächlich auf Deinem Konto ankommt.
Wie hoch die Steuerlast ist, hängt davon ab, welcher Anteil Deiner Entnahme aus Gewinnen stammt. Mehr dazu findest Du auch unter der Frage „Wie werden Entnahmen aus ETFs besteuert?“
Wird mein Vermögen bis zum Lebensende reichen?
Welche Rendite Du annehmen solltest, hängt vor allem davon ab, wie Dein Vermögen im Ruhestand angelegt ist. Ein höherer Aktienanteil bietet langfristig höhere Renditechancen, geht aber auch mit stärkeren Kursschwankungen einher. Ein höherer Anteil an Tagesgeld oder anderen sicheren Anlagen sorgt für mehr Stabilität, senkt aber die zu erwartende Rendite.
Der Rechner arbeitet mit voreingestellten Annahmen, die Du an Deine persönliche Situation anpassen kannst. Schon kleine Änderungen bei der angenommenen Rendite können die Höhe der möglichen Entnahme oder des benötigten Vermögens deutlich verändern.
Entscheidend ist dabei nicht nur die durchschnittliche Rendite über den gesamten Ruhestand. Ebenso wichtig ist, wann gute oder schlechte Börsenjahre auftreten. Deshalb kannst Du im Rechner auch verschiedene Szenarien durchspielen.
Welche Rendite kann ich für mein Vermögen im Ruhestand annehmen?
Die passende Renditeannahme hängt davon ab, wie Du Dein Vermögen im Ruhestand anlegst. Besteht Dein Portfolio beispielsweise aus 80 Prozent breit gestreuten Aktien-ETFs und 20 Prozent Tagesgeld, nehmen wir bei Finanztip für unsere Kalkulation langfristig eine durchschnittliche Rendite von 5,2 Prozent pro Jahr an.
Für diese Annahme unterstellen wir sechs Prozent jährliche Rendite für den Aktienanteil und zwei Prozent für das Tagesgeld. Tatsächlich wird die Rendite von Jahr zu Jahr schwanken – in einzelnen Jahren können die Erträge deutlich höher oder niedriger ausfallen.
Was passiert bei Kursschwankungen oder einem Crash am Aktienmarkt?
Ein Börsencrash kann sich besonders stark auswirken, wenn er in den Jahren rund um den Rentenbeginn eintritt. Denn dann ist Dein Vermögen in der Regel am größten. Musst Du in dieser Phase Anteile zu niedrigen Kursen verkaufen, kann das die langfristige Entwicklung Deines Vermögens stärker belasten als ein Börsencrash früh in der Ansparphase oder später in der Rente. Einfach ausgedrückt: Ein Crash zu Beginn deiner Entnahme trifft auf ein höheres Depotvermögen als am Ende der Entnahme. Daher wirkt er sich prozentual auch stärker aus.
Dieses sogenannte Renditereihenfolge-Risiko macht der Rechner sichtbar. Dabei kann die durchschnittliche Rendite über den gesamten Ruhestand in zwei Szenarien identisch sein – allein der Zeitpunkt guter und schlechter Börsenjahre entscheidet darüber, wie lange Dein Vermögen reicht und wie viel Du entnehmen kannst.
Mit den verschiedenen Crash-Szenarien kannst Du nachvollziehen, wie sich Zeitpunkt und Stärke eines Börsencrashs auf die Entwicklung Deines Vermögens und auf Deine mögliche Entnahme auswirken.
Welche Rolle spielt die Inflation bei Deiner Ruhestandsplanung?
Inflation sorgt dafür, dass Deine Kaufkraft im Laufe der Zeit sinkt. Deshalb reicht es nicht, nur mit Deiner heutigen Rentenlücke zu planen. Der Rechner berücksichtigt, dass Deine Ausgaben im Ruhestand mit der Inflation steigen und passt die benötigten Entnahmen entsprechend an.
