Das Wichtigste in Kürze
- Wero ist ein Online-Bezahldienst, mit dem Du Geld senden kannst, zum Beispiel an Freunde oder Familienmitglieder.
- Der Bezahldienst funktioniert in Deutschland und in weiteren europäischen Ländern.
- Du kannst ihn nur nutzen, wenn Deine Bank Wero anbietet – egal ob es um das Versenden oder Empfangen von Geld geht.
So gehst Du vor
- Wenn Du ein Girokonto bei einer der teilnehmenden Banken hast, kannst Du Wero mit wenigen Klicks in Deinem Online-Banking-Account oder der App zum Girokonto freischalten.
- Du siehst Wero als Option in Deinem Banking-Zugang – also entweder im Online-Banking oder der App – und meldest Dich über das Tan-Verfahren Deiner Bank an.
- Zum Versenden brauchst Du lediglich die Telefonnummer des Empfängers oder die Mail-Adresse. Es fallen keine Gebühren an.
Das Essen mit den Kollegen ging auf Deine Kosten, das Geburtstagsgeschenk für Deine Schwester hat Dein Bruder vorgestreckt und beim letzten Urlaub wurden einige Kosten geteilt? In solchen Momenten nutzt Du vermutlich oft Paypal. Mit Wero bekommst Du nun eine weitere Möglichkeit – eine aus Europa. Was der Bezahldienst kann und wie Du ihn nutzt, erklärt Dir Finanztip schnell und einfach in diesem Ratgeber.
Was ist Wero?
Wero ist ein Zahlungsdienstleister, über den Du Geld an Freunde, Verwandte und andere Menschen senden kannst. Das kennst Du womöglich schon von Paypal. Du brauchst dafür die Telefonnummer oder eine E-Mail-Adresse der Gegenseite. Für Wero nutzt Du das Online-Banking oder die App Deiner Bank. Das Ganze funktioniert über die Ländergrenze hinaus, und zwar zwischen Deutschland, Belgien und Frankreich.
Du kannst damit Geld empfangen oder Zahlungsanforderungen an andere senden. Diese Anforderungen sind 30 Tage lang gültig. Falls die Gegenseite allerdings in diesem Zeitraum nicht bezahlt, verfallen sie. Du kannst die Anforderungen stornieren, falls Du einen Fehler gemacht oder das Geld anderweitig zurückerhalten hast. Im Wero-Profil und auf Kontoauszügen werden Deine Wero-Umsätze aufgeführt.
Wie schnell ist eine Wero-Zahlung?
Sendet Dir jemand Geld über Wero oder schickst Du es selbst, dauert es nur wenige Sekunden, bis das Geld auf dem jeweiligen Girokonto eingeht. In der Regel sollte dieser Prozess nach weniger als zehn Sekunden abgeschlossen sein. Das haben zumindest die Tests der Banken untereinander ergeben. Tag und Uhrzeit haben darauf keinen Einfluss.
Wer kann Wero nutzen?
Du kannst Wero nur nutzen, wenn Du ein Girokonto bei einer Bank hast, die Wero anbietet. Zudem musst Du Dich dafür registrieren, das funktioniert mit wenigen Klicks über Deinen Online-Banking-Zugang.
Wero wird Dir dort im Banking als Option angezeigt, Du bestätigst Deine Anmeldung lediglich über das Tan-Verfahren Deiner Bank. Deine Identität musst Du nicht nachweisen. Auch der Empfänger muss bei einer solchen Bank sein und sich registriert haben. Eine weitere Bedingung ist die Volljährigkeit der Nutzer und Nutzerinnen.
Ist Wero mit Kwitt kompatibel?
Wero ist mit Kwitt kompatibel, dem deutschen Vorgänger von Wero. Insbesondere Kunden von Sparkassen oder Volksbanken kennen diesen Dienst bereits. Hat sich der Empfänger bereits einmal für Kwitt registriert, kommt das Geld ebenfalls an. Ähnlich läuft es in Belgien mit dem Vorgänger Payconiq.
Welche deutschen Banken machen bei Wero mit?
Du kannst den Zahlungsdienst in Deutschland zurzeit bei folgenden Anbietern nutzen:
- BBbank
- Deutsche Bank
- Edekabank
- Ethikbank
- Evangelische Bank
- ING
- KD Bank
- PSD Banken
- Postbank
- Revolut
- Sparkassen
- Sparda Banken
- Volksbanken
N26 hat angekündigt, Wero ab Mitte 2026 anzubieten.
Welche Banken sind außerhalb von Deutschland bei Wero dabei?
In Belgien sind die Banken Belfius, BNP Paribas Fortis, ING und KBC aktiv, Anfang 2026 kommen Argenta, Bank Van Breda, Beobank, Crelan und VDK Bank dazu. In Frankreich sind es zum Beispiel die BPCE Groupe, die Crédit Agricole, La Banque Postale und Société Générale.