Gleichzeitig entwickelt sich auch Deine gesetzliche Rente weiter. Wächst die Inflation stärker als Deine Rente, vergrößert sich Deine Rentenlücke – weil Deine Rente den Kaufkraftverlust nicht vollständig ausgleicht. Dadurch benötigst Du im Zeitverlauf immer mehr Geld aus Deinem Vermögen.
In unseren Berechnungen nehmen wir bei Finanztip in der Regel eine durchschnittliche Inflation von zwei Prozent pro Jahr und eine etwas niedrigere Rentensteigerung an. Diese Annahmen kannst Du im Rechner aber an Deine eigenen Erwartungen anpassen.
Warum sollte ich meine Entnahmehöhe jedes Jahr anpassen?
Einerseits, weil sich Deine finanzielle Situation im Ruhestand stetig verändern kann. Steigt Deine Rente stärker als Deine Kosten, brauchst Du weniger Geld aus Deinem Vermögen. Steigen Deine Ausgaben oder die Preise stärker, kann eine höhere Entnahme nötig werden. Unsere Berechnungen beruhen deshalb bereits darauf, dass Du Deine Entnahme jedes Jahr um zwei Prozent erhöhst, um so Kostensteigerungen durch die Inflation ausgleichen zu können.
Erbst Du, kannst Du entsprechend mehr Geld entnehmen. Müssen Du oder Dein Partner in Pflege, müsst Ihr womöglich viel mehr Geld entnehmen.
Ist es sinnvoll, im Ruhestand noch in ETFs investiert zu sein – und zu welchem Anteil?
Ja, ein Aktien-ETF ist auch im Alter eine sinnvolle Anlage. Gerade weil der Ruhestand viele Jahre dauern kann, bleibt Rendite wichtig. Und dafür ist ein gewisser Aktienanteil notwendig. Ist dieser zu gering, verschenkst Du langfristig zu viel Renditechance.
Eine Aktienquote zwischen 40 und 80 Prozent ist dabei eine empfehlenswerte Größe. Der Rest sollte auf dem Tagesgeldkonto liegen, oder alternativ in einem Geldmarkt-ETF. Welche Aufteilung genau zu Dir passt, hängt auch davon ab, wie gut Du Schwankungen aushältst.
Hast Du mehr Vermögen als für Deine Entnahmen nötig ist, kannst Du einen zweiten Topf – sozusagen ein Spaßdepot – aufmachen. Dieses Geld muss nicht Deine Grundversorgung sichern. Daher kann es komplett in einem Aktien-ETF investiert sein. Aber denk daran, dass größere Summen für kurzfristige Reisen oder teure Hobbies, auf die Du zeitnah zugreifen möchtest, nicht in ein Aktiendepot, sondern aufs Tagesgeldkonto gehören.
Wie sollte ich mein Geld im Ruhestand praktisch aus dem Depot entnehmen?
Zu Beginn des Ruhestands legst Du Deine gewünschte Vermögensaufteilung fest, zum Beispiel 75 Prozent Aktien und 25 Prozent Festzins (Tagesgeld oder Geldmarkt-ETF). Vom Tagesgeldkonto kannst Du Dir den gewünschten Betrag monatlich auf Dein Girokonto auszahlen lassen.
Einmal im Jahr prüfst Du Deine Vermögensaufteilung, schätzt Deinen Bedarf für die nächsten zwölf Monate und stellst durch Rebalancing die gewünschte Vermögensaufteilung wieder her. Dabei stellst du sicher, dass Du mindestens für die nächsten zwölf Monate genug Geld auf dem Tagesgeldkonto hast.
Nach einem Börsenrückgang kannst Du Verkäufe möglichst verschieben und gibst Deinem Depot Zeit, sich zu erholen. Das verringert das Renditereihenfolgerisiko und erhöht die Chance, dass Dein Vermögen länger reicht. Damit das funktioniert, empfehlen wir Dir (siehe oben), dauerhaft mindestens 20 Prozent Deines Vermögens in Festzinsanlagen wie Tagesgeld oder Geldmarkt-ETFs zu halten.