Wie sicher ist Wero?
Die meisten Wero-Zahlungen müssen durch Dich freigegeben werden. Die Optionen dafür sind Pin, Gesichtserkennung oder Fingerabdruck. Einige Banken erlauben es, niedrigere Summen ohne Bestätigung zu senden. Ob das möglich ist und bis zu welcher Summe, hängt von der jeweiligen Bank ab. So bist Du beim Bezahlen mit Wero durch den Dienst selbst geschützt.
Deine Telefonnummer und Deine E-Mail-Adresse werden laut Wero nicht an Dritte weitergegeben.
Wie kannst Du Dich selbst schützen?
Wenn Du Bankgeschäfte mit dem Handy erledigst, solltest Du die Sperrfunktion des Smartphones einschalten. So muss ein Dieb mehrere Hürden überwinden, um an Dein Konto oder eine Bezahl-App zu kommen. In der Regel findest Du die Möglichkeit zum Sperren des Smartphones in den Einstellungen.
Was tust Du bei auffälligen Wero-Transaktionen?
Fällt Dir eine auffällige Zahlung auf, solltest Du Dich bei Deiner Bank melden. Die Sparkassen haben zum Beispiel direkt eine Wero-Hotline für solche Fälle.
Solltest Du generell Unregelmäßigkeiten auf Deinem Konto entdecken, ist Deine Bank der erste Ansprechpartner. Will oder kann sie Dir nicht helfen, kannst Du Dich an eine Schlichtungsstelle wenden. Der nächste Schritt wäre der Gang zu einem Anwalt oder einer Anwältin. In unserem Ratgeber zum Thema Phishing liest Du mehr dazu.
Was kommt noch bei Wero?
Wero soll in den nächsten Jahren einige Funktionen mehr erhalten: So werden nicht nur Zahlungen zwischen Deutschland, Belgien und Frankreich möglich sein, ab 2026 sollen auch die Niederlande und Luxemburg hinzukommen. Dazu kommt die Möglichkeit, im Online-Handel mit Wero bezahlen zu können. So können Kunden von Sparkassen und Volksbanken seit November 2025 mit Wero beim Ticketverkäufer Eventim online bezahlen. In den Wochen danach sollen Händler wie Lidl, Cewe, Rossmann und weitere folgen. Auch bei anderen Banken, die Wero anbieten, wird das Bezahlen im Internet dann funktionieren. Zudem entwickelt das Unternehmen noch eine eigene App für Wero.
Zu den weiteren Plänen gehören das Bezahlen in Geschäften vor Ort, Kundenbindungsprogramme und Ratenzahlung.
Lohnt sich Wero für Dich?
Noch ist unklar, ob sich Wero in Europa durchsetzen kann, sowohl bei Verbrauchern als auch Händlern. Denn zurzeit fehlt noch die Verbreitung, der Dienst funktioniert noch nicht in ganz Europa und wird nur von wenigen Banken aktiv angeboten.
Welche Vorteile hat Wero?
Doch es gibt einige Punkte, die für Wero sprechen. So ist Wero – wie Paypal – für Dich kostenlos. Aber: Wero kann über Dein Girokonto genutzt werden, Du musst Dich nicht bei einem weiteren Anbieter registrieren und brauchst bisher keine neue App. Alle Zahlungen gehen direkt von Deinem Girokonto ab oder gehen auf dem Girokonto ein. Deshalb bleiben Deine Daten bei Deiner Bank.
Mit wem konkurriert Wero?
Ob das reicht, um Nutzer zu überzeugen, bleibt offen – vor allem, solange Wero nur Grundleistungen anbietet. Neben Paypal erfährt das Unternehmen große Konkurrenz durch Google Pay und Apple Pay. Auch die Händler muss Wero noch überzeugen, zum Beispiel mit niedrigeren Gebühren für das Akzeptieren von Wero-Zahlungen, als sie die amerikanischen Unternehmen Paypal, Mastercard und Visa verlangen.
Wer steckt hinter Wero?
Im Hintergrund arbeitet die European Payment Initiative (EPI), ein Zusammenschluss von 16 Anbietern, die zusammen an europäischen Zahlungslösungen arbeiten. Dazu gehören zum Beispiel die Sparkassen, Volksbanken, Deutsche Bank und die ING.
Welches Ziel verfolgt die Wero-Initiative?
Bei dem Projekt geht es darum, für einen fragmentierten Markt mit unterschiedlichen nationalen Dienstleistungen übergreifende Produkte anzubieten und so mit amerikanischen Unternehmen in Konkurrenz zu treten und Europa unabhängiger von ihnen zu machen.