Wie werden Entnahmen aus ETFs besteuert?
Steuern entstehen nicht durch die Entnahme an sich, sondern beim Verkauf von ETF-Anteilen, wenn dabei Gewinne ausgezahlt werden. Wie hoch die Steuerlast ist, hängt davon ab, welcher Anteil der Entnahme aus Deinen eigenen Einzahlungen stammt und welcher Anteil Gewinn ist.
Grundsätzlich gibt es bei Aktien-ETFs eine Teilfreistellung in Höhe von 30 Prozent des Gewinns, den musst Du nicht versteuern. Auf den verbleibenden Gewinn zahlst Du 25 Prozent Abgeltungssteuer plus Solidaritätszuschlag und gegebenenfalls Kirchensteuer.
Wenn Du bei der Entnahme die neusten ETF-Anteile zuerst verkaufst (LIFO), zahlst Du weniger Steuern als beim Verkauf älterer ETF-Anteile (FIFO). Mit dieser cleveren Steuerstundung kann sich Dein Vermögen über die Zeit besser entwickeln.
Was bedeutet das angezeigte Restvermögen?
Das Restvermögen zeigt, wie viel von Deinem Vermögen zum gewählten Zielalter voraussichtlich noch vorhanden ist.
In der Praxis dient dieses Restvermögen vor allem zwei Zwecken: als Reserve für mögliche Pflegekosten oder als Vermögen, das Du vererben möchtest. Wie hoch ein sinnvoller Puffer insbesondere für den Pflegefall sein sollte, hängt von Deiner persönlichen Situation ab und lässt sich nicht pauschal beantworten.
Je nach Höhe Deiner Entnahmen und der Entwicklung von Rendite, Inflation und Steuern kann am Ende noch Vermögen übrig bleiben oder das Vermögen bis zum Zielalter vollständig verbraucht sein. Der Rechner zeigt Dir mögliche Entwicklungen und hilft Dir, Deinem eigenen Ziel näher zu kommen.
Was ist der Unterschied zwischen eigenem Entnahmeplan, Auszahlplan und Sofortrente?
Ein eigener Entnahmeplan bedeutet: Du nutzt Dein eigenes Vermögen und bestimmst selbst, wie es angelegt ist und auch wie viel Du wann entnimmst.
Ein Auszahlplan ist ein vorgefertigtes Schema für das Entsparen eines Finanzprodukts im Ruhestand. Er kommt in der Regel bei Riester-Produkten von Banken oder Fondsgesellschaften vor. Auch manche Depotanbieter haben Auszahlpläne im Programm. Dabei werden automatisiert Anteile Deiner Anlagen verkauft. Das Geld daraus fließt dann auf Dein Konto.
Eine Sofortrente folgt einem anderen Prinzip. Dabei zahlst Du eine größere Summe Geld in eine sofort beginnende Rentenversicherung ein. Monat für Monat erhältst Du dann eine Auszahlung bis an Dein Lebensende.
Was sind die Vor- und Nachteile eines eigenen Entnahmeplans?
Der große Vorteil eines eigenen Entnahmeplans ist Flexibilität. Du kannst Entnahmen anpassen, Geld für Extras trennen und Dein Vermögen weiter nach Deinen individuellen Vorstellungen am Kapitalmarkt arbeiten lassen.
Außerdem bleibt Vermögen, das Du nicht verbrauchst, grundsätzlich erhalten. Du kannst es später vererben oder anderweitig nutzen. Alle Entscheidungen liegen in Deiner Hand.
Der Nachteil: Du trägst die Risiken selbst, beispielsweise Inflation, Börsenschwankungen – und auch ein langes Leben. Zudem ist der eigene Entnahmeplan ein bisschen mehr Aufwand, da Du das Thema Steuern und den jährlichen Check im Blick behalten musst.




